Beinahe untergegangen

sind einige Bücher, die dem Dezemberchaos informationsseitig zum Opfer gefallen sind. Natürlich sind sie dennoch erschienen und lieferbar. Es handelt sich konkret um:

  • Anke Jablinskis »Schatten des Meeres«, Band 5 der Reihe »ErlebnisMalta« (https://www.pmachinery.de/?p=12011);
  • Petra E. Jörns‘ Band 4 der Pentalogie »Im Licht der Horen«, betitelt »Dysis – Sonnenuntergang«, Band 207 der Reihe »AndroSF« (https://www.pmachinery.de/?p=12016). Nebenbei: Die ersten vier Bände der Pentalogie gibt es im Paket zum Sonderpreis von EUR 60,00 (statt EUR 74,70 bei Einzelkauf); als Paket nur in der p.machinery. Band 5 und Abschluss der Pentalogie erscheint 2025;
  • Jörg Weigands »Tödlicher Bambus«, Band 200 der Reihe »AndroSF«. Das Buch kommt nicht in den Handel; es handelt sich um ein Geburtstagsgeschenk für den Autor (https://www.pmachinery.de/?p=12020).
  • Team NOVAs »NOVA 35 – Magazin für spekulative Literatur«, die Ausgabe 35 eben (https://www.pmachinery.de/?p=12031).

[VDS] Infobrief vom Samstag, 4. Januar 2025

Alle Texte: hier.

1. Presseschau
• Ah und Iiiih
• Glücklich durch Ortsnamendeutung …
• Kritik an Deutschkursen
• Tastatur statt Griffel
• Wechsel an der Duden-Spitze
2. Gendersprache
• Gendern bei Goethe und Lessing
3. Sprachspiele: Unser Deutsch
• Bett, Brot, Seife
4. Kultur
• Einzigartig Deutsch
• Gewaltvolle Filmsprache
• Feiertage statt Weihnachten?
5. Berichte
• Brasilianisches Kino
6. Denglisch
• „brainrot“
7. Soziale Medien
• Keiner da?!
• Jahresrückblick
8. Kommentar
• Neujahrsgruß der Redaktion
9. Termine

Alle Jahre wieder

Es ist Silvester
Meine Hundemädchen sind in Panik.

Wie immer wünsche ich auch dieses Jahr all den Vollidioten (m/w/d), die meinen, ihr sauer verdientes Geld zu Lasten der Umwelt (m/w/d) verballern zu müssen, schwerste Verletzungen und größtmögliche Schäden am Eigentum, sowie für Schäden, die sie anderen zufügen, größtmögliche Strafen und schwerste Konsequenzen.
Ich weiß, es wird nicht helfen. Aber es ist mir jedes Jahr ein Anliegen, das zu formulieren.

Ich danke allen Menschen, die auf die sinnlose Ballerei verzichten – ihr seid ein Beispiel, dem man folgen sollte.
Meine Hochachtung gilt auch allen Geschäftsleuten, die sich entschieden haben, kein Feuerwerk zu Silvester zu verkaufen – ihr seid ein Beispiel, dem man erst recht folgen sollte.
Und ich würde mir wünschen, dass jegliche zukünftige Regierung, gleichgültig, wie unfähig sie ist, endlich eine Entscheidung pro Mensch, pro Tier, pro Umwelt treffen würde.

Wir haben an diesem Wochenende Sturm in Schleswig-Holstein. Eigentlich sollte man meinen, die Warnungen in Radio und Fernsehen, die Absagen aller möglichen Veranstaltungen nicht zuletzt an der Nordsee und auf den Inseln würden Wirkung haben, aber weit gefehlt. Die Dummheit des deutschen Menschen in dem vermeintlichen Bemühen, verfehlte Traditionen zu pflegen, ist unbegreiflich.

[Hirche liest:] Alles Lug und Trug

Unter dem Thema liest p.machinery-Autor Wolfram Hirche am 27. Dezember 2024 ab 19.30 Uhr im Münchner Literaturbüro (MLb) in der Milchstraße 4 zu München. Er liest Autofiktionales und andere Storys aus seinem Werk. Anschließend gibt es eine Diskussion und einen Umtrunk, »wie üblich«, wie er schreibt.

Aktuell sind seine »Männerherzen« (Außer der Reihe 88), aber auch der vorherige Titel »Spottlichter« (Außer der Reihe 65) ist nach wie vor brandheiß.

