Böhmermann: Das rote Apothekenlogo soll weg

Im VDS-Infobrief vom 04.09.2022 — siehe hier — war nachzulesen:

Jan Böhmermann, bekannt als sprachgewaltiger Satiriker, fordert in der neuesten Folge seines Podcasts mit Olli Schulz Fest und Flauschig, die deutschen Apotheken sollten ihr traditionelles Logo abschaffen. Das rote Apotheken-A in Frakturschrift sei ein „Nazizeichen“, eingeführt im Jahr 1936. Apotheken in Europa hätten in der Regel ein grünes Kreuz als Logo, nur nicht die deutschen. Der Satiriker behauptet, das Logo sehe „auch echt scheiße“ aus. (br.de)

Dazu schrieb ich an den VDS:

Wäre Jan Böhmermann nicht nur sensationsgeil, sondern intelligent und zur ordentlichen Recherche fähig, wüsste er, dass es 1941 die Nazis waren (Erlass Martin Bormann vom 03.01.1941), die den Einsatz von Frakturschriften für bestimmte Zwecke verboten haben und damit den Niedergang der Nutzung gebrochener Schriften insgesamt in Deutschland in Gang setzten. Er wüsste dann auch, dass das heute genutzte Logo aus dem Jahr 1951 stammt.

Klar ist allerdings auch, dass er nicht einsehen wird, dass seine neuerliche Einlassung einmal mehr „auch echt scheiße“ ist.


Edit 03.09.2023: Der ursprünglich im Beitrag enthaltene Link auf den Bayerischen Rundfunk (br.de) funktioniert nicht mehr. Schelm, wer Böses dabei denkt.

Alle Tage immer wieder: Der VDS-Infobrief, 04.09.2022

En detail nachzulesen: hier.

1. Presseschau
• Das rote Apothekenlogo soll weg
• Prospekt per WhatsApp
• Olaf Henning verteidigt „Cowboy und Indianer“
2. Gendersprache
• Nicht gegendert – Kündigung!
• Streitgespräch im Stern
• Gremium für Gendersprache
3. Sprachspiele: Unser Deutsch
• Zwei russische Wörter
4. Kultur
• Landkreis startet Umfrage
5. Berichte
• Kartoffeln in Brasilien
• Schulaufsicht untersagt Gendersprache
• „Süttember“ 2022
6. Denglisch
• Sammler-Unmut
7. Kommentar
8. Termine

PAN-Geschichte des Monats: Gabriele Behrends »Partition«

Gabriele Behrends Kurzgeschichte »Partition« ist als PAN-Geschichte des Monats auf Zauberwelten online erschienen: hier. Die Geschichte ist in Gabrieles Sammlung »Die Liebesmaschine« in der p.machinery erschienen (AndroSF 142, April 2021).

Behrend, Gabriele, DIE LIEBESMASCHINE

Nicht nur Drachen machen Sachen – auch Autoren: Furore

Dann kommen solche Rezis wie zu Bernhard Kempens »Aura«, dem dritten Teil der »Greedy«-Trilogie, zustande. Links sieht man die Rezi aus der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift »Separée«, rechts aus der »GEEK!«.

Kempen, Bernhard, AURA

Alles überflüssig

Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Heißt es. Und der lokale Handel jammert und meckert über die Konkurrenz im Internet. Aber was hilft das?

Nichts.

Ich suchte nach einer Möglichkeit, eine Badezimmerschrankfehlkonstruktion aufzuhängen. Da gibt es ein einfaches Schienending und passende Haken für den Schrank. Hatte ich schon in der Hand – damit hatte ich zwei riesengroße Pinnbretter aufgehängt. Toll zu handhaben und auf jeden Fall durchdachter als die Badezimmerschrankfehlkonstruktion.
Laut Internetportalen hatten Obi und Hagebaumarkt die gewünschte Schiene im Vorrat. Zu lang, ja, aber ich habe eine Metallsäge, um das Alu zu kürzen.
Vor Ort: Fehlanzeige.
Bei Obi gab’s das nicht in Husum. Ja, in Hamburg. Aber ich fahre nicht für einen 5-bis-10-Euro-Artikel zwei Stunden nach Hamburg. Man könne das bestellen. Dauert zwei Wochen.
Beim Hagebaumarkt ein ähnliches Ergebnis. Hat man nicht, ich solle im Internet schauen.
Genau das habe ich auch getan. Und zwei – es gibt da noch ein Badezimmerding aufzuhängen – Leisten à EUR 4,03 netto plus Versandkosten bestellt. Kommen ab Montag. Dauert, ja. Aber die Alternative wäre, noch zum Bauhaus nach Flensburg zu fahren. Oder Toom in Heide. Oder, oder, oder …

Da fällt mir ein: Im Mediamarkt habe ich nicht geschaut. Weil: Ich bin ja nicht blöd.

