Klassiker mit leichter Verspätung

Der Quarber Merkur darf in den Kreisen der Interessenten an den Spielarten der fantastischen Literatur als bekannt gelten. 1963 von Franz Rottensteiner gegründet, erscheint das literaturkritische Werk inzwischen im Verlag Lindenstruth. Ich wiederum durfte Ende 2015 zum dritten Mal das Layout der 116. Ausgabe realisieren. Und auf den allerletzten Drücker ist die Ausgabe noch im Dezember 2015 erschienen:

Lies weiter … →

Zum ersten Mal in fast zehn Jahren

In einem Vorwort der ANDROMEDA NACHRICHTEN 252 habe ich ein Geständnis ablegen müssen:

Ich glaube, es ist das erste Mal, seit ich Ende 2006 die ANDROMEDA NACHRICHTEN (zum zweiten Mal in der SFCD-Geschichte) als Chefredakteur übernommen habe, dass ich mit Verspätung liefere. Aber diesmal war wirklich der Wurm drin:
Ein einwöchiger, krankheitsbedingter Ausfall Anfang Dezember. Der übliche Jahresendterror auf hauptberuflicher Ebene: »Es ist noch Geld da, das investiert werden muss, hopphopp!« Die Vorbereitungen für die Jahresanfangshektik auf hauptberuflicher Ebene: »Dieses Jahr wollen wir Projekte, Projekte, Projekte …« Und mein Verlag: Eine meiner aktuellen Titel ist dank ausgeklügelten Marketings vor allem im Internet voll durch die (Umsatz-) Decke gegangen. Zwar mache ich den Versand nicht mehr selbst – zum Glück! –, aber irgendjemand muss ja die Rechnungen schreiben. Und die Buchhaltung machen. Und so weiter –
Am Ende haben mir nicht mal die Feiertage Gelegenheit geboten, mich um etwas anderes zu kümmern, als um Verlag und Hauptberuf. Naja, gelogen – meine Hunde bekamen auch ihre Ansprüche erfüllt.
Am Ende beginne ich nun mit den Arbeiten an den ANDROMEDA NACHRICHTEN mit etwas mehr als einem Monat Verspätung. Und mit entsprechender Verzögerung erhaltet ihr, liebe Mitglieder, die erste Ausgabe des Jahres 2016.
Ich bitte dafür um Verzeihung. Zu versprechen, das käme nicht wieder vor, würde bedeuten, dass ich lügen müsste. Aber im Augenblick sieht es nicht nach einer Wiederholung aus.

Das war am 16.01.2016. Heute nun sind die ANDROMEDA NACHRICHTEN 252 endlich fertig geworden, der Drucker, die Vorstandskollegen und die Welt im Web wurde informiert. Ich bin erleichtert.

ANDROMEDA NACHRICHTEN 252
SFCD e.V., Murnau, Januar 2016, 80 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
[[conventions]] Jürgen Lautner: Im Elfenbeinturm (PentaCon 2015); Jürgen Lautner: Alles Braunbärsoße? (RPC 2015); Jürgen Lautner: SchwitzKon in Wetzlar (WetzKon II). [[fantasy]] Karl Aulbachs Überblick. [[cinema]] Filmbesprechungen von Jörg Krömer. [[e:games]] Spielerezensionen von Gerd Frey. [[science]] Aus den Wissenschaften von Robert Hector. [[zerrspiegel]] Klaus Marions Geschichten aus der Asimov-Kellerbar: Das Buch. [[fanzinekurier]] Rezis, zusammengestellt von Armin Möhle. [[reissswolf]] Rezis, zusammengestellt von Michael Baumgartner. [[story:files]] Uwe Lammers: Die Kristalltränen, Teil 1.

Das Titelbild stammt von Lothar Bauer.

Diese Ausgabe gibt es auch zum Download. Downloadlink und Kennwort finden sich in der Printausgabe.

Ich war das nicht!

Das könnte derjenige sagen, den ich für den Schuldigen an der immensen Verzögerung des Erscheinens des Bandes 25 der Reihe »AndroSF« meines Verlages p.machinery halte. Zur Erinnerung: Im Dezember 2014 erschien zum 10jährigen Bestehen des Verlages Band 50 der gleichen Reihe. Es gilt also, einen Schuldigen zu markieren.
Aber ich würde ihm unrecht tun, denke ich. Immerhin war ich als Verleger derjenige, der immer wieder die Entscheidung fällte, dem Autor, der die Bibliografie zu George R. R. Martins Werken erstellen wollte, noch eine Chance zu geben. Noch eine. Und noch eine. Bis dieses Projekt seinerseits wohl endgültig in Vergessenheit geraten war, und ich eine ganze Weile nicht mehr so recht wusste, was ich jetzt tun sollte.

Lies weiter … →

Brauchen gute Dinge immer so viel Zeit?

