Nicht nur Drachen machen Sachen

Nein, natürlich auch Verleger. Und Autoren. Autorinnen, um genau zu sein.
Regina Schleheck hat schon bei mir veröffentlicht, in verschiedenen Anthologien. Wir hatten also schon Berührungspunkte. Die nun veröffentlichte Collection enthält Storys, die nicht nur in meiner p.machinery schon veröffentlicht wurden; es handelt sich um sogenannte »verstreute Geschichten«. Und dazu gibt es einige Erstveröffentlichungen, damit dem Schleheck-Fan und -Sammler etwas geboten wird.

Bemerkenswert ist Reginas Arbeitsweise. Sie hat fünf Kinder – wobei ich nicht weiß, ob die alle noch bei ihr zu Hause leben –, sie ist Oberstudienrätin – was sich auch für einen in Details Nichteingeweihten wie mich nach viel Arbeit anhört – und sie schreibt, gibt heraus und referiert. Und trotzdem ist sie irre schnell. Unser gemeinsames Buch entstand innerhalb weniger Tage, wobei eine ursprüngliche Storyzusammenstellung noch einmal umgestellt und erweitert werden musste, weil ein Verlag meinte, für eine Neuausgabe Geld verlangen zu wollen – und nicht zu knapp –, was ich nicht akzeptieren wollte.
Wie gesagt: Irre schnell war ihre Arbeit. Die Fahnenkorrektur des Buchblocks war so schnell erledigt, wie bei keinem anderen Autor meiner p.machinery zuvor, und dabei hatten wir sogar noch zwei, drei winzige Korrekturpunkte zu klären.

Aber das Wichtigste für mich: Die Geschichten sind über alle Maßen gelungen. Klar, bei einer Autorin, die schon Preise eingeheimst hat, kann man so etwas eigentlich erwarten. Aber dennoch – das, was nach außen hin als Märchen verkauft wird, sind märchenhafte Geschichten, aber keine Märchen im klassischen Sinne. Kein »Es war einmal …«, kein »Und sie lebten glücklich …«. Aber das muss man ja auch nicht immer haben.

Apropos Lesung

Auch Dieter Bohn hat letztens gelesen – das war schon Mitte Juni auf dem ColoniaCon 2022. Gelesen hat er aus seinem »Der Zef’ihl, der vom Himmel fiel«, schon im Juni 2021 als AndroSF 124 erschienen. Die Tonqualität ist nicht immer optimal, was an den Räumlichkeiten am Veranstaltungsort liegt, aber man kann Dieter gut verstehen. Und wer’s nicht hinbekommt, kann sich ja das Buch zulegen …

Bohn, Dieter, Der Zef’ihl, der vom Himmel fiel

 

Stunden und Wege: Udo Weinbörner liest

Die Lesung findet am Donnerstag, den 14.07.2022, auf Einladung des Kulturkreises des Generalbundesanwalts beim Bundesministerium der Justiz in Karlsruhe statt. Udo Weinbörner liest aus den Schiller-Romanen »Die Stunde der Räuber« und »Der lange Weg nach Weimar«, und zwar um 19 Uhr im Siegfried-Buback-Saal zu Karlsruhe (Brauerstraße, Südweststadt). Eintritt: 8 EUR Mitglieder des Lions Club, 9 EUR Nichtmitglieder.

Weinbörner, Udo, Bei Sonnenaufgang sind wir zurück

Inszeniert wie ein Theaterstück

So beschreibt Kai Beisswenger die Premierenlesung Willi van Hengels und seines Buches »Dieudedet oder Sowas wie eine Schneeflocke«, die am Donnerstag in der Brotfabrik zu Berlin stattgefunden hat. Laut Kais Informationen waren etwa 25 Hörer anwesend – das klingt nicht viel, ist aber Publikum. Und den Verkaufszahlen zufolge ist die Lesung angekommen.

Buchpräsentation in der Brotfabrik

Ja, die heißt wirklich so. Willi van Hengel präsentiert morgen, 07.07.2022 ab 19.30 Uhr, sein Buch »Dieudedet oder Sowas wie eine Schneeflocke« in der Brotfabrik am Caligariplatz 1 zu 13086 Berlin. Der Eintritt liegt bei 6 EUR (ermäßigt 4 EUR).

van Hengel, Willi, DIEUDEDET oder Sowas wie eine Schneeflocke


Edit 16.07.2022: Eigentlich heißt es ja, das Internet vergesse nichts. Bullshit. Der Veranstaltungslink (oben fett gesetzt) ist heute schon nicht mehr gültig. Herzlichen Dank, ihr Amnesiker.

