Das Ende in uns

Es ist nah. Das Ende in uns. In uns allen. Manche hat es schon erreicht. Die Studierenden. Die Mitarbeitenden. Die Pflegenden. Die Siechenden. Die Mordenden. Die Stinkenden.

Und es hört nicht auf. Bürgerinnen und Bürger werden zu Bürgernden. Polizistinnen und Polizisten zu Polizistenden (mitunter auch zu Beamtenden oder im Jargon zu Bullenden und Polypenden). Politikerinnen und Politiker werden zu Politickenden (nur richtig mit ck, damit bei denen wenigstens eine Sache richtig tickt). Schülerinnen und Schüler werden zu Schulenden. Idiotinnen und Idioten sind dann Idiotende. Und …

Und selbst die Tierwelt bleibt nicht verschont: Sau und Eber werden Schweinende, Stute und Hengst Pferdende. Kuh und Stier werden Rindende, und selbst die Ochsen werden hinzugerechnet, ihr quasi drittes Geschlecht ignorierend. Ameisinnen und Ameisen werden Ameisende, Fröschinnen und Frösche zu Fröschenden.

Und wenn Vögelinnen und Vögel zu Vögelnden werden, ist es an der Zeit, über Schweinendereien nachzudenken.

Nur die Enten können es leicht nehmen, denn ihr Ende naht niemals, sind sie doch Entenden, mithin als einzige Lebensform in der Lage, sich zu ent-enden.

Und wir? Wir Deutschen? Wir sind mitsamt unserer misshandelten Sprache nur die Endenden.

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