Das ist mein Mädchen!

Die letzten Tage ging es Kim nicht gut. Und gestern ging es ihr schlecht.

Kim ist ein Mix von Labrador und Schnauzer. Der Labrador lieferte die Farbe (schwarz, die braun schimmernden Stellen stammen wohl vom Schnauzer), eine Reihe von Charaktereigenschaften und die Lust auf alles, was man fressen kann. Ein Labbi halt. Nur mit Wasser hat sie es nicht so.

Kim bekommt morgens eine Tablette, ein Schmerzmittel wegen ihrer altersbedingten Knochengerüstmalessen, dieselbe, weil sie nicht sehr groß ist und sich nicht vernünftig zerkauen lässt, mit einem Stückchen Käse, ein Brie, schön weich, schön lecker. Und gestern nahm sie das Stückchen Käse nicht. Und das nicht wegen der Tablette.
Den ganzen Tag über mäkelte sie an den Leckerlis herum, nahm nicht alle. Und abends dann die endgültige Katastrophe: Zum allerersten Mal in den rund neuneinhalb Jahren, die sie nun bei uns ist, hat sie ihren Napf nicht leer gefressen. Huhn mit Gemüse, dazu Kartoffelflocken, mit Wasser angesetzt (das ist dann wie Kartoffelbrei). Nach der Hälfte war Schluss. Ich konnte sie noch überreden, ein wenig mehr zu fressen, aber nach drei Vierteln ging einfach nichts mehr. Sie ging weg und ließ sich nicht mehr locken.

Ich hatte schon vorher überlegt, was ich tun konnte. Sie war nicht nur unlustig, was die Aufnahme von Nahrung anging. Sie war müde, irgendwie niedergeschlagen, unaufmerksam – sie reagierte nicht auf jede Ansprache –, beim Gassigang lief sie neben mir her, was sie normalerweise nie tut, sie geht immer voraus. Ich entschied dann – ohne Rücksprache mit der Tierärztin –, das Gabapentin abzusetzen, das sie wegen ihrer neurologischen Probleme – ihr Zittern und Schwanken – bekam, ein Humanmedikament – in meinen Augen für ein Tier sowieso nicht wirklich geeignet – gegen epileptische Symtpome und neuropathische Schmerzen. Ich gab ihr abends die übliche Kapsel einfach nicht.

Das Ergebnis zeigte sich schon in der Nacht. War sie in den zwei Nächten zuvor unruhig, stand immer wieder auf und taperte im Schlafzimmer herum – sehr schön dank des nicht vorhandenen Teppichs auch das Geräusch ihrer Krallen auf dem Laminat. Gestern Nacht schlief sie praktisch wie immer. Sie wurde einmal wach, trank Wasser, wollte zum Pieseln runter und schlief dann weiter.
Morgens nahm sie ihren Käse, und um kurz vor acht Uhr fanden wir uns wie verabredet bei der Tierärztin ein, direkt in der Nachbarschaft. Nach dem üblichen Theater, das Kim beim Anlegen des Maulkorbs – ein einfaches Stoffteil, das das Zuschnappen und Beißen verhindern soll – anstellte, war alles nicht ganz so tragisch. Fieber hatte sie nicht, ihr Magen war leicht verhärtet, was auf Magenschmerzen schließen ließ, und gegen ihren Schnupfen – sie niest schon längere Zeit häufig und heftig – bekam ich Tabletten mit pflanzlichen Wirkstoffen, schön groß diesmal und geschmacklich so attraktiv, dass Kim sie mit rechter Begeisterung zu sich nahm.
Und schon beim mittäglichen Gassigang dachte ich mir: ›Ja, das ist mein Mädchen.‹ Da lief sie im Freilauf vor mir her, strammen Schrittes, wie immer, bis sie anhielt, sich umdrehte und auf mich wartete, um ein Leckerli zu kassieren. Und am Abend war alles wie immer: Der Napf leerte sich mit der für einen Labbi typischen Geschwindigkeit, vollständig – und nur Naomi fand wie üblich noch das eine oder andere Molekül, das sie mit griechischer Sorgfalt seiner Bestimmung zuführte.

