Die Straßen so schmal, die Autos so breit, das Hirn so flach

Ab und zu nutze ich nach wie vor die Gelegenheit, die Intelligenz deutscher – und hier vor allem oberbayerischer – Autofahrer zu dokumentieren. Intelligenz und Rücksichtnahme hängen direkt zusammen. Wer eher dumm denn intelligent ist, hat vielleicht – oder offensichtlich? – nie Lesen gelernt, und kennt daher möglicherweise – oder ziemlich sicher – auch den § 1 der StVO nicht. Wie auch immer:

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Ein Mann, ein Loch, vielleicht ein Freund

Wenn ich dies schreibe, ist Pfingstmontag, der 25. Mai. Heute ist er seit fünf Tagen nicht mehr unter uns – ein paar Stunden hin oder her vielleicht. Dr. Martin G. Schmidt, der in der Szene der SF-Fans, Fantastikfans, Horrorfans, der Käufer und Leser zahlloser Bücher aus Klein- und Kleinstverlagen (wie dem meinen) unter dem genialen Künstlernamen Crossvalley Smith aktiv war, ist nicht mehr unter uns. Ich kenne die genauen Umstände nicht, die Vorgeschichte nur bruchstückhaft, aber es macht keinen Unterschied: Er ist nicht mehr da, und ich weiß, alles, was ich dazu noch erfahren könnte, würde es weder leichter noch schwerer machen, denn noch schwerer kann es nicht werden …

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Das Dreieck. Eine Erinnerung

Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war. Zwölf vielleicht, dreizehn. Es ist über vierzig Jahre her. So viel ist sicher. Ich war nie oft im Krankenhaus. Ich bin in einem geboren worden. Und mit zwölf oder dreizehn war ich noch mal drin. Danach –
Keine Ahnung.

Damals war ich auf der Realschule. Freiherr-vom-Stein-Realschule in Düsseldorf. Färberstraße soundso war die Adresse, denke ich. Meine Schulzeit war nicht aufregend. Im Gegenteil. Ich war einer von den »Kleinen«, die oft genug einen auf die Mappe bekommen haben. Aber trotzdem gab es Freundschaften. Kameradschaft. Damals war das noch so. Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. Manchmal würde ich es eher bezweifeln.
Egal.

An irgendeinem Tag waren wir mit den Fahrrädern unterwegs. Ich weiß nicht mehr genau, wer alles dabei war. Nur an zwei Namen erinnere ich mich. Peter Schröder und Wolf-Dieter Coelius. Die Düssel in Düsseldorf-Bilk war an einer Seite mit einem Spazierweg eingefasst, daneben ein Gefälle mit Wiese, oben dann die Karolingerstraße in der einen Fahrtrichtung (die andere lag gegenüber, aber da war kein Spazierweg unten). An den Querstraßen führte der Spazierweg nach oben, es gab Büsche, Bäume, ausgetretene Pfade von Kindern, die dort oft spielten. Wir gurkten mit den Rädern an so einem Kopfende herum, immer zwischen den Büschen durch, die kleinen ausgetretenen Pfade entlang.

Und ratsch – Augenblicke später lief mir das Blut in Strömen über das Gesicht. Ich hatte die Berührung kaum mitbekommen, und auch Schmerz spürte ich nicht. Aber ich hatte mir an einem quer hängenden Ast den Kopf verletzt, aufgerissen. Und es blutete wie Sau.

Wolf-Dieter war der Mitschüler, der dabei war, der am nächsten wohnte. Wir fuhren auf dem Rad dort hin, er brachte mich nach oben, zu seiner Mutter, die zuerst dafür sorgte, dass mir das Blut nicht ständig über das Gesicht lief und ich nicht alles vollsaute.
Dann rief sie ein Taxi und ich erinnere mich, dass sie den Taxifahrer, der uns erst nicht befördern wollte, ziemlich rundmachte. Er nahm uns dann doch mit. Sie fuhr mit mir ins Krankenhaus, das Evangelische Krankenhaus in Bilk, wenn ich mich recht entsinne.

Und an viel mehr erinnere ich mich nicht. Außer, dass ich erst, als ich auf der Liege in den OP geschoben wurde, das Bewusstsein verlor – und erst auf dem Krankenzimmer wieder erwachte. Sieben Stiche haben sie gebraucht, und heute noch sieht man das Dreieck auf meinem Schädel, wo sie den aufgerissenen Hautlappen wieder angetackert haben, sprichwörtlich. Und ich erinnere mich an den alten Mann auf meinem Zimmer, der mich nicht mochte.

