Biene, Baby? Läuft!

Sehenswert und faszinierend – vor allem der Teil mit den Bienen (ab Minute 7 etwa) -: die »Gartengeschichten« in der nordstory von heute. Ein Dachauer hat eine Bienenkugel entwickelt, ein Bienenstock nicht mit rechteckigen Rahmen, sondern mit runden Rahmen, die insgesamt innerhalb eines Häuschens eine Kugel bilden. Der Anblick des Bienengewimmels ist hier noch beeindruckender als in einen normalen Bienenstock.

Lieblingsplatz

Kim und ihr Ikea-Sessel. Seit der bei mir im Arbeitszimmer steht, ist sie sehr oft in meiner Nähe. Und seit sie ihre Rampe hat (eine von dreien, wie schon erwähnt), ist es viel leichter für sie geworden, den Sessel zu erklimmen. Vorher stand sie immer davor und sah mich an, damit ich hier hinaufhelfen konnte. Sollte. Tat.

Statt Schafen

Es gibt ja in Deutschland alle möglichen Vorschriften. Und Regeln. Und so muss die Wiese hinter unserem Haus mehr oder weniger regelmäßig unterschiedlich genutzt werden, um ihren Status als landwirtschaftliche Fläche zu behalten. Und wo in den letzten Jahren, seit wir hier leben, Schafen waren, sind es diesen Sommer Sonnenblumen.

Angeblich heißt es ja, Sonnenblumen würden ihren Kopf nach dem Stand der Sonne richten. Bei »Wer weiß denn sowas« wurde erklärt, das käme zustande, weil die Pflanze an den Seiten unterschiedlich schnell wachsen würde.
Ich halte das für Blödsinn. Und wenn es doch wahr ist, dann sind die Sonnenblumen, die unser Nachbar hinter unserem Haus gepflanzt hat, kaputt. Denn die drehen sich nirgendwo hin, die glotzen immer in die gleiche Richtung. Beziehungsweise inzwischen vorzugsweise zu Boden (das Foto ist schon ein paar Wochen alt).
Fazit: Man wird verarscht. Entweder von solchen Fernsehsendungen. Oder von Sonnenblumenlieferanten, die Sonnenblumensamen liefern, aus denen kaputte Sonnenblumen entstehen.

Gelb

Das war im Frühling.

Löwenzahn noch und nöcher. Nicht nur auf den Wiesen, auf denen zuletzt Schafe weideten. Immer wieder mal. Eine gelbe Schwemme. Als würde der Löwenzahn dem Raps zeigen wollen, wie er nachher auszusehen hätte.

Und auch vor unserem Haus sah es ja so aus. Im Frühling 2021.
Vielleicht zum letzten Mal. Im Rahmen der Gründung und Eröffnung der Heilpraktikerpraxis von Frau Haitel werden wir Parkplätze benötigen, und wie es aussieht — die Frage nach einer Genehmigung ist noch ungeklärt — wird dafür der Grünstreifen vor unserem Haus verschwinden. Man wird sehen. Immerhin gibt es auch an anderen Stellen in Winnert Platz für Löwenzahn.

Ne Rampe

Alt werden ist nicht schön. Nicht immer. Nicht in jeder Beziehung. Das gilt nicht nur für Menschen. Das gilt auch für Hunde. Aber wenn der Hund einen guten Menschen hat, hat er es ein wenig einfacher, als wenn er allein wäre.

Von diesen Rampen — eine echte Sonderfertigung, kein Produkt aus einem Maschinenpark, sondern von einem Holzverarbeiter traditionellen Handwerks — haben wir derzeit zwei in Verwendung; eine dritte ist bestellt. Sie sind für Kim gedacht, die in ihrem Alter — am 11. November wird sie 12 Jahre alt — und bei ihrem körperlichen Zustand — sie ist halt alt — nicht mehr so einfach auf ein Sofa oder zu uns ins Bett hupft, wie sie das früher konnte. Die Rampe hilft: 40 cm hoch und etwa 90 cm lang, belegt mit einer rauen Oberfläche, erleichtert ihr das Erklimmen ihrer Lieblingsplätze ungemein. — Billig sind die Dinger indes nicht. Aber wer sparen will, sollte sich keinen Hund anschaffen.

Wer hat Angst vorm bösen Blick?

