Keiner bleibt zurück

Ridley Scott ist ein Filmemacher, den ich sehr schätze. Nicht nur, aber vor allem auch für seinen »Black Hawk Down« (USA 2001, https://www.imdb.com/title/tt0265086).

»Black Hawk Down« ist ein Kriegsfilm nach klassischem amerikanischem Muster. Er steht eindeutig in der Tradition von Filmen wie »Platoon« und »Apocalypse Now«, und selbst mit Filmen wie »Full Metal Jacket«, »Good Morning, Vietnam« und den »Rambo«-Filmen kann er eine gewisse Verwandtschaft nicht leugnen.
Während Filme wie »Battleship« den US-amerikanischen Patriotismus nur in einer gewissen, recht begrenzten Perspektive transportieren, spiegeln Filme wie »Black Hawk Down« einen Widerspruch wider – den zwischen dem Patriotismus des amerikanischen Soldaten, dem Wunsch, seinem Land zu dienen, für die amerikanischen Ideen einzustehen, und dem eigenen Leid, dem eigenen Schicksal auf der anderen Seite.

»Black Hawk Down« lebt als Film vordergründig von einem sehr realistisch angelegten Plot. Natürlich weiß niemand in der westlichen Welt, der sich den Streifen im Kino oder auf dem Fernsehschirm angeschaut hat, wie realistisch das Ganze wirklich ist. Aber der Film lässt wenig Zweifel daran, dass der Spielraum für Fantasien sehr, sehr klein ist.
Gleichzeitig ist die Geschichte, die »Black Hawk Down« erzählt, von einer fast schon komischen Tragik geprägt: Einer der Auslöser des ganzen Problems, aufgrund dessen einer der amerikanischen Hubschrauber in Mogadischu notlanden muss, ist ein Soldat namens Blackburn, der schlicht und ergreifend aus dem Black Hawk fällt – und getreu der US-amerikanischen Devise, dass niemand zurückgelassen wird, eine Folge von nötigen Schritten auslöst, die nicht nur einen, sondern sogar zwei Black Hawks auf den Boden zwingen.

Am Ende des Films hat man weniger amerikanischen Patriotismus in einer Großpackung kennengelernt, auch nicht amerikanische Politik, wo auch immer das Militär seinen Auftritt hat. Man hat vielmehr sehr viele amerikanische Soldaten kennengelernt. Keine wirklichen persönlichen Schicksale – oder doch auch. Aber vor allem amerikanische Soldaten in ihrer Rolle als Soldaten und in ihrer Rolle als die eigentlichen Träger des amerikanischen patriotischen Gedankens, der zu solchen Ideen wie »Keiner bleibt zurück« führt, zu einem Gedanken, der, wenn man es genau nimmt, eigentlich der menschlichen Natur vollkommen zuwiderläuft und wirklich nur befohlen werden kann. Und der dann, wenn er, der befohlene Gedanke, auf die richtige Erde trifft, zu einem fruchtbaren Gedanken wird, der umgesetzt wird, der zu dem wird, was die Amerikaner auch unter Patriotismus verstehen – und das ich nicht nur an Filmen wie »Battleship«, sondern eben auch an »Black Hawk Down« ungemein faszinierend finde.

Die Amerikaner haben es drauf, ihre Sicht der Welt zu verkaufen. Man mag über die globale Politik der Amerikaner anderer Meinung sein. Es ist sicher so, dass man sich als Nation namens USA nicht überall einmischen muss – und unter Obama ist das ja auch nicht mehr der Fall (Stichwort Ukraine). Aber andererseits sollte es einer Nation zustehen, sich in Angelegenheiten einzumischen, wenn es um die Welt geht, in der wir leben, und wenn diese Nation meint, sie könne die Ressourcen und Fähigkeiten aufbringen, eine bestimmte Aufgabe zu stemmen. Und wenn es nur um die Rettung der Welt geht.

