Der Tag 16/3

  • Frau geht früh zur Arbeit. Nein, sie fährt natürlich. Coronatests durchführen. Ehrenvolle Aufgabe in diesen Zeiten und offensichtlich nicht sehr gefährlich. Bisher gab es keine positiven Fälle. Und eigentlich ist es normal. Die Leute, die sie testet – Lehrer, Personal von Kindertagesstätten u. ä. – würde zu so einem Test nicht zur Verfügung stehen, wenn es bereits Symptome gäbe. Aber gut – Frau ist beschäftigt. Das ist gut. Hilft auch, von der Panik abzulenken, die sich ihrer zu bemächtigen gedenkt, wenn sie an die bevorstehende Heilpraktikerprüfung (mündlich) denkt.
  • Ich darf also den Morgengassigang machen. Das Wetter ist nicht schlecht, der Gang angenehm und exkrementell erfolgreich. Bürgermeisterin und ihre Luise getroffen. Der blonde Labrador Retriever ist mindestens so begeistert von unseren Begegnungen wie Naomi und sogar Kim. Kein Wunder: Leckerlis, Leckerlis, Leckerlis …
  • Um 9 Uhr Hundeschwimmen. Zuerst Naomi, diesmal ohne panischen Gesichtsausdruck, aber mit irgendeinem Ohrproblem. Vermutlich ist Wasser reingelaufen. Aber im Wasser hilft Schütteln wenig.

Danach Kimmi. Während sie warten musste, hat sie gezittert. Aufregung, vielleicht auch ein wenig Angst, Bammel eher. Sie ist zwar ein Labradormix, aber Wasser ist nicht ihr Ding. Trotzdem schwimmt sie tapfer und so, wie es sein soll:

  • Später daheim Arbeiten für den Naturwanderführer (oder wie man das Werk bezeichnen möchte). Es gibt nicht viel zu tun. Zwei Texte, weitere Texte sollen noch folgen, sind aber noch nicht da. Vor allem fehlt mir eine seit bald zwei Wochen versprochene InDesign-Layoutdatei, damit ich eine Bewerbung layouten kann. Eigentlich würde ich lieber mit dem Publisher arbeiten, aber hier gibt es ein fertiges Layout – das ich noch nicht habe. Also dümple ich so vor mich hin.
  • Derweil liegen die Hunde in Frau Haitels Arbeitszimmer beim Trocknen:

Und wie immer sind die beiden dunklen Mädchen sehr kontrastarm. Schade.

  • Mittagsgassi fällt aus, die Hunde sind noch (zu) feucht.
  • Stattdessen geht es mit Gabi Behrends Storys weiter, Geschichten von meinem literarischen Licht in diesen trüben Zeiten …
  • 13:45: Kim wird nervös. Wepsig. Sie steht dann neben meinem Stuhl, brummelt, mufft, ihre Rute rotiert. Entweder muss sie pieseln oder langweilt sich. Pieseln war’s nicht – also ist Zeit für einen Gassigang. Der besteht derzeit häufig aus Gassistehen. Naomi, die sowieso ein Schnüffeltier ist, schnüffelt sich den Wolf, und neuerdings interessiert sich Kim immer mehr, was ihre Freundin da so erschnüffelt, also stehen sie beide da, schnüffeln, oftmals regelrecht ineinander verkeilt. Ich würde lieber strammer marschieren, aber gut … es lässt sich nicht ändern. Ich hasse es, die beiden Hunde hinter mir herzuschleifen.
  • Gabis Storysammlung – die übrigens den Titel »Die Liebesmaschine tragen wird – entwickelt sich zu einer Sammlung potenzieller Preisträgergeschichten. Sauber. Allerdings finde ich – nebst reichem Fehlerschatz – sogar noch einige Stellen, an denen man lektorisch eingreifen kann. Nur marginal, nichts Gravierendes.
  • Um 16:15 letzter Gassigang. Ohne besondere Vorkommnisse.
  • Und dann Belege: Rechnungen, Lieferscheine … »Diagnose|F« ist ins Lager gebucht worden …

