Überflüssige Schule

Die Aspekte des deutschen Bildungswesens, die mich interessieren, interessieren mich, weil ich sie gruselig finde. Zum Beispiel den Umgang mit der deutschen Rechtschreibung in den ersten Schulklassen (Stichwort: »Schreiben nach Gehör«). Aber ich bin trotzdem sicher, dass es Schulen gibt, in denen man einfach nichts lernt.
Kurz hinter der Zufahrt zu meinem Parkplätzchen im Wald vor Ostenfeld, direkt dahinter liegt eine sogenannte Jagdschule. Ich will gar nicht wissen, was man da lernt. Jäger sind auch nicht so mein Menschenschlag.
Den Umgang aber mit Hunden lernt man offensichtlich nicht. Zur Jagdschule gehört mindestens ein Hund, ich glaube sogar, es sind zwei. Die sind öfter auch mal draußen und riechen meine Hundemädchen, wenn wir da zum Gassigang ankommen und aussteigen. Die Hunde der Jagdschule schlagen dann an, das ist durchaus okay. Und sie beruhigen sich auch gleich wieder, wenn wir uns entfernt haben.
Letztens war nur ein Hund draußen, und er hat die ganze Zeit gebellt. Wenn man selbst Hunde hat, lernt man die unterschiedlichen Signale, die ein Hund durch sein Bellen gibt. Das Anschlagen als Hinweis auf Fremde – ob Mensch oder Hund ist egal – in der Nähe hört sich anders an, als das, was dieser Hund da tat. Er bellte ununterbrochen, die ganze Zeit, während wir im Wald unterwegs waren, war er zu hören, und sein Signal war klar. »Ey, Arschloch Herrchen oder Frauchen, ich will ins Haus, kapierste das? Beweg deinen Hintern und lass mich rein!«
Aber entweder war niemand da oder es interessierte niemanden. Wozu auch? Soll der Hund doch bellen. Der nächste Nachbar ist weit weg, und wenn der Hund nicht mehr bellen will oder seine Stimme verliert, dann wird er schon aufhören.

Jäger gelten nicht umsonst als im Umgang mit Hunden wenig sensibel. Vielleicht ist es das, was man auf dieser Jagdschule auch lernt. Wie man seinen Hund unsensibel behandelt.

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