Flugverkehr im Norderweg

Wir haben ein Grundstück mit rund 750, 800 Quadratmetern. Die Wiese vorne raus wird nicht so notorisch gemäht, wie das manche Nachbarn mit ihrem Grün machen. Und nach hinten haben wir eine Wildwiese angelegt – für Insekten: Bienen, Hummeln, Wespen (letztes Jahr hatten wir ein Wespennest unter einem Dachvorsprung), was sonst noch so fliegt und brummt. Und wir haben es mit Vögeln. Spatzen, Finken, auch Drosseln, Stare, Amseln. Und das liegt daran, dass wir ganzjährig Vogelfutter – vorrangig in Form von sogenannten Meisenknödeln – zur Verfügung stellen; denn Vögel haben das ganze Jahr über Hunger, und der Mensch gönnt es sich gerne, den wild lebenden Vögeln und anderen Tieren die Ressourcen streitig zu machen. Das Ergebnis ist reger Flugverkehr um unser Haus herum – vor allem nach Norden raus –, von dem ich hier nur einen winzigen Ausschnitt präsentieren kann. (Eine Webcam wäre vermutlich lustiger.)

Man gönnt sich ja sonst nichts

Das dachte möglicherweise auch Heribert Kurth, Autor des Buches »Unter den Sternen von Tha«, als AndroSF 105 in meiner p.machinery erschienen. Und was da gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für barrierefreies Lesen (dzblesen.de) im Großdruck und in Braille-Kurzschrift entstanden ist, ist in der deutschen Fantastik-Kleinverlagsszene ganz sicher etwas Außergewöhnliches.

Siehe auch: hier.

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Ein besonderes Angebot

Gemeinsam mit Aiki Mira wurde aus dem handsignierten Buch »Titans Kinder« (AndroSF 156) und einer schwarzen Stofftragetasche mit der Titelabbildung als Aufdruck ein auf 5 Exemplare limitiertes Päckchen zusammengestellt, das ab sofort zum Preis von EUR 21,90 incl. Versandkosten ausschließlich im Buchladen der p.machinery bestellbar ist. In diesem Buchladen auf booklooker.de kann man inzwischen übrigens auch als Gast, d. h. ohne Registrierung, bestellen.

Der VDS infobrieft am 06.08.2022

Oh, oh, für den Spruch wird man mich im VDS henken. Aber gut. Der neue Infobrief ist da und kann hier nachgelesen werden.

1. Presseschau
• Sprachwissenschaftler fordern Abkehr von Gendersprache
• Die Sprache der Katzen
• Sorge um Buchwissenschaften in Leipzig
• Kein „vegetarisches Fleisch“ mehr in Frankreich
2. Gendersprache
• Sprachliches durch Nichtsprachliches ersetzen
• Bürger:innen-Service statt Kundenzentrum
3. Sprachspiele
• aus Des Teufels Wörterbuch
4. Kultur
• Was gilt als „Muttersprache“?
• Senioren genießen französische Sprache und Lebenskunst
• Postkarten auf Saterfriesisch
5. Berichte
• Arbeitstreffen des Jungen VDS
6. Denglisch
• Anglizismen senden falsche Signale
7. Soziale Medien
• Germanistik sucht Kolleg*in
8. Kommentar
• 3 Minuten in 2-facher Geschwindigkeit
9. Termine

Kein DPDS für Perforationsscheiß

Dass ich mit Produktdesign gerne auf Kriegsfuß stehe, dürfte inzwischen bekannt sein. Immerhin habe ich der Welt ja den DPDS, den »Designpreis für Designscheiß« gegönnt, den Preis mit dem UUU-Label: unbequem, unverlangt, unbeachtet. Und bei aller Liebe: Manche Produkte sind so scheiße, dass sie mir nicht mal einen DPDS wert sind.