Der Tag 15/3

  • Mir ist aufgefallen, dass ich seltener über meine Tage schreibe. Manchmal ist es die Zeit, die fehlt. Wie so oft. Aber oft auch nicht.
  • Heute habe ich für einen Naturführer Texte korrigiert, durchgesehen und Zuordnungen zu einer geplanten Buchstruktur vorgenommen. In dem Projekt steckt noch einiges an Arbeit – und leider muss ich noch auf Daten warten, die ich brauchen werde. Und es sieht so aus, als würde das mein erstes vollständig mit InDesign produziertes Projekt.
  • Ich habe den Andruck eines Buches geprüft und Druckfreigabe erteilt. Über das Buch darf ich an dieser Stelle – und anderswo – noch nichts vermelden.
  • Für »Diagnose|F«, herausgegeben von Michael Tinnefeld und Uli Bendick, Bilder und Storys, in denen Science-Fiction auf Psyche trifft, habe ich das E-Book erstellt und veröffentlicht.
  • Für »NOVA 30« habe ich ebenfalls den Andruck geprüft und freigegeben.
  • Für eine Kundin habe ich zwei E-Books geprüft und festgestellt, dass es nichts zu prüfen gibt.
  • Und schließlich habe ich eine Storysammlung von Gabriele Behrend in Angriff genommen. Die Storys sind zwar lektoriert, wie es ihrerseits hieß, aber korrigiert sind sie nicht – ganz im Gegenteil. Aber ich mag es, wenn ich etwas zu tun habe – am Sonntag hatte ich ein Korrekturobjekt, das erschreckend fehlerfrei war. Das ist schlimm, weil man irgendwann das Gefühl hat, zu schlampig, zu unaufmerksam zu arbeiten, halb blind für die nicht vorhandenen Fehler.

»Deutschland kann nicht Pandemie«

Was in der NDR-Talkshow vom 12.03. zum Thema der Seuche über die Fähigkeiten Deutschlands, damit umzugehen, gesagt wurde, ist Wasser auf meine Mühlen. Vor allem die Aussage, dass Deutschland nicht in der Lage ist, von anderen (Ländern) zu lernen, ist genau einer der wesentlichen Punkte. Und auch die Forderung, die Floskel »Deutschland macht es nicht schlecht« zu streichen, weil es sinnlos ist, das eigene Versagen mit dem noch größeren Versagen anderer Länder, Regierungen, Gesellschaften, Menschen zu vergleichen und sich dann auf die Brust zu klopfen: »Wir machen es ja doch nicht schlecht …«

Rubbish! Und nicht mal ambitious.


Edit 15.03.2022: Der hier ursprünglich verlinkte Beitrag zur NRD-Talkshow wurde in der ARD-Mediathek leider gelöscht. (So viel auch zum Thema »Das Internet vergisst nichts«.) Und bei Youtube gibts den Schnipsel auch nicht :(

Fimmel: Leadershit

Wenn ich so was schon lese …

Ich bin irgendwann an kununu geraten, weil ich meinen letzten Arbeitgeber bewerten wollte. Seitdem bekomme ich deren Newsletter, der nicht wirklich uninteressant ist, weshalb ich ihn noch nicht abgewählt habe. Aber manchmal …

Da wird ein Interview mit einer Katja Kraus mit dem Thema »Frauenquote & Female Leadership« angekündigt, wobei ich mich schon frage, warum da wieder so ein nichtssagender Anglizismus platziert werden muss.

Aber in der Tat ist das hier schon ein guter Hinweis auf das Zeug, dass die gute Frau so von sich gibt. So sieht sie zum Beispiel »einen großen Gewinn in Unterschiedlichkeit und in verschiedenen Betrachtungsweisen«. In einer homogenen Gesellschaft »läuft man Gefahr«, wie sie meint, »dass aus Homogenität ein ungutes Überlegenheitsgefühl entsteht«.

Das Gegenteil indes ist der Fall, denn je mehr man die Gesellschaft(en) in kleine Gruppen und noch kleinere Grüppchen argumentativ und verbal zersplittert, umso mehr geht nicht nur die Homogenität, sondern auch die Solidarität verloren. Am Ende der Entwicklung stehen lauter Ein-Personen-Gruppen, die sich nach dem Motto »Jeder gegen jeden« gegenseitig unterdrücken können – und klar, Leute mit der Denke einer Katja Kraus finden darin dann ihre »neue Homogenität«.