Hirche, Wolfram, SPOTTLICHTER

Hirche, Wolfram, MÄNNERHERZEN. 33 Storys

 

[VDS] Infobrief vom Freitag, 20. Dezember 2024

Et voilà: alle Texte hier. Und wie sonst auch sind die besonders lesenswerten Beiträge rot markiert.

1. Presseschau
• Lohnt sich Latein noch?
• Elefantensprache entschlüsselt
• Wie man Sprachen lernt
• Sprachen lernen ist sinnvoll
2. Gendersprache
• Gendern löst Streit in Schulklassen aus
• Wahlkampfthema Gendersprache
• Iris Berben steht zum Gendern
3. Sprachspiele:
• Invasion der Xenozismen vom Planeten Grmpf
4. Kultur
• Fehlende Wörter
5. Berichte
• Braunschweiger Till verliehen
6. Denglisch
• Deutsch oder Englisch als Unternehmenssprache?
7. Soziale Medien
• Wahlkämpfende
• Wilma, heul leise!
8. Kommentar
• Weihnachtsgrüße der Redaktion
9. Termine

Zur Weihnacht

Ulrich Harbecke: Der Poet von Bethlehem

Ganz still und heilig war die Nacht.
Fast alles schlief. Nur einsam wacht
das traute und hochheil’ge Paar.
Da stand jedoch, ich denke mir,
ein Fremder vor des Stalles Tür,
ein kleiner, etwas blasser Mann,
mit Brille, Schirm, zerbeultem Hut,
ein Schreibheft noch als Attribut,
und klopfte schüchtern an.
„Wer ist denn das?“ St. Joseph sprach.
Er nahm ein Licht und sah gleich nach.
Der Fremde, der dort vor ihm stand,
war ihm noch völlig unbekannt.
Er sei, so sagte er diskret,
in Betlehem der Hauspoet.
Er liebe es, auf alle Sachen
sich Strophe, Vers und Reim zu machen.
Ein guter Reim sei quasi
wie das Standesamt der Poesie,
wo man ein Paar zusammengibt,
das sich schon lange heimlich liebt.
Man kann in Liedern und Geschichten
dasselbe immer neu berichten.
Parolen, Sprüche, Kontroversen
erweichen sich in Klang und Versen.
Am Ende macht ein Komponist,
weil das doch schön und üblich ist,
daraus ein neues Weihnachtslied,
und das zieht leise durchs Gemüt.
Vielleicht nur Illusion und Traum
und manchmal etwas Kitsch und Schaum,
doch damit werden Welt und Zeit
ein wenig wen‘ger kalt, und weit.
Sogar der Menschen Hass und Streit
ist, wenn in ein Gedicht verwandelt,
fast therapeutisch abgehandelt.
Es wird Gestalt, wird Bild und Klang,
wird Solo- oder Chorgesang,
man wird den Seelenstau famos
wie durch ein Abführmittel los.
Und einer weiß, wie sowas geht.
Das ist nicht etwa der Prophet,
nicht Kleriker und Theologe,
Didaktiker und Philologe.
Es ist vor allem der Poet,
der überm Abgrund tanzt und singt,
der Atemluft und Freude bringt,
als Könner und mit viel Geschick
(gelegentlich mit schlauem Trick)
so manche dunkle, kalte Nacht
ein wenig still und heilig macht.

Und wenn etwas wie hier passiert,
das Gräben schließt und Zukunft schafft
mit Fantasie und Lust und Kraft
ein neues Zeitalter gebiert,
das ist ein Stoff, der – klug gestaltet –
die Herzen rührt, den Geist entfaltet.
Dann läuft das Reimen wie geschmiert.
Hier unten der prekäre Stall,
hoch oben hell der Stern im All.
Es hätten, sagt man, unprobiert
Engel und Hirten musiziert.
Im Wochenblättchen war zu lesen,
drei Kön‘ge seien hier gewesen,
durch Gottes Hand von fern gelenkt
und hätten reich das Kind beschenkt.
Man glaubt gar, dass mit diesem Kind
ein völlig neuer Weg beginnt.
In jedem Land, in jedem Haus
dort breche nun der Frieden aus.
In Parlament, Verein, Partei
sei Schluss mit Häme und Geschrei.
Egal, wer irgendwo regiert,
die Menschenrechte respektiert.
Das schreib ich auf. Das wird man lesen.
An Versen soll die Welt genesen!