Aktuell gefallen mir die Produkte der Marke »swirl«, ein Produkt der Cofresco Frischhalteprodukte GmbH & Co. KG, als Marke bekannt für jede Menge Plastikzeug, hier sind es Müllsäcke, 35 Liter Volumen, 55 x 62 cm Format. Dass die Säcke inzwischen auch mit Duft (und Geschmack? Nein, das habe ich nicht probiert) daherkommen, ist eine feine Sache, übertüncht der hübsch künstliche Geruch nach Zitrusfrüchten oder Vanille und Lavendel die olfaktorische Zumutung der eigenen Abfälle.
Abenteuerlich indes ist die Handhabung. Das beginnt mit der Papierumhüllung der Müllsackrolle, die sich der reibungs- und rückstandslosen Beseitigung gerne verweigert. Und das geht vor allem weiter mit den Säcken an sich.
Es entzieht sich meinem Verständnis, warum ich meine 9 Müllsäcke auf einer Rolle am Stück bekomme, voneinander nur durch schwachbrüstige Perforationen getrennt, die oft genug so liederlich und lustlos angebracht wurden, dass sich der nächste Müllsack nur mit brachialer Gewalt – resultierend in einem Riss im Sack, einem sogenannten Sackriss – oder besser mit einer Schere – auch hier Sackrissrisiko! – von der Rolle trennen lässt. Mein Verständnis fehlt, weil die Maschine, die die Perforation anbringt, genauso gut die Säcke auseinanderschneiden könnte, und eine nachfolgende Maschine würde sie dann wieder zusammenrollen. Klar, das nächste Argument sind dann die Kosten … blablabla! Ich habe nämlich genau solche Müllsäcke schon gehabt, allerdings von einem anderen Anbieter (der beim nächsten Mal auch wieder den Zuschlag bekommt); und die Anschaffungskosten waren die gleichen wie beim »swirl«-Produkt.

Ich vermute, der deutsche Mensch an sich wird sich an solchen Kleinigkeiten allenfalls marginal stören. Ich könnte das auch tun, aber dann würde ich mir ein Thema für meinen Blog durch die Lappen gehen lassen. Und ebenso eine Gelegenheit, anzumerken, dass ich es bodenlos schwachsinnig finde, VEGANE Müllsäcke zu produzieren – solche kamen mir beim letzten Einkauf auch in die Finger, aber da fehlte mir dann der Sinn: In meinem Haushalt wird kein veganer Müll produziert, also nutzt mir ein veganer Müllsack für die Rettung der Welt überhaupt nichts. (Und sach ma … Plastik vegan? Habt ihr eigentlich ein Rad ab?!)

Eine Hühnerfamilie

Es gibt noch echte Natur, einfach so um die Ecke. Der Norderweg zu Winnert hat eine Abzweigung nach Norden, wo es in die Felder geht, eine Freilaufstrecke für unsere Hunde. Gleich am Anfang gibt es einen ehemaligen Hof, ein Haus mit den typischen Stallanbauten. Als Hof genutzt wird er nicht mehr. Der große Stall ist finster, leer, ungenutzt.

Leer und ungenutzt? Mitnichten! Vor längerer Zeit ist dort ein Hahn eingezogen und hat sich eingenistet. Niemand wollte ihn verjagen, obwohl es Gerüchten zufolge in einiger Entfernung Nachbarn geben soll, die sich am morgendlichen Kikeriki stören. Und irgendwann tauchte dann auch seine Henne auf.
Beide Tiere sind keine Haustiere, kein Haushahn, keine Haushenne. Der Hahn ist sehr groß, fast dreimal so groß wie seine Henne. Seine Färbung ist ungleichmäßig und eher grau mit farbigen Einsprengseln. Und die Henne ist sehr klein, wie gesagt, ganz schwarz, mit einem roten Kamm.

Und letztens entdeckte ich die zwei, die gerne unterwegs sind, durchs Gras spazieren – in Begleitung von mehreren Küken. Ich zählte mindestens drei, vielleicht waren es auch vier. Die Kleinen spazierten mit den mutmaßlichen (gnfrz!) Eltern durch das Gras, und um überhaupt etwas zu übersehen, sprangen sie immer wieder hoch, schlugen mit den kleinen Flügelchen und hüpften so durch das Gelände.
Ein Foto gelang mir leider nicht. Die Handykamera war zu langsam, die Entfernung auch zu groß. Ich wollte mich nicht nähern, um die kleine Familie nicht zu verscheuchen; außerdem hatte ich zwei meiner Hundemädchen dabei, das wäre nicht gut angekommen. Und man muss ja heutzutage nicht alles, was man erlebt, mit einem Bild beweisen. Wer meine Geschichte nicht glauben möchte, kann das gerne tun. Ich freue mich derweil auf die hoffentlich baldige nächste Begegnung mit der Hühnerfamilie. Mit einem Stückchen Natur, das existiert, weil man es einfach sein lässt.

