Legasthenischer Raser

Letztens der hier: Jüngelchen, möglicherweise mit Papas Auto, Regensburger Kennzeichen, knallt mit deutlich mehr als 30 km/h (ich schätze: 45 bis 50 km/h) den Grainbichl rauf und wird pampig, als ich ihn auf die 30er Zone auf dem Grainbichl hinweise:

Einmal mehr wünschte ich mir, eine Gotcha-Pistole zu haben …

(Dann hätte es mich auch nicht gestört, ihm nicht schlüssig erklären zu können, dass ich mir inzwischen wie ein Geschwindigkeitsmessgerät vorkomme …)

Dummdesigner: Produktbeschreibung mit aufgespanntem Regenschirm

Jahrelang nutzte ich einen ganz simplen Mückenstecker, um mich nachts vor lästigen und in der Regel nicht Miete zahlenden Schlafzimmerokkupanten – vor allem Mücken, natürlich. Dieser alte Mückenstecker wurde mit rechteckigen Plättchen befüllt, die laut Beschreibung acht Stunden durchhalten sollten (de facto schafften sie sechzehn Stunden, zwei Nächte).
Letztens war der Bestand an Plättchen endgültig zur Neige gegangen – und es gab keinen Nachschub, im Web nicht und auch nicht bei »Kaufland«, wo ich mich vor Jahren zuletzt eingedeckt hatte.
Seufz.

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Gute Kontakte schaden nicht

An Antonia Sanker bin ich über ihren Vater Paul gekommen, der unter verschiedenen Namen Geschichten schreibt und veröffentlicht – und manchmal auch unter seinem eigenen. Antonias Bilder haben ein ganz eigenes Flair. Ich finde sie ebenso ausgefallen schön wie die Werke von Stas Rosin. Und auf meinem Server liegt ein Buch, das sie gemeinsam mit ihrem Vater gemacht hat: Er hat den Text geschrieben, sie die zahlreichen und sehr gelungenen Bilder gemacht. Wann es kommt? Ich habe noch keine Ahnung. Zu diesem Termin aber wird es wohl nicht hinhauen …

Obwohl … so genau weiß man das ja nie :)

Das Beste am Norden

Eine weitere und vielleicht bekanntere Trailer-Reihe des NDR ist »Das Beste am Norden«, durchgehend höchst amüsante Kurzfilmchen, die den Norden, seine Menschen, ihre Marotten, Gewohnheiten, Ansichten, Freuden und Humorigkeiten präsentieren. Zwei meiner Topfavoriten sind:

Das Beste am Norden … ist oben!

Das Beste am Norden … ist unsere Bodenständigkeit.

Aber auch die zahlreichen anderen Filmchen sind sehenswert – immer. Man findet sie bei Youtube am einfachsten, wenn man nach »Das Beste am Norden« sucht. Es lohnt sich – nicht nur, aber vor allem auch, weil die Ideen um ein Vielfaches witziger sind, als die der »Kopien« des Bayerischen Rundfunks (nach dem Motto »I bin der … und da bin i dahoam«).

Mein Norden

Ich bin 1982 nach Bayern gezogen – und seit einer ganzen Reihe von Jahren ist mir klar, dass diese Entscheidung zwar nicht falsch, aber wohl längst überarbeitungswürdig gewesen wäre. Dennoch werde ich wohl noch einige Jahre in Bayern leben (müssen), denn mit 56 Jahren noch einmal einen neuen Job – vor allem einen solchen, wie ich ihn gerade habe – zu finden, das ist nicht einfach. Bis möglicherweise aussichtslos.
In Bayern zu leben hindert mich nicht daran, auf den Norden »zu stehen«, und so ist der NDR einer meiner bevorzugten TV-Sender – vor allem das Hamburger Programm –, und manchmal gönne ich mir statt B5 aktuell sogar NDR-Info.

Im TV-Programm des NDR gibt es eine Sendereihe »Mein Norden – Heimat erleben«, aber es gibt auch eine Trailerserie namens »meinNORDEN«, die in den Pausen zwischen verschiedenen Sendungen gezeigt werden. Das sind Stimmungsbilder aus dem Norden, manchmal unter Wasser, manchmal auf und über dem Wasser aufgenommen, manchmal am Wasser, aber immer erkennbar irgendwo in Norddeutschland aufgenommen, immer dicht am Wasser, immer mit viel Natur, mit viel Stimmung.
Und dazu schöne Musik, die zumindest bei mir maritime Gefühle weckt. Zum Beispiel heute morgen (zum Strandspiel von Kegelrobben):

Mr. Probz’ »Waves« im Robin-Schulz-Remix:
3:51

Es gibt auch noch eine längere Version bei Youtube:
7:21

[Chill] Waves by Mr Probz Robin Schulz Remix

Aufreger

Leute, die etwas lesen, aber nicht verstehen (wollen), was sie lesen, sondern interpretieren, was sie glauben, was derjenige, der das geschrieben hat, damit gemeint haben könnte. Leute, die dann versuchen, daraus einen Strick zu drehen.

