Supermarktstorys

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Murnau, Ostern 2016. Ich fahre gerne ganz früh morgens zum Einkauf. Um 7 Uhr macht der Tengelmann in Murnau auf. Der Netto nebenan auch. Aber ich bevorzuge den Tengelmann. An den Wochentagen bin ich oft der Erste, an den Sonnabenden nicht. Da kommen ganz früh auch die ersten Panikeinkäufer, um sich für den Sonntag einzudecken und die Monate danach, denn ab Montag gibt es ja nichts mehr.
Wenn man früh morgens zum Einkauf fährt, lernt man die Leute, die dort arbeiten, viel besser kennen. Sie sind noch entspannt, nicht gestresst. Sie lächeln, grüßen, und die Kassiererinnen merken sich schnell deinen Namen. Ich zahle regelmäßig mit EC-Karte. Da steht der Name drauf.

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So wenig Zeit für so viel Werk

Im November 2014 erschien der erste Band der SF-Werkausgabe Herbert W. Franke, »Der Grüne Komet« (AndroSF 46). Und etwas mehr als ein Jahr dauerte es, bis die nächsten drei Bände gleich auf einen Satz erscheinen konnten: »Das Gedankennetz« als AndroSF 51, »Der Orchideenkäfig« als AndroSF 52 und ­– mit einem kleinen Sprung in der Nummerierung, der keinen besonderen Grund hat – »Die Glasfalle« als AndroSF 58.

Herbert W. Frankes Werk ist bekannt, und wer sich näher informieren möchte, was in der SF-Werkausgabe vor sich geht, kann dies hier tun. Details zu den drei neuen Büchern kann man sich anzeigen lassen, wenn man die nachfolgenden Titelbildabbildungen anklickt.

Besonderes Lob bekommt bisher Thomas Franke für seine Titelbilder; auch die Titelbildgestaltung geht letztlich im Wesentlichen auf seine Ideen zurück. Die ersten vier Bände unterscheiden sich farblich nur marginal in der Farbgebung der Titelei an sich; ab dem nächsten Band 5 – das wird »Die Stahlwüste« sein – werden sich die Umschläge nach und nach »verdunkeln«, bis sie bei »Dea Alba« einen »Höhepunkt« erreichen werden, um dann wieder »umzukippen«. Diese Idee wiederum ist seinerzeit auf meinem Mist gewachsen.

Die Bücher der SF-Werkausgabe Herbert W. Franke sind etwas größer (höher) als die üblichen p.machinery-Paperbacks, um sich ein wenig von anderen Büchern – vor allem Taschenbüchern – abzuheben. Sie wirken dadurch schlank und mit den druck- und bindetechnischen Höchstleistungen des Schaltungsdienst Lange aus Berlin ausgesprochen edel. Es gibt sie als Paperback und als Hardcover; die E-Books der Romane erscheinen ja noch beim Heyne-Verlag (die Kurzgeschichtensammlungen werden dort offensichtlich nicht berücksichtigt, stehen aber auch bei p.machinery frühestens dann auf der Agenda, wenn die Rechte Heynes ausgelaufen sind und nicht mehr verlängert werden).

Was, Mann?!

Arndt Waßmann hat sich schon des Öfteren mit Kurzgeschichten an Anthologien meines Verlages beteiligt. Insofern war ich nicht wirklich überrascht, als er mit der Idee einer Kurzgeschichtensammlung an mich herantrat. (Wenn mich die Zeitangaben meines Servers nicht täuschen, war das schon 2013 – kann das wirklich ein, Arndt?)
Es zeigte sich, dass die Genres der Kurzgeschichten gemischt waren: eindeutige Fantasy auf der einen, eher Mysterygeschichten auf der anderen Seite. Die kurzen und wenig anstrengenden Diskussionen führten letztlich zu der Entscheidung, aus den Kurzgeschichten zwei Bücher zu machen.

ist dabei der Fantasyband geworden. Die Titelgrafik stammt von Lothar Bauer, wie auch im Falle von

dem zweiten Band, der in der Reihe »Action, Thriller, Mystery« erschienen ist.
Weitere Details zu den beiden Büchern finden sich hier – »In des Greifen Schatten« – und hier – »Schnee, der auf Tränen fällt«.

In Bezug auf den Titel des Fantasybandes »In des Greifen Schatten« gab es die umfangreichsten Diskussionen, denn der ursprüngliche Titel »Im Schatten des Greifen«, den Arndt Waßmann sich vorgestellt hatte, gefiel mir nicht. Nach dem aktuellen Duden – nach dem ich mich bei meiner Verlagsarbeit richte – wird der Greif stark flektiert, so dass der Titel richtig »Im Schatten des Greifs« oder »Im Schatten des Greifes« hätte heißen müssen. Was wiederum Arndt nicht mundete. Die vielleicht etwas gestelzt wirkende Variante »In des Greifen Schatten« hat letztlich uns beiden gepasst – und das Gestelzte passt auch ein wenig zur Fantasy in der waßmannschen Auslegung in diesem Buch.