Manche Erinnerungen verblassen frappierend schnell. Felix Woitkowski lernte ich, glaube ich, über Sebastian von Arndt kennen, als der sein Buch »Die letzte Saat« (Fantasy 7) bei meinem Verlag p.machinery veröffentlichte. Oder doch nicht?
Natürlich nicht – Felix hatte eine Story in »Das Wort«, dem einen Teil von STORY CENTER 2009, das lange vor Sebastians Buch erschien. (Man sollte halt doch manchmal auf seiner eigenen Website nachschauen.)
Wie auch immer –

Lies weiter … →

Auch gut abgehangen

ist die Doppelnovelle »Rattensang« von Felix Woitkowski, die in diesen Tagen als Band 18 der Fantasy-Reihe meines Verlages erscheinen wird. Wie so oft hat es einfach seine Zeit gedauert … Ein alter Mann ist eben wirklich kein D-Zug.

Aber auch diese Doppelnovelle – ich nenne sie mal so, weil es sich eigentlich um zwei zusammenhängende Geschichten handelt, die jeweils etwa den gleichen Umfang mitbringen – hat noch eine zusätzliche Geschichte, die Felix in seinem Vorwort erzählt:

Die Entstehung von »Rattensang« lässt sich nicht mit einer breiten und schattigen Allee vergleichen, sondern vielmehr mit einem weitverzweigten Irrgarten voller Sackgassen. Ursprünglich als eine Kurzgeschichte mit dem Titel »Der Rattensucher« verfasst, entwickelten sich aus Frust, Ehrgeiz und mit viel Freude erst ein Heftroman, dann ein zweiter daraus. Aus diesem Werk, das eigentlich in zwei Teilen erscheinen sollte – und es nie tat –, wurden schließlich zwei Teile, die in einem Buch gemeinsam Platz finden. Offenbar brauchte es diesen Weg, damit es sich richtig anfühlt, und das tut es jetzt.
»Rattensang« ist kein historisches Dokument, sondern ein fantastischer Roman. Er hat sich nicht Biografen und Historikerinnen verschrieben, sondern Geschichtenerzählern. Der deutsche Romantiker Achim von Arnim (1781–1831) und der italienische Regisseur Sergio Leone (1929–1989), eine Ikone des Italo-Westerns, markieren deshalb auch die äußeren Fixpunkte meiner Inspirationsquellen. Ganz ohne Recherche wäre aber auch das Schreiben eines solchen Romans ein Stück weniger aufregend, als es sein könnte. Vor allem Frank Waters »Book of the Hopi« (1963, deutsch 1990 von Sylvia Dorn) sei an dieser Stelle genannt, das mir tiefe Einblicke in die Mythen einer mir fremden Kultur erlaubte. Lies weiter … →

Da ist ein Banner an der Wand

Es gibt viele Bibliotheken in der Welt, angefangen von den großen Nationalbibliotheken (wie der Deutschen in Frankfurt und Leipzig, der Library of Congress in Washington und vielen anderen) bis hin zu spezialisierten Bibliotheken wie der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar und – der Villa Fantastica in Wien.

Dieser Bibliothek bin ich aus verschiedenen Gründen zugetan. Zum einen bin ich aktives SFCD-Mitglied, und der SFCD e.V. unterstützt nach seinen Möglichkeiten alle Projekte, die wiederum der Unterstützung der fantastischen Literatur dienlich sind. Zum anderen bin ich Verleger (mit dem Verlag p.machinery) fantastischer Buchreihen und ich gönne mir den Luxus, die Villa Fantastica mit jeweils zwei (selbst erwählten) »Pflichtstücken« zu bedienen (wie es die Deutsche Nationalbibliothek und die für meinen Verlag zuständige Bayerische Staatsbibliothek von Gesetzes wegen verlangen). Und wenn sich Gelegenheiten bieten, noch mehr für die Villa F. zu tun, dann bin ich dem nicht abgeneigt.

Vor geraumer Weile kam Helmuth W. Mommers auf mich zu, ob ich der Villa ein Grafikmotiv für ein Banner beschaffen könnte, das man an der Straße aufspannen wollte, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Kein Problem, das wusste ich, und natürlich wusste ich auch, dass mein Haus-, Hof- und Lieblingsgrafiker Lothar Bauer mit von der Partie sein würde. Et voilà – das ist das Ergebnis:

Das Bild gibt es auch in größer – und in ganz groß.

Bis mich das Foto erreichte, hat es ein wenig gedauert – die Villa-F.-Mitarbeiter haben sicherlich einiges zu tun. Aber es ist mir dauerhaft eine Ehre, geholfen haben zu dürfen. Das Bild stammt, wie gesagt, von Lothar Bauer; die Titelei habe ich aufgebracht, und das Banner selbst haben die Villa-F.-Mitstreiter selbst herstellen lassen.

Ein Märchen für Ökofreaks?

