Lange gärt und endlich gut

Pete Farns Erstling »Planet der Navigatoren« lag auch eine ganze Weile auf meiner Festplatte. Ein Schicksal, das seit geraumer Zeit und heute noch (und wohl auch in Zukunft) nicht wenige Manuskripte teilen. Aber am Ende wird noch was draus. Und für mich hat sich das Buch gelohnt.
Der Titel erinnerte mich irgendwie an einen SF-Film. Genau, »Der Flug des Navigators«. Aber Petes Geschichte hat mit dem Film nichts zu tun – außer der namentlichen Ähnlichkeit.
Die Geschichte selbst ist zunächst weniger SF, als man vom Titel her vermuten möchte. Doch das entwickelt sich. Und zwar in einer Art und Weise, die man so nicht häufig präsentiert bekommt. Am Ende hat man eine Geschichte, die vermeintliche Near-Future-Elemente mit echter Außerirdischen-SF verbindet, ohne dabei allzu viele Klischees … nun, hm, eigentlich gar keine Klischees zu verarbeiten. Oder doch … natürlich hat jede SF-Geschichte heutzutage irgendein Klischee intus, aber es kommt auf die Mischung an, und die ist hier … süffig. Nein, besser: knuffig.
Es ist eine schöne Geschichte, die ein gutes Gefühl hinterlässt. Eine Geschichte, die beweist, wie »out« Dystopien sind.

Farn, Pete, PLANET DER NAVIGATOREN

 

Endlich wieder Franke

Nachdem es letztes Jahr so aussah, als hätte die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke ihr vorzeitiges Ende gefunden, ist es wohl vor allem Susanne Päch zu verdanken, dass es doch weitergeht. Allerdings mit ein wenig ungünstigeren Konditionen — und mit der Verpflichtung, die Werkausgabe bis Dezember 2024 zu Ende geführt zu haben. — Wir sind da ganz nah dran … :)

Der erste Band mit neuem (Co-) Verlag (der Frankeschen Stiftung »art meets science«) und geändertem Herausgeberteam — Ulrich Blode ist ausgestiegen, Susanne Päch gehört nun mit zum Team — ist Frankes »Die Kälte des Weltraums«, Gewinnerroman des DSFP 1985 (damals noch SFCD-Literaturpreis genannt). Hard- und Softcover sind soeben erschienen, das E-Book folgt später, nachdem die E-Books nicht mehr von meiner p.machinery, sondern von der Stiftung verantwortet werden. Die Ausgabe im Weinkartenformat (wie z.B. Dirk Flecks »GO! — Die Ökodiktatur«) erscheint später, zusammen mit dem zweiten DSFP-Gewinnerroman Frankes, dem »Zentrum der Milchstraße«; das große Buchformat macht es wenig sinnvoll, einen im Standardformat (127 x 216 mm) nur 160 Seiten umfassenden Roman alleine zu präsentieren; das ergäbe eine bessere Broschüre.

Franke, Herbert W., DIE KÄLTE DES WELTRAUMS

Bonmot zum Schluss: Es ist mir nicht bekannt, wie weit Susanne Päch auf Roman Hockes AVA einwirken musste, um das Werkausgabenprojekt doch noch am Leben zu erhalten. Es bleibt für mich jedoch bei der wegen des Hockeschen Vorgehens getroffenen Entscheidung, nicht mehr mit Agenturen zusammenzuarbeiten. Und mit AVA schon gar nicht. Es gab in den letzten Monaten ansatzweise Verhandlungen einer Werkausgabe der Werke Thomas R. P. Mielkes, die ich letztlich abgesagt habe. Was mir echt leid tut – aber es bleibt dabei: keine Agenturen, keine AVA.

Die REISSWÖLFE 34 und 35 sind erschienen!