Meinem Mädchen geht es wieder gut. Sie ist immer noch alt, sie ist immer noch nicht hundertprozentig fit, aber ohne Gabapentin ist sie wieder das, was ich erwarte, wenn ich sie anschaue, wenn ich sie rufe, wenn sie zu mir kommt, mich anschaut …
Und jetzt, wo es ihr wieder besser geht, fühle auch ich mich wieder besser.

P.S.: Übrigens … das ist auch mein Mädchen … Meine Naomi …

Ein Fest für die Tiere

Deutschland macht dicht. Heute wurde es entschieden. Weihnachten ganz klein, nur im engsten Familienkreis – wobei »engsten« sehr eng auszulegen ist. Aber das Beste: Silvesterfeuerwerke sind dieses Jahr UNTERSAGT! Keine Feiern, keine Feste, keine Feuerwerke! — Wie seltsam: Eine Seuche kann sogar Positives bewirken!

Kim-Sachen

Wenn man einen Hund hat, ist es gut, wenn man nicht auch noch Kinder hat. Ein Hund – oder zwei, wie in meinem Fall – können einen genug beschäftigen, auch, was Sorgen angeht, die man sich machen muss. Meine dritte Gattin (1998–2007) hatte einen Sohn aus erster Ehe. Und wir hatten einen Hund, Kim I., ein Mixmädchen aus Labrador und Airdale Terrier. Und im Nachhinein erinnere ich mich wenig an diesen Hund, was für mich ein Zeichen ist, dass er nicht annähernd die Rolle in meinem und unserem Leben spielte, wie das Mädchen es sicherlich verdient hätte. Aber gut, das ist Vergangenheit …

Kim II., unsere ungarische Prinzessin, wie wir sie auch nennen, ist im November elf Jahre alt geworden, und auch, wenn die Rechenformel nicht wirklich stimmt, wäre sie nun über 77 Jahre alt, würde die Formel doch korrekt sein. Ein Alter, in dem auch ein Mensch nicht mehr hundertprozentig gesund ist. Und Medikamente nehmen muss.

Nachdem wir mit Prednisolon-Unterstützung eine Entzündung am Vorderlauf in den Griff bekamen, sind wir von diesem cortisonähnlichen Präparat nun weg und haben auf eine neue Medikation umgestellt. Neue Herausforderungen, denn:

