Ich bin getestet

Meine Frau hat sich einen 450-Euro-Job als Covid-19-Testerin angelacht. Gestern Abend hat sie dann an mir geübt.

Der Test über die Nase ist übel. Das anfängliche Kitzelgefühl wandelt sich schnell in echten Schmerz. Das mag an meiner Nase liegen, Frau Haitel meint, sie käme mit dem Teststab nicht weit genug hinein.

Der Test im Rachen ist auch nicht wirklich toll, der Würgreiz aber beherrschbar, wenn man nicht vorher irgendwas gespeist hat, was einem sowieso bis zur Oberkante Speiseröhre steht, weil es nicht so toll war.

Jedenfalls war mein Testergebnis negativ. Was ich positiv finde. Es hätte mich aber auch gewundert. Leider kann ich das Ergebnis nicht in der Corona-App eintragen, weil meine Frau mir keinen QR-Code und auch keine TAN geben konnte. Aber egal.

Je ne suis pas Corona.

Schrauben lockern

Alle Welt seucht. Außer vielleicht die Westsahara, Tadschikistan und Nordkorea – da gibt es kein Corona, glaubt man der WHO-Karte. Der Rest der Welt seucht und fährt die Gesellschaft entweder runter oder vor die Wand.

Deutschland hat sich offensichtlich für die Wand entschieden. Dieser Tage labern alle schon wieder von Lockerungen, Lockerungen, Lockerungen. Als wenn alle eine Schraube locker hätten. Dass das Konzept der Regierung nicht wirklich stringent ist, sollte nach über einem Jahr längst klar sein. Und wie wird darauf reagiert? Mit Lockerungsgelaber.

Während Neuseeland (4,8 Mio. Einwohner per 01.07.2019) bei 2384 Krankheitsfällen und 26 Todesfällen (Stand heute) vermutlich eine Inzidenz nahe null vorzuweisen hat, und auch Australien (25,2 Mio. Einwohner) mit 28986 Erkrankungen und 909 Todesfällen noch richtig gut aussieht, sonnt sich Deutschland (83,5 Mio. Einwohner) in den wundervoll strahlenden Zahlungen der 2.460.030 Erkrankungen und 70.881 Toten.

Es ist sicherlich tragisch für manchen, wenn verderbliche Waren – wie Pflanzen und Gartenartikel – unverkauft dahinscheiden (was Pflanzen auch tun, wenn sie vorher verkauft wurden), aber das kann man verkraften. Weniger zu verkraften ist das Gejammer von Leuten, die noch nie von innerfamiliären Scherpartys oder gar Rasierapparaten gehört zu haben scheinen und fordern, dass Friseure ihrer Profession nachgehen sollen müssen – was ich aus Sicht der Friseure nachvollziehen kann, jedoch nicht mittels der Motivation der fordernden Kunden.

Es ist unzweifelhaft eine schwierige Situation – aber mit der in Deutschland vorherrschenden Denkweise ist das Seuchenproblem ganz offensichtlich nicht in den Griff zu bekommen. Aber die Deutschen haben sich schon immer darin gefallen, ihre eigenen Fehler zu machen, statt sich die Ideen anderer Länder zu eigen zu machen.

Ich für meinen Teil habe natürlich leicht reden. Ich fahre einmal in der Woche früh morgens zum Einkauf, immer in den gleichen, großen und garantierte gedrängefreien Supermarkt. Ich habe nicht einmal hamstern müssen. Ich rasiere Bart und Haare mit einem taiwanesischen Rasierer mit (verschleißfreier) Keramikklinge. Und wenn was vom Baumarkt gebraucht wird, bestellt Frau Haitel bei Obi und holt es dann ab. Und alles andere kommt per Post, DHL, DPD, Amazon und anderen Lieferdiensten. Und ich darf mir getrost Sorgen machen, wie es in Deutschland weitergehen wird, wohlwissend, dass wir hier niemals australische oder neuseeländische Ideen ausprobieren werden. Vielleicht prophezeit uns noch Frau Merkel vor ihrem Abschied, wann wir den hunderttausendsten Toten verzeichnen dürfen; solcherart Prophezeiungen hat sie ja schon Ende 2020 schon einmal gemacht.

