Keine Aufregung 17/3

  • Morgens am Naturwanderführer-Buch gearbeitet. Texte in einer Masterdatei zusammengestellt. Bilder durchgesehen. Vorbereitungen für ein Testlayout (zum Zwecke der Bewerbung) getroffen.
    Die erhaltene InDesign-Vorlage ist eine Katastrophe. Es heißt, man solle nicht mehr als zwei, ganz ausnahmsweise drei Schriften verwenden. Hier sind es mehr als fünf, sechs, mehr als zehn im ganzen Buch (das ich als Vorlage erhalten habe).
    Und InDesign selbst ist auch eine Katastrophe. Störrisch, undurchsichtig, unübersichtlich. Wenn ich mich auf den Text konzentrieren will, sind mir Rahmen, Kreuze, Symbole und ein farbiger Hintergrund im Bild, der Text nur schwer zu entziffern. Ja, ich bin ein InDesign-Neuling … aber mit so einem Zeug werde ich kein Freund dieser Software werden.
    (Warum kann der Microsoft Publisher das Gleiche, nur sehr viel einfacher und eleganter?)
  • Mittags Gassi, ohne Besonderheiten. Nein, halt – Kim war sehr wacklig unterwegs.
  • Nachmittags an Gabriele Behrends Meisterwerk weiter korrigiert. Sie wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie die Datei zu sehen bekommt.
  • Nachmittags Gassi, wie gehabt.
  • Bis zum Feierabend Polieren der »Liebesmaschine«.
  • Und während Frau dann ihre Agatha-Christie-Sache anschauen wird, werde ich mir Bernhard Kempens zweiten Teil der Greedy-Trilogie vorknöpfen, »Darling« der Titel.

Suchmaschine für Rassisten?

Meine Frau meint, ich solle nicht immer nur das Schlechte sehen. Es sei doch eine hilfreiche Funktion, wenn man Bilder chinesischer Füße suchen würde. Aber aus unerfindlichen Gründen fiel mir bei dieser Meldung, die heute Morgen über den Xing-Newsletter kam, als Erstes ein, dass das eine hervorragende Suchmaschine für Rassisten wird: Hautton auswählen >> Bilder anzeigen lassen >>  Hasstiraden absondern: »pinterest startet Funktion für Hautton-Auswahl«.

Der Tag 16/3

  • Frau geht früh zur Arbeit. Nein, sie fährt natürlich. Coronatests durchführen. Ehrenvolle Aufgabe in diesen Zeiten und offensichtlich nicht sehr gefährlich. Bisher gab es keine positiven Fälle. Und eigentlich ist es normal. Die Leute, die sie testet – Lehrer, Personal von Kindertagesstätten u. ä. – würde zu so einem Test nicht zur Verfügung stehen, wenn es bereits Symptome gäbe. Aber gut – Frau ist beschäftigt. Das ist gut. Hilft auch, von der Panik abzulenken, die sich ihrer zu bemächtigen gedenkt, wenn sie an die bevorstehende Heilpraktikerprüfung (mündlich) denkt.
  • Ich darf also den Morgengassigang machen. Das Wetter ist nicht schlecht, der Gang angenehm und exkrementell erfolgreich. Bürgermeisterin und ihre Luise getroffen. Der blonde Labrador Retriever ist mindestens so begeistert von unseren Begegnungen wie Naomi und sogar Kim. Kein Wunder: Leckerlis, Leckerlis, Leckerlis …
  • Um 9 Uhr Hundeschwimmen. Zuerst Naomi, diesmal ohne panischen Gesichtsausdruck, aber mit irgendeinem Ohrproblem. Vermutlich ist Wasser reingelaufen. Aber im Wasser hilft Schütteln wenig.

