Rechtseckenverschiebung

Wenn man außerhalb Bayerns den ebendort gerne mal genutzten Spruch vom »inneren Reichsparteitag« benutzt, wird man ebenso gerne gleich in der rechten Ecke des gesellschaftlichen Spektrums positioniert. Nachdem ich allerdings gute 36 Jahre in Bayern lebte (1982–2018), darf ich mir möglicherweise erlauben, diesen Spruch als allerhöchste Steigerungsform größter Begeisterung zu verwenden. Wer meint, mich deshalb als Rechten einstufen zu müssen, begeht noch ganz andere Dummheiten.

Einem solchen inneren Reichsparteitag kommt es jedenfalls gleich, wenn ich sehe, wie die 31. Ausgabe von NOVA, nunmehr das »Magazin für spekulative Literatur«, nach und nach entsteht, Realität zu werden beginnt.

Inzwischen steht fest, welche Kurzgeschichten … hm, welche literarischen … hm … belletristischen Texte in NOVA 31 veröffentlicht werden. Um welche Geschichten es sich handelt, kann man en detail unter https://nova-sf.de/archive/1349 nachlesen. Neben der nicht zu kurzen Novelle von Michael Iwoleit – deshalb ist es ja auch eine Novelle und keine Story – wird sicherlich die Geschichte von Dirk Alt auffallen. Und ich bin durchaus gespannt, welche Narzissten wieder anspringen und meinen, ihre Forderungen stellen zu dürfen. Man wird sehen.

NOVA 30 + Wolf Welling: »Zwei gehen rein …«

Was ist das für ein Ich, das mir da gegenübersteht? Durch das 4-D-Verfahren körperlich fast identisch, gleiche Persönlichkeitsstruktur, okay, aber in dem halben Jahr seit seiner Erschaffung hat sich sein Gehirn anders entwickelt als meines. Plastizität des Gehirns und Neurogenese, hat mir Papa Zero erklärt. Insofern sind wir geistig und charakterlich nicht identisch, eher wie eineiige Zwillinge, die in unterschiedlichen Milieus aufwuchsen. Und so etwas erzeugt ein starkes Gefühl der Verbundenheit. Der dort, den ich töten soll, den ich töten muss, er ist ein Stück von mir.

NOVA 30 – das Jubiläum

Ein neues Baby ist im Haus

Verfehlte Verteidigung?

Da hat sich Joachim Huber im »Tagesspiegel« zu einer Verteidigungsrede hinreißen lassen, um der der einwandfreien Verwendung der deutschen Sprache im Wort unwilligen Jana Pareigis nach ihrer ersten »heute«-Moderation beizustehen. Gut. Das ist Joachim Huber unbenommen.

Allerdings begeht der gute Joachim Huber eine Fehlinterpretation – oder doch wenigstens eine Fehleinschätzung:

»Sprache gehört allen oder keinem, nicht Jana Pareigis, nicht dem Kritiker, nicht Joachim Huber. Wer immer aus seinem individuellen Sprachgebrauch eine allgemeine Ideologie abzieht, der schwingt sich zum Sprachpapst auf, der bedroht alle anderen mit Exmatrikulation und redet im Extrem der Inquisition der Sprache das Wort – also dem Schweigen.
Meine Sprache, Deine Sprache, Ihre Sprache: Ich möchte mich in meiner Sprache ausdrücken, mich darin wiederfinden, sie ist im persönlichen wie gesellschaftlichen Miteinander das, was mich ausmacht. Meine Sprache gehört mir. Die Sprache von Jana Pareigis gehört Jana Pareigis. Daran gibt es nichts zu kritisieren. In keiner Sprache.«

Das ist sogar grundsätzlich richtig – aber es sind gerade Genderschwänze und Gendermösen, die sich zu Sprachpäpsten aufschwingen. Denn das, was Joachim Hubert da postuliert, das gilt auch

  • für Professoren an Universitäten und Hochschulen;
  • für Studenten ebenda;
  • für Politiker in Parlamenten in jeder Größe, vom Stadtrat bis zum Europäischen Parlament (Stichwort: Zürich);
  • für Mitarbeiter in Behörden und Ämtern, gleich welcher »Branche«;
  • für Mitarbeiter bei Volkswagen gegenüber der Konzerntochter Audi;
  • für Mitarbeiter aller Konzerne und Firmen bis hinunter zur kleinsten Einheit;
  • eben für alle Menschen.