Nebenbei: Wie faszinierend ich »Black Hawk Down« als Film finde, kann man auch daran erkennen, dass ich in meinem Verlag p.machinery eine kleine Anthologie verlegt habe, die den Titel »Blackburn« trägt. Wer mehr wissen möchte: https://www.pmachinery.de/unsere-bucher/androsf-die-sf-reihe-des-sfcd/androsf-band-31-40/2087-2. Das Buch ist lieferbar.

Das Dreieck. Eine Erinnerung

Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war. Zwölf vielleicht, dreizehn. Es ist über vierzig Jahre her. So viel ist sicher. Ich war nie oft im Krankenhaus. Ich bin in einem geboren worden. Und mit zwölf oder dreizehn war ich noch mal drin. Danach –
Keine Ahnung.

Damals war ich auf der Realschule. Freiherr-vom-Stein-Realschule in Düsseldorf. Färberstraße soundso war die Adresse, denke ich. Meine Schulzeit war nicht aufregend. Im Gegenteil. Ich war einer von den »Kleinen«, die oft genug einen auf die Mappe bekommen haben. Aber trotzdem gab es Freundschaften. Kameradschaft. Damals war das noch so. Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. Manchmal würde ich es eher bezweifeln.
Egal.

An irgendeinem Tag waren wir mit den Fahrrädern unterwegs. Ich weiß nicht mehr genau, wer alles dabei war. Nur an zwei Namen erinnere ich mich. Peter Schröder und Wolf-Dieter Coelius. Die Düssel in Düsseldorf-Bilk war an einer Seite mit einem Spazierweg eingefasst, daneben ein Gefälle mit Wiese, oben dann die Karolingerstraße in der einen Fahrtrichtung (die andere lag gegenüber, aber da war kein Spazierweg unten). An den Querstraßen führte der Spazierweg nach oben, es gab Büsche, Bäume, ausgetretene Pfade von Kindern, die dort oft spielten. Wir gurkten mit den Rädern an so einem Kopfende herum, immer zwischen den Büschen durch, die kleinen ausgetretenen Pfade entlang.

Und ratsch – Augenblicke später lief mir das Blut in Strömen über das Gesicht. Ich hatte die Berührung kaum mitbekommen, und auch Schmerz spürte ich nicht. Aber ich hatte mir an einem quer hängenden Ast den Kopf verletzt, aufgerissen. Und es blutete wie Sau.

Wolf-Dieter war der Mitschüler, der dabei war, der am nächsten wohnte. Wir fuhren auf dem Rad dort hin, er brachte mich nach oben, zu seiner Mutter, die zuerst dafür sorgte, dass mir das Blut nicht ständig über das Gesicht lief und ich nicht alles vollsaute.
Dann rief sie ein Taxi und ich erinnere mich, dass sie den Taxifahrer, der uns erst nicht befördern wollte, ziemlich rundmachte. Er nahm uns dann doch mit. Sie fuhr mit mir ins Krankenhaus, das Evangelische Krankenhaus in Bilk, wenn ich mich recht entsinne.

Und an viel mehr erinnere ich mich nicht. Außer, dass ich erst, als ich auf der Liege in den OP geschoben wurde, das Bewusstsein verlor – und erst auf dem Krankenzimmer wieder erwachte. Sieben Stiche haben sie gebraucht, und heute noch sieht man das Dreieck auf meinem Schädel, wo sie den aufgerissenen Hautlappen wieder angetackert haben, sprichwörtlich. Und ich erinnere mich an den alten Mann auf meinem Zimmer, der mich nicht mochte.

Was ich nicht vergessen werde, ist, dass es ausgerechnet der immer sehr coole Wolf-Dieter war, der mir in dieser Situation half. Gut, Peter hätte es auch getan, aber er wohnte sehr viel weiter weg. Aber aus der Rücksicht auf diese Zeit, die so lange zurückliegt, wundert es mich immer noch. Wolf-Dieter war cool. So cool, dass so ein kleines Lichtlein wie ich schon froh war, überhaupt wahrgenommen zu werden.