Schweratmend schwieg der kleine Mann.
St. Joseph sah ihn staunend an.
Der Ochse hatte unterdessen
das Wiederkäuen fast vergessen.
Der Esel, dem längst alles klar,
rief ein begeistertes „I-A“.
Maria nickte, lachte fein
und sprach: „Genau so soll es sein.“
Dort lag ihr Kind im Krippennest
und schlief ganz ruhig, tief und fest.

Der Dichter sah das traute Glück.
Er zog sich zart und still zurück,
stieg draußen auf sein Flügelross
und ließ beschwingt die Zügel los.

(präsentiert von p.machinery Michael Haitel, Winnert, mit freundlicher Genehmigung des Autors)

[VDS] Infobriefe vom 06.12. und 14.12.2024

Normalerweise verschickt der VDS Informationsmails, dass es einen neuen Infobrief gibt. Darin ein Inhaltsverzeichnis und die Beiträge, die man dann auch auf der Website des Vereins nachlesen kann. Bei den Infobriefen vom 06.12.2024 und 14.12.2024 hat das nicht funktioniert, sodass hier nur die Links auf die Themen auf der Website angeboten werden können:

Für den nächsten Infobrief kann bereits Besserung gelobt werden: Die E-Mail ist schon da, nur der Link auf die Website fehlt noch.

Meister Weigand :)

Dass ich einen guten Kontakt mit Jörg Weigand habe, hat sich möglicherweise schon herumgesprochen. Wir unternehmen viele Projekte miteinander, was mir auch schon vorgeworfen wurde (möglicherweise von neidischen Menschen, es hat mich nicht sonderlich interessiert). Der Kontakt mit Jörg ist anregend und führt zu mit aus meiner Sicht guten Ideen unterfütterter Produktivität.
Dass dazu auch gehört, seine eigenen Werke zu veröffentlichen – und ihn nicht nur als Herausgeber und Ideenlieferant zu »missbrauchen« –, versteht sich für mich von selbst. Und so habe ich zuletzt eine Sammlung seiner Meister-Li-Geschichten, Fantasien aus dem Reich der Mitte, wie es im Untertitel heißt, veröffentlicht. Und auch wenn das nicht meine Art von Lieblingsliteratur ist – ich bin eigentlich eingefleischter Krimifan –, so hatte ich doch großen Spaß bei Lektüre, Korrektorat und Layout des Buches. Für mich hat sich das gelohnt.

Weigand, Jörg, DIE WELTEN DES MEISTER LI

Folgerichtig

Ich fand Ralph Alexanders erstes Werk in meiner p.machinery, »Das Stoffuniversum«, schön, lesbar, interessant und  durch die besondere Form der Verarbeitung eines in der SF altbekannten Themas – des Wechsels zwischen Universen und Dimensionen – veröffentlichungswürdig. Und das zu einer Zeit, da ich mir geschworen hatte, nicht mehr mit Agenturen zusammenzuarbeiten.
Ralphs Erstling hat inzwischen Furore gemacht. Immerhin hat er den Deutschen Science-Fiction-Preis (DSFP) 2024 als besten Roman gewonnen – was vielleicht nicht beweist, dass ich großartige Ahnung von großartiger (SF-) Literatur habe, aber immerhin, dass ich mit meinem Geschmack nicht allein da stehe.
Der neue Roman – »Das zweigeteilte All« – war für mich quasi ein Muss, und es entwickelt sich insofern besonders, als er zunächst nicht als »SF pur« erscheint, sondern wie ein »Near-Fiction«-Roman erscheint. Aber er hat es in sich, weiß dann doch zu überzeugen – und am Ende wird das Ganze Universum dieses Werkes noch durch Fragmente – Kurzgeschichten – aufgefüllt und abgerundet.
Wenn mein Geschmack schon beim »Stoffuniversum« nur durch Zufall oder eigentlich gar nicht funktioniert hat – ein DSFP-Komiteemitglied fand den Roman sterbenslangweilig –, dann ist das sicherlich auch beim »zweigeteilten All« der Fall. Was mich optimistisch stimmt.

Neumüller, Ralph Alexander, DAS ZWEIGETEILTE ALL