Tagwerk 28/12

  • Meine Routine habe ich noch nicht gefunden.
    Da war Frau vor.
  • Trotzdem Lektorat und Korrektorat einer Novelle beendet und an Autor verschickt.
    Das war Runde 1.
    Vielleicht kommt noch Runde 2.
  • Wiedereinstieg in den Job für’s Klinikum.
    Korrektorat begonnen.

Vom Tage 14/12

  • Heute war es einfach.
  • Ein Einkauf. Lauter Bekloppte. Hat wirklich irgendein Politiker geglaubt, die Leute würden vor dem neuerlichen Verschlusszustand nicht einkaufen, als gäbe es kein Morgen? Mehl war fast weg, vor allem die Ökofuzzisorten. Weizen kann ja jeder. Und Klopapier übel dezimiert. Ich erwischte den vorletzten Hefewürfel. Und nahm noch zwei Packen Klopapier mit. Wenn schon kein Mehl mehr da war.
  • Zwei Gassigänge. Der mittags war nicht schön. Wind und Regen, aber nicht mal richtiger Regen. Nur so einer, der dann Arbeit macht, weil die Hunde patschnass sind. (Und mäkelig sind die zwei neuerdings auch. Ständig gibt’s was an den Leckerlis zu meckern. Blöde Weiber, blöde.)
  • Und ansonsten eine Arbeit für ein großes deutsches Klinikum, die ihren Masterplan 2020 in eine optisch einheitliche Form gebracht haben möchten. Dazu Korrektorat, Vereinheitlichung von Schreibweisen, Aktualisierung des Inhalts- und des Abkürzungsverzeichnisses. Ein Job, dem man eine gewisse Stupidität nicht absprechen kann. Aber manchmal mag ich das.
  • Und vor Inspector Barnaby ein wenig laute Musik. Zappas »Heavy Duty Judy« und der »Ring of Fire« (von »The Best Band You Never Heard In Your Life«). Es gab mal Zeiten, da konnte ich Zappa nicht leiden. Zum Glück erinnere ich mich nicht dran.

Auf den G-Punkt

»Geschlechtergerechte Sprache« ist das Gegenteil dessen, was sie vorgibt zu sein. In Wahrheit ist sie frauendiskriminierend und -herabsetzend. Während man den Männern ohne Weiteres genug Verstand und Intelligenz zuspricht, zu erkennen, dass sie auch mit grammatikalisch weiblichen Ausdrücken wie »Person«, »Aushilfe«, »Koryphäe« oder »Niete« etc. gemeint sein können, traut man den Frauen diesen Abstraktionsschritt nicht zu. Man unterstellt, sie könnten sich nur »gemeint« fühlen, wenn für sie ein auch grammatikalisch weiblicher Ausdruck verwendet wird. Diese Ungleichbehandlung in der Zuschreibung von Intelligenz und Sprachkompetenz ist antiemanzipatorisch und rückschrittlich.
Wer gendert, hält Frauen offenkundig für intellektuell überfordert, die Prinzipien der Sprache zu verstehen.

[Leserbrief im Online-Magazin Publico, 27.09.2020, gelesen in den VDS-Sprachnachrichten 88 (IV/2020)]

Noch ein Tag 02/12

  • Sie reihen sich aneinander. Einer nach dem anderen. Tag für Tag.
  • Gestern kamen die aktuellen Sprachnachrichten des VDS. Ich mag das Blatt. Es fühlt sich an, als würde es mich bilden. Im Sinne von Bildung. Sprachbildung. Ich denke, die Nummer werde ich hier besprechen, wenn ich sie durch habe.
  • Morgens dem Schaltungsdienst einen Druckauftrag gegeben. Und Nachdruckaufträge. Der Bestelleingang kann sich derzeit sehen lassen. Aber gut – es weihnachtet.
  • Dann Layout für ein Buch über Verschwörungstheorien. Aus dem Blickwinkel von Platon. Wird Band 51 »Außer der Reihe«.
  • Und nachmittags ein Lektorat. Neuer Auftrag. Zweites Buch einer Reihe einer Autorin, die auch schon bei p.machinery veröffentlicht hat.
  • Ärgerlich. Eines meiner letzten Bücher strotzt vor Fehlern. Meint ein Leser. Ich bin nicht sicher, ob da nicht eine Verwechslung der Textdatei passiert ist. Ich war überzeugt, bei der Fahnenkorrektur sorgfältig gewesen zu sein. Ärgerlich. Muss ich mir anschauen.
  • Kim geht es nicht wirklich besser, aber sie hat sich im Griff. So sieht es jedenfalls aus. Die Medikamentenlage ist problematisch. Sie bekommt unter anderem Gabapentin. Zweimal 50 mg pro Tag. Es gibt nur 100 mg-Kapseln. Hartkapseln. Tabletten gibt es erst ab 600 mg – und die kann ich dann nicht mehr dosieren. Dass Arzneimittelhersteller so überhaupt nicht nachdenken. Als wenn es sie gar nicht interessiert, was man als Anwender für Malessen mit ihrem Scheiß hat. Muff.