[Und wenn ich so darüber nachdenke: Er kann auch Wolf-Dietrich heißen, geheißen haben. Im Web findet man nur einen Eintrag in Langenfeld. – Und nach Peter Schröder muss man freilich gar nicht erst suchen.]

Blaue Hunde, Facebook, Shitstorms

Von BlueBello (www.bluebello.de) hörte ich zuerst in einem Fernsehbeitrag. Und später dann bei Facebook – nicht in Bezug auf diese Anbieterin, sondern grundsätzlich in Bezug auf das Modell, Hunde zu vermieten, ein Modell, das – wie so oft – aus Amerika kommen sollte.

Die Idee ist einfach: Man ist Senior – die Hauptzielgruppe – und möchte noch einmal mit einem Hund leben. Aber man ist sich nicht sicher, ob das sinnvoll ist. Wie lange ist man noch gesund? Wie lange kann man sich wirklich um einen Hund kümmern? Was ist, wenn man plötzlich zum Pflegefall wird? Was geschieht dann mit dem Hund?

BlueBello – und möglicherweise inzwischen weitere Anbieter in Deutschland – bietet hier eine Möglichkeit. Man mietet einen Hund. Für einen Betrag X pro Monat, in dem Futter- und Tierarztkosten enthalten sind, lebt man mit einem Hund zusammen, um den man sich kümmert. Geht das nicht mehr, kümmert sich die Vermieterin – BlueBello wird von einer Frau betrieben – um den Hund.

Bei Facebook hat die Idee – nicht zuletzt aufgrund einer beschissenen Berichterstattung deutscher Jourkanaillen – einige kleinere Shitstorms ausgelöst. Natürlich. Der deutsche Gutmensch denkt zuerst an die Kreatur. Wie kann man nur einen Hund vermieten wollen? Was ist denn mit dem Hund? Denkt niemand an seine Gefühle? Er geht eine Bindung ein, die dann wieder aufgelöst werden muss – wie soll ein Hund das aushalten, verkraften? Das ginge so gar nicht, das müsse verboten werden, das gehöre ordentlich an den deutschen Gutmenschenpranger gestellt. Und das müsse als einer der Beweise gelten, dass deutsche Gutmenschen eines nicht können: nachdenken, bevor sie ihre guten Gene an die Tastatur oder das große Maul lassen.

In Wirklichkeit ist die Idee nahezu genial.
Die Hunde sind trainiert. Sie stammen aus den unterschiedlichsten Quellen. Sie sind gesund, geimpft, gechipt, sie bringen alles mit, was ein Hund in Deutschland haben muss, um seinen Halter glücklich zu machen.
Auf der anderen Seite gibt es vor allem – vermutlich aber nicht nur – Senioren, die alleine leben, die noch fit und agil sind, die sich Gesellschaft wünschen. Oft haben sie ihr Leben lang mit Tieren – und vor allem Hunden – verbracht, und nun, auf ihre alten Tage, stehen sie vor der Frage, ob sie sich noch einmal einen Wauzi zulegen sollen oder nicht. Und sie stehen vor der Frage, wie sie die unsicheren Aspekte einer solchen Anschaffung bewältigen sollen.

Was die Kritiker bei der Idee einer Hundevermietung übersehen, sind die Vorteile für beide Seiten.
Natürlich geht so ein Hund eine Beziehung mit dem Menschen ein, bei dem er lebt. Das tut aber auch ein Hund, den sich so ein Senior auf traditionellem Wege anschafft. Wenn der Mensch nicht mehr kann, ist der Hund so oder so in einer ungünstigen Lage – mit dem Unterschied, dass ein Miethund durch den Vertrag ohne Unsicherheiten, ohne Unwägbarkeiten quasi aufgefangen wird. Und das noch dazu durch eine Bezugsperson – die Vermieterin im Falle von BlueBello –, die er, der Hund, schon kennt.
Und der vermietete Hund hat einen großen Vorteil gegenüber »keinem Hund«. Der nicht vermietete Hund sitzt vielleicht in einem Tierheim, allein, in seiner Box, nach Gesellschaft schmachtend. Was die Kritiker der Vermietungsidee in keinem Falle beantworten konnten, war die Frage, ob ein solches Leben für einen Hund erstrebenswerter ist, als für eine Zeit X an jemanden vermietet zu werden, der sich – in den allermeisten Fällen durchaus liebevoll – um den Hund kümmert. Anders gefragt: Ist es erstrebenswerter, dauerhaft in einem Tierheim zu leben, als befristet bei einem Menschen zu sein?
Und am Ende gibt es natürlich auch noch den Menschen, den Senior. Alte Menschen sind nicht zwangsläufig Pflegefälle. Viele sind fit, agil, sie genießen ihr Leben und würden es noch mehr genießen, wenn da jemand wäre, um den sie sich kümmern könnten. Das muss kein Hund sein – aber in der heutigen Gesellschaft sind die Senioren, die im Grunde keine Familie mehr haben – aus welchem Grund auch immer – sehr viel zahlreicher, als man vielleicht denken mag.