Die Straßen so schmal, die Autos so breit, das Hirn so flach

Ab und zu nutze ich nach wie vor die Gelegenheit, die Intelligenz deutscher – und hier vor allem oberbayerischer – Autofahrer zu dokumentieren. Intelligenz und Rücksichtnahme hängen direkt zusammen. Wer eher dumm denn intelligent ist, hat vielleicht – oder offensichtlich? – nie Lesen gelernt, und kennt daher möglicherweise – oder ziemlich sicher – auch den § 1 der StVO nicht. Wie auch immer:

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Keiner bleibt zurück

Ridley Scott ist ein Filmemacher, den ich sehr schätze. Nicht nur, aber vor allem auch für seinen »Black Hawk Down« (USA 2001, https://www.imdb.com/title/tt0265086).

»Black Hawk Down« ist ein Kriegsfilm nach klassischem amerikanischem Muster. Er steht eindeutig in der Tradition von Filmen wie »Platoon« und »Apocalypse Now«, und selbst mit Filmen wie »Full Metal Jacket«, »Good Morning, Vietnam« und den »Rambo«-Filmen kann er eine gewisse Verwandtschaft nicht leugnen.
Während Filme wie »Battleship« den US-amerikanischen Patriotismus nur in einer gewissen, recht begrenzten Perspektive transportieren, spiegeln Filme wie »Black Hawk Down« einen Widerspruch wider – den zwischen dem Patriotismus des amerikanischen Soldaten, dem Wunsch, seinem Land zu dienen, für die amerikanischen Ideen einzustehen, und dem eigenen Leid, dem eigenen Schicksal auf der anderen Seite.

»Black Hawk Down« lebt als Film vordergründig von einem sehr realistisch angelegten Plot. Natürlich weiß niemand in der westlichen Welt, der sich den Streifen im Kino oder auf dem Fernsehschirm angeschaut hat, wie realistisch das Ganze wirklich ist. Aber der Film lässt wenig Zweifel daran, dass der Spielraum für Fantasien sehr, sehr klein ist.
Gleichzeitig ist die Geschichte, die »Black Hawk Down« erzählt, von einer fast schon komischen Tragik geprägt: Einer der Auslöser des ganzen Problems, aufgrund dessen einer der amerikanischen Hubschrauber in Mogadischu notlanden muss, ist ein Soldat namens Blackburn, der schlicht und ergreifend aus dem Black Hawk fällt – und getreu der US-amerikanischen Devise, dass niemand zurückgelassen wird, eine Folge von nötigen Schritten auslöst, die nicht nur einen, sondern sogar zwei Black Hawks auf den Boden zwingen.

Am Ende des Films hat man weniger amerikanischen Patriotismus in einer Großpackung kennengelernt, auch nicht amerikanische Politik, wo auch immer das Militär seinen Auftritt hat. Man hat vielmehr sehr viele amerikanische Soldaten kennengelernt. Keine wirklichen persönlichen Schicksale – oder doch auch. Aber vor allem amerikanische Soldaten in ihrer Rolle als Soldaten und in ihrer Rolle als die eigentlichen Träger des amerikanischen patriotischen Gedankens, der zu solchen Ideen wie »Keiner bleibt zurück« führt, zu einem Gedanken, der, wenn man es genau nimmt, eigentlich der menschlichen Natur vollkommen zuwiderläuft und wirklich nur befohlen werden kann. Und der dann, wenn er, der befohlene Gedanke, auf die richtige Erde trifft, zu einem fruchtbaren Gedanken wird, der umgesetzt wird, der zu dem wird, was die Amerikaner auch unter Patriotismus verstehen – und das ich nicht nur an Filmen wie »Battleship«, sondern eben auch an »Black Hawk Down« ungemein faszinierend finde.

Die Amerikaner haben es drauf, ihre Sicht der Welt zu verkaufen. Man mag über die globale Politik der Amerikaner anderer Meinung sein. Es ist sicher so, dass man sich als Nation namens USA nicht überall einmischen muss – und unter Obama ist das ja auch nicht mehr der Fall (Stichwort Ukraine). Aber andererseits sollte es einer Nation zustehen, sich in Angelegenheiten einzumischen, wenn es um die Welt geht, in der wir leben, und wenn diese Nation meint, sie könne die Ressourcen und Fähigkeiten aufbringen, eine bestimmte Aufgabe zu stemmen. Und wenn es nur um die Rettung der Welt geht.

Nebenbei: Wie faszinierend ich »Black Hawk Down« als Film finde, kann man auch daran erkennen, dass ich in meinem Verlag p.machinery eine kleine Anthologie verlegt habe, die den Titel »Blackburn« trägt. Wer mehr wissen möchte: https://www.pmachinery.de/unsere-bucher/androsf-die-sf-reihe-des-sfcd/androsf-band-31-40/2087-2. Das Buch ist lieferbar.