Verschissen

Die Arbeit von Amnesty International ist unbestritten wichtig. Ich bin immer gerne bereit, solche Arbeiten zu unterstützen. Nicht nur, aber nicht zuletzt auch wegen der aktuellen Kampagne »Retten verboten«. Denn die Rettung von Menschen – hier aus Seenot im Mittelmeer, aber sicher auch an anderen Orten der Welt – zu bestrafen, ist eine bodenlose Sauerei.


Quelle: www.amnesty.de/retten-verboten. Dieser Junge wurde im Dezember 2018 von der „SeaWatch3“ im Mittelmeer gerettet. Foto: © Chris Grodotzki / jib collective for Sea-Watch

Gerade bei diesem Thema sollte die Frage, welchem Geschlecht ein Seenotopfer, ein Geretteter angehört, keine Rolle spielen. Bei Amnesty International ist das aber offensichtlich anders: Da wird gegendert. Mit Unterstrich. Und das auch noch inkonsequent. Da ist von »Ermittler_innen« die Rede, aber nicht von »Besatzungsmitglieder_innen«.
Nein, bei aller Liebe. Damit halte ich die Kampagne immer noch für wichtig, richtig und unterstützenswert. Aber nicht Amnesty International als Genderpfuhl.

Gleichberechtigung, dem Genderdeutsch geopfert

»Geschlechtergerechte Sprache schadet dem Kampf der Frauen nach Gleichberechtigung.« Das sagt Walter Krämer, Vorsitzender des VDS. Die deutsche Sprache wird sexualisiert, was bislang dank der allgemein gültigen Ansicht, Ausdrücke wie »der Kunde«, »der Bürger« und »der Mensch« würden alle Geschlechter – Männer, Frauen und alle weiteren – bezeichnen. Krämer: »Dieser Vorzug des Deutschen wird auf dem Altar des Genderunfugs geopfert.« Er findet das »Genderdeutsch« »extrem hässlich« – und hat völlig recht damit. Das in der deutschen Grammatik nicht existierende Gendersternchen verdirbt das Bild der Wörter ebenso wie Schrägstriche, Unterstriche, Klammern und anderen Blödsinn.

Es steht außer Frage, dass eine veränderte Sprache die Diskriminierung der Frau nicht beseitigen kann; das gilt im Übrigen gleichermaßen für alle anderen diskriminierten Teile der Menschheit: Indianer, Farbige, Latinos, Juden, Lesben und Schwule. Noch einmal Walter Krämer: »Gleichberechtigung der Frauen erreicht man durch gleichen Lohn für gleiche Arbeit und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.« Und für alle anderen diskriminierten Teile der Menschheit finden sich auch Lösungen, die über sinnlose und kontraproduktive Sprachverderbnis hinausgehen.

Quelle: VDS-Infobrief 02.10.2020, und des Weiteren: deutsch.rt.com.

Chemie gegen Vorurteile

Ich hätte manchmal große Lust, Procter & Gamble (oder P&G, wie sie sich heute nennen) vor den Kadi zu zerren. Wegen Diskriminierung. Speziesismus, um genau zu sein. Da wurde schon so geworben (das war 2016):

Hundemief ade: Febreze Car bringt Wohlfühlduft in Ihr Auto!

Aktuell ist es der »Febreze 3volution Duftstecker«, für den geworben wird. Und immer geht es um Gerüche, die man selbst nicht (mehr) wahrnimmt, weil man »geruchsblind« ist, Dritte nehmen jedoch Gerüche war. Und immer wird unterstellt, dass Hunde dabei eine Rolle spielen. (Sinnigerweise sind es nie Katzen, deren Hinterlassenschaften im Katzenklo offensichtlich so gar keine olfaktorischen Erlebnisse bieten.)