Was ich nicht vergessen werde, ist, dass es ausgerechnet der immer sehr coole Wolf-Dieter war, der mir in dieser Situation half. Gut, Peter hätte es auch getan, aber er wohnte sehr viel weiter weg. Aber aus der Rücksicht auf diese Zeit, die so lange zurückliegt, wundert es mich immer noch. Wolf-Dieter war cool. So cool, dass so ein kleines Lichtlein wie ich schon froh war, überhaupt wahrgenommen zu werden.

[Und wenn ich so darüber nachdenke: Er kann auch Wolf-Dietrich heißen, geheißen haben. Im Web findet man nur einen Eintrag in Langenfeld. – Und nach Peter Schröder muss man freilich gar nicht erst suchen.]

Karoline. Eine Erinnerung

Da weiß ich wirklich nicht mehr, wann das war. Realschule. Irgendwann Anfang der 70er. Oder so. Meine erste Liebe. Naja.

Karoline war eine Gastschülerin, das weiß ich noch. Sie kam in unsere Klasse – die 10b auf der Freiherr-vom-Stein-Realschule in Düsseldorf –, weil die Eltern aus irgendeinem Grund nur für kurze Zeit in Düsseldorf waren. Irgend so was. Kein Zirkus. Was Berufliches. Ich weiß es nicht mehr.
Ich weiß auch nicht mehr, wie sie aussah. Es gibt einen Schemen in meinen Erinnerungen, der keinerlei Gestalt hat. Ich weiß nicht, wann sie kam, ich weiß auch nicht mehr, wann sie wieder verschwand.
Ich weiß, dass wir nie miteinander sprachen.
Ich weiß, dass ich sie von Ferne anhimmelte, dass ich verliebt war, so verliebt, dass ich nachts von ihr träumte. Damals hatte ich irgendwann vor Kurzem die »West Side Story« gesehen, und mir ging das Lied »Maria« ständig durch den Kopf, nur dass Maria Karoline hieß.

Das ist lange her. Damals war ich ein Bub. Nicht mal ein Lausbub. Ich war langweilig und vermutlich für die meisten Menschen um mich herum fast unsichtbar. Erinnerungen sind seltsam. Ich weiß nicht, warum mir Karoline manchmal wieder in den Sinn kommt. Denn eigentlich war da ja nichts. Überhaupt nichts.
Nur eine Erinnerung.

Eine Antwort vom Landrat – oder auch nicht

Zum Thema der Geschwindigkeitsübertretungen in der 60er Zone in Murnau-Westried gibt es hier schon einige Beiträge, z.B. hier, hier (d. i. der Brief an den nicht zuständigen Murnauer Bürgermeister), hier und hier.

Der Brief an den Garmisch-Partenkirchner Landrat Anton Speer, auf den hier Bezug genommen wird, kann man hier nachlesen.

Der Brief war zugegebenermaßen nicht sehr freundlich, aber ich habe als direkt betroffener Westrieder Anwohner nicht nur zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Briefes, auch nicht vorher, und nicht nachher Grund gehabt, das Thema in irgendeiner Form mit dem Begriff »freundlich« in Verbindung zu bringen.

Mein Brief an den Landrat stammte vom 17.10.2014, die Antwort vom 01.12.2014. Insofern kann ich mir weitere Reaktionen ebenfalls mit entsprechender Verzögerung erlauben.

Im Folgenden bilde ich den Text des Schreibens des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen ab, geschrieben von der Sachbearbeiterin Frau Brückner, datierend vom 01.12.2014. Die Originalversion als PDF-Scan findet sich hier. Ich war so frei, für meinen Blog evtl. Tippfehler zu korrigieren.

Den Brief des Landratsamts werde ich in den nächsten Tagen – sofern mir nicht der Himmel auf den Kopf fällt – noch entsprechend kommentieren. Denn das, was da geschrieben wird, ist einer Kommentierung dringend würdig. Aber wirklich dringend.

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Bevor ich hier wegziehe …

… bekommt Murnau am Staffelsee neue Ortsschilder. Verschiedene. Ich bin da kreativ. Für den Augenblick erfreue ich den Unzuständigkeitsbürgermeister Beuting – in direkter Vererbungsnachfolge von Unzuständigkeitsbürgermeister Rapp – mit einer neuen E-Mail:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Beuting,

vermutlich sind Sie ja mal wieder nicht zuständig, aber ich wüsste gerne, welche Organisation für die Schneeräumung auf dem Fußweg nördlich der St 2062 in Murnau-Westried zuständig ist.