Kleiner Gott auf Zeitreisen

Gerd Scherm bin ich noch nicht begegnet. Jedenfalls nicht bewusst. Schaut man sich an, was im Internet über ihn geschrieben steht – z. B. auf seiner Website oder in der Wikipedia –, sieht man, dass der Mann, wenn nicht berühmt, so doch bekannt ist. Und trotzdem – den Geschichtenwebern ist es zu verdanken, dass dieser berühmte Mann mit der Idee zu mir gekommen ist, einige seiner Bücher neu aufzulegen. Genauer: einerseits die Bücher um Seshmosis und den kleinen Gott GON (was heißt: Gott ohne Namen), andererseits ein sich an Jugendliche richtendes Buch mit dem Titel »Schamanenkind«. Und nicht nur das – zur Saga um den Schreiber Seshmosis und GON wird es einen ganz neuen, vierten Teil geben.

Nach einer gewissen Anlaufphase sind zunächst einmal die ersten beiden Bände erschienen: »Der Nomadengott« als Band 1 im November, »Die Irrfahrer« als Band 2 im Dezember 2015.

Die beiden Cover beruhen auf Ideen von Gerd Scherm und Friederike Gollwitzer, was insofern bemerkenswert ist, als Gerd von den Heyne-Taschenbuchcovern wenig überzeugt war. Details zu den beiden Büchern finden sich hier – »Der Nomadengott« – und hier – »Die Irrfahrer«.

Die beiden Bücher waren nicht nur amüsante Arbeit bei der Korrekturlesung und dem Layout. Man kann den Büchern sogar eindeutig einen großen Bildungsgehalt unterstellen, denn obwohl sich Gerd Scherm bei seiner Be- und Verarbeitung historischer Zeiten und Gegebenheiten einige literarische Freiheiten gönnte, bleiben im Kern die historisch anerkannten Wahrheiten erhalten. In »Der Nomadengott« ist der Hintergrund noch die Welt Ägyptens mit den zugehörigen Göttern und Pharaonen; die vielfältige Götterwelt der alten Ägypter gibt sich als Gegenstand einer ganz eigenen Wissenschaft zu erkennen. In »Die Irrfahrer« wiederum wechseln Seshmosis und seine Mannen mit GONs Unterstützung in die Zeit des Trojanischen Krieges, des Odysseus und der griechischen Götterwelt.
So wie bei »Asterix & Obelix« also, könnte man meinen. Ein ernsthafter historischer Hintergrund, eine amüsante Handlung im Vordergrund, und die Verbindungen zwischen beiden »Gründen« gerne schalkhaft verbogen.

Der dritte und bislang letzte Teil der Seshmosis-Saga – betitelt »Die Weltenbaumler« – spielt in der nordischen Sagenwelt und ist, ebenso wie »Schamanenkind«, bereits vorbereitet, um als einer der nächsten Titel in meinem Verlag erscheinen zu können.
Und von dem vierten Teil der Seshmosis-Saga ist bislang nur der (Arbeits-) Titel bekannt: »Die Trickster«.

Piekfein renoviert

Über den Zustand des Waldweges, der von Murnau-Westried zum Staffelsee führt, habe ich schon geschrieben: im Oktober 2014 hier und im August 2015 hier. Inzwischen wurde der Aufstieg auf diese kleine Erhebung renoviert (zunächst der Blick von unten):

Man kann nicht nur recht schön die Steinstufen erkennen, die die früheren Holzstufen ersetzten, sondern auch den eleganten Schwung der Treppe nach oben, um die Steilheit des früheren Auf- bzw. Abstiegs zu mindern. Sehr gelungen.
Das Geländer kam zuletzt und wurde erst heute entdeckt. Bemerkenswert – und ein Beweis dafür, dass es doch noch Menschen gibt, die nachzudenken in der Lage und willens sind – ist die Schleuse, die verhindern soll, dass Pferde und Mountainbiker den Weg benutzen. Nun, für Mountainbiker ist die Schleuse vermutlich nicht eng genug – aber dass Pferde wieder neben dem Weg geführt werden müssen, kann man an Spuren schon erkennen.
Hier noch ein Blick von oben:

Ich bin hochoffiziell beeindruckt und erfreut.
Wenn man sich am oberen Ende des Neubaus umdreht, um seinen Weg fortzusetzen, erblickt man das hier:

Dergleichen Spuren von Pferden – und nicht selten auch von Mountainbikern – finden sich auf der ganzen Fläche des flacher verlaufenden Abhangs gen Norden. Selbstverständlich sind es gerade die ganz leichten, mit nur vier Beinen ausgerüsteten Pferde und die in der Regel nicht geländegängigen Mountainbikes, die die Fußpfade der Wanderer benutzen müssen. Aber vielleicht wird hier ja noch eine Selbstschussanlage nachgerüstet. Ich bin da ganz optimistisch.