  • Galliprant ist ein echtes Tierarzneimittel: »Galliprant ist ein Tierarzneimittel. Es wird bei Hunden zur Behandlung von Schmerzen aufgrund einer leichten bis mäßigen Osteoarthritis, einer Erkrankung, die Schwellungen und Schmerzen in den Gelenken verursacht, angewendet. Es enthält den Wirkstoff Grapiprant.« Und mit den Knochen und Gelenken hat Kim so ihre altersbedingten Probleme. Sie geht etwa einmal in der Woche zum Schwimmen, was ihr erkennbar gut tut, und die Gassigänge sind ein wenig kürzer geworden, aber ohne Medikament geht es halt nicht mehr.
    Galliprant ist noch einigermaßen gut zu geben. Vorgestern Abend klärten wir in einem Gespräch mit der Tierärztin, dass die Forderung der Gabe »auf nüchternen Magen« auch dann noch erfüllt wird, wenn die halbe Tablette mit einem Stückchen Käse gegeben wird. Kim neigt dazu, Leckerlis und ähnliche Objekte kauen zu wollen. Da ihr schon einige wenige Zähne fehlen, sind Lücken im Gebiss entstanden, die es schwierig machen, die nicht einmal einen Zentimeter durchmessende halbe Tablette zu kaufen. Daher der Käse als Hilfsmittel.
  • Gabapentin ist ein Humanarzneimittel – »ein Antiepileptikum (Antikonvulsivum) und wird zur Behandlung von Anfallsleiden wie der Epilepsie sowie bei Nervenschmerzen (Neuropathien) angewendet« – und die ersten Tage waren schwierig. Es gibt nur Kapseln; erst ab 600 mg Wirkstoff gibt es auch Tabletten. Kim sollte zweimal täglich je 50 mg Gabapentin erhalten. Das war mit jeder Menge Problemen verbunden: Die weißen Kapseln sind verschweißt und lassen sich nicht einfach aufdrehen. Hat man sie aufbekommen, muss man den weißen Inhalt in der weißen Kapsel so teilen, dass die Hälfte für den Abend übrig bleibt. Ein ganz tolles Spielchen.
    Dazu kommt, dass Gabapentin absolut scheiße schmecken muss, denn selbst mithilfe eines Stückchen Käses ging nichts – Kim hat es wieder ausgespuckt. Erst die Gabe mit viel Flüssigkeit funktionierte – und natürlich die mit der abendlichen Futterration.
    Nach dem tierärztlichen Beratungsgespräch wurde die Dosis nun auf zweimal 100 mg täglich gesetzt, sodass grundsätzlich ganze Kapseln gegeben werden können. Wobei nicht klar war, ob der Wirkstoff zuvor überhaupt seine Wirkung entfalten konnte. Eine Kapsel hat ihren Grund, und die Wirkstoffgabe ohne Kapselumhüllung erzeugt eben andere Ergebnisse. Vermute ich.
    Dann war mir nicht klar, wie ich Kim dazu bringen sollte, die Kapsel zu schlucken, ohne sie zu zerbeißen – bzw. gleich wieder auszuspucken, weil sie das kleine Ding nicht zerbeißen kann. Die Rettung war körniger Frischkäse, eine Kugel, darin die Kapsel, mit der Hand gegeben. Ich war selbst überrascht, dass das auf Anhieb funktionierte. – Abends war das Problem kleiner, da verschwand die Kapsel erst im Futter, dann im Hund.

Kim ist übrigens, wie es aussieht, keine Epileptikerin; wir gehen von einer dieser Neuropathien aus, aber eindeutig wissen wir es nicht. Einen Tumor zum Beispiel im Kopf hat sie nicht, das hat letztens eine Röntgenrunde wegen ihres Knochenbaus nebenbei ergeben. Ein MRT können wir nicht machen lassen, weil sie einen Diabolo im Körper trägt – verkapselt und harmlos, aber eben aus Metall und damit ein Ausschlusskriterium. Ein CT bringt angeblich nichts – das kann ich nicht beurteilen –, das Röntgen hat, wie erwähnt, nichts ergeben. Jetzt hoffen wir, dass das Gabapentin letztlich eine Wirkung zeigt. Man wird sehen.

Und egal, was ist, egal, was wird. Kim ist unsere Moppelmaus – obwohl sie mit nur noch achtzehn Kilo längst nicht mehr dick zu nennen ist –, unser Hasenkäfer, unser Mausemädchen und was uns sonst noch an Kosenamen einfällt. Sie ist nicht mehr jung und wird es nie mehr sein, und ich ertappe mich manchmal beim Gedanken, ob ein Gebet vielleicht etwas bringen könnte, ein Gebet, das mir erlaubt, ihr die Last abzunehmen. Die Maus hat das nicht verdient und weiß auch nicht, wie ihr geschieht; ich könnte damit fertig werden, und sei es nur, dass ich es hassen würde.