Und ich würde mir für mich wünschen, wenn ich in das Alter gekommen bin, mir darüber Gedanken machen zu müssen, dass mir so ein Angebot zur Verfügung stünde. Ich weiß schon heute, da ich demnächst 56 Jahre alt werde, dass ich nicht mehr ohne Hund leben möchte. Und ich weiß auch, wie schnell es geht, dass sich die eigenen Lebensumstände verändern. Und es würde mir gefallen, einen Hund zu mieten, weil ich dann wüsste, dass er gut aufgehoben wäre, wenn ich mich nicht mehr um ihn kümmern könnte. Dass er nicht ewig lange neben meiner Leiche in meiner Wohnung liegt, bis er vielleicht gefunden wird, vielleicht aber auch verdurstet oder verhungert. Dass er nicht in einem Tierheim landet, wo ihn keiner kennt und wo er eigentlich auch nicht hin möchte.

Ich hatte die Betreiberin von BlueBello angemailt, um mich mit ihr auszutauschen, weil ich überlegte, selbst so was aufzuziehen. Sie hat mir nicht geantwortet. Vielleicht, weil gerade die Shitstorms auf Facebook auf sie hernieder prasselten und sie vermutete, dass ich auch nichts Gutes im Schilde führte. Letztlich ist zu hoffen, dass diese gute Idee die Schmierereien deutscher Jourkanaillen überlebt. Dass Facebook-Shitstorms nicht länger stinken, als die Gehirnzellen der auslösenden Schmierfinken funktionieren, ist sittsam bekannt.

Das Vermieten von Hunden jedenfalls halte ich für eine gute Idee. Sie ist gut für die Hunde, sie ist gut für den Vermieter (oder die Vermieterin) und sie ist gut für den Menschen. Sie ist freilich schlecht für Vollpfosten, die bei Facebook bei jeder Gelegenheit den Gutmenschen raushängen lassen, obwohl er meist so hässlich ist, dass man ihn besser amputieren sollte. Den Gutmenschen. Den widerlichen.

Karoline. Eine Erinnerung

Da weiß ich wirklich nicht mehr, wann das war. Realschule. Irgendwann Anfang der 70er. Oder so. Meine erste Liebe. Naja.

Karoline war eine Gastschülerin, das weiß ich noch. Sie kam in unsere Klasse – die 10b auf der Freiherr-vom-Stein-Realschule in Düsseldorf –, weil die Eltern aus irgendeinem Grund nur für kurze Zeit in Düsseldorf waren. Irgend so was. Kein Zirkus. Was Berufliches. Ich weiß es nicht mehr.
Ich weiß auch nicht mehr, wie sie aussah. Es gibt einen Schemen in meinen Erinnerungen, der keinerlei Gestalt hat. Ich weiß nicht, wann sie kam, ich weiß auch nicht mehr, wann sie wieder verschwand.
Ich weiß, dass wir nie miteinander sprachen.
Ich weiß, dass ich sie von Ferne anhimmelte, dass ich verliebt war, so verliebt, dass ich nachts von ihr träumte. Damals hatte ich irgendwann vor Kurzem die »West Side Story« gesehen, und mir ging das Lied »Maria« ständig durch den Kopf, nur dass Maria Karoline hieß.