Wer das für einen bösen Blick hält, kennt freilich meine Naomi nicht:

Denn in der Tat ist das der Ausdruck des Genusses. Naomi, Griechin bis auf die Knochen, liebt es, auch bei hohen Temperaturen in der Sonne zu liegen. Und hier ist es ein nie wirklich als solcher zum Einsatz gekommener Couchtisch im Schlafzimmer, auf dem an einem sonnigen Nachmittag die Sonne steht. Und eine der einfachsten Übungen, Naomi im Haus zu finden, ist es, zu schauen, wo die Sonne hereinscheint. Die Wahrscheinlichkeit, die kleine Griechin dort zu finden, ist ausgesprochen hoch.

Abhängen in SPO

Donnerstag, 09.09. Frau hatte Sankt Peter-Ording (kurz SPO) verordnet. Ein paar Stunden. Strandkorb reserviert.
Natürlich ging es verspätet los. Halbe Stunde. Die Fahrt war nicht sehr schön. Obwohl es mitten in der Woche war, war uferlos viel Verkehr. Die B5 Richtung Hamburg ist sowieso eine Katastrophe. Die B202 gen SPO nicht minder. Irgendwann war vor mir so eine Minikarre mit einem zögerlichen Fahrer, der meinte, er müsste mir in den Weg fahren, als ich zum Überholen angesetzt hatte. Und natürlich – ganz Lehrer – wurde gemächlich beschleunigt, nur keine Hektik, nur nicht hudeln. Ein bisschen Telekinese wäre nicht schlecht gewesen, dann wären ihm ob meiner Flüche wenigstens die Eier abgefault. Braucht er sowieso nicht, solche Fahrer sollten sich nicht vermehren dürfen.
Die Zufahrt zum Strandparkplatz war belebt. Ich denke, wir haben eine halbe Stunde gebraucht, bis wir dann auf dem Strand waren. Rundherum gab es jede Menge hirnlose Radfahrer, die meinten, sie hätten irgendwelche Vorrechte. Eine Frau war sogar der Ansicht, dass es sinnvoller sei, sich umfahren zu lassen, statt einfach mal Blickkontakt aufzunehmen. Und dann wird natürlich gemosert, weil ja immer die Autofahrer schuld sind; dabei war die Radlerspur – extra ausgewiesen – auf der anderen Fahrbahnseite.
Ich musste für kleine Grafen. Und hatte natürlich die Maske im Auto liegen lassen. Wer kommt auch am helllichten Tag auf den Gedanken, auf dem WC eine Maske zu brauchen. Eine nette Dame schenkte mir eine. Noch dazu eine, die perfekter saß als jede andere, die ich zuvor aufsetzen durfte. Danke sehr, Gnädigste. Ich werde sie in Ehren halten.
Im Strandkorb, der mit dem Rücken zur Sonne gedreht stand, war es dank ablandigem Wind durchaus kühl. Angenehm kühl. Nicht zu heiß, nicht zu kalt. Frau nölte rum. Warum ich das Notebook nicht mitgenommen hätte. Ob ich was zu lesen dabei hätte (hatte ich). Ob ich mich nicht nackig machen wollte (wie immer war der Hundestrand auf dem FKK-Gelände – deutsche Verantwortliche für so einen Schwachsinn sind meines Erachtens so krank, dass sie eingewiesen gehören) – und nein, wollte ich nicht. Und lauter so Sachen. Irgendwann zog sie dann mit Naomi zu einem längeren Gassigang ab und ich hatte meine Ruhe, sofern man Kims ständige Versuche, an Leckerlis zu kommen, nicht als Störung betrachten wollte. Wollte ich nicht.
Zum Daddeln auf der Blödbeere war es zu hell. Ohne Brille und aus fünf Zentimeter Entfernung ging es. War aber langweilig. Lesen ging besser (es geht halt nichts über einen anständigen E-Book-Reader), ermüdete mich aber. Die meiste Zeit saß ich da und glotzte in die Landschaft, nahm unwichtige Details wahr, an die ich mich auch nicht mehr erinnere.