Noch ein Tag 02/12

  • Sie reihen sich aneinander. Einer nach dem anderen. Tag für Tag.
  • Gestern kamen die aktuellen Sprachnachrichten des VDS. Ich mag das Blatt. Es fühlt sich an, als würde es mich bilden. Im Sinne von Bildung. Sprachbildung. Ich denke, die Nummer werde ich hier besprechen, wenn ich sie durch habe.
  • Morgens dem Schaltungsdienst einen Druckauftrag gegeben. Und Nachdruckaufträge. Der Bestelleingang kann sich derzeit sehen lassen. Aber gut – es weihnachtet.
  • Dann Layout für ein Buch über Verschwörungstheorien. Aus dem Blickwinkel von Platon. Wird Band 51 »Außer der Reihe«.
  • Und nachmittags ein Lektorat. Neuer Auftrag. Zweites Buch einer Reihe einer Autorin, die auch schon bei p.machinery veröffentlicht hat.
  • Ärgerlich. Eines meiner letzten Bücher strotzt vor Fehlern. Meint ein Leser. Ich bin nicht sicher, ob da nicht eine Verwechslung der Textdatei passiert ist. Ich war überzeugt, bei der Fahnenkorrektur sorgfältig gewesen zu sein. Ärgerlich. Muss ich mir anschauen.
  • Kim geht es nicht wirklich besser, aber sie hat sich im Griff. So sieht es jedenfalls aus. Die Medikamentenlage ist problematisch. Sie bekommt unter anderem Gabapentin. Zweimal 50 mg pro Tag. Es gibt nur 100 mg-Kapseln. Hartkapseln. Tabletten gibt es erst ab 600 mg – und die kann ich dann nicht mehr dosieren. Dass Arzneimittelhersteller so überhaupt nicht nachdenken. Als wenn es sie gar nicht interessiert, was man als Anwender für Malessen mit ihrem Scheiß hat. Muff.

Die Tage 27/11 – 01/12

27/11

  • Das dritte Ikebana-Buch ist im Druck. Bzw. auf dem Weg dahin. Druckfreigabe erteilt. Und die ersten Bestellungen für Autorenexemplare kommen herein. Immerhin haben sich 31 Ikebanisten (plus die Autorin Ayako Graefe) an dem Werk beteiligt.

28/11

  • Kim geht es nicht gut. Medikamentenwechsel. Ein Medikament fehlt noch, das kommt erst am Montag. Wenn es meinem Hund nicht gut geht, geht es mir auch nicht gut.
  • E-Mail-Tag. Das Übliche.
  • Abends fünf Titel für den SERAPH 2021 eingereicht. Ich ahnte nicht, dass das so einfach geht.

29/11

  • Buchhaltung.
  • Fck!
  • Seit Ende August habe ich nichts mehr gemacht. Das ist die Strafe. Und es ist ja nicht so, dass ich das nicht wüsste.

30/11

  • Buchhaltung, Tag 2.
  • Fck!
  • Ansonsten Kleinkram erledigt.
  • Kim geht es nicht gut. Muff.

01/12

  • Die üblichen Aufgaben zum Monatsersten. Lexware-Nummernkreise aktualisieren. VLB-Lieferstati aktualisieren.
  • Beim Versuch, EON den Zählerstand per 30.11. zu melden, kann ich nur einen Vertrag erledigen. Der andere ist nicht zu finden. Chat aufgerufen. Die Chatpartnerin fängt mit 0815-Routinekram an. Daten aktualisieren. Abgebogen. Der Vertrag ist abgelaufen und Feierabend. Zählerstand für den zweiten Zähler via Chat übermittelt.
  • Stromio, der neue Anbieter, erlaubt gar keine Zählerstandsmeldung. Mit einer blöden Fehlermeldung. Von wegen maximal zwölf Mal im Jahr. Und nicht so kurz hintereinander. Toll. Der Vertrag mit denen läuft seit heute. Ich hasse solche Internetkrücken. Entweder kann ich das oder ich lass es bleiben. Aber diese Internetseiten, die einem unterstellen, man sei doof, die gehen gar nicht. Erster Punkt auf der schwarzen Liste für Stromio.
  • Sky-Receiver abgebaut, verpackt, versandfertig gemacht. TechniSat-Receiver in Betrieb genommen. Ablauf eigentlich ganz cool, wenn auch zeitaufwändig. Aber das sind die heutzutage wohl alle. Immerhin hat er WLAN, Internetzugang usw. usf. Schaumermal, was er taugt.
  • Kim geht es nicht gut. Das macht mich fertig.

