Rotes Auto mit Hund

Neben dem Lehmsiek gibt es noch einen zweiten Wald, in dem ich mit den Hundemädchen Gassi gehe, wenn es warm ist und die Sonne vom Himmel knallt. Vor Ostenfeld geht es links in den Wald, und wenige Meter nach der Einfahrt ist Platz für vier Autos (oder zweieinhalb ScheißUVs).
Ich biete langsam dort ein, damit die Mädels im Heck meines Autos nicht hin und her geworfen werden, denn da ist eine Rinne am Straßenrand. Auf dem Parkplätzchen steht ein rotes Auto. So was wie ein Roomster oder Yeti, ich achte nicht drauf.
Ich packe meine Mädels aus, leine sie an und als wir losgehen, tobt in dem roten Auto ein Hund los. Mir fallen die offenen Seitenscheiben auf, und obwohl ich es eigentlich hasse, einen Hund allein im Auto zurückzulassen, ist es an dieser Stelle nicht so schlimm, weil der Schatten dicht fällt und die Luft nicht zu heiß ist. Trotzdem …
Rotes Auto, Scheiben geöffnet, Hund im Auto, keine Menschen in der Nähe. Was soll das?
Auf unserem Weg kommt uns dann eine Frau entgegen, klein, hager, sieht mit ihren weißen Zöpfen aus wie eine noch nicht vollständig mumifizierte Indianerin. Ihr Gang ist langsam, gleichmäßig, ohne Eile, keine Hektik, sie lächelt ein wenig entrückt, grüßt aber.
Als wir zu meinem Wagen zurückgekehrt sind, ist das rote Auto weg. Ob es der Indianerinnenmumie gehörte, weiß ich nicht. Ich frage mich nur, welches Arschloch in den Wald fährt und den Hund im Auto allein zurücklässt.

Die Last mit der Milch

Milchlaster sind auch so ein Ding. Ein Unding. Es gibt ein paar Landwirte hier in der Gegend, die Rinder halten, um Milch zu vermarkten. Ich glaube nicht, dass das noch wirklichen Spaß macht, nicht bei den Preisen für Milchprodukte, die Aldi, Lidl, Penny und anderes Volk so ausloben. Aber sie tun es halt. Und um die Milch von den Kühen und vom Hof dahin zu bringen, wo sie zu spottbilliger Milch, sündhaft unteurer Butter und anderen schändlich bepreisten Milchprodukten verarbeitet wird, dafür braucht es Milchlaster.

Hier in der Gegend gibt es vorrangig zwei Milchlaster, die unterwegs sind. Der eine, silbergrau, nicht sonderlich auffällig – so wenig, dass ich nicht viel mehr weiß, als dass er ein Dithmarscher Kennzeichen hat – ist ärgerlich, aber zum Glück eher selten da. Der andere, Kennzeichen aus Itzehoe, fährt einen roten, aufgemotzten, offensichtlich alle drei Tage gewaschenen und handpolierten Truck mit Hänger, lauter LED-Gedöns rundherum, kurz ein Milchlaster, der acht Auspuffrohre und zwölf Scheinwerfer auf dem Dach hätte, wenn er ein Golf GTI wäre.
Und der Fahrer und sein Fahrverhalten passt genau dazu. Immer schön rasen, immer schön zur Fahrbahnmitte hin orientieren, beim Abbiegen von der Winnerter Hauptstraße Richtung Schwabstedt hübsch die Kurve anschneiden, und dann gib’s ihm. Besonders toll ist das auf den schmaleren Landstraßen, denen ohne Mittelstreifenmarkierung – aber selbst auf den breiteren Kreisstraßen mit weißem Streifen kommt er einem auf seiner Gegenfahrbahn entgegen und zwingt einen zum Ausweichen.

