Eine Schneeflocke im Sommer

Über Willi van Hengels Roman »Dieudedet oder Sowas wie eine Schneeflocke« will ich nicht viel mehr schreiben, als der aussagekräftige Klappentext hergibt; siehe

van Hengel, Willi, DIEUDEDET oder Sowas wie eine Schneeflocke

Am Rande gibt es technische Details, die von Interesse sein mögen. Jedenfalls für mich. Möglicherweise auch für Käufer:

  • Band 1 und 2 — die Romane von Ray Müller und Karla Weigand — sind noch im Format 120 x 220 mm erschienen und auch noch so erhältlich. Dieses Format ist bei einigen Lesern nicht gut angekommen. Es sei zu unhandlich, zu unpraktisch, beim Paperback würde man den Buchrücken brechen …
    Ich habe das Format daraufhin umgestellt. Ray Müllers Werk ist noch nicht überarbeitet; die bereits gedruckte Auflage ist zu groß, um nicht abverkauft zu werden, wie sie ist.
    Das Paperback von Karla Weigand ist inzwischen im Format 130 x 220 mm zu bekommen, wobei der Satzspiegel gleich groß geblieben ist; so ist der Steg zur Buchmitte größer und das Buch handhabbarer. Das Hardcover liegt noch im Format 120 x 220 mm vor, aber ist als solches dank der Fadenbindung unproblematisch.
    Auch Willi van Hengels Band 3 ist gleich in diesem größeren Format veröffentlicht worden.
  • Bis auf Weiteres werde ich auf die Produktion von Hardcovern dieser Reihe verzichten, jedenfalls, bis die Reihe sich entsprechend durchgesetzt hat, bekannt geworden ist. Und Interesse auf dem Markt besteht.

Und noch einmal: Focke & Frambach

Focke & Frambach … oder Frambach & Focke … Fast könnte man es sich als Markennamen registrieren lassen. Das schreibfleißige Pärchen mit intensiver Verbindung zur Phantastischen Bibliothek Wetzlar hat erneut vorgelegt – einen neuerlichen Anschlag auf die Lesewut deutschsprachiger Fans kurzer Geschichten. Und diesmal basiert das Gemeinschaftsprojekt auf einer Idee, die Sabine Frambach schon unter dem Titel »Türen« als Band 41 der Phantastischen Miniaturen der Bibliothek veröffentlicht hat, in diesem Buch erweitert um thematisch gleich gelagerte Storys ihres Schreibpartners Kai Focke. Herausgekommen ist eine Sammlung von – sic! – Türen, Toren und Portalen in mannigfaltiger Ausprägung. Kleine, knackige Geschichten, nicht immer ganz so winzig wie die Kürzestgeschichten in den Miniaturen – es finden sich doch glatt ein paar Geschichten, die mehr als zwei Seiten lang sind –, aber immer mit mehr oder minder heftigem Augenzwinkern geschrieben und formuliert.

Auch das die Verkündigung des Verlags. Was dort nicht verraten wird, ist der eigentliche Witz dieser und anderer Sammlung solcher Kurz- und Kürzestgeschichten: die Phantastischen Miniaturen der Bibliothek bekommt man nur dort: in der Bibliothek. Keine ISBN, kein Buchhandel, kein Amazon, Thalia, Hugendubel, Weltbild & Co., keine E-Books, nichts dergleichen. Einfacher zu bekommen sind die Sammlungen meiner p.machinery – überall, wo es Bücher gibt (und inklusive meines eigenen Buchladens). Die Abneigung Thomas Le Blancs gegen eine ordentliche Vermarktung seiner Bibliotheksschriften – es gibt ja noch mehr als die Miniaturen – ist letztlich unverständlich. Aber nicht mein Problem.

Frambach, Sabine & Focke, Kai, TÜREN, TORE & PORTALE

Und es hat sich wieder gelohnt: das Warten

Ein sehr gutes Jahr hat es gedauert, bis die neue Ausgabe der GEGEN-UNENDLICH-Anthologie erschienen ist. Inzwischen ist als Herausgeber nur Andreas Fieberg übrig geblieben, und der hat die Zeit genutzt, um sehr gute Storys zu finden und zusammenzustellen. Die kleine, aber feine Sammlung kann nicht nur mit noch recht unbekannten Namen aufwarten, sondern präsentiert auch die Großen, die in der Szene sittsam bekannt sind. Mit ihren Storys sind Gabriele Behrend, Julian Bodenstein, Maike Braun, Andreas Fieberg, Mario Keszner, Alexander Krist, Karsten Lorenz, Holger Neuhaus, Annika Mirjam Pas, Uwe Post, Scipio Rodenbücher, Kornelia Schmid, Marcel Schmutzler, J. H. Schneider, Johann Seidl, Achim Stößer und Liliana Wilding vertreten, und Miguel Melro krönt das Ganze mit einem zauberhaften Titelbild.

So wird es auf der Verlagsseite verkündet, und es ist nicht übertrieben, die Sammlung und die Geschichten als »sehr gut« zu bezeichnen. Andreas Fieberg ist hier einmal mehr eine »phantastische« Zusammenstellung gelungen. Leider vermute ich, dass diese kleine Sammlung einmal mehr schlicht untergehen wird. Das ist wohl heute einfach so. Und nach wie vor kein Grund für mich, keine solchen Anthologien zu veröffentlichen.