Ich wüsste dann auch gerne, ob es für meine Steuergelder, für die Steuergelder, die meine Nachbarn zahlen, sowie für die saftigen Hundesteuergelder meiner beiden Hunde machbar wäre, dass Sie den Vollpfosten, die für die zuständige Stelle vorgeben, ihre Schneeräumarbeiten auf dem Fußweg direkt nördlich der St 2062 durchzuführen, klarzumachen, dass es sinnvoll wäre, meinen Nachbarn und insbesondere den Bewohnern und den Mitarbeitern des Geländes der Firma Kern Microtechnik GmbH auf der nördlichen Seite der St 2062 „Schleusen“ in den Schnee zu fräsen, damit man die ansonsten immens aufgetürmten Schneewälle überwinden kann (nicht nur, aber auch mit zwei ca. 50 cm hohen Hunden), ohne sich bis zur Hüfte einzusauen und auch sonst das Risiko zu minimieren, von selbst bei geschlossener Schneedecke die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h verletzenden Autofahrern über den Haufen gefahren zu werden?

Darüber hinaus bitte ich um Bekanntgabe einer Rechnungsanschrift, der ich meine Rechnung für ca. 1/2 Stunde Arbeit übermitteln kann, die ich trotz fehlender Zuständigkeit zur Einrichtung einer solchen Schleuse (siehe beigefügte Fotos) aufgewandt habe.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Haitel

Und die zugehörigen Bilder: vorher|nachher:

Hochzeitstag am Forggensee

11.11., 11.11 Uhr. Vierte Ehe, vierter Hochzeitstag. Die Vorbereitungen waren eher flau, wir wussten lange nicht, was wir unternehmen sollten, wollten dann schauen, wie das Wetter wäre. In Murnau war es nicht so toll, aber es gibt ja Webcams – und am Forggensee sah es deutlich besser aus. Der liegt so Richtung Füssen, die Gegend ist hübsch flach, schon zu begehen, die Aussichten können sich auch sehen lassen.

Nach einem für unsere Verhältnisse opulenten Frühstück ging es gegen Mittag hinaus. Hunde ins Auto – und los.

Am See gönnten wir uns einfach einen langen Spaziergang. Von Waltenhofen aus Richtung Norden. Zuerst am Kiesstrand entlang, besonders unbequem zu begehen. Kim wollte immer wieder nach oben auf den Radlweg, schauen, ob es da oben nichts Interessanteres gäbe. Und Naomi … Ich verstehe nicht, warum die Leute in der Gegend, alle zwei Meter eine wilde Grillstelle einrichten müssen, anstatt sich auf zwei oder drei in größeren Abständen zu konzentrieren. Das ist irgendein rudimentäres Urzeitrevierverhalten, vermute ich. Naomi graste die Feuerstellen ab, und nachdem der Deutsche an sich an seinen Grillstellen eine fiese, dreckige, versaute Sumpfschlampe zu sein pflegt, fraß sie andauernd irgendeinen Scheiß, den niemand weggeräumt hatte – bis ich sie an die Leine nahm. (Naomi braucht unbedingt ein Zusatztraining zum Thema, um ihr das Fressen am und vom Boden abzugewöhnen. Seufz.)

Auf dem Rückweg dann die Überlegungen, ob man vielleicht essen gehen sollte. Spät genug war’s – wie immer zu spät. Dann Kaffee trinken? Es sollte ein Panoramacafé mit Blick auf Hohenschwangau und Neuschwanstein geben. Das war aber dicht – eigentlich klar. Am 11.11. ist auch für die beinhärtesten deutschen Rentner keine Saison mehr.

Was dann? Heimfahren, ein bisschen ausspannen, dann zum Abendessen, nach langer Zeit mal wieder in die Trattoria. Auch nicht schlecht. Immerhin erkannte man mich da noch.


Beschilderte Dummheit


Ein Schlösschen im Grünen :))

Fazit? Hm. Ich weiß nicht, warum Beziehungsdiskussionen immer Weihnachten, Silvester oder an Hochzeitstagen stattfinden müssen. Hat das irgendeinen tieferen Sinn?

Ich war in der Sonne

Nach den letzten nebligen Tagen hier im Murnauer Moos, während denen der Wetterbericht immer nur schlaue, aber unwahre Sprüche darüber hören ließ, dass die Sonne irgendwann heraus käme, aber nie dazu sagte, wo das der Fall sein sollte – außer natürlich auf den Bergen –, entschied ich, heute mittag mit den beiden Mausekäfern irgendwo nach oben zu fahren, irgendwohin, wo es eine Chance auf einen Sonnenstrahl gab. Hier im Murnauer Moos ist das das Hörnle.

Ich fuhr nach Sonnen, einem Ortsteil von Bad Kohlgrub, erfreute mich an der dortigen Parksituation und ging dann mit den beiden Mausekäfern los – Richtung Berg, immer nach oben. Es war teilweise sehr steil, und nach einer guten halben Stunde teilte mir meine Kondition mit: »Ich bin dann mal weg, schau zu, wie du weiterkommst.«

Aber es hat sich dennoch gelohnt: Es gab Sonne. Es war über dem Nebel deutlich wärmer. Es war einfach schön:


Die Hubertuskapelle


Eine Insel im Nebelmeer …