Ich weiß nicht, wie Milchlasterfahrer bezahlt werden. Wegen mir müssten sie sogar noch was drauflegen – für jede Menge Tickets, die sie verdient haben. Der Itzehoer jedenfalls gehört für meinen Geschmack aus dem Verkehr gezogen. Aber dann wäre der Landwirt der Leidtragende … obwohl es vermutlich preislich attraktiver ist, die Milch in den Gulli laufen zu lassen. Davon habe ich allerdings zugegebenermaßen nicht die nötigen Kenntnisse, um das wirklich beurteilen zu können.
Die Fahrweise des Itzehoer Milchlasterfahrers aber kann ich beurteilen. Sie ist scheiße und sie gehört bestraft. (Und irgendwie fällt mir gerade ein, dass das ein nettes Thema für eine Herr-Hütter-Story wäre. Hm.)

Kein Hirn, kein Kopf, wozu ein Helm?

Ich mache keinen Hehl über meine Meinung zu Motorradfahrern. Ich halte die meisten für Besitzer und Benutzer von lauten und stinkenden Maschinen, die sinnlos durch die Gegend – und vor allem geschlossene Ortschaften – rasen. 2019 hat einer, der eine schnurgerade, abschüssige Strecke auf eine enge Kurve mit einer Geschwindigkeit von höchstens 35 km/h – laut Gutachter – zugeschlichen ist, den Dacia meiner Frau zu Schrott gefahren. Und musste – dank des Gutachters – nicht mal für den Schaden geradestehen. Ich denke, ich habe hier in diesem Blog schon darüber geschrieben, und in meinem AntiquaRIOT für die FAN APA habe ich es mir damit mit einer Mitautorin in diesem illustren Kreis verdorben. Sie meinte sinngemäß, ich dürfe nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren, sie und ihr Holder führen anders.

Das ändert meine Meinung nicht. Und es gibt hierzulande genügend Gelegenheiten, in denen die Konsorten ihre Kopflosigkeit – oder ist es nur das Hirn, das fehlt? Immerhin scheint der Helm ja zu halten … – unter Beweis stellen.
Ende August zum Beispiel. Da fahre ich einmal mehr mit den Hundemädchen im Heck zum Lehmsiek, für einen angenehm schattigen Gassigang. Die Straße vom Lehmsiek aus Richtung Hude ist gut asphaltiert, nicht schnurgerade, aber auch nicht sehr kurvig, und breit genug, sodass sich zwei Pkws problemlos begegnen und aneinander vorbeifahren können. In der Straßenmitte gibt es keine Markierung.
Und da fahre ich also so dahin, mit knapp 80 km/h, in eine Rechtskurve, und wie ich das immer mache, fahre ich so weit rechts wie möglich. Und der Motorradfahrer, der mir entgegenkommt, hat sich offensichtlich entschieden, so weit links wie möglich zu fahren. Sein Motorrad neigt sich meinem Wagen entgegen und sein Helm ratscht haarscharf an meiner Karosserie vorbei. Mehr als zehn Zentimeter waren das nicht. Und hätte ich nicht – wie üblich – den Weg durch die Kurve ganz rechts gewählt, hätte der Blödmann nicht nur seinen Schädel verloren, sondern auch mein Auto zerstört und mich vermutlich verletzt. Mit meinen zwei Hundemädchen hinten drin …

Ja, ich stehe dazu: Ich hasse Motorradfahrer. Sie sind laut, stinken, rasen sinnlos durch die Gegend und stellen ein Gefahrenpotenzial dar, das ich, wenn ich etwas zu sagen hätte, rigoros entschärfen würde. Aber ich habe ja nichts zu sagen.

Mein Fazit für meine Mitautorin in der FAN APA war knapp: »Klar, man kann das ganze Thema auch weniger provokant angehen. Aber wozu? Damit ich einmal mehr den Spruch mit dem Kamm zu hören oder zu lesen bekomme?
Insgesamt weiß ich am Ende nicht, warum ihr mir meine Meinung über Motorradfahrer übel genommen habt, wenn ihr von euch wisst, dass ihr nicht so seid.«
Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Bis zum nächsten Mal.