Und über den Rest mag sich jeder selbst ein Bild machen. Ich finde es sehr traurig, wundere mich aber nicht, wenn in der abschließenden Vita herausgestellt wird, dass die Frau aus dem Marketing kommt … Ja, nee, klar, oder?

Neues Gewand

Ich hatte bisweilen den Eindruck, das vorhergehende Layout – namens Bappi – sei nicht ganz einfach zu lesen. Und es gab auch Problemchen »unter der Haube«. So hatte das Textfeld im Editor einen knallroten Hintergrund, der sich farblich nicht ändern ließ. Links ließen sich nicht farblich hervorheben (mit dem berühmt-berüchtigten Mouseover-Effekt, aber auch grundsätzlich nicht), sodass ich mir mit Fettschrift behelfen musste. Und einige Kleinigkeiten mehr.

Heute jedenfalls habe ich mich für ein neues Layout entschieden, das den schönen Namen »Catch Evolution« trägt. Ich hoffe, es gefällt.

Die Grünen sind raus

Es gab mal eine Zeit, da habe ich die Grünen gewählt. Es gab keine Alternative für mich, jedenfalls keine, die mir sinnvoll erschien. Vielleicht hatte ich da den Wahlomat nicht befragt, vielleicht wusste ich gar nicht, dass es ihn gibt (was mir heute nicht mehr passiert). Mindestens einmal habe ich den Grünen meine Stimme gegeben, und ich weiß, das ist lange her. Und es wird mir ganz sicher nicht mehr passieren.

Es gibt viele Gründe, warum das so ist. Winfried Kretschmann, grüner Ministerpräsident in Baden-Württemberg, zeigt wohl am deutlichsten, wie weit sich die Grünen von ihrem ursprünglichen Denken und Argumentieren entfernt haben. Robert Habeck kann bestenfalls und netterdings als Schwätzer durchgehen. Und was die zahlreich vorhandenen weiblichen Mitgliedenden angeht, so müssen sich nicht wenig schon ordentlich lang machen, um einigermaßen ansehnlich zu sein.

Aber das ist nicht das eigentliche Problem. Vielmehr reagierten die Hamburger Grünen auf die Idee der Witwe des Jan Fedder, weit über Hamburg hinaus bekannter Schauspieler und ein echtes Hamburger Original, die Flaniermeile an den Landungsbrücken nach ihm zu benennen, mit einer mehr als krausen Forderung, die schlicht und ergreifend nicht nur nicht akzeptabel, sondern einfach nur bodenloser Schwachsinn ist.

Der VDS-Infobrief vom 06.02.2021 vermeldet dazu:

Gender-Streit um Jan-Fedder-Promenade

Der Schauspieler Jan Fedder war ein Hamburger Original. Er starb 2019 , am Hamburger Hafen soll die Flaniermeile an der Landungsbrücke nach ihm benannt werden. Während zunächst der Vorschlag seiner Witwe begrüßt wurde, regt sich nun Widerstand. Nach dem Willen der Fraktion sollen künftig keine Straßen, Plätze oder Brücken mehr nach „cis-Männern“ benannt werden. So einer war Fedder, und das – so die Grünen in der Bezirksfraktion Hamburg-Mitte – würde das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen bei der Benennung von Straßen und Plätzen verschärfen. Seit 1974 wurden in Hamburg 404 Verkehrsflächen nach Männern benannt, 162 nach Frauen. Die Grünen haben daher einen eigenen Antrag eingereicht: „Priorität sollen weibliche und diverse Benennungen haben. Ausnahmen für Männer wären aber möglich. Dann müsste aber ein besonderer Grund für die Ehrung eines Mannes vorliegen und zeitgleich eine Fläche nach einer Frau, einer inter, trans* oder non-binary Person benannt werden, heißt es im Antrag“, schreibt das Portal moin.de. In der Meldung des Abendblattes werden cis-Männer erwähnt. Wer an die Tongeschlechter denkt (cis-Moll, Cis-Dur), der irrt. Die Präfixe cis und trans (diesseits und jenseits) entdeckt man beispielsweise auf Reisen: die cisalpine und die transalpine Seite der Berge.