Führerscheindiebe!

In Deutschland grassiert die Dummheit. Massiv unter den Führern von Kraftfahrzeugen, die ihren Führerschein auf dem Schwarzmarkt gekauft, gestohlen oder gleich selbst gedruckt haben. Diese Tatbestände müssen so oder so vorliegen, denn wenn solche Fahrzeugführer lesen könnten, wüssten sie auch dies hier. Und anders ist diese Vollidiotie nicht zu erklären:

Gleich links jenseits des sichtbaren Zauns ist der problemlos zugängliche und nie vollständig zugeparkte Parkplatz der Diakoniestation zu Winnert. Ganz davon abgesehen, dass die Hauptstraße, die durch Winnert führt, breit genug ist, um dort zu parken — es gibt kein Parkverbot! –, und der gesamten Verkehrssituation schadet es nicht, wenn der vorbeifahrende Verkehr langsamer fahren muss, um das Hindernis zu passieren.

(Nicht fotografiert habe ich vor lauter Begeisterung den polnischen Sattelschlepper, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite ebenfalls den ganzen Bürgersteig mit seiner vollen Länge blockierte.)

Das Kalenderblatt für September

Gerd Frey hat für 2022 einen Kalender geschaffen, mit einer Auswahl der in den letzten zwanzig (!) Jahren entstandenen Illustrationen und Titelbildern verschiedener Publikationen, darunter EXODUS und NOVA. Der Kalender für 2022 wird in DIN A3 (EUR 25,- incl. Versand) und DIN A4 (EUR 15,- incl. Versand) geliefert – solange der Vorrat reicht; die Preise sind Selbstkostenpreise. Bestellen kann man den Kalender bei G.R.I.M.M. ScanPlot & DigiDruck, am besten per E-Mail an gf@grimm-repro.de.

Ich habe vom Künstler die Erlaubnis, das Kalenderblatt für den nächsten Monat zum Download anzubieten. Einfach auf das Kalenderblatt klicken und die angezeigte Grafik im A3-Format abspeichern.

https://www.pmachinery.de/?s=Frey%2C+Gerd

Der neue VDS-Infobrief (28.08.2022)

Wie immer kann der Infobrief auch im Netz gefunden werden: hier. Und wie immer sind die besonders bemerkenswerten Beiträge unten rot markiert.

1. Presseschau
• Klassische Literatur: unsäglich
• Abstimmungsunterlagen auf Englisch
• Klare Sprache im NDR
• Neue Bildsymbole
2. Gendersprache
• Eindeutige Online-Umfrage
• Gendern verstellt Problemlösung
3. Kultur
• Saterfriesisches Erbe
• Zur Theorie des Erzählens
4. Berichte
• Bochum ignoriert Probleme des Genderns
• VDS-Treffen in Bad Endorf
5. Denglisch
• Pendlerbank und Rufbus
6. Kommentar
• „Faust“ geht nicht verloren
7. Termine

Es sei auch einmal auf die »Sprachnachrichten« des VDS hingewiesen, die 4mal im Jahr in gedruckter Form erscheinen und unter https://vds-ev.de/sprachnachrichten online nachgelesen werden können. Wer der Ansicht ist, dass ein Nazi ist, wer sich der deutschen Sprache verschrieben hat, wird hier enttäuscht werden; es geht nicht nur um die Themen »Gendern« und »Denglisch«, man erfährt auch hochinteressante Dinge über die deutsche Sprache in Kultur und Gesellschaft, im In- und Ausland und ebenso über Sprachen als solche.

Autor ohne Langeweile

Udo Weinbörner kann sich über Langeweile ganz sicher nicht beklagen. Seine Termine – siehe hier – liegen dicht an dicht und erzeugen auch Resonanzen in Presse, Funk und Fernsehen. Und bei seinen Lesungen geht es nicht nur, aber immer wieder auch über unser gemeinsames Buchprojekt »Bei Sonnenaufgang sind wir zurück«:

Weinbörner, Udo, Bei Sonnenaufgang sind wir zurück