Eine Form von Gedankenlosigkeit

Aus unerfindlichen Gründen werden die Randstreifen auch von Feldwegen und Schotterstraßen mehrmals im Jahr gemäht. Da wächst Gras, da wachsen Brennnesseln, Farne, blühende Pflanzen, da spielt sich ein reichhaltiges florales Programm ab. Und irgendwann kommt irgendjemand mit irgendeinem Gerät und mäht das alles weg. Obwohl eigentlich keine Not besteht, denn die fraglichen Wegstrecken wachsen deshalb nicht gleich zu.
In der Regel wird das ordentlich gemacht. Oftmals von Auftragnehmern einer Gemeinde, sicher nicht selten auch von einem Landwirt. Das hier allerdings war ein Idiot:

Das war kein Landwirt. Das war jemand, der nicht nur kein Interesse an der Natur um sich herum hat, nein, das war jemand, der noch dazu mit einem untauglichen Gerät, von dem er keine Ahnung hatte, echtes Unheil angerichtet hat.
Die Vermutung liegt eindeutig nahe, dass hier ein Schaufelradbagger hergenommen wurde, um die komplette Grasnarbe am Randstreifen wegzufräsen. Da wurde keinerlei Rücksicht darauf genommen, dass da vielleicht noch mal Pflanzen nachwachsen sollten. Oder auch nur könnten. Nein, da wütete idiotische Zerstörungswut. Und wenn dann genügend Unheil auf der Schaufel versammelt war, wurde das Ergebnis einfach hingekippt:

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen.
Eigentlich kann einem das egal sein. Oder auch nicht. Nicht nur, dass es scheiße aussieht, nicht nur, dass dieser plattgemachte Randstreifen nach einem Regenguss pure Matsche ist, nein …
Der Weg, auf dem der Idiot da unterwegs war, ist ein Weg mit einer Oberfläche aus Sand und Steinen bis zur Größe einer Männerfaust. Die großen Steine sind selten, aber sie sind vorhanden, und der Idiot hat sie mit seiner über den Boden schleifenden Schaufel aus der sonst ziemlich gut festgefahrenen Oberfläche gerissen und sie in der Gegend rumgeschleudert. Nun liegen sie nicht mehr im Wegboden, sondern darauf – und wenn man berücksichtigt, dass auf dieser Strecke zwischen den sogenannten »Waldzwergen« – eine Art Waldkindergarten – und der Abzweigung nach Hude auf dem Weg zum Lehmsiek durchaus Autoverkehr stattfindet, dann wird das zur besonderen Freude der Autofahrer sein, denen so ein männerfaustgroßer Stein vielleicht in den Radkasten oder gegen den Unterboden knallt.

Das, was da zerstört wurde, war ein circa einen Kilometer langer Randstreifen zu beiden Seiten des aus Sand und Kieseln bestehenden Weges, den ich besonders bei hohen Temperaturen am Nachmittag gerne zu einem Gassigang nutze, weil er dann größtenteils im Schatten liegt. Ich schaue mir an, wo ich da entlang gehe, ich beobachte, was sich da abspielt, und dergleichen Dummheit, nachgerade Idiotie, jedenfalls aber Gedankenlosigkeit ist ein Zeichen für mich, dass es mit dem Umweltschutzgedanken in diesem Lande und vermutlich in unserer ganzen Welt nicht nur nicht weit her ist – er wird ständig ad absurdum geführt. Denn wenn schon in so einer Sache keine Rücksicht auf die Welt genommen wird, dann ist für mich nicht vorstellbar, wie das im Großen funktionieren soll. Da bleibt letztlich nur die Erkenntnis, dass viel geredet, viel gejammert, protestiert, demonstriert wird – aber der Einzelne, der ja angeblich schon als gutes Beispiel vorangehen kann, der Einzelne tut einfach nichts.