Dieses höchst zweifelhafte Kabinettstückchen jedenfalls ist für mich Anlass, die Grünen bei zukünftigen Wahlen nicht einmal mehr ansatzweise als wählbar in Betracht zu ziehen.

Die (übrigens sehr interessanten) Quellen: vds-ev.de, mopo.de, moin.de, abendblatt.de

Das Ende in uns

Es ist nah. Das Ende in uns. In uns allen. Manche hat es schon erreicht. Die Studierenden. Die Mitarbeitenden. Die Pflegenden. Die Siechenden. Die Mordenden. Die Stinkenden.

Und es hört nicht auf. Bürgerinnen und Bürger werden zu Bürgernden. Polizistinnen und Polizisten zu Polizistenden (mitunter auch zu Beamtenden oder im Jargon zu Bullenden und Polypenden). Politikerinnen und Politiker werden zu Politickenden (nur richtig mit ck, damit bei denen wenigstens eine Sache richtig tickt). Schülerinnen und Schüler werden zu Schulenden. Idiotinnen und Idioten sind dann Idiotende. Und …

Und selbst die Tierwelt bleibt nicht verschont: Sau und Eber werden Schweinende, Stute und Hengst Pferdende. Kuh und Stier werden Rindende, und selbst die Ochsen werden hinzugerechnet, ihr quasi drittes Geschlecht ignorierend. Ameisinnen und Ameisen werden Ameisende, Fröschinnen und Frösche zu Fröschenden.

Und wenn Vögelinnen und Vögel zu Vögelnden werden, ist es an der Zeit, über Schweinendereien nachzudenken.

Nur die Enten können es leicht nehmen, denn ihr Ende naht niemals, sind sie doch Entenden, mithin als einzige Lebensform in der Lage, sich zu ent-enden.

Und wir? Wir Deutschen? Wir sind mitsamt unserer misshandelten Sprache nur die Endenden.

Ad AstraZeneca?

Alle jammern über zu wenig Impfstoff. Lt. NDRinfo, 03.03.2021, 08.00 Uhr, hat AstraZeneca 3,2 Millionen Impfdosen nach Deutschland geliefert, von denen nur ca. 455.000 Impfdosen gespritzt wurden. Und der Rest? Der vergammelt?

Ich bin knapp 62 Jahre alt, Diabetiker Typ 2 und muss gar nicht versuchen, einen Impftermin zu bekommen, weil ich keiner Prioritätengruppe angehöre.

Warum ist Deutschland zu blöde, die simpelsten Vorgänge so vernünftig zu organisieren, dass sie funktionieren? Was ist so schwierig daran, Menschen eine Impfung zu geben, die aufgrund eines nicht schlüssig und nicht gut funktionierenden Onlinebuchungssystems trotzdem zum Impfzentrum gefahren sind (wie heute meiner Frau geschehen)? Warum haben die über 65jährigen Briten keine Probleme mit dem AstraZeneca-Impfstoff – ganz im Gegenteil, wie man hört und liest –, sogar was die aggressiveren Mutationen angeht?

Warum jammert und meckert Deutschland über zu wenig Impfstoff, statt nachzuzählen – und zu impfen?
Die Antwort ist klar und einfach: weil Jammern und Meckern schon immer einfacher und erbaulicher war, als zu handeln.

Ich bin getestet

Meine Frau hat sich einen 450-Euro-Job als Covid-19-Testerin angelacht. Gestern Abend hat sie dann an mir geübt.

Der Test über die Nase ist übel. Das anfängliche Kitzelgefühl wandelt sich schnell in echten Schmerz. Das mag an meiner Nase liegen, Frau Haitel meint, sie käme mit dem Teststab nicht weit genug hinein.

Der Test im Rachen ist auch nicht wirklich toll, der Würgreiz aber beherrschbar, wenn man nicht vorher irgendwas gespeist hat, was einem sowieso bis zur Oberkante Speiseröhre steht, weil es nicht so toll war.

Jedenfalls war mein Testergebnis negativ. Was ich positiv finde. Es hätte mich aber auch gewundert. Leider kann ich das Ergebnis nicht in der Corona-App eintragen, weil meine Frau mir keinen QR-Code und auch keine TAN geben konnte. Aber egal.

Je ne suis pas Corona.