Ruhige Tage

Nein, ruhige Tage sind es nicht. Eher im Gegenteil. Nur fällt es schwer, sich auf umfangreichere Blogbeiträge zu konzentrieren, wenn vorne und hinten, links und rechts die Arbeit liegt. — Heute habe ich das Korrektorat eines Krimis fertiggestellt, der im Schwabinger Milieu spielt. Ein Krimi. Gefällig geschrieben, gut zu lesen, mit ein paar Macken, die aufzufinden und zu markieren meine Aufgabe war. — Und dann ist da immer noch mehr. Manchmal Kleinkram. Manchmal Größeres. Wie z. B. das Buch »Himmel und Erde«, herausgegeben von Corinna Griesbach, mit Kurzgeschichten nach den Bildern der Tatjana Frey, das ich via Bookwire nicht realisieren konnte, weil es eine – zunächst dämliche – Fehlermeldung gab, deren Beseitigung letztlich ein ebenso dämliches Problem zur Grundlage hatte. Aber es ist gelungen. — Und morgen folgt das nächste Korrektorat. Diesmal gweht es um einen historischen Roman aus der Zeit der Reformation. — Nein, ruhige Tage sind es nicht. Aber die brauche ich auch nicht.

Jeden Tag ein Buch ist noch kein Tagebuch

Aber ich habe lange nicht zusammengefasst, worum es hier in Winnert gegangen ist, worum es geht. Während die Welt die Schotten dichtmacht – wenn man denen glaubt, deren Schotten im Kopf längst dicht sind –, spüre ich nach wie vor nichts von allem. Die Masken, gut. Aber an die gewöhnt man sich so schnell, trotz all der Unbilden: Brillennebel (auch so eine idiotische Wortneuschöpfung, immerhin eine deutsche), das Bartjucken, die Atemfeuchtigkeit zwischen den Barthaaren. Während also die Welt … scheiß drauf.

Was also war zuletzt?

  • »Kindergefängnis …« und »Himmel und Erde« sind durch. Norbert Stöbes »Kleiner Drache« im Grunde auch. Von »Kindergefängnis« und vom »Kleinen Drache« liegen hier die Andrucke zur Durchsicht und ggf. Freigabe. »Himmel und Erde« kommt wohl morgen.
  • Die letzten Tage war ich mit einem Auftrag beschäftigt. Eine Fantasygeschichte mit einem nicht zu übersehenden Bezug zur Realität: Es geht um Dämonen und Menschen, um Mutter Natur und Wälder, um Blaue Feuer, die die Wälder vernichten. Eine sehr schöne Geschichte, an deren Lektorat ich vielleicht noch ein wenig zu verbessern gewusst hätte. Eigentlich sollte ich nur das E-Book bauen, dann stellte sich aber heraus, dass das erste Korrektorat offensichtlich schiefgegangen ist. Jedenfalls durfte ich das dann auch noch machen. Dann das E-Book und die Eingabe der Korrekturen in die InDesign-Vorlage für die Druckversion. Meine erste Arbeit mit InDesign, das ich mir extra dafür angeschafft habe (Kosten: 20 Euro pro Monat, das wird sich schon irgendwie amortisieren; für den ersten Job auf jeden Fall). Der Autor erwies sich als ausgesprochen nett und nicht unglücklich über meine Arbeit. So kann das weitergehen.
  • Gestern Abend habe ich dann noch Ron Müllers »Das Theodizee-Problem« fertiggestellt: Druckdaten für den Schaltungsdienst incl. Druckauftrag, Daten für Bookwire, das E-Book, alles fertig. Jetzt warte ich auf den Andruck.
  • Heute war E-Mail-Tag, weil ich am Samstag keine Zeit dafür hatte. Und geschafft habe ich wieder nur einen Bruchteil. Nicht zuletzt diversen Telefonaten geschuldet. Nein, die sind nur dann Störungen, wenn ich nicht rangehe, obwohl ich nicht gerade mit den Hundemädels draußen bin.