Als guter Workaholic mache ich viele Dinge, viele Projekte, manchmal auch viel Mist. Kein Mist war die Entdeckung von Stephanie Schnee, einer Autorin, die für das eFANTASIA des EDFC, dessen Storyredaktion ich betreue – so gut es eben geht –, eine Reihe Geschichten einsandte, die mir so gut gefielen, dass ich ihr zusätzlich zur rein elektronischen Veröffentlichung im eFANTASIA eine in einem – bzw. mehreren – gedruckten Büchern vorschlug. Und sie stimmte zu. »Der Schuppenmann«, eine Geschichte, die man leicht für ein Märchen für Ökofreaks halten könnte, das aber durchaus auch normale Märchenfreunde jugendliche(re)n Alters ansprechen kann, ist der erste Band einer Reihe von weiteren Schnee-Werken, die noch erscheinen werden. (Ich kann so viel verraten: Das nächste Buch wird ein Bilderbuch werden – Stephanie Schnee kann auch mit Farben umgehen.)

Details zum »Schuppenmann«: hier.

Kein Schnellschuss

Auf der Verlagsseite habe ich die Geschichte schon angedeutet: Eigentlich wollte Julia Beylouny das Buch »Lisanne« erst mal nur als E-Book veröffentlichen. Sie fragte nur an, ob ich dann irgendwann – und die Betonung lag auf »irgendwann« – eine Printveröffentlichung in Erwägung ziehen würde, und nachdem ich schon die Trilogie »Durch die Flut« von ihr veröffentlicht hatte, sah ich auch ohne Detailkenntnis des Manuskripts keinen Grund, nein zu sagen.
Die Geschichte wird möglicherweise vor allem Mädchen ansprechen, aber das dürfte man dann gerne als Fehler verbuchen. Das Buch wirkt vordergründig zunächst wie eine Liebesgeschichte –, die allerdings, wir mir aufgefallen ist, Situationen vermeidet, in denen man sich als Leser fragen muss, wie bescheuert jemand ist, der dies und jenes nicht in den Griff bekommt –, besitzt aber ein fantastisches Element, das wohldosiert und zunächst unauffällig daherkommt, um dann – vor allem natürlich zum Ende hin – seine Wirkung fast genüsslich voll zu entfalten.

P.S.: Die Pferde, die auch in diesem Buch auftauchen, spielen allerdings nur eine Nebenrolle. J

Details zum Buch: hier.

Keine Indianergeschichten

Beim Titel »Windjäger« könnte man zunächst vermuten, dass es in dieser Anthologie um Indianergeschichten geht – aber abgesehen davon, dass sich in der Rahmenhandlung ein indianisches Element findet, ist es auch durchaus naheliegend, Fantasygeschichten, in denen es um Pferde und ihre Verwandten (wie Einhörner, Zentauren, Kelpies u. a.) geht, in der Nähe eines solchen indianischen Elementes anzusiedeln, denn von allen Kulturen, die es in der Welt gab, haben Indianer (und das nicht nur auf der Nordhalbkugel) wohl die intensivste Beziehung nicht nur zu Pferden, sondern zu allen Tieren der Welt entwickelt. Anders ausgedrückt: Wer könnte besser ein Ambiente schaffen, in dem Pferdefantasy erzählt und erlebt wird, als ein Indianer? Sic!

Es muss auf dem BuchmesseCon 2011 gewesen sein, dass Hannah Steenbock mich inmitten anderer Geschichtenweber ansprach und fragte, ob ich solche Pferdefantasygeschichten für die Geschichtenweber veröffentlichen wollen würde. Ich erinnere mich dumpf, spontan Ja gesagt zu haben. Verhandlungen waren nicht nötig, das Projekt war klar.
Dass es dann wieder – wie in meinem Verlag beinahe üblich – eine kleine Ewigkeit dauerte, bis das Buch erscheinen konnte, hatte keinen besonderen Grund. Dass es dann jetzt der Fall war, ist eigentlich Stefan Cernohuby zu verdanken, der im Frühjahr 2015 wissen wollte, wann denn die offenen Anthologien der Geschichtenweber erscheinen würden. Und da gab es dann gerade eine Terminlücke …

Die Geschichten eignen sich nicht nur für junge Mädchen, sondern für Jugendliche grundsätzlich. Das fantastische Element in den Geschichten ist in jedem Falle so deutlich zu identifizieren, dass man von fantastischen Geschichten und nicht »nur« von Pferdestorys sprechen darf.

Details zum Buch: hier.

Das war mir nicht so klar

Dorothea Renckhoff
VERFALLEN
Berlin University Press, Berlin, 2014, Hardcover mit Schutzumschlag, 176 Seiten, ISBN 978 3 86280 070 4

VORBEMERKUNG
Es war mir nicht klar, warum ich dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten hatte. Die Autorin war mir unbekannt, der Titel nichtssagend, der Klappentext – wie man das so nennt, auch wenn keine Klappe vorhanden ist – schuf keine Klarheit.
Nun gut. Nach einem Band aus dem Ancient-Mail-Verlag hätte ich vermutlich auch eine gebrauchte Klopapierrolle gelesen …

Lies weiter … →