Bald auch »Dummheit to go«?

Aschermittwoch ist nun schon ein paar Tage her, doch im aktuellen VDS-Infobrief vom 27.02.2021 wird auf eine besonders clevere Idee des Klerus Bezug genommen:

Da die Aschermittwochsgottesdienste zwar regional stattfinden konnten, die Besucherzahlen in diesen Seuchenzeiten jedoch limitiert waren, gab es einen Bedarf, den Gläubigen das Aschekreuz auf der Stirn auf anderem Wege zur Verfügung zu stellen. Und so erfand man die »Ash to go«, die man außerhalb von Kirchen an verschiedenen Orten »wortlos und ohne Berührung« empfangen konnte – »Asche zum Mitnehmen«.

Auch im VDS-Infobrief wird die Frage gestellt, warum die Idee den Namen »Ash to go« bekommen musste. Wäre »Asche zum Mitnehmen« so uneindeutig, so umständlich zu formulieren gewesen? Oder wollte man die bodenlose Blödheit der Idee an sich kaschieren, damit manch einer nicht gleich darauf kommt?

Vielleicht gibt es bald auch »Dummheit to go«. Schwierig wird es dann nur werden, einen Anglizismus dazu zu finden: »Stupidity to go« wird manchen Deutschen sicherlich überfordern. Oder wie wäre es mit »Stupi to go«? Wir haben ja immerhin auch das »Handy« zum internationalen Lacherfolg gebracht …

Quelle zur thematischen Vertiefung: hier.

Polizei! Polizei!

Und das ist mein »Freund und Helfer«? Na, danke sehr, da verzichte ich doch gerne!

(Und leider ist es wahr. Der Spiegel berichtete vorgestern über die »abenteuerlichen Duden-Kreationen« »Gästin« und »Bösewichtin«. Bösewichtend, wer nun denkt, die Polizeienden hätte da Druckin auf die Dudenden ausgeübt.)

[Ich bin dann mal für ein paar Stunden im Keller. Schreien.]

Rassistische Pantomimen

Dieser Tage könnte man meinen, der WDR hätte es sich zur Leidenschaft gemacht, nach der Arschkarte zu greifen. Aber nicht immer ist er auch schuld daran. Diese Geschichte hier

wäre unnötig gewesen, wenn man die Angehörigen der sogenannten »Streichkultur« (nein, den Anglizismus bekommt ihr hier nicht zu lesen) häufiger körperlich züchtigen würde. Dann wären sie mit anderen Dingen beschäftigt, zum Beispiel Krankenhausaufenthalten, Rekonvaleszenzphasen und so weiter.

Das »Schwarzgesichten« hat eine ewig lange Tradition und durchaus gute Gründe. Und kein Schwarzer wird ernsthaft Argumente für Diskriminierungsgefühle finden, wenn Weiße sich nicht entblöden, sich das Gesicht im Karneval anzumalen. Und wenn doch … Ich bin sicher, dass so jemand andere Probleme hat, zum Beispiel zu glauben, dass die Absicht solchen Tuns ist, Schwarze zu diskriminieren.

Es wird nun wohl Zeit für die Erwartung, wann Frauen das Schminken verboten wird. Zombies könnten sich über schlechte Make-ups echauffieren, Leichen würden sich Gothics entgegenstellen und deren Aussehen verurteilen. Ich derweil fordere, dass Pantomimen auf den Straßen fürderhin die Anmalerei ihres Gesichtes mit weißer Farbe unterlassen, denn als Angehöriger einer Sippe alter weißer Männer fühle ich mich von diesem Tun nicht nur diskriminiert, sondern auch veralbert. (Und dann sind da noch die grünen Männchen vom Mars …)

Bemerkenszwerg

Diesen Brief kennen inzwischen einige Menschen in Deutschland. (Wer ihn noch nicht kennt, ist entweder zu jung oder hat eine lahmarschige Krankenkasse.) Die Bundesregierung schreibt uns, ist aber zu faul, unsere Adressen rauszusuchen, also muss unsere Krankenkasse ran. Fein.

