Kein Hirn, kein Kopf, wozu ein Helm?

Ich mache keinen Hehl über meine Meinung zu Motorradfahrern. Ich halte die meisten für Besitzer und Benutzer von lauten und stinkenden Maschinen, die sinnlos durch die Gegend – und vor allem geschlossene Ortschaften – rasen. 2019 hat einer, der eine schnurgerade, abschüssige Strecke auf eine enge Kurve mit einer Geschwindigkeit von höchstens 35 km/h – laut Gutachter – zugeschlichen ist, den Dacia meiner Frau zu Schrott gefahren. Und musste – dank des Gutachters – nicht mal für den Schaden geradestehen. Ich denke, ich habe hier in diesem Blog schon darüber geschrieben, und in meinem AntiquaRIOT für die FAN APA habe ich es mir damit mit einer Mitautorin in diesem illustren Kreis verdorben. Sie meinte sinngemäß, ich dürfe nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren, sie und ihr Holder führen anders.

Das ändert meine Meinung nicht. Und es gibt hierzulande genügend Gelegenheiten, in denen die Konsorten ihre Kopflosigkeit – oder ist es nur das Hirn, das fehlt? Immerhin scheint der Helm ja zu halten … – unter Beweis stellen.
Ende August zum Beispiel. Da fahre ich einmal mehr mit den Hundemädchen im Heck zum Lehmsiek, für einen angenehm schattigen Gassigang. Die Straße vom Lehmsiek aus Richtung Hude ist gut asphaltiert, nicht schnurgerade, aber auch nicht sehr kurvig, und breit genug, sodass sich zwei Pkws problemlos begegnen und aneinander vorbeifahren können. In der Straßenmitte gibt es keine Markierung.
Und da fahre ich also so dahin, mit knapp 80 km/h, in eine Rechtskurve, und wie ich das immer mache, fahre ich so weit rechts wie möglich. Und der Motorradfahrer, der mir entgegenkommt, hat sich offensichtlich entschieden, so weit links wie möglich zu fahren. Sein Motorrad neigt sich meinem Wagen entgegen und sein Helm ratscht haarscharf an meiner Karosserie vorbei. Mehr als zehn Zentimeter waren das nicht. Und hätte ich nicht – wie üblich – den Weg durch die Kurve ganz rechts gewählt, hätte der Blödmann nicht nur seinen Schädel verloren, sondern auch mein Auto zerstört und mich vermutlich verletzt. Mit meinen zwei Hundemädchen hinten drin …

Ja, ich stehe dazu: Ich hasse Motorradfahrer. Sie sind laut, stinken, rasen sinnlos durch die Gegend und stellen ein Gefahrenpotenzial dar, das ich, wenn ich etwas zu sagen hätte, rigoros entschärfen würde. Aber ich habe ja nichts zu sagen.

Mein Fazit für meine Mitautorin in der FAN APA war knapp: »Klar, man kann das ganze Thema auch weniger provokant angehen. Aber wozu? Damit ich einmal mehr den Spruch mit dem Kamm zu hören oder zu lesen bekomme?
Insgesamt weiß ich am Ende nicht, warum ihr mir meine Meinung über Motorradfahrer übel genommen habt, wenn ihr von euch wisst, dass ihr nicht so seid.«
Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Bis zum nächsten Mal.

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