Es wird gerast wie eh und je

Was die Geschwindigkeitsanzeigen in Murnau-Westried gebracht haben, habe ich schon im November 2015 resümiert: hier. Es ist seitdem nicht besser geworden – eher im Gegenteil. Der einzige Vorteil, den die Geschwindigkeitsanzeigen bieten, ist, dass man jetzt mit eigenen Augen sehen kann, wie viel die meisten Autofahrer die Geschwindigkeit übertreten; und die Fälle, in denen Rekorde aufgestellt werden – wie z.B. von einem Kuriertransporter mit 114 ungebremsten km/h in der 60er Zone, oder die 96 km/h eines 40-Tonners an gleicher Stelle – sind so selten, dass sie gut als Ausrede für die ansonsten nach wie vor untätigen Behörden – untätig, was die Vornahme weiterer Schritte zur Problemlösung, untätig auch, was die Erlangung von Vorteilen für die Finanzen der Gemeinde und des Landkreises angeht (Stichwort: Strafzettel) – herhalten können.

Aber nun gab es einen Toten. Genauer eine Tote. Eine Rehdame, die noch dazu trächtig war. (Empfindsame Gemüter sollten sich diese Bilder ggf. nicht anschauen.)

Das Reh kam in der letzten Nacht, vielleicht auch erst im frühmorgendlichen Berufsverkehr – da wird besonders gern auf die Geschwindigkeitsbegrenzung geschissen – ums Leben. Es geschah in der Zone kurz nach der 60-km/h-Begrenzung (keine 20 Meter nach dem Ende der Geschwindigkeitsbegrezung). An der Blutspur konnte man erkennen, dass die Kollision auf der Fahrspur Richtung Murnau geschah, das Tier wurde dann auf die andere Fahrbahnseite und den Randstreifen geschleudert. An dieser Stelle haben die Autofahrer (in Fahrtrichtung Murnau, wie gesagt) die letzten 60er-Schilder und die Geschwindigkeitsanzeige längst vergessen, es werden – nicht nur, aber vor allem nachts – Geschwindigkeiten deutlich über 60 km/h und oft genug auch über 80 km/h gefahren.

Sind Amis dumm?

Ich sage mal: Nein. Nicht alle jedenfalls. Aber bei manchen fragt man sich dann doch …

CreateSpace bietet unter anderem an, Bücher im sogenannten Landscape-Format, sprich: Querformat zu produzieren. 8,25 x 6 Zoll ist ein Standardformat (entspricht etwa DIN A5), aber man kann auch seine eigenen Formate definieren, sofern man dann auf den einen oder anderen Vertriebskanal verzichten kann.
Der eigentliche Witz aber ist:

Keep in mind that landscape books are printed and bound with the binding at the top of the book, not on the left. That means that when you submit your files in landscape format, you will need to shift the cover art and words 90 degrees. Check out this landscape book as a visual reference.

Was nichts anderes heißt als: Das Buch ist einfach nur ein DIN A5-Buch mit um 90° gedrehtem Inhalt. Wie ein Kalender zum Aufhängen. Was auch nichts anderes heißt als: Das ist doch wohl lächerlich. Jedenfalls.

Wer glaubt schon dem Verleger?

Ich bin der Verleger dieses Buches. Es ist Peter Kiefers drittes Buch, das in meinem Verlag erscheint.
Das erste Buch waren Reiseerlebnisse von einem Weltreisenden. Peter Kiefer war immer viel unterwegs und ist es noch. Sein »Treibgut« erzählte »Vom Verreisen«. Ein schönes Buch mit zahlreichen Fotos. Leider kein Renner, aber das geht der ganzen »ErlebnisWelten«-Reihe so.
Das zweite Buch war ein Thriller. Auch wenn sich die Zahl der Leichen in ganz engen Grenzen hält und auch die Schilderung der Gewalt modernen Thrillern in Buch und Film nicht folgen kann, ist es ein Thriller. »Kleines Kino« ist zudem auch noch eine latent fantastische Geschichte.

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Dada zum 100sten

Und heute wird der Dadaismus 100 Jahre alt. Eine Kunstgattung mit der ich nie viel anfangen konnte, obwohl ich lange Jahre im Besitz des berühmten roten Ziegelsteins von Zweitausendeins war. Unter dem Slogan »Mit Unsinn gegen den Wahnsinn« hat die Tagesschau berichtet, aber natürlich fehlen auch andere Reportagen nicht, z. B. in der Zeit (Online) oder beim Deutschlandradio.
Damals war einer der Auslöser, der den Dadaismus entstehen ließ, der Erste Weltkrieg, und schaut man sich die heutige Lage in der Welt an, so muss man sich eigentlich wundern, dass Dada eher ein historisches, denn ein aktuelles Thema ist. Vielleicht hat die Menschheit über all die vielen Jahre und durch all die vielen Krisen und Kriege einfach verlernt, mit den wirklich unschlagbaren Waffen gegen den Wahnsinn zu kämpfen.
Mit Unsinn zum Beispiel.


Edit 07.02.2017: Der Tagesschau-Link führt inzwischen auf eine 404-Seite.