Danach Kimmi. Während sie warten musste, hat sie gezittert. Aufregung, vielleicht auch ein wenig Angst, Bammel eher. Sie ist zwar ein Labradormix, aber Wasser ist nicht ihr Ding. Trotzdem schwimmt sie tapfer und so, wie es sein soll:

  • Später daheim Arbeiten für den Naturwanderführer (oder wie man das Werk bezeichnen möchte). Es gibt nicht viel zu tun. Zwei Texte, weitere Texte sollen noch folgen, sind aber noch nicht da. Vor allem fehlt mir eine seit bald zwei Wochen versprochene InDesign-Layoutdatei, damit ich eine Bewerbung layouten kann. Eigentlich würde ich lieber mit dem Publisher arbeiten, aber hier gibt es ein fertiges Layout – das ich noch nicht habe. Also dümple ich so vor mich hin.
  • Derweil liegen die Hunde in Frau Haitels Arbeitszimmer beim Trocknen:

Und wie immer sind die beiden dunklen Mädchen sehr kontrastarm. Schade.

  • Mittagsgassi fällt aus, die Hunde sind noch (zu) feucht.
  • Stattdessen geht es mit Gabi Behrends Storys weiter, Geschichten von meinem literarischen Licht in diesen trüben Zeiten …
  • 13:45: Kim wird nervös. Wepsig. Sie steht dann neben meinem Stuhl, brummelt, mufft, ihre Rute rotiert. Entweder muss sie pieseln oder langweilt sich. Pieseln war’s nicht – also ist Zeit für einen Gassigang. Der besteht derzeit häufig aus Gassistehen. Naomi, die sowieso ein Schnüffeltier ist, schnüffelt sich den Wolf, und neuerdings interessiert sich Kim immer mehr, was ihre Freundin da so erschnüffelt, also stehen sie beide da, schnüffeln, oftmals regelrecht ineinander verkeilt. Ich würde lieber strammer marschieren, aber gut … es lässt sich nicht ändern. Ich hasse es, die beiden Hunde hinter mir herzuschleifen.
  • Gabis Storysammlung – die übrigens den Titel »Die Liebesmaschine tragen wird – entwickelt sich zu einer Sammlung potenzieller Preisträgergeschichten. Sauber. Allerdings finde ich – nebst reichem Fehlerschatz – sogar noch einige Stellen, an denen man lektorisch eingreifen kann. Nur marginal, nichts Gravierendes.
  • Um 16:15 letzter Gassigang. Ohne besondere Vorkommnisse.
  • Und dann Belege: Rechnungen, Lieferscheine … »Diagnose|F« ist ins Lager gebucht worden …

Da habt ihr’s, Pack! oder Wenn Frauen sich dem Gendern verweigern

Es wird von einschlägigen Genderfetischisten gerne der Eindruck erweckt, die Zerstörung der deutschen Sprache diene der Gleichberechtigung vor allem der Frauen. Vor allem der Frauen, weil die anderen, die »Diversen« ja für diese Sprachzerstörer keine Rolle spielen; sie sind als minderheitliche Minderheitenminderheit zu wenig Zugpferd für den vor allem auch medialen Transport von pseudolinguistischen Scheißhausparolen. Nein, nein, den Frauen solle das Sonderzeichengeblubber und Moderatorenhicksen Gleichberechtigung verschaffen: gleiche Berufe, gleiche Gehälter, gleiche Aufgabenverteilung im Leben (sprich: in der Familie) und vieles mehr.

Es ist bekannt, dass diese Behauptungen jeglicher Grundlage entbehren. Es ist hinlänglich bekannt, dass nicht nur die Gesellschaft im Allgemeinen, sondern vor allem auch Frauen den Genderblödsinn ablehnen.

Julia Ruhs, Volontärin beim Bayerischen Rundfunk, hat sich im »Mittagsmagazin« klar gegen das Gendern geäußert und ihre Ansichten in einem Interview vertieft. Eine junge Frau, die zu der Gruppe Menschen gehört, die laut Genderschwänzen und Gendermösen die Zielgruppe der Sprachvernichtung sind, ist das schöne Beispiel dafür, wie wir alle von linguistischen Klugscheißern und verbalen Straftätern verarscht werden.

Lesenswert!