Und das ist es, was Joachim Huber übersieht – dass heute insbesondere diejenigen, die am allerwenigsten von angeblicher Diskriminierung durch angeblich nicht genderkonforme Sprache betroffen sind, auch diejenigen sind, die zu verhindern suchen, dass wir, du, ich, wir alle unsere Sprache so verwenden, wie sie richtig ist, wie sie verständlich ist und auch bleibt. Und dabei nicht vor Methoden und Repressalien zurückschrecken, die es nötig machen, dass eine Züricher Stadtverordnete ihr Recht auf ungegenderte Einbringung von Anträgen gerichtlich erstreiten musste, wie auch ein Volkswagen-Mitarbeiter Audi verklagen muss, um von seinem Recht der Verwendung ordentlichen Deutschs Gebrauch machen zu dürfen.

Jana Pareigis indes empfehle ich wie allen anderen Fernseh- und Radiomoderatoren (sowie allen anderen Menschen) mit einem dieser neumodischen Sprachfehler, einen Logopäden aufzusuchen und sich nachfolgend an einer Grundschule ihrer Wahl in der deutschen Sprache auf den aktuellen, aber richtigen Stand der Dinge bringen zu lassen.

IKEBANA baut BRÜCKEN

Ikebana auf der Bundesgartenschau zu Erfurt 2021

Ayako Graefes »Ikebana – Geist und Schönheit japanischer Blumenkunst« war und ist das erste Buch meines Verlags, und es ist nach wie vor die Nummer 1 bei Umsatz und Absatz in der p.machinery. Deshalb ist es mir ein Vergnügen, auf eine Veranstaltung zum Thema hinzuweisen, auf eine japanische Blumenkunstausstellung, die unter dem Titel »IKEBANA baut BRÜCKEN« im Rahmen der Bundesgartenschau 2021 in Erfurt stattfinden wird. Näheres ist dem im Folgenden abgebildeten Flyer zu entnehmen.

Die Zukunft blinzelt mich an

Bislang hatte ich für die Veröffentlichung von Rezensionen der Bücher meines Verlages mit den ANDROMEDA NACHRICHTEN des SFCD eine durchaus relevante, wenn auch nicht sehr verkaufsfördernde Plattform zur Verfügung. Das ist nun vorbei. Nehme ich an.
Alternativ werde ich auf meiner Verlagsseite nun selbst auch Rezensionen veröffentlichen. Warum auch nicht? Die Seite wird offensichtlich gelesen, Rezensionen sind in der Regel informativ – und ich werde mich hüten, nicht auch einen Verriss zu veröffentlichen, wenn es einen solchen geben wird –, also kann man davon ausgehen, dass sie auf einer Verlagsseite durchaus richtig positioniert sind.

Den Anfang macht eine Rezension zu Tiny Strickers »U-Bahn-Reiter«, und in all ihrer Pracht kann man sie nicht nur bei Amazon, sondern auch hier genießen.

Neuzugang im NOVA-Team

Es gibt noch Neuigkeiten in dieser Welt, die nicht mit Katastrophen verbunden sind:

Es ist den im NOVA-Team verbliebenen Herren Iwoleit, Sieber, Steinbacher und Haitel eine große Freude, zu verkünden, dass das Team in Marianne Labisch eine Erweiterung erfahren hat. Marianne, die selbst schriftstellerisch tätig ist und auch schon herausgebend aufgetreten ist, wird sich in Absprache mit Michael Iwoleit um die Storys kümmern, in denen Potenzial steckt, die jedoch noch weiteren handwerklichen Einsatz vonnöten machen. Sprich: Als Lektorin mit bekannten, herausragenden Qualitäten wird sie mit den Autoren versuchen, das Letzte aus Geschichten herauszuholen, die noch nicht rund laufen, aber schon zeigen, dass sie es können werden.

Teamintern hat die Männerwirtschaft Marianne bereits herzlich willkommen geheißen.

Obwohl ich natürlich nicht weiß, wie lange es dauern wird, bis ich den Thread im SF-Netzwerk sperren muss …

Illustres Pub

Am Montag, den 26.07.2021, liest Dieter Rieken aus seinem Epos »Land unter«, und zwar im Mediengarten des Holbein-Gymnasiums (Hallstr. 10, 86150 Augsburg) im Rahmen des »10. Just Kids-Festival«. Diese Lesung findet, wie er schreibt, vor »LuL und SuS, Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern« statt. Ein illustres Pub, also. Likum.

Rieken, Dieter, LAND UNTER