Abgesehen davon, dass der Geruch eines gesunden Hundes maßgeblich von seiner Ernährung abhängig ist – wer Aldibillig, Lidlkostnix oder Pennyreichtauch verfüttert, kann einfach nicht mehr erwarten –, habe ich zwei wundervolle Geruchsbeispiele in meinem eigenen Haus. Und ich bin ganz sicher nicht »geruchsblind« – sieht man von den olfaktorischen Foltern meiner Gattin beim Abbrennen nicht zur Verbrennung gedachter Kräuter, getrockneter Tierteile und Chemikalien ab –, denn ich liebe es, meine Nase ins Fell meiner ungarischen Prinzessin Kim II. zu drücken und tief Luft zu holen. Wir hatten mal ein Angebot eingeholt, was es kosten würde, Kims Duft in ein Parfüm zu verwandeln; leider war das richtig, richtig teuer. Und selbst Naomi, die weniger wie ein Parfümfläschchen riecht, als vielmehr kernig, mit einem Hauch von Gras und einem Abgang frisch getrockneten Heus, ist ganz sicher kein Stinker.

Ja, klar, da kommt dann so ein Schlaumeier und labert was von »nassen Hunden, die aber doch stinken«. Siehe oben: Ernährung.

Auf jeden Fall sind die Werbekampagnen des Febreze-Herstellers indiskutabel und schlicht zu verurteilen. Zumal diese Produkte vermutlich pure Chemie sind. Und auch so stinken …

Blöhdermann

Jan Böhmermann propagiert in der NDR-Talkshow (der vom 25.09.2020), dass der Radfahrer die Gewalt, die sich im Straßenverkehr in ihm anstaut, am Auto auslassen muss. Tja. Und so was hat sechs Mal den Grimme-Preis bekommen. Was letztlich auch was über den Grimme-Preis aussagt.

[Ein Tipp für alle Autofahrer, die das auch toll finden: Böhmermann fährt angeblich ohne Helm, weil er als Radfahrer im Straßenverkehr gerne mit Würde sterben möchte, mit einer Würde, deren Existenz ich für eher zweifelhaft halte.]


Edit 29.09.2021: Inzwischen ist der Videoschnipsel aus der Mediathek verschwunden. Ein seltsames Mediathekenkonzept. Aber gut. Immerhin ist weder die ganze Sendung noch der Böhmermann-Splitter irgendwo zu finden – nicht mal bei Youtube.

Gendern ist sinnlos

Gendern versaut die deutsche Sprache. Gendern ist dumm und fantasielos. Und Gendern hilft nicht dabei, das Ziel zu erreichen, wegen dem Genderfans gendern. Genderfans sind in der Tat diejenigen, die verhindern, dass sich die Gesellschaft auf das eigentliche Problem konzentrieren kann: auf die Gleichstellung von Mann und Frau (und von wem sonst noch). Genderfans sind die, die sich beleidigt geben, wenn man ihnen ihr Geschlecht nicht verbal oder schriftlich ins Gesicht schmiert.

Bei Xing erschienen heute zwei Beiträge, pro und contra. Thomas Nötting schrieb »Warum Gendern sinnlos ist«; er ist freier PR-Berater und Autor. Und natürlich ist es eine Frau, Karen Schmied, die behauptet, »nicht zu gendern ist auch keine Lösung«; sie ist Programmchefin von Radio Fritz beim RBB. – Die Beiträge kann leider nur lesen, wer bei Xing registriert ist, aber die Registrierung für ein Basispaket ist kostenlos und schnell erledigt.

Nele Pollatschek beweist beim TAGESSPIEGEL immerhin, dass sich Frauen nicht grundsätzlich den Vorwurf gefallen lassen müssen, »pro Gendern« eingestellt zu sein; dass dem nicht so ist – und in der Tat gibt es genauso viele männliche Sprachverbrecher – beweist sie unter dem Titel »Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer«. Höchst lesenswert.

