Hochzeitstag am Forggensee

11.11., 11.11 Uhr. Vierte Ehe, vierter Hochzeitstag. Die Vorbereitungen waren eher flau, wir wussten lange nicht, was wir unternehmen sollten, wollten dann schauen, wie das Wetter wäre. In Murnau war es nicht so toll, aber es gibt ja Webcams – und am Forggensee sah es deutlich besser aus. Der liegt so Richtung Füssen, die Gegend ist hübsch flach, schon zu begehen, die Aussichten können sich auch sehen lassen.

Nach einem für unsere Verhältnisse opulenten Frühstück ging es gegen Mittag hinaus. Hunde ins Auto – und los.

Am See gönnten wir uns einfach einen langen Spaziergang. Von Waltenhofen aus Richtung Norden. Zuerst am Kiesstrand entlang, besonders unbequem zu begehen. Kim wollte immer wieder nach oben auf den Radlweg, schauen, ob es da oben nichts Interessanteres gäbe. Und Naomi … Ich verstehe nicht, warum die Leute in der Gegend, alle zwei Meter eine wilde Grillstelle einrichten müssen, anstatt sich auf zwei oder drei in größeren Abständen zu konzentrieren. Das ist irgendein rudimentäres Urzeitrevierverhalten, vermute ich. Naomi graste die Feuerstellen ab, und nachdem der Deutsche an sich an seinen Grillstellen eine fiese, dreckige, versaute Sumpfschlampe zu sein pflegt, fraß sie andauernd irgendeinen Scheiß, den niemand weggeräumt hatte – bis ich sie an die Leine nahm. (Naomi braucht unbedingt ein Zusatztraining zum Thema, um ihr das Fressen am und vom Boden abzugewöhnen. Seufz.)

Auf dem Rückweg dann die Überlegungen, ob man vielleicht essen gehen sollte. Spät genug war’s – wie immer zu spät. Dann Kaffee trinken? Es sollte ein Panoramacafé mit Blick auf Hohenschwangau und Neuschwanstein geben. Das war aber dicht – eigentlich klar. Am 11.11. ist auch für die beinhärtesten deutschen Rentner keine Saison mehr.

Was dann? Heimfahren, ein bisschen ausspannen, dann zum Abendessen, nach langer Zeit mal wieder in die Trattoria. Auch nicht schlecht. Immerhin erkannte man mich da noch.


Beschilderte Dummheit


Ein Schlösschen im Grünen :))

Fazit? Hm. Ich weiß nicht, warum Beziehungsdiskussionen immer Weihnachten, Silvester oder an Hochzeitstagen stattfinden müssen. Hat das irgendeinen tieferen Sinn?