Fieberg, Andreas (Hrsg.), GEGEN UNENDLICH 17

Und hier ist euer Termin!

Samstag, 11. Juni – ab 20 Uhr!

Gabriele Behrend liest live aus »Das Dorf am Grunde des Sees«

Gabriele wird live, online und virtuell im Bühnenbild von Barlok Barbosa ihren Roman »Das Dorf am Grunde des Sees« vorstellen. Eine fabelhafte Gelegenheit, das wunderbare Buch einer großartigen Schriftstellerin kennenzulernen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Samstag, 11. Juni – ab 20 Uhr!

Behrend, Gabriele, Das Dorf am Grunde des Sees

 

Letzte Amtshandlung: Weisser ist raus

Die Hintergrundgeschichte ist nicht schön, gehört im Detail aber nicht hierher. Die|QR|Edition ist seit Anfang Januar 2022 Geschichte. Heute morgen wurden sämtliche Weisser-Titel im Programm der p.machinery, die über Booklooker auf dem Markt verfügbar gemacht wurden, ausgelistet. Das bedeutet, dass sie in Kürze als Neuwaren über Anbieter wie Amazon & Co. nicht mehr verfügbar sein werden. Die noch existierenden Restbestände:

sind – solange der Vorrat reicht – beim Verlag oder bei Booklooker zu bekommen: hier.

Wer direkt beim Verlag oder über Booklooker bestellt, bekommt ab sofort – bis 30.06.2022 – 20 % Rabatt auf die unter »Angebot« in obiger Liste genannten Preise. Wer alle Titel bestellt, wird mit 40 % honoriert. (Bei eventuellen PayPal-Zahlungen wird die Differenz zu den Buchladenpreisen auf gleichem Wege zurückerstattet.)

Wiedergeburt, renoviert

»DAEDALOS« ist wieder da (siehe auch hier). Und im Großen und Ganzen zeigt sich die erste neue Ausgabe, die Nummer 13, als würdiger Nachfolger des Originals. Und dennoch gibt es einige Unterschiede:

  • Das Herausgeberteam ist natürlich ein anderes. Hubert Katzmarz ist 2003 verstorben, und neben seiner Witwe Ellen Norten haben sich die thematisch versierten Michael Siefener und Andreas Fieberg als neues Team eingefunden.
  • Das Format und die Machart sind nicht mehr die eines gehefteten und handgeschnittenen Fanzines, sondern entsprechend der modernen Möglichkeiten ein Paperback mit Klebebindung. Auch die Größe hat sich verändert: Erschien DAEDALOS bis zur Nummer 12 im Format DIN A5, so orientiert sich die neue Ausgabe mit 148 x 255 mm am Format des Ende 2018 erschienenen »Best of« »DAEDALOS 1994–2002«.
  • Und der Titel hat sich leicht verändert: Früher nannte sich DAEDALOS nur »Story Reader für Phantastik«, heute ist es »Der Story-Reader für Phantastik« – mit einem Bindestrich und einem die Vorrangstellung markierenden Artikel vorneweg. (Und diese Vormachtstellung wird sich DAEDALOS erobern – versprochen.)

Inhaltlich indes orientiert sich DAEDALOS 13 – wie laut Plan auch seine Nachfolger – ganz am Original: fantastische Storys von bekannten und weniger bekannten Autoren, dazu ein Klassiker, gekrönt von einschlägig klassischen Grafiken. Und wir hoffen, dass das heute wie damals ankommt.

Michael Siefener, Ellen Norten & Andreas Fieberg (Hrsg.), DAEDALOS 13

Vormerken! Ihr habt ’nen Termin!

Samstag, 11. Juni – ab 20 Uhr!

Gabriele Behrend liest live aus »Das Dorf am Grunde des Sees«

Gabriele wird live, online und virtuell im Bühnenbild von Barlok Barbosa ihren Roman »Das Dorf am Grunde des Sees« vorstellen. Eine fabelhafte Gelegenheit, das wunderbare Buch einer großartigen Schriftstellerin kennenzulernen, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Weitere Infos und Links folgen.

Behrend, Gabriele, Das Dorf am Grunde des Sees

 

Soll Literatur verdorben werden?

Ein gerade für mich als Verleger belletristischer Literatur hochinteressantes Thema. Meine Ansicht ist simpel: Wer Literatur gendert, sollte nicht veröffentlicht werden. Geschweige denn gelesen. — Der anfängliche Tenor der Umfrage zeigt eine Ablehnung deutlich über 60 %.

Umfrage: Romane gendern?

In der „Schönen Literatur“ findet sich Gendersprache sehr selten – aus gutem Grund: Genderformen stören den Lesefluss oder führen zu Unklarheiten, beispielweise wenn maskuline und feminine Personenbezeichnungen abgewechselt werden. Wird hingegen konsequent durchgegendert, entsteht ein unlösbares Dilemma. So als würde man vom Nachbartisch dauernd um die Uhrzeit gebeten, zerreißt die abstrakte Frage (nach der jeweils angemessenen diversitätsgerechten Form) die Stimmung und lenkt ab von der Geschichte. Der Text wird ungenießbar. Das Meinungsforschungsinstitut Civey führt derzeit eine Umfrage durch, ob sich die Leserschaft mehr Genderformen in der Literatur wünscht. (civey.com)

Quelle: VDS-Infobrief 29.05.2022