Die Argumentationen »pro Gendern« sind meist völlig blödsinnig und ähnlich wertvoll wie Verschwörungstheorien. Und vor allem ist die Genderei rassistisch – denn eines übersehen die Genderfans: Es ist fein, dass erreicht werden soll, dass sprachlich »m« und »w« zu ihrem bislang aberkannten Recht kommen, aber was ist denn bitte mit »d«? Das Genderpack erreicht nicht nur das eigentliche Ziel der Gleichberechtigung nicht, sondern stößt auch noch diejenigen vor den Kopf, die sich einmal mehr entscheiden müssen, ob sie »m« oder »w« sein wollen, obwohl sie »d« sein möchten, nicht nur, aber auch, weil sie das Recht dazu haben sollten.

Ergo: Nicht labern, laberst du? Du laberst! Sondern handeln. Gleichberechtigung redet man nicht herbei – vor allem nicht mit einer Sprache, die man nicht mehr sprechen kann, weil sie mit Sonderzeichen verseucht ist.


Edit 18.09.2024: Die beiden Xing-Beiträge existieren nicht mehr.

Gendern erzeugt Kollateralschaden

Der VDS, in dem ich Mitglied bin, hat einen Vorsitzenden, Professor Walter Krämer. Der hat einmal mehr darauf hingewiesen, dass Gendern die »gewachsene deutsche Sprache« »verunstalte«. Der Versuch, die Sprache von außen zu verändern, sei »nur ein Alibikampf«. »Grammatik arbeite wie ein Uhrwerk, Eingriffe in ihre Feinmechanik durch das Sprachgendern hätten weitreichende Folgen (…).«

Folgerichtig ist es eine Frau, die sich dazu äußert, die Sprachwissenschaftlerin Luise Pusch: »(…) das als Argument angeführte generische Maskulinum« sorgt dafür, »dass die Frau zur Abweichung von der Norm werde«. Pusch sagt: »Die Frau ist nicht der Rede wert. Die deutsche Männersprache versteckt die Frau besser als jede Burka.«

Bekanntermaßen ist die Frau genetisch gesehen ein Mann, der zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Entscheidung getroffen hat, eine Frau werden zu wollen. Aber auch davon muss Frau Pusch natürlich keine Ahnung haben, wo sie doch solche Erkenntnisse und Wahrheiten ihr Eigen nennt.

Quelle: VDS-Infobrief 26.09.2020; weitere Quellen: cicero.de, cicero.de, rnd.de.

Reichhaltige Idiotien

Es gibt Tage im Leben – und daneben –, da muss man sich keine Gedanken darüber machen, wie man in Kenntnis lokaler, nationaler und globaler Idiotien gelangt. Sie erreichen einen beinahe von selbst.

O du Idiotische

Persil wirbt neuerdings mit der Aufforderung, »Deutschlands meistvertrautes Waschmittel« zu entdecken. Hier zum Beispiel. Und im Radio. Und im Fernsehen. »Meistvertraut …«
Abgesehen davon, dass man »meist« nicht in Wortzusammenziehungen verwendet – sieht man von so Unwörtern wie »meistbietend« oder »meistbegünstigt« ab, die nur Auktionatoren und Rechtsanwälte benutzen – und es sich darüber hinaus in Prosatexten um ein deplatziertes Füllwort zu handeln pflegt, wäre eine Steigerung von »vertraut« ganz einfach: »vertrautest«. Aber auch das ist schlicht Humbug.
Wenn ich sage »Ich vertraue dir«, dann lässt sich das nicht steigern, allenfalls negieren: »Ich misstraue dir«. »Ich vertrauste dir« ist schlicht Unsinn. Aber auch, wenn »mir etwas vertraut ist«, kann man das nicht steigern, denn wenn mir etwas vertraut ist, dann kann es mir schlechterdings nicht vertrauter oder gar am vertrautesten sein.
Aber ich verstehe die Henkel KGaA. Wenn man seine Düsseldorfer Tensidchemie gegen Konkurrenzprodukte wie »Frosch« – denen meine Frau vertraut – und andere Bio-Vermarkter behaupten will, dann muss man halt auch zu unlauteren Methoden greifen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Immerhin können wir uns freuen: Weihnachten naht, und so können wir dann dank Toffifee wieder schöner adventen und besser weihnachten. In meistvertrautest gewaschenen Kleidungsstücken nach unserer Fasson.