Die Einkäufe am Morgen haben ordentlich Zeit gekostet, waren aber gut verlaufen. Keine Probleme. Oder doch: Man sieht mir nicht an, dass ich leichter geworden bin. Um 450 Euro. Davon 270 Euro alleine für frisches Insulin. Und meine Krankenversicherung habe ich gleich mit einem neuen »Leistungsauftrag« erfreut. Den letzten Leistungsauftrag habe ich von meiner Krankenkassenbeitragszahlung für November abgezogen. Ich hatte das angedroht, weil die mich vier, sechs, acht Wochen auf mein Geld warten lassen und dann immer die dämlichsten Ausreden haben. Mein Berater meinte, ich solle das nicht tun, das gäbe nur Ärger – aber auf genau den bin ich auch aus.

Sprachschänder-DNB

Manche Menschen sind dumm. Und ahnungslos. Journalisten gehören häufig in eine solche Menschengruppe. Werbefuzzis. Geschäftsleute, sogenanntes »Business-Gesoxx«.

Ich bekomme morgens den täglichen Xing-Newsletter. Meist sind die Nachrichten für mich nicht interessant. Manchmal sind sie einfach nur albern. Manchmal bemerkenswert (z. B. aktuell die Fritz-Kola-Reaktion auf diesen Shitstorm wegen der Trump-Karikatur). Und sehr häufig ärgerlich.

Da wird heute Morgen der Titel »Homeoffice, Vertrauen, flexible Arbeitszeiten: Wie Vaude-Chefin van Dewitz ihre Firmen-DNA verändert hat«. Das Ärgerliche ist nicht der Artikel, den ich nicht gelesen habe, weil mich nicht interessiert, wieso eine Firmenchefin eines »Outdoorausrüsters« (was sind »Outdoors«, die man ausrüsten müsste?) irgendwas macht, was andere auch machen, nur nicht so schnell. Das Ärgerliche ist auch nicht der eigentliche Titel des Beitrages, »Firmenkultur: So schafft Ihr es, Werte wirklich zu leben«, in dem Ihr Idioten »Ihr« groß geschrieben habt, Ihr Idioten!

Nein, das eigentlich Ärgerliche ist dieses Ding mit der »Firmen-DNA«. Nicht nur, dass ich bezweifle, dass eine Firma über so was wie Erbgut verfügen kann (jedenfalls keines, das nicht bei jeder Kündigung und jeder Neueinstellung heftig mutiert), sondern der Text zeigt auch die Desinformiertheit des Schmierfinks: Es heißt nicht DNA, weil wir hier in Deutschland Deutsch schreiben und sprechen, sondern DNS. Für Desoxyribonukleinsäure. Und nur die der deutschen Sprache mehr und mehr unfähigen Schmierfinken, Sprücheklopfer und Abzocker benutzen die Abkürzung des englischen Begriffs – ohne freilich zu wissen, was sie da überhaupt vor sich hin brabbeln (siehe die Frage, wieso eine Firma Erbgut haben soll – sieht man vom Tod des eventuell noch vorhandenen Firmeneigentümers ab).

Was DNB heißt? Desoxyribonukleinblödheit. Wenn Firmen eine DNA haben, dann haben Sprachschänder eine DNB.

Kultur absagen

Die Wikipedia kennt den Begriff auch schon: »Cancel Culture«: »Als Cancel Culture (dt. „Absagekultur“) wird ein systematischer Boykott von Personen oder Organisationen bezeichnet, denen beleidigende oder diskriminierende Aussagen bzw. Handlungen vorgeworfen werden. Wegen der unterstellten gravierenden Auswirkungen gilt der Begriff als ambivalent und ist heftig umstritten.«

Abgesehen davon, dass der Hintergrund des Begriffes schon schwachsinnig ist, ist es der englische Begriff als Gebrauchswort in der deutschen Sprache auch. Und damit zu recht umstritten. Und überflüssig. (Sogar die Wikipedia schafft es, den deutschen Begriff zu erwähnen: »Absagekultur«.)

Für mich ist das vor allem eine Absage an die Kultur der deutschen Sprache. Asche auf euer Haupt, ihr Schandmäuler.

Abgebrochen

Ich wollte mir Zeit nehmen, diese Gesprächsrunde anzuschauen – und habe sie abgebrochen (bei 00:11:29 von 01:14:20). Wer ernsthaft der Meinung ist, dass Sprache schuld an Diskriminierungen ist, der sollte sich das anschauen, denn da findet er mindestens zwei Menschen, die genauso dumm und unintelligent sind, wie alle, die glauben, dass Sprache diskriminiert und nicht etwa der Mensch.

Ich habe das abgebrochen. Ich finde Dummheit wenig erträglich.