Bemerkenszwerg daran:

  • Anfang Februar, als ich diesen Schrieb erhalte, werde ich darüber informiert, dass ich mir bis zum 06. Januar drei Masken hätte holen können. Nein, ich lasse mich nicht allabendlich von ARD-Extranervtöt belästigen. Und ich mache auch sonst gerne einen Bogen um ständig wiederkehrend widersprüchliche Informationen in Radio, TV, Internet, Zeitung und WC-Papier.
  • Und laut Bundesregierung »bleiben die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) weiterhin besonders wichtig«. Aha. Alltagsmaske. Nach meinen marginalen Informationen sind inzwischen flächendeckend und gesichtsbedeckend mindestens FFP2-Masken vorgeschrieben. Und die gelten nicht als die sogenannten Alltagsmasken, die man auch in Form von Schal, Motorradhelm, Socken oder doppelseitigem Klebeband hätte applizieren können.

Nunja. Es ist unsere Regierung. Dann ist das wohl alles richtig so. Ich bin ja auch kein Querstänker.

Das Ende kommt näher

Es ist so weit, ein weiterer Schritt zum Ende unserer Sprache – der Sprache der Dichter und Denker – ist Opfer von undichten Genderschwänzen und denkunfähigen Gendermösen (oder umgekehrt? Gleichberechtigung! Gleichberechtigung!) geworden:

Gesprochen wird das: »… und fragen Sie Ihre Ärzt innen oder Apotheker innen« – und verdammt, für diese Missachtung meines Mannseins und für diese Schändung der deutschen Sprache hoffe ich, dass euch die Eier verfaulen. Alle Eier – Gleichberechtigung! Gleichberechtigung!

Kahlschlag II

Und weiter geht es in der Moorchaussee in Winnert, ortsauswärts. Grund? Unbekannt. Frage an einen der Arbeiter: „Warum wird das gemacht?“ „Wir haben den Auftrag.“ „Von wem?“ Keine Antwort. — Die Bäume haben vor allem im Sommer schönen Schatten gespendet. Braucht man ja heutzutage nicht mehr.

Kahlschlag

Der alljährliche Baumfällwahnsinn grassiert wieder.

In Winnert steht an der Hauptstraße, Ecke Süderweg eine Gedächtnissäule. Irgendwas mit Kaiser Wilhelm, dem zweiten, glaube ich. Die war umgeben von Büschen und Bäumen, nicht besonders ansehnlich, aber eben grün. Gestern fielen die Pflanzen Wahnsinnigen zum Opfer, die offensichtlich das Ziel hatten, der kackbraunen Halle neben dem kleinen Grundstückchen mit der Säule zu größerer optischer Bedeutung zu verhelfen. Sehr gelungen (nicht zuletzt auch im Zusammenspiel mit den weiter den Süderweg hinunter durchgeführten Holzvernichtungsaktionen, durch die eine kotzgrüne Blechhalle nun jedem Gassigänger plakativ ins Auge fällt).

Und nicht nur das. Auf der Landstraße zwischen Winnert und Oldersbek, auf einer ziemlich genau drei Kilometer langen Strecke, wurden – mit ganz wenigen Ausnahmen – auf beiden Seiten der Landstraße alle Bäume und größeren Sträucher (und die kleinen natürlich auch) vernichtet. Für mich der Anlass, der bislang vom aktuellen Schneechaos vollständig verschont gebliebenen Gegend einen tagelangen heftigen Schneesturm mit so effizienten Schneeverwehungen zu wünschen, dass im Schneechaos die Winterdienstler in ihren Karren erfrieren.

Das Problem: Es ist nicht herauszufinden, welchem Zweck diese Vollidiotie dient. Niemand weiß das. Nur im letzten Winter meinte ein befragter Bauer auf Lütt Dörp: »Das macht man halt so.«

P.S.: Die nachfolgenden Fotos von Lütt Dörp stammen vom 02.02.2020, sind also rund ein Jahr alt. So sieht es nun zwischen Winnert und Oldersbek auch aus. Und ganz sicher an vielen anderen Orten in Baummordfriesland auch.