Liegt es an der Seuche? Ich hätte Aldi eine solche Werbung nicht zugetraut. Aber dieses Jahr ist Werbung häufiger … nachdenklicher. Und dass Aldi etwas anderes kann, als sein Preisdumping zu bewerben, finde ich bemerkenswert.
Das ist nicht für’n Arsch
Den Termin hatte ich meiner Gattin zu verdanken. Die hat sich das Vergnügen auch gegönnt und meinte, es wäre an der Zeit, wenn ich das auch mal anschauen lassen würde: den Darm. Nachdem die AOK inzwischen Werbung für solche Vorsorgeuntersuchungen im TV macht, kann man ja drüber reden. Und schreiben.
Hat man keine Ahnung, stellt man sich möglicherweise Gruseliges unter einer Darmspiegelung vor. Aber in der Tat gab es in meinem Fall nur zwei gruselige Dinge:
Da war zum einen das Mittel, mit dem man seinen Darm reinigen musste. Drei Beutel dubiosen Pulvers, das man in je 500 ml Wasser auflösen musste. Angeblich mit Fruchtgeschmack versehen, war der Grundgeschmack der von Salz, und auch der der Früchte, die die Grundlage für den »Geschmack« bilden sollten, waren eher aus kontrolliert chemischem Anbau. Das eigentliche Problem war dabei, dass man zusätzlich noch jeweils anderthalb Liter klarer Flüssigkeit zu sich nehmen sollte. Alkoholfreies Bier war erlaubt – Pils halt, das ist eine klare Flüssigkeit –, immerhin. Aber während man auf den reinigenden Druck auf dem Darm wartete, musste man ständig pieseln.
Zum anderen war die Uhrzeit ein wenig gruselig: 07.10 Uhr am frühen Morgen. Aber das war dann okay …
Die Darmspiegelung selbst war harmlos. Ich bekam ein Schlafmittel, das »innerhalb von zwanzig, dreißig Sekunden wirkt«, wie der Arzt meinte. Ich wollte noch nach dem Blutdruck fragen, den ein Gerät fortwährend maß, aber da war ich schon weg.
Nach einer Stunde erwachte ich wieder und alles war vorbei. Ich hatte keine Schmerzen, es floss kein Blut nach, nichts.
Und gefunden wurde auch nichts. Der Arzt meinte, ich hätte einen sehr langen Dickdarm – ich bin halt doch ein Arschloch von ganz besonderer Qualität. Von einer Stelle wurde eine Probe genommen, die eingeschickt wurde. Frau Haitel, die hiesige Heilpraktikerin, meinte, wenn sich niemand meldet, wird auch nichts gefunden worden sein. Nun gut.
Der eigentliche Witz ist, dass man sich wirklich entleert fühlt. Das ist witzig, ein sehr angenehmes Gefühl. Und ein wenig irritierend, denn es dauert mehr als zwei Tage, bevor Materie den Dünn- und Dickdarm hinter sich gebracht hat, um wieder Tageslicht zu erblicken.
Der Titel dieses Beitrags deutet es an: So eine Darmspiegelung ist eine gute Sache. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das selbst einmal so formulieren würde, denn auch ich bin kein Fan von Arztbesuchen und Untersuchungen, weniger aus Angst, als aus chronischem Zeitmangel. Andererseits bin ich aber auch kein Fan ernstlicher Erkrankungen, und nachdem sich die Prozedur als harmlos und völlig schmerzfrei herausgestellt hat, kann ich nur jedem dringend raten, ab einem bestimmten Alter – bei Männern heißt es wohl »ab fünfzig«, glaube ich – einen Termin zu machen.
Es ist ein gutes Gefühl, einfach mal leer zu sein – und die Gewissheit zu haben, dass da nichts ist.
Katy 24|7 365
Katy Perrys Videos sind immer sehenswert – und hier besonders für SF-Fans.
Zwei im Ehebett
Letztens waren Naomi und Susi ja nicht artig. Nicht so richtig. Im Gegentum. Ich berichtete: hier.
Nun gibt es natürlich verschiedene Arten der Unartigkeit, sozusagen der Unarten. Was bei meinen Hunden nicht dazugehört, ist das hier:
Die drei Mädels dürfen grundsätzlich überall hin. So hat sich Susi gleich von Anfang an einen Platz unter meinem riesigen Schreibtisch als Unterschlupf auserkoren, direkt hinter drei Rollcontainern, ein etwas finsteres Domizil, das ihr zu gefallen scheint.
Sessel, Sofa und eben auch unser Ehebett – alles keine Verbotszonen. Und sie werden gerne frequentiert – das Ehebett vor allem auch von Susi; Kim lässt sich dort nur blicken, wenn ihre Menschen auch anwesend sind –, obwohl jede Menge hundegerechte Liegeplätze vorhanden sind.
Und wie das so ist, haben auch die Hunde ihre Lieblingsplätze: Kim inzwischen mit Vorliebe auf einem neuen Teppich – dem hier –, Naomi auf dem Sofa im sogenannten Wohnzimmer und Susi hat sich noch nicht endgültig entschieden, aber es sind inzwischen Präferenzen erkennbar. Nicht nur unter meinem Schreibtisch.
Drei Jahre
Beinahe hätte ich das Datum verpasst. Arbeit, Arbeit, Arbeit. Aber gut … noch haut es hin.
Heute vor drei Jahren war der erste Tag in Winnert, den man als regulären Tag nach unserem Umzug bezeichnen kann. Natürlich standen noch massenhaft Kartons herum, wie das nach einem Umzug so ist, aber im Grunde waren wir am 09. Dezember 2018 angekommen.