Mein Highlight:
»Hat man Sie vorgeschickt, weil sich die älteren Kollegen nicht trauen gegen das Gendern zu sein?«
»Ich glaube, dieses Thema verlangt schon danach, von einer jungen Journalistin kommentiert zu werden. Jedem älteren, vor allem männlichen Kollegen wäre im aktuellen Diskursklima sofort abgesprochen worden, sich über das Thema äußern zu dürfen – weil er zu alt ist oder als Mann von dieser angeblich diskriminierenden Sprache eh nicht betroffen ist. Aber ich bin mir sicher, ich spreche schon dem ein oder anderen Kollegen aus der Seele.«


Edit 02.08.2024: Das Interview ist auf den Seiten von meedia.de nicht mehr zu finden.

Der Tag 15/3

  • Mir ist aufgefallen, dass ich seltener über meine Tage schreibe. Manchmal ist es die Zeit, die fehlt. Wie so oft. Aber oft auch nicht.
  • Heute habe ich für einen Naturführer Texte korrigiert, durchgesehen und Zuordnungen zu einer geplanten Buchstruktur vorgenommen. In dem Projekt steckt noch einiges an Arbeit – und leider muss ich noch auf Daten warten, die ich brauchen werde. Und es sieht so aus, als würde das mein erstes vollständig mit InDesign produziertes Projekt.
  • Ich habe den Andruck eines Buches geprüft und Druckfreigabe erteilt. Über das Buch darf ich an dieser Stelle – und anderswo – noch nichts vermelden.
  • Für »Diagnose|F«, herausgegeben von Michael Tinnefeld und Uli Bendick, Bilder und Storys, in denen Science-Fiction auf Psyche trifft, habe ich das E-Book erstellt und veröffentlicht.
  • Für »NOVA 30« habe ich ebenfalls den Andruck geprüft und freigegeben.
  • Für eine Kundin habe ich zwei E-Books geprüft und festgestellt, dass es nichts zu prüfen gibt.
  • Und schließlich habe ich eine Storysammlung von Gabriele Behrend in Angriff genommen. Die Storys sind zwar lektoriert, wie es ihrerseits hieß, aber korrigiert sind sie nicht – ganz im Gegenteil. Aber ich mag es, wenn ich etwas zu tun habe – am Sonntag hatte ich ein Korrekturobjekt, das erschreckend fehlerfrei war. Das ist schlimm, weil man irgendwann das Gefühl hat, zu schlampig, zu unaufmerksam zu arbeiten, halb blind für die nicht vorhandenen Fehler.

Genuine dämglisch

Auch das noch aus dem VDS-Infobrief vom 07.03.2021:

Click & Meet

Die Läden sind geschlossen, verkauft werden soll trotzdem. Damit auch in Zeiten der Pandemie eingekauft werden kann, hat man sich neue Konzepte überlegt – natürlich mit englischem Titel. Es begann mit Click & Collect, was offenbar nur unter Mühen mit „Klicken & Abholen“ übersetzbar ist. Der Kunde verpflichtet sich mit seiner Bestellung zum Kauf und holt den Artikel dann beim Laden ab. Nachdem nun die ersten Lockerungen angekündigt wurden, folgt Click & Meet, welches mit etwas Übung in „Klicken & Treffen“ übersetzbar ist – im Grunde nichts weiter als eine Weiterentwicklung des Click & Collect-Prinzips: Der Kunde vereinbart einen Termin mit dem Geschäft und kann zur vereinbarten Zeit zum Einkaufen vorbeikommen. Während das Konzept Click & Collect noch einen Zusammenhang zur Wortbedeutung aufweist, klingt Click & Meet eher nach Partnerbörse als nach Einkaufen. Absicht? (noz.de, rnd.de)

Bemerkenswert dabei ist auch das: Das sowieso schwer anglizismusverseuchte Internetkaufhaus »Seats & Sofas« hat immer damit geworben, dass man »heute bestellen, abends sitzen« kann – was man als Versprechen einer schnellen Lieferung interpretieren darf. Nun beteiligt man sich – immer noch mit dem gleichen Werbespruch und natürlich auf Dämglisch – am Klicken-&-Aufsammeln-Verfahren und verschiebt damit schlicht die Erfüllung des Lieferzeitversprechens in den Verantwortungsbereich des Kunden – von der Notwendigkeit der Beschaffung einer Transportmöglichkeit für eine zwölfsitzige Sofagarnitur ganz zu schweigen.