Der Tag 19/11

Mein Blog entwickelt sich zum Tagebuch. Nicht nur, aber auch. Das ist okay so. Wenn ich es nicht wollte, würde ich es nicht tun. In früheren Jahren habe ich diverse Anläufe genommen, Tagebuch zu schreiben. Mal von Hand, mal mit Schreibmaschine, später auch auf dem Computer. Am Ende schlief das immer ein. Zeitmangel, aber irgendwann auch die Frage, wofür eigentlich das Ganze. Am Anfang dachte ich noch: für die Nachwelt, meine Memoiren, zur Erinnerung, einfach so. Und dann ist es halt versandet. – Mal sehen, wie lange das hier so geht.

Gestern, 18/11, war nichts Besonderes. Ich habe diverse Stunden damit zugebracht, fünf Neuerscheinungen meines Verlages im Internet kundzutun. Das kostet richtig Zeit, mindestens eine Stunde pro Buch, manchmal mehr. Da sind die eigenen Websites – vom Verlag und der Blog hier –, da sind diverse Foren, Instagram, pinterest. Am Ende noch das VLB. Für die nächsten Tage habe ich auf meinen Websites jedenfalls immer mindestens einen neuen Beitrag. Denn natürlich bringe ich die Infos nicht in einem Rutsch. Warum auch?

Heute, 19/11, ging etwas mehr:

  • Ein E-Book im Auftrag habe ich fertiggestellt. Kleinkram. Bringt knapp 60 Euro. Aber ich habe noch einmal einen neuen Weg ausprobiert, der schneller zum Ziel führt, als der, den ich bislang gegangen war. Ich verrate ihn nicht, interessiert vermutlich eh niemanden, aber wenn doch … So ein bisschen Betriebsgeheimnis darf ich mir auch gönnen.
  • Dann standen Nacharbeiten, letzte Korrekturen, Änderungen am dritten Ikebana-Buch an. Besonders aufwendig die Versuche, die Wünsche der Autorin bzgl. dreier Fotos umzusetzen – letztendlich sind sie in ihrem Sinne gescheitert, was ganz gut ist, denn so, wie die Fotos vorliegen, sehen sie besser aus. Natürlicher, realistischer.
  • Und zum Schluss habe ich mit dem Layout an einem neuen Buch begonnen, über das ich hier jetzt noch überhaupt nichts verraten darf. Gar nichts, total gar nicht überhaupt nichts. Eigentlich nicht mal, dass ich damit angefangen habe. Gnfrrz.
  • Die Gassigänge waren kacke. Morgens um 7 Uhr ging es noch. Mittags wollte ich eine große Runde drehen, aber da hatte es angefangen zu stürmen; später gab es sogar eine Unwetterwarnung für die Nordseeküste. Das Ergebnis war eine Quickierunde durch die sogenannte Siedlung, zwanzig Minuten nur. Es war stürmisch, arschkalt und die Mädels hatten sichtlich keinen Bock. Nachmittags um 16 Uhr war es noch schlimmer, da hat es zusätzlich auch noch geregnet. Nicht sehr stark, aber es nervt, wenn der Wind einem den Regen in die Fresse peitscht. Auch da wieder nur eine Runde durch die Siedlung. Es ist eh ein Wunder, dass den Hunden die immer gleichen Wege nicht langweilig werden. Aber wenn man Naomi so zuschaut, wie sie sich durch die Gegend schnüffelt … Sie schnüffelt seit bald zwei Jahren immer an den gleichen Stellen, und ich denke mir manchmal, ob ihr das nicht vorkommt, als würde sie immer die gleiche Seite 3 der gleichen BILD lesen … gnichel.