Sankt Rom

Ich kann es langsam nicht mehr hören. Nach Corona, Corona, Corona und Ukraine, Ukraine, Ukraine ist es nun Energiekosten, Energiekosten, Energiekosten. Während ich dies schreibe, jammert ein Landwirt über die steigenden Energiekosten, die die Produktpreise in die Höhe treiben (wovon ich im Supermarkt meiner Wahl bislang noch nichts merke), einer von den Landwirten, die gerne ihre Traktoren und Landmaschinen im Leerlauf herumstehen lassen und damit nicht nur teuren Treibstoff verballern, sondern auch die Umwelt verpesten.

Heute kamen die aktuellen Rechnungen meines Stromlieferanten E.ON. Bis Dezember 2021 bekamen wir unseren Strom von einem dieser Billigökostromanbieter, der hinreichend billig war, um dann pleite zu gehen. E.ON musste als Grundversorger einsteigen und sie taten dies zu etwas höheren Tarifen als der Pleitegeier.
Da unser Haus mal als Zweifamilienhaus genutzt wurde, haben wir zwei Zähler, zwei Verträge. Im Obergeschoss und im Erdgeschoss drückten wir dem Ökopleitier je EUR 78 monatlich ab. Da oben zuvor nur genächtigt wurde und inzwischen die Praxis meiner mit angetrauten Heilpraktikerin existiert, verlangte E.ON nur EUR 18 monatlich, unten dafür EUR 188. Die Zahlen basierten auf meinem Stromverbrauch.
E.ON trat mit dem Basistarif in die Nachfolge der Billigfuzzis ein. Jeder erzählte lang und breit, wie teuer der sei, wie viel man da nachzahlen müsse. Also wünschte ich mir von E.ON ein attraktives Alternativangebot. Das man mir nicht geben konnte – wegen einer Systemumstellung. Man verwies aufs Internet und was ich dort fand, war schlicht indiskutabel. Ich wollte E.ON ja nicht kaufen, ich brauche nur Strom.
Also ließ ich alles auf Basistarif laufen, und mit den heutigen Stromabrechnungen sehe ich nun, was ich davon hab.
Im Obergeschoss braucht die Praxis natürlich eklatant viel Strom … äh … Statt der bisherigen 18 zahle ich dort nun 23 EUR monatlich. Und im Erdgeschoss, wo praktisch den ganzen Tag mindestens ein Computer mit vier Monitoren läuft, wo jede Menge Geräte auf Stand-by laufen, wo eben den ganzen Tag mindestens ein Mensch lebt, arbeitet, Strom verbraucht. Und das wirkt sich nun so aus, dass ich statt den bisherigen 188 nur noch 126 EUR monatlich zu zahlen habe.

Energie wird teurer. Hm. Bei Gas kann ich mir das lebhaft vorstellen, ja. Und wer sein Heim mit Strom heizen muss, ist sicherlich auch nicht auf der sonnigen Seite des Finanzlebens (zumal ja auch nicht jeder seinen Strom via Photovoltaik selbst schnitzen kann). Aber es gibt immer Möglichkeiten, ohne großen Aufwand Kosten zu senken – behaupte ich. Die jammernden Landwirte mit ihren defekten Traktoren (defekt, weil man sie offensichtlich nicht ausschalten kann) können das ganz sicher. Und die Autofahrer, die über die Treibstoffpreise jammern, während sie beim Ratschen den Motor laufen lassen, ganz sicher auch. Aber das ist ein Thema, über das mal viel schreiben könnte.
Ich kümmere mich erst mal darum, Geld anzusparen, denn bei den nunmehr geltenden Abschlagszahlungen muss ich nächstes Jahr ganz sicher fett nachzahlen.