P.S.: Im Internet präsentiert sich »Seats & Sofas« mit dem Partnerbörsekonzept.

Klingonisch im Bundestag?

Ja, man fragt sich unwillkürlich, wann Klingonisch als Schriftsprache für Anträge und mehr im Bundestag zugelassen wird. Das dauert aber noch ein Weilchen, denn derzeit bereitet man eher die Unleserlichkeit … nein, die Unvorlesbarkeit von Anträgen und so weiter im Bundestag vor.

Der VDS-Infobrief vom 07.03.2021 vermeldet dazu:

Bundestag erlaubt Gendersprache

Der Tagesspiegel berichtet, dass die Verwaltung des Bundestags gegendert vorgelegte Anträge, Entschließungsanträge und so weiter nicht mehr korrigiert, Gendersternchen, Gender_Gap und andere Zeichen werden nicht mehr angepasst, sondern dem Plenum in der eingereichten Form vorgelegt. Der VDS hat bei der Pressestelle des Bundestags nachgefragt, sie hat diese Vorgehensweise bestätigt. Lediglich die Titel der Vorlagen blieben weiter „vorlesbar“, so ein Bundestagssprecher. Darüber hinaus seien die Fraktionen für die Schriftstücke zuständig, trügen daher auch das Risiko, „dass die Intentionen ihrer politischen Initiativen bei den übrigen Mitgliedern des Bundestages unter Umständen nicht oder falsch verstanden und deshalb abgelehnt werden“. Der VDS hat sich in einem offenen Brief an den Bundestagspräsidenten Dr. Wolfgang Schäuble und den Direktor beim Bundestag, Dr. Lorenz Müller gewandt und diesen Brief auch zur Kenntnisnahme an die Fraktionsvorsitzenden weitergeleitet. Darin macht der VDS deutlich, dass auch Volksvertreter sich an die Regeln der amtlichen Rechtschreibung halten sollten, da allein diese verbindliche Strukturen vorweisen. Die Abgeordneten vertreten die Sprachgemeinschaft , diese lehnt das Gendern aber mehrheitlich ab, daran sollten sich auch die Volksvertreter orientieren. Geschlechtergerechtigkeit werde vom VDS umfänglich unterstützt, das Gendern der Sprache diene der Gerechtigkeit jedoch nicht – vielmehr käme das Kulturgut zu Schaden, das uns allen eine Kommunikation auf Augenhöhe überhaupt erst ermöglicht.

Der offene Brief des VDS an diverse Angehörige des Bundestages ist hier nachzulesen; der vollständige Text ist dort auch als PDF abrufbar.
Die Erwähnung des Themas im Tagesspiegel findet man hier.

»Deutschland kann nicht Pandemie«

Was in der NDR-Talkshow vom 12.03. zum Thema der Seuche über die Fähigkeiten Deutschlands, damit umzugehen, gesagt wurde, ist Wasser auf meine Mühlen. Vor allem die Aussage, dass Deutschland nicht in der Lage ist, von anderen (Ländern) zu lernen, ist genau einer der wesentlichen Punkte. Und auch die Forderung, die Floskel »Deutschland macht es nicht schlecht« zu streichen, weil es sinnlos ist, das eigene Versagen mit dem noch größeren Versagen anderer Länder, Regierungen, Gesellschaften, Menschen zu vergleichen und sich dann auf die Brust zu klopfen: »Wir machen es ja doch nicht schlecht …«

Rubbish! Und nicht mal ambitious.


Edit 15.03.2022: Der hier ursprünglich verlinkte Beitrag zur NRD-Talkshow wurde in der ARD-Mediathek leider gelöscht. (So viel auch zum Thema »Das Internet vergisst nichts«.) Und bei Youtube gibts den Schnipsel auch nicht :(