Am 05. Dezember kam der Umzugswagen und postierte sich vor dem Firmengebäude meines damaligen Nocharbeitgebers, in dem sich unsere Wohnung befand. Die Jungs waren fleißig und so konnte ich nach der Wohnungsübergabe um 15 Uhr aufbrechen und Murnau für alle Zeiten den Rücken kehren. Meine Frau und die Hundemädchen Kim und Naomi waren schon am 02. Dezember aufgebrochen und bei meinem Bruder im Rheinland eingekehrt. Dort schlug ich am 05. Dezember auch auf – um 22.30 Uhr.
Am Nikolaustag 2018 trafen wir uns morgens mit meiner Mutter im Café Heinemann in Düsseldorf.
Um 12 Uhr brach ich dann alleine nach Winnert auf.
Nach rund 300 Kilometern meldete der VW Passat eine Motorstörung. Er zog nicht mehr, mehr als 2500 Umdrehungen brachte der Motor nicht. Da ich nicht wusste, woher der Fehler kam, wagte ich nicht anzuhalten und den Motor auszuschalten. Sogar während einer Pinkelpause ließ ich den Motor laufen. Zum Glück kam niemand auf die Idee, den Wagen zu klauen. (Und hätte ich gewusst, dass es auch im Norden der Republik Usus ist, einen Motor im Leerlauf stehen zu lassen, hätte ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht.)
Gegen 18 Uhr kam ich in Winnert an, machte den Motor aus – ich hätte halt im leeren Haus übernachtet, irgendwie –, startete ihn erneut … und er lief, einwandfrei, ohne den Motorfehler. »Arsch!«, dachte ich. (Später stellte sich heraus, dass das Problem mit dem Turbolader zu tun hatte; ein Ventil, das sich nicht mehr richtig öffnen wollte oder so.)
Nach der Schlüsselübergabe durch den Vorbesitzer übernachtete ich in einer Pension in Friedrichstadt, einem Nachbarort von Winnert. Der Ort war mausetot. Ich gönnte mir einen Döner auf die Hand, nahm noch zwei Flaschen Bier mit und zog mich dann zurück. Zu entdecken gab es ja nichts.
Am 07. Dezember kam der Umzugswagen morgens gegen acht Uhr. Wieder waren die Jungs fleißig und gut drauf.
Es ergab sich die Notwendigkeit einer spontanen Umplanung. Hatten wir unsere Arbeitszimmer im Obergeschoss vorgesehen, stellte sich heraus, dass die zwei Teile meines Riesenschreibtischs nicht durchs Treppenhaus nach oben zu bringen waren. Also plante ich spontan und kurzerhand um, informierte meine Gattin von der Änderung … und aus heutiger Sicht erweist sich das als Vorteil, denn zum einen müssen die Hunde nicht ständig Treppen steigen – Kim könnte das schon gar nicht mehr –, zum anderen hat meine Holde nun das Obergeschoss als Praxis für ihre Heilpraktikerinnenkarriere für sich.
Gegen 14 Uhr waren alle Sachen ausgeladen, der Umzugs-Lkw leer und die Jungs rauschten ab, nachdem ich ihnen ein ordentliches Trinkgeld gegönnt hatte. Den Rest des Tages verbrachte ich mit einer Tour nach Husum und ersten Aufräumarbeiten. Am Abend lief schon der Fernseher – ab diesem Zeitpunkt war ich offiziell in Winnert im Norderweg 31 angekommen.
Am 08. Dezember nahm ich meinen PC-Arbeitsplatz in Betrieb – immerhin ein zentraler Punkt meines Arbeitslebens –, und gegen 14 Uhr kamen dann meine Weibsbilder an.
Und ab 09. Dezember begann dann das »normale« Leben in Winnert.
Drei Jahre ist das also nun her. Drei Jahre Winnert. Drei Jahre Nordfriesland. Mir taugt es immer noch, und meine Frau vermisst immer noch Berge, Nadelwälder (weil die im Winter nicht kahl werden) und Schnee. Und den Hundemädels ist es wurscht – solange es Leckerlis und genug zu futtern gibt …
Italoscooter
Happahappa
Ein Hauch Keltisch
Hunde auf Abwegen
Heute morgen. Böse Susi:

Dafür gab’s nur ein halbes Frühstücksleckerli.
Aber ganz, ganz böse Naomi:


Ganz, ganz böse. Dafür gab’s überhaupt kein Frühstücksleckerli. Und Ignoranz von Frauchen (nachdem sie Naomi kalt abgeduscht hatte, denn das, was da aussieht, wie Äcker, sind in der Tat Äcker). Heute Morgen und auch heute Abend. Böse Naomi :)))
Büschen
Ich erinnere mich oft nicht mehr daran, wie ein Buch zustande gekommen ist. Doch, natürlich, wie ich es gemacht habe, das weiß ich noch. Aber nicht, warum. Ruben Wickenhäuser wird gefragt haben. Ich habe den Text angelesen und angenommen. Der Rest hat sich dann von selbst erledigt. Wie immer: büschen Lektorat, büschen Korrektorat, büschen Layout, Fahnenkorrektur, Andruck, Druck, fertig.
Die Geschichte selbst konnte nur in die Reihe »Außer der Reihe« passen, denn so eine Mischung aus büschen Horror, büschen Mystery und büschen Thriller passt nicht in mein Hauptmetier, die Science-Fiction. Aber dafür habe ich ja diese Reihe, und das hat sich mitunter schon gelohnt.
Lohnenswert ist auch diese Stückchen Literatur, das in Schweden spielt und als Novelle eingestuft werden darf.