Die Ausgabe 34 firmiert schon für den Januar 2024, aber die Verkündigung erfolgt mit leichter Verspätung, weil einfach an allen Ecken und Enden Zeit fehlt. Ein Allerweltsproblem, das leider auch für den REISSWOLF gilt.
Details zur Ausgabe: https://reisswolf-magazin.de/archive/82
Download unter: https://www.reisswolf-magazin.de/edits/RW34komplett.pdf

 

Die Ausgabe 35 ist dann eine echte Februar-Nummer.
Details zur Ausgabe: https://reisswolf-magazin.de/archive/84
Download unter: https://www.reisswolf-magazin.de/edits/RW35komplett.pdf

Die Ausgabe 36 erscheint auch noch im Februar, ist aber noch nicht ganz komplett.

SF international

Die fünfte Onlineausgabe InterNOVAs präsentiert diesmal internationale SF in bunter Mischung — einmal querbeet über den Globus:

Michael K. Iwoleit (Ed.)
UNCOMMON RELATIONSHIPS
International Science Fiction
InterNova Vol. 5 • 2023
p.machinery, Winnert, January 2024, 125 pages, PDF + eBooks
ISBN PDF: 978 3 95765 732 9
ISBN ePub 978 3 95765 733 6

Under the motto „Uncommon Relationships“ it includes the following stories:

Ahmed A. Khan (Canada): »Physiognomy Works!«
C. M. Teodorescu (Romania): »Spin Happy«
Álex Souza (Brazil): »Invisible Bodies«
Bill Kitcher (Canada): »The Last Day On Rigel X«
Sven Kloepping (Germany): »Bloodhound«
Mike Jansen (Netherlands): »Eudaimonia«
Mark Tiedemann (USA): »Rain From Another Country”
Jeremy Szal (Australia): »Dead Man Walking”
Bonnie Jo Stufflebeam (USA): »The Damaged«
Vaughan Stanger (UK): »Star in a Glass«

Thanks to Nicole Ashfield and Tasha Bajpai for proofreading.

InterNova #5 has just been uploaded. This time it’s a mixed issue with storys from eight countries.

Available online at https://internova.worldculturehub.net/2023/12/20/january-2024 or for download (PDF, ePub, mobi, azw3) at https://www.pmachinery.de/internova/online/in05.zip.

#Science-Fiction #Internationale_Kurzgeschichten #International_Short_Stories #Frankreich #France #Canada #Kanada #Romania #Rumänien #Brazil #Brasilien #Germany #Deutschland #Netherlands #Niederlande #USA #Australia #Australien #UK #VereinigtesKönigreich #UnitedKingdom

Jamila tanzt für Blinde

Ellen Norten, Autorin des Romans »Jamila tanzt!« schrieb dieser Tage:

[…] ich bin (und darfst es Verleger auch sein) sehr stolz, dass Jamila tanzt! in die Blindenbibliothek in Münster aufgenommen wurde. Diese für Deutschland größte Blindenbücherei (über 40 000 Titel) ist nur für Blinde und Menschen nutzbar, deren Behinderung eine normale Lektüre nicht zuläßt. Das Buch ist als ungekürztes Hörbuch (über 8 Std.) sorgfältig produziert und nun ausleihbar, eine Weitergabe etc. ist nicht möglich. Nur Mitglieder der Bibliothek können mit Nachweis das Buch, wie bei einer normalen Bücherei ausleihen. Die Produktion von Jamila tanzt! geht auf meine blinden Freunde Günter und Magrit Gajewski zurück, die die Aufnahme des Buches angeregt haben. Ich glaube, dass nur wenige Kleinverlage, wenn überhaupt in dieser Bibliothek vertreten sind. Als Externer kann man zwar reinhören, mehr allerdings nicht:
https://wbh-online.com/hoerbuecher/suchergebnisse/?suchbegriff=Jamila+tanzt%21

Norten, Ellen, JAMILA TANZT!