Einzelnd in der Apotheke

Seit Beginn der Seuche sieht man das ja überall. Die Böden von Supermärkten, Läden und auch Apotheken sind vollgeklebt mit Absperrfolien, Verkehrszeichen mit Richtungspfeilen und Verhaltenshinweisen.
In einer Apotheke in Husum entdeckte ich gestern einen etwa DIN A4 großen Aufkleber an mehreren Stellen, laut dessen Text der potenzielle Kunde aufgefordert wurde, an diesen Stellen »einzelnd« zu warten – »bis der nächste frei ist«.
Man kann nun überlegen, wer mit dem »nächsten«, der eigentlich groß geschrieben werden müsste, gemeint sein könnte. Faszinierender ist die offensichtliche Unfähigkeit von Menschen offensichtlich deutscher Mundart – ein Türke oder Grieche würde niemals »einzelnd« sagen –, einen Text, den man drucktechnisch vervielfältigen möchte, Korrektur zu lesen. Noch faszinierender finde ich die Unfähigkeit von Menschen, die solche Texte drucktechnisch vervielfältigen, einen Blick darauf zu werfen und dem Auftraggeber einen Tipp zu geben. Ich hege bisweilen die Vermutung, es könnte sich bei Menschen, die solche Fehler entdecken und vor dem Unfall beheben, um »Einzelndfälle« handeln.

P.S.: Ich habe absichtlich kein Foto gemacht.

Arschlöcher im Getränkemarkt

Ich weiß nicht, was das für Menschen sind, die das tun. Ich will das auch gar nicht wissen, glaube ich. Das ist besser. Vor allem für die Gesundheit dieser Menschen.

Ich bin Diabetiker. Typ 2. Ich bin mit meinen Blutzuckerwerten nicht zufrieden. Meist sind sie zu hoch. Und nicht selten nicht unerheblich zu hoch. Aber es gibt ja Möglichkeiten.
Ich bin Antialkoholiker. Seit Februar 2019. Damals stellte man anlässlich einer Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) fest, dass ich eine Leberzirrhose im Anfangsstadium mein eigen nennen darf. Der Arzt meinte recht unverblümt: »Wenn sie nicht aufhören zu saufen, werden sie sterben.« Es gibt Aussagen, über die denkt man nicht lange nach.
Seitdem trinke ich alkoholfreies Bier, solches mit »max. 0,5« und solches mit »0,0«. Bei der Gelegenheit stellte ich fest, dass Bayern kein alkoholfreies Bier können und Krombacher auch alkoholfrei geil schmeckt.
Das Problem: Auch alkoholfreies Bier enthält Kohlehydrate, und die sind Blutzuckerwerten nicht zuträglich. Auf Bier zu verzichten, dazu habe ich aber keine Lust. Wenn man auf alles verzichtet, lohnt sich das Leben wirklich irgendwann nicht mehr.
Das Krombacher Weizen ohne Blei schmeckt ausgezeichnet, hat aber noch mehr Kohlenhydrate als andere Sorten. Nachdem sich meine Blutzuckerwerte nicht wirklich verändern wollten, habe ich die Sorte gewechselt. »Flens frei« ist alkoholfreies Pils und hat knapp halb so viel Kohlehydrate wie das Krombacher.
Und siehe da: Es klappt. Seit ich nur noch »Flens frei« trinke – in gleichen Mengen wie zuvor das Krombacher – gefallen mir meine Blutzuckerwerte. Sie sind immer noch ein wenig über dem Limit. 80 bis 160 ist der Zielbereich, ich liege oft unter 160, aber auch immer wieder mal über 160 … aber nicht mehr über 200, so wie oft zuvor. Insgesamt war das eine gute Idee.