Hart aber fair 05.10.2020 Streit um die Sprache: Was darf man noch sagen und was besser nicht?

08.10., Nachtrag

Die technischen Möglichkeiten eines Blogs würden erlauben, diesen Beitrag so einzustellen, als wäre er am 08.10. geschrieben und veröffentlicht worden. Und diejenigen regelmäßigen Besucher – ich tippe derzeit auf vier solche – würden sich Gedanken machen müssen, ob sie unter Sehstörungen, Vergesslichkeit oder Demenz leiden. Oder ob ich sie gelinkt habe.
Nichts dergleichen habe ich im Sinn.

Der gestrige Tag war vor allem feucht. Die beiden Gassigänge – frühmorgens ging Frauchen – mittags und nachmittags waren regnerisch.

Ansonsten gab es Routine. Morgens verkaufte ich – wie eigentlich jeden Tag – Bücher meines Verlages: Rechnungen und Lieferscheine schreiben, an den Schaltungsdienst Lange mailen, Eintragungen in Excel, Kopien in Verzeichnisse, Ausdrucke. Routine. – –
Ein Korrektorat wurde fertiggestellt, gemailt, Rechnung geschrieben. Ein Roman nach wahren Ereignissen, allerdings in Romanform verfasst, literarische Aufbereitung wahrer Geschehnisse, vor allem Erinnerungen, denn es ging um die Zeit des Zweiten Weltkriegs, um eine Familie in Ostfriesland. Beeindruckend und stellenweise bedrückend. Ganz zum Schluss gab es eine kleine Szene, bei der mir eine Träne entfleuchte. – –
Danach stellte ich ein Lektorat fertig. Einmal mehr Military SF, geschrieben von einer bekannten Autorin. Bei Military SF weiß ich manchmal nicht so recht, was ich davon halten soll, was allerdings nichts mit Stil und Können der Autorin zu tun hat (was auch für Petra Jörns gilt, deren ersten Band der Reihe »Im Licht der Horen« ich lektorieren durfte), sondern mit mir. Das aktuelle Buch, das ich gestern fertigstellte und ablieferte, ist gut geschrieben, spannend, eine packende Handlung, ich würde sagen: gute Military SF. Trotzdem … an manchen Stellen überlegte ich, ob ich den Stil nicht … aufgeblasen ist das falsche, weil negative Wort … gewölbt passt besser …, also, ob ich den Text nicht gewölbt finden sollte. Andererseits … vielleicht muss Military SF ja auch so sein und ich habe einfach noch nicht genug solcher Stoffe goutiert, um das wirklich beurteilen zu können. – –
Am Ende habe ich Unterlagen sortiert. Private Unterlagen. Rechnungen, Verträge, Papier, das ich vielleicht nochmal brauche. Wahrscheinlich eher nicht. Aber ganz sicher brauche ich die Unterlagen noch, die ich nicht aufhebe. Obwohl ich Verleger mit einem Faible für gedruckte Bücher bin, hasse ich Papier. Jedenfalls, wenn es unnötigen Platz wegnimmt. Also werden meine Unterlagen mehr oder weniger regelmäßig – d. h., zuletzt 2017 – gescannt. Und das Papier dann geschreddert.
Vorher wird ausgewählt. Was kann doch ohne Scan weg? Die Unterlagen werden in die richtige Reihenfolge – nach Datum, natürlich – gebracht, das erspart späteres Rumsortieren im PDF.
Für Scans war indes keine Zeit.

Denn ab 18 Uhr war eine virtuelle Sitzung des SFCD-Vorstands angesagt. Beinahe gewohnheitsmäßig nur mit drei Leuten. Ein Vierter kandidiert bei den nächsten Wahlen nicht mehr und hat wohl schon gekündigt. Ein Fünfter hat sich wählen lassen, aber noch nie was getan. Und der Sechste kann mich nicht leiden (auch ein guter Grund).
In früheren Jahren waren Vorstandstreffen so was wie richtige Ereignisse. Man traf sich irgendwo in Deutschland. Aber das ist lange her. Heute benutzen wir Skype bzw. ganz aktuell Blizz, und das einmal im Monat.
Gestern gab es nichts Wichtiges zu diskutieren. Ich hatte schlechte Nachrichten bezüglich der Verzögerung bei den ANDROMEDA NACHRICHTEN 271, ansonsten sprachen wir ausführlich über die Idee, Anfang Januar 2021 einen virtuellen Con zu veranstalten. Angepeilt haben wir den 08. und 09. Januar, jeweils für anderthalb bis zwei Stunden. Aber da folgen noch genaue Informationen, vor allem zum Programm.