Buchladenneugründung in SFrankfurt

Verlage und Autor gründen Buchladen in Frankfurt in Kooperation mit Buchsuchmaschine

Die Pressemeldung stammt schon vom 13. November 2023: – 2024 öffnet eine neue Buchhandlung ihre Pforten, in Frankfurt im Haus des Buches auf der Berliner Straße. Den thematischen Schwerpunkt des Ladens verrät schon der Name. »Der fantastische Buchladen« verspricht, mit einer breiten Auswahl an fantastischen Büchern zu begeistern.
Die Eröffnung wird mit Glühwein am 06.01.24 ab 14 Uhr gefeiert. Ob Fantasy, Science-Fiction, Horror oder Märchen, hier findet sich für jeden Fan etwas. Für deren Begleitung gibt es eine Krimi- und Romance-Ecke. Natürlich findet man im Frankfurter Buchladen auch Frankfurt-Titel.
Der Buchladen ist Teil der neu entstandenen Calliope Media GmbH, einer Gründung der Verlegerin Sandra Thoms, des Verlegers Björn Bedey, des Verlegers Sven Nieder und des Arztes und Autors Jannis Radeleff. Ziel der Firma ist der Aufbau eines Netzwerks unabhängiger Buchhandlungen, die den Büchern unabhängiger Verlage und Autoren Sichtbarkeit verleihen. »Besonders die Titel unabhängiger Verlage und Autoren mit Unterhaltungsliteratur wird im Sortiment kaum sichtbar, was wir durch diesen Ansatz ändern wollen«, so Verlegerin und Neu-Buchhändlerin Sandra Thoms, »Denn neue Ideen entstehen am besten in neuen Welten und nicht bei der Nabelschau des Alltags.«
Die Neugründung wird mit der Buchsuchmaschine Skoutz und deren Gründerinnen Kay Noa und Lilly Labord kooperieren. Mit den beiden Selfpublisherinnen an Bord werden die Möglichkeiten, auch Selfpublishing einen Weg in den Buchhandel zu ermöglichen, ausgelotet.
Neben dem thematischen Schwerpunkt setzt das Team des Ladens auf Veranstaltungen. »Bücher bekomme ich auch im Internet, im Laden erhalte ich zusätzlich Inspiration und Austausch«, ergänzt Autorin Lilly Labord. Ein Veranstaltungskalender ist bereits auf der Webseite des Buchladens zu finden: www.fantastischer-buchladen.de.

Für weitere Informationen steht Sandra Thoms von der Bedey & Thoms Media GmbH gerne zur Verfügung. Kontakt: Sandra Thoms, Bedey & Thoms Media GmbH, Tel: 0170-2741440, E-Mail: thoms@bedey-media.de

Sandra Thoms vor der Front des künftigen Buchladens (Foto: Bedey & Thoms)

Siehe auch: hier.

Leichte Entscheidung

Wolf Wellings Geschichten (und Romane) haben immer etwas Außergewöhnliches an sich. Seien es seine Handlungsorte oder einfach nur die ungewöhnlichen Geschehnisse — einer meiner persönlichen Favoriten ist sein Roman »Wanderer«, eine Geschichte, die als Quasi-Roadmovie genau auf meiner Linie liegt –, es gibt keinen Zweifel, dass man seine Werke lesen und genießen kann, dass man sich durch seine Worte an Orte versetzen lassen kann, die man in der Realität ganz sicher nicht und auch in der Fantasie nicht ganz so einfach besuchen kann, wenn man in den Werken anderer Autoren danach sucht.
Über die Qualitätsansprüche Michael Iwoleits muss ich mir auch keine Gedanken mehr machen. Was er gut findet, ist es auch. Und so war die Entscheidung für die Sammlung »Nebenwelten« mit den besten Storys des Wolf Welling keine wirkliche, sondern allenfalls eine leichte Entscheidung. Die zudem vorrangig von Michael Iwoleit ausging und von mir leicht begleitet werden konnte.
»Nebenwelten« ist eine »Best of«-Sammlung. Und das mit Fug und Recht.