Was das nun mit Arschlöchern im Getränkemarkt zu tun hat? Ganz einfach: Es gibt Menschen, die sich offensichtlich einen Spaß daraus machen, Getränkekästen mit gemischten Sorten zu bestücken. Die Flensburger-Kästen sind sich sehr ähnlich, man muss schon genau hinschauen, um den richtigen Stapel Kisten zu entdecken. Aber was ist das? In dem ersten Kasten »Flens frei« findet sich auch Radler, Pils (mit Blei) in verschiedenen Farben (normal, Gold, Dark und was auch immer) und so weiter und so fort.
Zweiter Kasten … das gleiche Spiel. Dritter Kasten … drei Mal dürft ihr raten. Jedenfalls durfte ich mir heute die vier Kästen, die ich haben wollte, aus insgesamt neun gemischten Kästen selbst zusammenstellen. Und das kann ja wohl nicht der Sinn eines Getränkemarktes sein.
Und vor allem weiß ich nicht, was das soll. Verarschung? Gehässigkeit? Brunzende Dummheit? Sicher ist für mich nur, dass hier Arschlöcher am Werk sind. Richtige, vollständige, reinrassige Arschlöcher, deren Exkrementalausgänge offensichtlich so groß sind, dass sie irgendwann auch ihr Gehirn ausgeschissen haben. Ich versuche mir dann einen älteren, sehbehinderten Mann vorzustellen, der irgendwann verreckt, weil ihm irgendein Arschloch in seinen Kasten alkoholfreien Bieres Flaschen mit Blei untergejubelt hat.
Wie gesagt: Es ist besser, dass ich nicht mehr weiß. Vor allem keine Gesichter, Namen und Adressen.

Das Impf, Vol 1.1

Nebenwirkungen. Hm. Ich war ja nicht sicher (und bin es immer noch nicht), ob ich die Impfung wirklich brauche. Mein Lebenswandel schien nicht geeignet, mir unliebsame Virenbegegnungen zu bescheren. Aber nachdem ja nun an Impfstoffen kein Mangel mehr herrscht – inzwischen werden Impftage ohne Anmeldenotwendigkeit veranstaltet –, habe ich ja vermutlich niemandem etwas weggenommen, der es dringender hätte brauchen können. (Und meine Portion wäre sicherlich niemandem in Schwarzafrika zugutegekommen, wenn ich verzichtet hätte.)

Und meiner Bereitschaft, mich piksen* zu lassen, verdanke ich nun folgende Nebenwirkungen:

  • Keine.
  • Mein linker Oberarm hat ein wenig gezwickt.
  • Nichts.
  • Gar nichts.
  • Der linke Oberarm benahm sich in etwa so wie ein blauer Fleck.
  • Nix.
  • Keine Nebenwirkung.
  • Ums Verrecken nicht.
  • Ich überlege, die Impfung zu reklamieren.
  • Allerdings gehöre ich nicht zu den Pappnasen, die glauben, dass der Impfschutz nur dann besteht, wenn man Nebenwirkungen hat(te).
  • Nichts.
  • Überhaupt nichts.
  • Nun ja.

* Ja, »piksen« schreibt man nicht, wie das 99,9998 % aller Deutschen tun, mit »ie«. Das Wort »piksen« oder auch das Substantiv »Piks« kommt von der aus guter alter Zeit bekannten »Pike«, von der auf man nicht nur gelernt hat, sondern die man auch in den alten Zeiten gerne genutzt hat, gewaltbereite Gegner zu – sic! – piksen.

Das Impf, Vol. 1

Wer kennt es noch? »Das Omen« von Mysterious Art … Lang, lang ist’s her. Aber so, wie hier am Anfang des Videos (siehe unten) »Das Ooomen« mit Grabesstimme verlautet, so soll man sich hier »Das Impf« vorstellen.

»Das Iiiimpf« …

MYSTERIOUS ART : Das Omen (HD)

Nach den diversen Versuchen, einen Impftermin zu bekommen – ich berichtete –, bekam ich dann tatsächlich nicht nur einen, sondern zwei – ich berichtete. Und heute war »Das Iiiimpf«, Vol 1., am dransten.
Ich war ein wenig aufgeregt. Man hört und liest so viel über die Impfungen, die Wirkstoffe, vor allem die Nebenwirkungen … ich denke, ein wenig Aufregung ist erlaubt. Ich hatte mit einer guten Stunde Zeitaufwand gerechnet.
Am Ende war’s dann völlig unspektakulär. Rein, Temperatur messen, Anmeldung 1 und 2, Station 1, dann Piiiiks, zehn Minuten Wartezeit (ob man umfällt oder so), und nach insgesamt 18 Minuten: tschüss. Mein digitales Covid-Impfzertifikat habe ich nun nicht nur auf Papier, sondern auch in meiner Corona-App.
Und ich habe sogar einen Impfausweis bekommen, den ich noch nie besessen habe. Auch nicht auf meiner Südafrika-Reise 1988/89 – da stand alles Impf im Reisepass.