Spottlichter im Lokalradio

Radio Lora 92.4 ist ein Münchner Lokalsender auf der Frequenz 92,4 MHz und im Internet (lora924.de). Auf 92,4 MHz tummeln sich noch andere Lokalsender, und so ist die Sendung vom 20. Juni, in der Wolfram Hirche aus seinem Buch »Spottlichter« gelesen hat, für die Nachwelt durchaus erhaltenswert:

 

Wolfram Hirche und seine Gesprächspartnerin lesen im Wechsel einzelne Glossen aus dem Buch und unterhalten sich über das Werk. Wer den Literaturbetrieb nicht nur in München gerne mit dem satirischen und sarkastischen Auge in den Blick nehmen möchte, sollte sich nicht nur diese Sendung anhören, sondern sich auch das Buch gönnen.

Hirche, Wolfram, SPOTTLICHTER

Weitersagen! Dieter Bohns E-Book geht aufs Haus!

Vom 01.07. bis 07.07. gibt es Dieter Bohns »Der Zef’ihl, der vom Himmel fiel« als E-Book bei allen einschlägigen E-Book-Anbietern (nicht nur bei Amazon!) zum Preis von 0,00 EUR. Leseproben gibt es nicht nur bei Amazon, sondern auch bei Hugendubel.

 

Bohn, Dieter, Der Zef’ihl, der vom Himmel fiel

Auch wieder Preis haben will

2022 war ein nettes Jahr für meinen Verlag, was den Kurd-Laßwitz-Preis angeht. Reichlich Nominierungen, gute Platzierungen – wenn auch kein Gewinn. Beim Deutschen Science-Fiction-Preis 2022 ist die p.machinery nicht mal erwähnt worden – gut, man kann nicht immer alles haben.

Für nächstes Jahr habe ich mal vorgesorgt. Denke ich. Hoffe ich. Aiki Mira ist nach den Ergebnissen der beiden wichtigsten deutschen SF-Preise 2022 eine gute Adresse, und ihr Buch, das dieser Tag in meinem Verlag erscheinen wird, hat das Zeug zu einem Sieger. Klar, wird nun jeder denken, ein Verleger muss davon überzeugt sein. Aber auch der Lektor Kai Beisswenger, der gemeinsam mit Aiki aus einem Rohdiamanten ein echtes Schmuckstück gemacht hat, war und ist dieser Ansicht.

2022 ist natürlich noch lange nicht zu Ende. Wer weiß, wer noch alles auf der Szene erscheint. Aber ich bleibe zuversichtlich, dass Aikis »Titans Kinder« mindestens mal auf einer Nominierungsliste genannt werden wird.

Mira, Aiki, TITANS KINDER

Kurd-Laßwitz-Preis 2022

Die Gewinner sind längst bekannt, ich möchte sie hier noch kurz präsentieren. Gewonnen hat meine p.machinery bzw. ihre Autoren diesmal nicht, aber immerhin haben wir zwei zweite Plätze gemacht.

Besonders überrascht hat mich der zweite Platz für Hans Jürgen Kuglers »Von Zeit zu Zeit« (AndroSF 115), bei dem ich mit so einem durchschlagenden Ergebnis nicht gerechnet hätte. Der Roman ist natürlich durchaus preiswürdig, aber Zeitreisegeschichten und allgemein Geschichten, in denen es zum Zeitphänomene geht, sind in der deutschen SF gerne besonders kritisch gesehen. Hans Jürgens zweiter Platz beim besten deutschsprachigen SF-Roman 2021 ist aus meiner Sicht deshalb eine besondere Auszeichnung.

Auch der zweite Platz bei der besten Graphik (altertümlich mit ph :) und der dritte Platz beim Sonderpreis für einmalige herausragende Leistungen, den Michael Tinnefeld und Uli Bendick für »Diagnose F« (AndroSF 138) bekommen haben, sind eine besondere Auszeichnung in meinen Augen. Vor allem hat mir dabei gefallen, dass beim Sonderpreis hervorgehoben wurde, dass Michael und Uli sich mit der Anthologie eines Tabuthemas — psychische Erkrankungen — angenommen haben.

Man kann nicht jedes Jahr gewinnen, aber ich finde es schon sehr schön, in der beigefügten Tabelle aller Preisträger und Platzierten immerhin fünf Mal genannt worden zu sein.