Feiertag

Das Wichtigste zuerst:

Kim, aufgenommen am 28.09.2020, also durchaus aktuell

Unser ungarischer Mausehase, die Prinzessin Kim II., feiert heute ihren elften Geburtstag. Schnaps pur: 11 Jahre am 11.11.
Nun, eigentlich kennen wir ihren genauen Geburtstag nicht. Laut Inserat vom Mai 2011 war sie damals ein Jahr alt, laut Papieren ist sie 2009 geboren. Als wir sie Ende Mai 2011 in Odelzhausen zu uns nahmen, war sie also ziemlich genau 1 ½ Jahre alt. Und da wir ihren genauen Geburtstag nicht kannten, legten wir ihn der Einfachheit halber auf unseren Hochzeitstag. (*)

Zehn Jahre ist das her …

Und den feiern wir heute demzufolge auch. Den zehnten, um genau zu sein. Dieser Tag hat regional unterschiedliche Namen. Eigentlich sollte es die Rosenhochzeit sein – nicht so jedoch im Norden, dort feiert man die Rosenhochzeit nach fünf Jahren, und nach zehn Jahren ist es die Holzhochzeit.
Wie auch immer … Zehn Jahre. Das ist mehr, als ich in meinen drei vorherigen Ehen geschafft habe. Und das mit einer Frau, die bekloppt genug war, so einen Bekloppten wie mich zu heiraten, der bekloppt genug war, so eine Bekloppte wie sie … naja, ihr wisst schon. (**)

(*) Eigentlich wenig witzig, aber bemerkenswert die Beschreibung der Gigi – so heißt Kim laut ihren Papieren eigentlich, aber so nennt man keinen Hund – in der Internetanzeige damals: »Unverständlich, wer diesen Hund abgibt, denn sie ist eine absolut tolle Hündin. Sie liebt Menschen, Kinder und andere Hunde. Ist aufmerksam und verspielt und geht gut an der Leine. Für Leckerlies ist sie immer zu haben, aber manchmal ist sie etwas futterneidisch.«
Bullshit!
Ja, sie ist unzweifelhaft eine tolle Hündin, aber es hat eine Weile gedauert, bis man ihr das auch angemerkt hat. Ob sie Menschen wirklich liebt, ist bis heute eher unklar; auf Menschen, die sie lange kennt, geht sie zu, ja, aber mehr ist da nicht. Und als sie zu uns kam, hatte sie Angst vor mir – Angst vor Männern ist bei Hunden aus Südeuropa und vom Balkan beinahe üblich, weil die Männer mit Hunden dort entsprechend umgehen. Kinder konnte und kann sie nicht leiden – was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass sie während ihrer Streunerkarriere entsprechende Begegnungen hatte – und andere Hunde sind ihr nahezu völlig egal. Aufmerksam ist sie, ja – und gelehrig; und sie ist auch immer gut an der Leine gegangen, wenn sie anfangs auch oft Probleme mit dem blöden Strick hatte. Aber verspielt? Wenn es nicht ums Apportieren geht, ist da nicht viel. Auch das mit den Leckerlis stimmt – immerhin ist sie ein Labradormix –, aber futterneidisch war sie nie.

(**) Und passend zum Feiertag hat meine Holde auch endlich erfahren, dass sie im dritten Anlauf die schriftliche Prüfung zum Heilpraktiker bestanden hat! 49 von 60 Punkten!

Keine Käfighaltung

Nein, hier geht’s vielmehr in die Natur. Zum Gassigang.

Hinten: Kim II., Prinzessin aus Ungarn; vorne: Naomi, Schmusemaus aus Griechenland.