Das ist lange her. Damals war ich ein Bub. Nicht mal ein Lausbub. Ich war langweilig und vermutlich für die meisten Menschen um mich herum fast unsichtbar. Erinnerungen sind seltsam. Ich weiß nicht, warum mir Karoline manchmal wieder in den Sinn kommt. Denn eigentlich war da ja nichts. Überhaupt nichts.
Nur eine Erinnerung.

Dummparker-Nachschub

Ich habe schon überlegt, ob die Fahrer dieser Autos alle Linksträger sind. Wegen der Neigung. Die würde das Linkstragen deutlich bevorteilen. (Der Karren hinter dem GAP-GA 74 hatte ein Kölner Kennzeichen. Bei denen ist eh Hopfen und Malz verloren. Ich verstehe sowieso nicht, wie die es überhaupt bis Bayern geschafft haben.)

Dummparker III: Die Basis des Bösen

Und das hier:

Das ist die Gemeinde Murnau am Staffelsee. Sieht harmlos aus, nicht wahr? Ja, das ist echte Tarnung. Aber fahrt da mal mit eurem PKW drauf. Vor allem rechts, in gerader Linie auf das blaue P-Schild zu. Da kommt Freude auf. Da stand bis vor Kurzem ein Baum. Ein richtig ordentlicher Baum, kein Bäumchen. Den hat man dann umgesägt. Die ganzen Einzelteile des richtig ordentlichen Baumes hat man in den Schnee geschmissen, zwei Tage liegen lassen. Dann hat man sie leidlich ordentlich weggeräumt. Was übrig ist, sind Äste – und nicht zu kleine -, der nicht gekennzeichnete Baumstumpf, ein unordentlicher Schneehaufen, stellenweise gut durchgefrostet, lauter schöne Dinge, bestens geeignet, um am Unterboden eines recht normalen Fahrzeugs (bis hin zu Billig-SUVs) ordentliche Schäden zu hinterlassen.

Was daran bemerkenswert ist? Das ist eigentlich ein Parkplatz für 4 bis 6 Fahrzeuge (Dummparker nicht berücksichtigt), gelegen an einer Stelle in der Gemeinde Murnau am Staffelsee, von der aus man wundervoll mehrere schöne Rundwege durch die Gemeinde, zum Staffelsee hinunter und einfach durch die Gegend gehen kann. Vorausgesetzt, man kann sein Fahrzeug dort abstellen.

Was mir da gerade einfällt … hm … Warum noch bekommt dieses Sch***k*** … äh, diese Gemeinde noch gleich Anteile von meinen Steuern, die ich zu zahlen habe? (Und noch was … Herr Bürgermeister, es ist doch schön, für nichts zuständig zu sein, nicht wahr? Nur … wofür hat dieses Sch**…, äh, diese Gemeinde noch gleich einen Nichtzustä…, äh, Bürgermeister?)

Dummparker II: Ein reichhaltiges Angebot

Das Angebot in den Gemeinden Murnau, Seehausen und Riedhausen am Staffelsee ist reichhaltig. Bemerkenswert dabei ist, dass Murnau einen Bürgermeister hat, der für nichts zuständig ist, Seehausen die Ortschaft Bayerns mit den meisten Verbotsschildern sein dürfte, aber kein Geld auch nur für einen Rentner hat, der Verstöße wenigstens petzen könnte, und dass ich über Riedhausen nichts zu vermelden habe, außer, dass der Murnauer Bürgermeister hier auch nicht zuständig ist und Seehausen nicht genügend Verbotsschilder für Riedhausen übrig hatte (oder einfach geizig ist).