Einsame Männer bei Edeka

Der Edeka-Markt in Husum-Dreimühlen öffnet – wie viele andere Märkte in Husum auch – morgens um 8 Uhr. Gleichzeitig mit dem Einlass der ersten Kunden wird das Einkaufserlebnis dadurch vergrößert, dass die Marktmitarbeiter Waren von großen Rollwägen in die Regale einräumen. Teilweise irren sie durch die Gänge auf der Suche nach dem richtigen Platz für die Ware in ihrer Hand; da streift dann schon mal ein unmaskierter junger Mann mit den Fleischbällchen in der Hand vom Joghurtregal quer durch die Gefriergutabteilung zu seinem Ziel.
Unter der Woche müssen sie meist arbeiten, aber am Wochenende haben die Männer älterer Jahrgänge Gelegenheit, mit ihren holden Eheweibern und sonstigen Lebensabschnittspartnerinnen zum Einkauf zu schreiten, gemeinsam und in auffälliger Einigk…
Ähm. Mitnichten. Die weiblichen Kunden streifen durch die Gänge und zeigen die bewundernswerte Fähigkeit, sich jederzeit daran zu erinnern, wo sie ihren vereinsamten und sichtlich verwirrten Partner mitsamt dem Einkaufswagen im Weg haben stehen lassen. Dort wartet er geduldig mit geistesabwesendem Gesichtsausdruck auf die Rückkehr der – in diesem Falle – Ernährerin und sorgt für immer wiederkehrende Erlebnisse abenteuerlicher Slaloms für die männlichen Kunden, deren Partnerin – zum Glück? – auf einem Seminar in Eckernförde weilt und damit einem einsamen Mann bei Edeka das Schicksal als solcher erspart hat.

Sternchen gibt’s von Schlägen auf den Kopf

Der wöchentliche Infobrief des VDS e.V. (Verein Deutsche Sprache) entwickelt sich mehr und mehr zu einem krönenden, höchst gelungenen Wochenabschluss. Heute wurde in einem Text die »Katholische Studierende Jugend« erwähnt, die »Gott« ab sofort mit Idiotenst… äh, Gendersternchen schreibt: »Gott*«. Sie wollten damit »weg von dem strafenden, alten, weißen Mann mit Bart«, sie wollen »hin zu einer Gottes*vielfalt«. Man wolle »Gott aus der geschlechtlichen Ebene herausheben und aufzeigen, dass Gott weder einem Geschlecht noch anderen menschlichen Kategorien zuzuordnen sei«.
Da wünscht man sich die Weibsbilder zurück, die ständig »Gott ist weiblich« (oder sinngemäß ähnlich) pro- und deklamieren, oder besser noch:
»Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!«


Edit 10.02.2022: Der Link auf die Persil-Werbung ist nicht mehr gültig.

Meine erste Online-MV

Der WetzKon III war abgesagt, die Mitgliederversammlung (MV) des Science Fiction Club Deutschland e.V. (SFCD) konnte nicht stattfinden. Der ElsterCon wäre noch eine Möglichkeit gewesen; er wird, wie es aussieht, wohl stattfinden, wenn auch deutlich eingeschränkt. Aber das war nicht sicher. Und so entschied der Vorstand, eine MV im Netz abzuhalten. Blizz war die Software und Plattform der Wahl, und der erste Testtermin lief auch ganz gut; beim zweiten Testtermin versagte Vodafone mir den Internetzugang – gleich zweimal.

