Arschlöcher im Getränkemarkt

Ich weiß nicht, was das für Menschen sind, die das tun. Ich will das auch gar nicht wissen, glaube ich. Das ist besser. Vor allem für die Gesundheit dieser Menschen.

Ich bin Diabetiker. Typ 2. Ich bin mit meinen Blutzuckerwerten nicht zufrieden. Meist sind sie zu hoch. Und nicht selten nicht unerheblich zu hoch. Aber es gibt ja Möglichkeiten.
Ich bin Antialkoholiker. Seit Februar 2019. Damals stellte man anlässlich einer Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) fest, dass ich eine Leberzirrhose im Anfangsstadium mein eigen nennen darf. Der Arzt meinte recht unverblümt: »Wenn sie nicht aufhören zu saufen, werden sie sterben.« Es gibt Aussagen, über die denkt man nicht lange nach.
Seitdem trinke ich alkoholfreies Bier, solches mit »max. 0,5« und solches mit »0,0«. Bei der Gelegenheit stellte ich fest, dass Bayern kein alkoholfreies Bier können und Krombacher auch alkoholfrei geil schmeckt.
Das Problem: Auch alkoholfreies Bier enthält Kohlehydrate, und die sind Blutzuckerwerten nicht zuträglich. Auf Bier zu verzichten, dazu habe ich aber keine Lust. Wenn man auf alles verzichtet, lohnt sich das Leben wirklich irgendwann nicht mehr.
Das Krombacher Weizen ohne Blei schmeckt ausgezeichnet, hat aber noch mehr Kohlenhydrate als andere Sorten. Nachdem sich meine Blutzuckerwerte nicht wirklich verändern wollten, habe ich die Sorte gewechselt. »Flens frei« ist alkoholfreies Pils und hat knapp halb so viel Kohlehydrate wie das Krombacher.
Und siehe da: Es klappt. Seit ich nur noch »Flens frei« trinke – in gleichen Mengen wie zuvor das Krombacher – gefallen mir meine Blutzuckerwerte. Sie sind immer noch ein wenig über dem Limit. 80 bis 160 ist der Zielbereich, ich liege oft unter 160, aber auch immer wieder mal über 160 … aber nicht mehr über 200, so wie oft zuvor. Insgesamt war das eine gute Idee.

Was das nun mit Arschlöchern im Getränkemarkt zu tun hat? Ganz einfach: Es gibt Menschen, die sich offensichtlich einen Spaß daraus machen, Getränkekästen mit gemischten Sorten zu bestücken. Die Flensburger-Kästen sind sich sehr ähnlich, man muss schon genau hinschauen, um den richtigen Stapel Kisten zu entdecken. Aber was ist das? In dem ersten Kasten »Flens frei« findet sich auch Radler, Pils (mit Blei) in verschiedenen Farben (normal, Gold, Dark und was auch immer) und so weiter und so fort.
Zweiter Kasten … das gleiche Spiel. Dritter Kasten … drei Mal dürft ihr raten. Jedenfalls durfte ich mir heute die vier Kästen, die ich haben wollte, aus insgesamt neun gemischten Kästen selbst zusammenstellen. Und das kann ja wohl nicht der Sinn eines Getränkemarktes sein.
Und vor allem weiß ich nicht, was das soll. Verarschung? Gehässigkeit? Brunzende Dummheit? Sicher ist für mich nur, dass hier Arschlöcher am Werk sind. Richtige, vollständige, reinrassige Arschlöcher, deren Exkrementalausgänge offensichtlich so groß sind, dass sie irgendwann auch ihr Gehirn ausgeschissen haben. Ich versuche mir dann einen älteren, sehbehinderten Mann vorzustellen, der irgendwann verreckt, weil ihm irgendein Arschloch in seinen Kasten alkoholfreien Bieres Flaschen mit Blei untergejubelt hat.
Wie gesagt: Es ist besser, dass ich nicht mehr weiß. Vor allem keine Gesichter, Namen und Adressen.

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