Welling, Wolf, NEBENWELTEN

Insekten, Haken, Ösen

Würde man das Buch als einen Problemfall beschreiben wollen, ohne dies näher auszuführen, träfe es die Sache absolut nicht. Aber es hat eine ganze Weile gedauert, bis das Buch dann doch erscheinen konnte. Die Verzögerung kam zustande, weil Gernot Schatzdorfer, der Autor, Titelbildideen hatte, die förmlich nach einer Arbeit von Thomas Franke schrien. Unglücklicherweise hatte der gute »Künschteler«TM Thomas Franke mit Malessen zu kämpfen, die mit seinem künschtelerischen (ha!) Schaffen so gar nichts zu tun hatten und die man keinem Mitmenschen, den man nicht abgrundtief hasst, wünschen würde. So verzögerte sich das Titelbild, es verzögerte sich und es zog sich dahin, zog sich hinaus, verzögerte … Irgendwann trafen wir die Vereinbarung, noch ein wenig Zeit vergehen zu lassen und dann eine Entscheidung zu treffen.
Und das geschah dann auch. Thomas sagte ab.
Zum Glück hatte ich für zwei Innenillustrationen (als Illustrationen für die beiden Teile des Romans) schon Klaus Brandt angespitzt, der einmal mehr nicht ablehnte, sondern mit von der Partie war. Und so war es nicht schwierig, ihn davon zu überzeugen, auch das Titelbild zum Werk zu machen — und das war so gelungen, dass Gernot sogar die Haarfarbe seiner Protagonistin im Text an die der Abbildung von Klaus Brandt anpasste, was sich auch unter Kontrastgesichtspunkten als kluge Entscheidung bewährte.

Die Geschichte selbst ist keine Utopie, dafür fehlt zu viel Weltenbau. Aber es ist vor allem keine Dystopie. Es ist eine spannende, aber ansonsten durch und durch positive Geschichte über eine Menschenfrau, die nach einer Bruchlandung auf einem fremden Planeten eine Rasse von Insektoiden — daher der Buchtitel! — kennenlernt … und Freunde findet. Insgesamt ist das eine liebevolle Geschichte geworden, ein Roman, der seine Spannung mitbringt, der vor allem aber eines ist: knuffig. Ein Begriff, den man richtig einordnen sollte — und wenn man ihn nicht kennt, sollte man ihn ignorieren –, aber der Begriff, den man gerne mit Haustieren oder Stoffpuppen in Verbindung bringt, ist in diesem Fall ein eindeutiges Qualitätsmerkmal.

Schatzdorfer, Gernot, INSEKTOID

60 Jahre Klaus N. Frick

So lautet der Untertitel des Buches, welches ich gemeinsam mit Christina Hacker und Alexandra Trinley als Herausgeberinnen für die Perry Rhodan FanZentrale (PRFZ) produzieren und verlegen durfte. Das kam indirekt zustande, denn eigentlich war die Frage zunächst, ob ich das Buch layouten würde. Was ich sowieso getan hätte, klarer Fall. Aber nachdem ich 2013 schon zu Klaus‘ 50. Geburtstag »Der die Unsterblichen redigiert« (AndroSF 40, hrsg. von Frank G. Gerigk) veröffentlicht hatte, machte ich den Vorschlag, auch den Geburtstagsband zu Klaus‘ 60. zu verlegen. Die Verhandlungen waren eigentlich keine, und alle nachfolgenden Details waren jeweils schnell geklärt. Alles in allem war das eine erfreuliche Buchproduktion, die noch dazu terminlich wundervoll klappte. Und dank der PRFZ hat das Buch auch eine für meine Verhältnisse hohe Startauflage von mehr als 150 Exemplaren — und inzwischen wird schon nachgedruckt.

Die Arbeit an dem Buch hat sehr viel Spaß gemacht. Nicht nur, aber auch, weil ich Klaus‘ schon lange kenne und nicht wenige seiner historischen Facetten live erleben durfte. Und ich hoffe, dass den Lesern des Buches ebenso viel Spaß zuteil wird.

Meine direkten Glückwünsche an Klaus sind dank der gekappten DSL-Leitung – ich berichtete – völlig untergegangen. Deshalb an dieser Stelle (nachträglich): Herzlichen Glückwunsch, Klaus. Möge dir alles Gute dieser Welt zuteil werden und mögest du noch lange dem Perryversum und seinen Fans mit deinem Wirken erhalten bleiben.

Hacker, Christina & Trinley, Alexandra, »Das wüsste ich aber!«