Der Anfang war ruckelig, zuckelig, alles andere als glatt und geschmeidig. Ein Neustart des Meetings war notwendig, dann ging es. Im Großen und Ganzen ganz gut. Und ungewohnt. Man hörte sich hauptsächlich, nur die wesentlichen Redner wurden mit der Kamera sichtbar. Die Abstimmungen gestalteten sich ein wenig anders als gewohnt; es wurden Nein-Stimmen und Enthaltungen abgefragt, die Ja-Stimmen ergaben sich zwangsläufig. Es gab eh nicht viel zu entscheiden. Entlastung des Vorstands, Beitragserhöhung. Das war alles. Und völlig unproblematisch.
Die Diskussionen waren nicht ganz so ausufernd wie auf normalen MVen, aber es gab sie. Insgesamt …

Am Ende kickte mich Vodafone wieder raus. Als ich dann – nach drei sinnlosen DSL-Neustarts – wieder ins Netz kam, war die MV schon vorbei. Ich kam jedenfalls nicht mehr ins Meeting rein.

Das war also meine erste Online-MV. Okay. Gewöhnungsbedürftig. Die Vorstandstreffen machen wir schon lange online, bisher über Skype, jetzt über Blizz, denn der geschlossene Vertrag läuft noch bis 2021. Die MV hinterließ einen eher zwiespältigen Eindruck, glaube ich. Ich bin nicht sicher, ob ich sie nicht doch lieber in der althergebrachten Weise goutieren würde.
Aber das zeigt sich nächstes Jahr. Für mich sieht es nicht danach aus, als ob wir den Virus und die aus ihm resultierenden Umstände nächstes Jahr schon los wären …

DPDS August 2019

Den »Design-Preis für Design-Scheiß« im August 2019 bekommt der Anbieter Xonic Versand für seine »Rasenwalze Green«. Der Ebay-Anbieter mit weit über 50.000 Bewertungen (99,5 % davon positiv) verkauft für unter 30 Euro ein Produkt, das an Unüberlegtheit, Unpraktikabilität und mangelhafter Qualität kaum noch zu überbieten ist.

Ein Handbuch fehlt freilich, wenn man den DIN-A5-Zettel mit zwei Zeichnungen, die aus Briefmarkengröße mit 20 dpi auf DIN A6 aufgezogen wurden, nicht als Handbuch bezeichnen möchte. Selbst mit IKEA-Montageerfahrung ist der Zusammenbau der durchgängig schwurbeligen und mit unüberlegten Befestigungsmaterialien bestückten Unzumutbarkeit ein Anlass, eine größere Auswahl an Zitaten aus dem »Großen deutschen Schimpfwörterbuch« herunterzubeten.

Die grüne Abdeckung, die dafür sorgen soll, dass Erde oder Pflanzenteile auf der Walze abgewischt werden, lässt sich nicht direkt über der Rolle – wo sie einen Sinn hätte – montieren, weil man die Mutter auf der Innenseite nicht kontern kann, sodass auch die Schraube von außen nicht wirklich festzuziehen ist. Übrigens ist dem Hersteller des Teils offensichtlich noch nicht aufgefallen, dass Kreuzschlitzschrauben einen gewissen Vorteil gegenüber Schrauben mit einfachem Schlitz haben.

Der Handgriff lässt sich nur mit Gewalt anbringen, weil er nach dem Verschrauben der einen Seite von der anderen einen guten Zentimeter absteht und nur mit entsprechendem Druck durch das Anbringen der Schrauben entsprechend zu verbiegen ist.

Am Ende hält man ein Teil in der Hand, das dem Begriff »schwabbelig« wie auch »instabil« eine ganz neue Bedeutung gibt.

Unsere Empfehlung: Es schadet selten, ein paar Euro mehr zu investieren und vielleicht sogar ein Markenprodukt zu kaufen. Dem Hersteller – wenn er nicht mit dem Anbieter identisch ist – empfehlen wir einen Drogenentzug und mehr zu arbeiten, statt ständig zu masturbieren.