Nachtrag 11.11.2020: Vermutlich ist es nicht nötig, das Foto zu kommentieren, aber schaden kann es auch nicht.
Der abgebildete Käfig ist kein Käfig, sondern eine sogenannte Box. Eine Hundebox. Sie sitzt in diesem Fall im Heck meines VW Passat. Eigentlich war sie für einen 3er BMW (Baujahr unbekannt) gedacht, passte aber perfekt in den Passat.
Im Vorgänger, dem Renault Laguna, hatte ich ein einfaches Gitter zwischen Kofferraum und Sitzbank. Das schien mir ausreichend. Und war es all die Jahre auch, in denen ein Hund mitgefahren ist. Im Passat gab es dergleichen nicht – und die Kosten für einen Einbau lagen bei 400 Euro (inkl. Gitter). Das war mir zu viel. Und: Die Box, die ich stattdessen in Peiting kaufte, kostete 500 Euro.
Und sie ist wirkungsvoller als so ein Gitter. Natürlich sorgt das Gitter dafür, dass ein Hund im Heck nicht nach vorne fliegen kann, wenn es zu einem Unfall – z. B. einem Auffahrunfall meinerseits – kommt. Aber der Hund ist da hinten völlig ungeschützt. Z. B. auch gegenüber Heckschäden, wenn ein anderer Autofahrer ins Heck oder in die hinteren Seiten fährt. Die Alubox hingegen ist sehr viel stabiler und bietet zusätzlichen Schutz bei Seiten- und Heckaufprallschäden.
Ursprünglich hatte die Box in der Mitte noch eine Trennwand, die ich jedoch bald entfernte, nachdem sich einerseits zeigte, dass die beiden Hundemädchen halt doch keine Yorkshires sind, und sie andererseits kein Problem damit hatten und haben, sich den am Ende doch begrenzten Raum zu teilen.

Vorteilhaft sind die beiden Türen im Umgang mit den Hunden, die nicht so einfach aus dem Auto springen können, wenn man das Ziel erreicht hat. Im – leider nicht mehr existierenden – Dacia Logan meiner Frau hatte die Box nur eine Tür, das erschien mir immer ein wenig risikoreich (obwohl die Mädels durchaus gut hören, aber man weiß ja nie, welche Reize einen am Zielort erwarten – da steht dann mal ein Reh am Waldrand des Parkplatzes …). Die Box aus dem Dacia steht noch in der Garage und wartet auf eine Unterkonstruktion im Nachfolger, dem Skoda Roomster. (Bei der Suche nach einem zur Box passenden Auto hat sich gezeigt, dass der Logan ein verdammt großes Auto ist. Selbst in meinen Passat passt die Box mit der einen Tür nicht rein.)

Einen Kritikpunkt könnte man bei der Box in meinem Passat anbringen. Durch die beiden Türen und die Mittelstange ist die Nutzung des Heckraumes eingeschränkt. So kaufe ich – allerdings auch aus Gewichtsgründen – ausschließlich Bier in 11er-Kästen. Oder Flensburger in 0,33er-Flaschen. Andere Kästen passen nicht durch die Öffnungen, und auch die Plastikklappkiste mit den übrigen Einkäufen landet regelmäßig auf der Rückbank. Aber ich denke, die Sicherheit meiner Hunde ist mir wichtiger …

Das hat man dann von seinem Couchtisch

Irgendwann sprachen wir darüber. Über einen Couchtisch. Für vorm Sofa. Da, wo der Hocker immer stand, der eigentlich zu meinem Ohrensessel im Arbeitszimmer gehört.
Anstatt dass ich die Chance gehabt hätte, das Möbel mit auszusuchen, kam Frau Haitel nach einer ihrer üblichen Einkaufstouren – die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie stundenlang dauern – mit einem Couchtisch zurück. Ikea-Stil, was die Notwendigkeit des Zusammenbaus und die Qualität der Zeichnung anging.
Es war anstrengend, benötigte keine zwei Leute, wie angegeben, dauerte aber länger als die eine Stunde, die angegeben war.
Und jetzt steht der Couchtisch da, mit einer Decke darauf, damit die abgelegten Füße nicht zu hart liegen, und … ähm …

Genau das hat man nun davon:

Kim; sie mochte auch den Sesselhocker schon sehr gerne.