So vergingen die Stunden. Am Ende wollten wir noch was essen gehen. Eigentlich hatte ich keinen Hunger. Andererseits wäre es schon mal wieder ganz nett, was anderes als Lachs und Sommergemüse zu sich zu nehmen. Aber die »Silbermöwe« war zwar offen, aber dicht – alle Plätze besetzt, Zugang abgesperrt, Warteschlange davor. Also Heimfahrt.
Irgendwo zwischen der B5, Südermarsch und Rantrum gab es eine Ampel. Angesagte zehn Minuten Rotphase. Die Straße war von Blechplatten bedeckt. Offensichtlich war da jemandem der Asphalt ausgegangen. Oder eine blöde Idee gekommen. Frau meinte, man bräuchte durchaus zehn Minuten für die Strecke. 5 km/h waren erlaubt.
Nachdem meine Ampel auf Grün wechselte und ich losfahren konnte, kam mir noch ein Lahmarsch in einem Mercedes entgegen. Nun gut. Schlimmer und unverschämter war der Arsch von Busfahrer – mit einem riesigen Reisebus – und der nachfolgende Wichser in einem Mercedes Viano, die offensichtlich in der Fahrschule gepennt hatten, als die rote Ampel dran war.
Daheim gab es dann einen Haufen Arbeit. Buchbestellungen. Nachdruckaufträge. Und zum Abendessen gab es Lachs mit Sommergemüse.

Grille bei 70

Vielleicht war es auch nur ein Grashüpfer. Ich bin kein Biologe. Jedenfalls saß das Tierchen auf der Windschutzscheibe. Den Schädel tapfer in Fahrtrichtung gedreht. Die langen Fühler bogen sich weit nach hinten. Ich entdeckte das kleine Tier erst, als ich schon mit den auf der Strecke vorgeschriebenen 70 km/h unterwegs war. Nun ja, dachte ich mir. Wenn’s ihm nicht gefällt, wird es loslassen und abfliegen. Tat es aber nicht. Tapfer blieb es haften, und es ist schon beeindruckend, was so winzige Insektenfüßchen können.
Daheim im Carport ließ ich die Hundemädchen raus, und bevor ich mein Zeug zusammenpackte, schaute ich nach dem Tierchen. Es saß nach wie vor an der gleichen Stelle auf der Windschutzscheibe und rührte sich nicht. Die Fühler wiesen nun nach vorne, sie waren so lang wie das Insekt selbst. Und nichts rührte sich. Ich stupste es an. Nichts.

Tage später saß es immer noch dort. Ich nahm es in die Hand und schaute es an. Schließlich musste ich den Exitus konstatieren. Wann der eingetreten war, konnte ich nicht feststellen. Ich bin kein Pathologe.

Überflüssige Schule

Die Aspekte des deutschen Bildungswesens, die mich interessieren, interessieren mich, weil ich sie gruselig finde. Zum Beispiel den Umgang mit der deutschen Rechtschreibung in den ersten Schulklassen (Stichwort: »Schreiben nach Gehör«). Aber ich bin trotzdem sicher, dass es Schulen gibt, in denen man einfach nichts lernt.
Kurz hinter der Zufahrt zu meinem Parkplätzchen im Wald vor Ostenfeld, direkt dahinter liegt eine sogenannte Jagdschule. Ich will gar nicht wissen, was man da lernt. Jäger sind auch nicht so mein Menschenschlag.
Den Umgang aber mit Hunden lernt man offensichtlich nicht. Zur Jagdschule gehört mindestens ein Hund, ich glaube sogar, es sind zwei. Die sind öfter auch mal draußen und riechen meine Hundemädchen, wenn wir da zum Gassigang ankommen und aussteigen. Die Hunde der Jagdschule schlagen dann an, das ist durchaus okay. Und sie beruhigen sich auch gleich wieder, wenn wir uns entfernt haben.
Letztens war nur ein Hund draußen, und er hat die ganze Zeit gebellt. Wenn man selbst Hunde hat, lernt man die unterschiedlichen Signale, die ein Hund durch sein Bellen gibt. Das Anschlagen als Hinweis auf Fremde – ob Mensch oder Hund ist egal – in der Nähe hört sich anders an, als das, was dieser Hund da tat. Er bellte ununterbrochen, die ganze Zeit, während wir im Wald unterwegs waren, war er zu hören, und sein Signal war klar. »Ey, Arschloch Herrchen oder Frauchen, ich will ins Haus, kapierste das? Beweg deinen Hintern und lass mich rein!«
Aber entweder war niemand da oder es interessierte niemanden. Wozu auch? Soll der Hund doch bellen. Der nächste Nachbar ist weit weg, und wenn der Hund nicht mehr bellen will oder seine Stimme verliert, dann wird er schon aufhören.

Jäger gelten nicht umsonst als im Umgang mit Hunden wenig sensibel. Vielleicht ist es das, was man auf dieser Jagdschule auch lernt. Wie man seinen Hund unsensibel behandelt.