Wenn Schauspieler was anderes machen

Im SF-Fandom ist Thomas Franke vornehmlich als Zeichner und mitunter Texter bekannt, in Wirklichkeit ist sein »Hauptberuf« aber wohl eher der des Theaterschauspielers, wobei ihm seine Präsenz und vor allem seine Stimme alle Vorteile verschafft.
Dennoch: Auch Schauspieler haben Hobbys, Leidenschaften, Abseiten – und Thomas’ Präferenzen gelten der nicht nur schwarz-weißen, sondern auch latent farbigen Bildkunst, wie wir alle wissen.
Im Haus der Theatergemeinde Bonn (Bonner Talweg 10, 53113 Bonn, Tel. 0228 915030) findet nun am 04.02.2019 um 18.30 Uhr eine Vernissage zu einer bis in den März verweilenden Ausstellung seiner Bildwerke statt, auf die hier hingewiesen sein soll.

Bild 1 | Bild 2 | PDF

Thomas schreibt:

Da ich nicht nur ein Mann der bühnischen Worte, sondern auch ein schwarz-weiß-sehender Malersmann sowie ein großartig schreibelnder und viele andere Männer noch bin … oder viele solche sein will, ist es meiner multiplen Persönlichkeit kausal immanent, dass alle diese Seelen in meiner Brust Beziehungen zueinander pflegen, männichmal sich prügeln, Macht ausüben und unterdrücken wollen, gehören hinsichtlich meiner bildkünstlerischen Arbeit auch Bild und Bildtitel kausal zusammen. Und wenn der Betrachter auf einer der ausgestellten Collagen ein Porträt des Wissenschaftlers Isaak Newton sieht und den dazugehörigen Titel liest: »Ein-Mond – erste Nacht: Itzak Newton skeptiziert den Gravitationsgenerator, welcher dem Mond den Umlauf bahnen soll. Ein-Mond kommt dem Planeten näher; nichts fällt herunter« oder wenn er Herrn Darwin erblickt, der sich von seltsamen Gegenständen abwendet, die auf der Collage zu sehen sind, und darunter geschrieben steht: »Ein-Mond – zweite Nacht: Während der Biologe Robbie William Darwin im Kreise seiner lieben Fromagisten den Flatterigel im Galappagos herbeistürmen hört, kreisen nachtfarbige Muiven am Firmament. Ein-Mond kommt dem Planeten noch näher. Keine Schildkröte ist zu sehen«, dann wird er wohl begreifen, dass ich mit meinen Collagen ein ironisches Verwirrspiel mit Zeiten, wissenschaftlichen Entdeckungen, Persönlichkeiten, Moral und Ethik betreibe und diese Mischung in irrationalen bzw. surrealen Titeln poetisch (das ist dann der schreibelnde Thomas Franke) umzusetzen mich bemühe. Mit diesem Vexierspiel (vexare kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt plagen, quälen, was ich sattsam hinterfotzig beabsichtige!) gehe ich manchmal so weit, dass ich Persönlichkeiten und Ereignisse mit konkreten Datierungen imaginiere; – das heißt, dass es diese Menschen und Ereignisse nicht gab oder gibt noch geben wird … Ob das so ist, muss der Betrachter selber herausfinden. Geschichten habe ich schon immer gerne erfunden und sie als wahre Begebenheiten erzählt; ich lernte das zu perfektionieren anhand der Lektüre der Werke des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges, der in seinen Erzählungen Persönlichkeiten hin und wieder sogar mit Geburts- und Sterbejahr anführt, die vielleicht existierten – vielleicht aber auch nicht lebten. Ein wundervolles Spiel!

Ich berichte in meinen Werken also aus dieser wie aus einer anderen Wirklichkeit; ich erzähle von vielen klugen Großkopferten, den Mitgliedern der Akademie der Wissenschaftler nach der Planetesimalen Phaetonischen Katastrophe, von Ein-Mond, der beinahe die Erde touchierte, von den frivolen Erlebnissen einer schönen Gärtnerin und von vielen anderen Ereignissen in dieser Welt …

Das muss man gesehen haben