Unschön

sind manche Gassigänge. Aus verschiedenen Gründen.

  • Lehmsiek ist eine gute Gassigegend. Vor allem nachmittags sind die Wege schattig, auch die, die nicht direkt durch den Wald führen, sondern am äußeren Rand entlang. Es gibt einen schönen Rundweg, den ich nachmittags vorzugsweise gehe.
  • Irgendwo in der Ferne, über Husum, zieht ein Gewitter vorbei. Es donnert.
  • Kim schaltet sofort in den Panikmodus. Sie sieht sich ruckartig um – es gibt nichts zu entdecken, die Wolken sind nicht zu sehen, die Sonne scheint durch die Blätter der Bäume und Büsche. Sie zerrt an der Leine. Die ganze Runde lang. Und sogar noch daheim ist die Panik nicht abgeklungen.
  • Naomi reagiert auch, wenn auch nicht direkt panisch. Aber sie schnüffelt weniger als sonst.
  • Beide nehmen keine Leckerlis, sind unaufmerksam und reagieren praktisch nicht auf Ansprache.
  • Irgendein Arschloch hat auf dem ersten Teil des Weges, einer geschotterten Fahrstraße, Kot verteilt. Systematisch. Immer wieder Pflatschen von der Größe eines Bierdeckel. Über manche ist schon jemand drüber gefahren, andere haben noch die Form von Frikadellen (sorry für das Bild). Das wäre noch nicht störend, wenn nicht auf den meisten dieser Hinterlassenschaften haufenweise Fliegen säßen, die aufstieben, wenn man sich nähert. Insbesondere Kim findet das nicht toll, weicht ruckartig aus, läuft mir vor die Füße.
  • Andere Arschlöcher besitzen Pferde. Diese Arschlöcher sind nicht in der Lage, ihre Gäule neben einem Wanderweg kacken zu lassen, neben einem Wanderweg, neben dem sich Gras, Farn, altes Laub findet, durch das niemand wirklich stiefeln will. Nein, die mitunter erheblichen Haufen müssen mitten auf dem Weg liegen und natürlich liegen bleiben, weil Arschloch Pferdebesitzer kein Werkzeug dabei hat – einen Spaten zum Beispiel –, um die Scheiße beiseite zu räumen. Und auch hier sind das Hauptproblem die Milliarden Fliegen auf dem Scheißhaufen, die auffliegen und alles umschwirren, weil den Fehler gemacht hat, Arschloch Pferdebesitzer nicht zu verprügeln, bevor er mit seinem Gaul in den Wald gegangen ist.
  • Und das letzte Arschloch fährt einen BMW. Auf dem Weg, auf dem ich geparkt habe, ist rechts Platz für jede Menge Autos. Als ich ankomme, bin ich allein. Als ich zurückkehre, steht hinter mir ein BMW. Mit Schwanzlutscher-Kennzeichen (SL). Der hat seinen bayerischen Schrott so dicht hinter meinem Passat geparkt, dass ich meinen Wagen nach vorne versetzen muss, um die Heckklappe öffnen und die Rampe für die Hunde anbringen zu können, die die Mädels benutzen, weil sie nicht in den Wagen springen sollen (Kim kann das gar nicht mehr, ihr fehlt längst die Kraft zu so einem Sprung). Ich weiß nicht, was in dem Hirn eines solchen Arschlochs vor sich geht. Offensichtlich aber nichts.

Am Ende bin ich unzufrieden. Ich kann das nicht leiden. Klar, Harmoniesüchtige würden jetzt so was anmerken, wie dass ich ja darüber stehen könnte. Tue ich aber nicht. Muss ich auch nicht. Was ich muss, das ist, Arschlöcher scheiße zu finden.