Das hier wiederum:

Das ist wiederum ein notorischer Dummparker. Der steht andauernd da. Genau so. Man kann schon erkennen, dass der Fahrzeugeigentümer vermutlich denkt, es sei sein Recht, neben seiner Garage zu parken, die er mit irgendwelchem Müll vollgestellt hat. So viel Müll, dass auch das Besteck zur ordentlichen Befreiung des Gehweges vom Schnee zugebaut und nicht erreichbar ist. Das macht ja aber auch nichts, denn stattdessen stellt der Fahrzeugeigentümer den Fußweg ja mit seinem Schrotthaufen voll. (Eine meiner Hündinnen, die manchmal rüdische Anwandlungen hat, wollte dem Karren schon mal an die Felge pissen; ich habe hinterher nicht verstanden, warum ich sie davon abgehalten habe. Oder vielleicht doch … Wenn man an einen Strom führenden Weidezaun pinkeln, kriegt man ja auch einen auf den Pimmel gewischt. Vielleicht geht das mit Dummheit genau so. Und ich mag keinen dummen Hund haben.)

Der hier übrigens:

Ja, der ist natürlich auch ein Dummparker. Was es für ihn nicht einfacher macht: Er ist zwar kein notorischer, jedenfalls nicht an dieser Stelle, aber er ist aus einem Landkreis, in dem er besser geblieben wäre. Denn im Landkreis Weilheim-Schongau (Kennzeichen WM) gibt es mehr als genug Platz für Dummparker, und ich für meinen Teil kann Dummparkertourismus nur über alle Maßen schwer verurteilen.

Dummparker I: Wir leben in einem Land voll Rücksichtnahme, doch alle haben einen steifen Hals

Das hier:

Das ist nicht nur ein Dummparker. Das ist auch ein Gewohnheitstäter. Also ein gewöhnlicher Dummparker. Der steht hier andauernd. Genau so. Vermutlich wohnt er auf dem Grundstück und meint, dieser Umstand verbriefe ihm das Recht, seine Schrottbeule so auf einem Fußgängerweg abzustellen, damit Fußgänger derweil über den Fahrstreifen laufen müssen, um sich dem Risiko auszusetzen, von einem geschwindigkeitsbeschränkungsblinden Vollpfosten über den Haufen gefahren zu werden.

Und das hier:

Das ist auch ein Dummparker. Aber kein gewohnheitsmäßiger. Jedenfalls nicht an dieser Stelle. Da Dummheit ja allerdings kein Phänomen ist, das phasenweise, sondern eher generell auftritt, ist anzunehmen, dass der einzige Unterschied zwischen diesem und dem vorherigen Dummparker der ist, dass der zweite Dummparker den Ort seiner schändlichen Taten lieber häufig wechselt.

Warum mir an dieser Stelle jetzt der Gedanke an das unterschiedliche Beischlafverhalten der Menschen kommt, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Obwohl: Ich fände es gut, wenn solche verkehrsbelastenden Spacken ihre Karre auch in irgendwelchen Löchern parken würden …

Und dann sind da noch …

… immer die gleichen Autofahrer, die in der Fahrschule nicht verstanden haben, dass »Fußgänger« (für »Fußweg«) oder »Bürger« (für »Bürgersteig«) eben nicht diese Blechschüsseln mit Reifen sind (und leider auch ein »Parkplatz« keine Wiese als Untergrund hat):

(Aber mal ehrlich … erwartet wirklich jemand geistige Glanzleistungen von jemandem, der sich einen FC-Bayern-Aufkleber in dieser Größe auf die Karre pinnt?)

Man glaubt es kaum

Sie haben es doch tatsächlich geschafft – nach drei Tagen ist die Bushaltestelle gegenüber des Grundstücks, auf dem ich wohne und arbeite, wieder zugänglich. Ich glaube nicht, dass es an meiner Nachricht an den Bürgermeister (siehe vorher) gelegen hat; ich glaube eher, da hat sich ein Busfahrer beschwert, weil seine Fahrgäste nicht mehr in seinen Bus krabbeln konnten:

Jetzt wäre nur zu wünschen, dass die eine einsame Gehirnzelle, die diese Glanzleistung zuwege gebracht hat, diesen Winter nicht nur überleben, sondern über den Sommer für den nächsten Winter fit und lebendig gehalten werden kann.