Abenteuer am Straßenrand

Am Landstraßenrand, um genau zu sein. An der L38, direkt südlich von Winnert. Jetzt haben wir’s.

Kim ist wieder fit. Sie läuft wie eine junge Göttin. Kein Humpeln mehr, keine Ermüdungserscheinungen. Sie legt sich sogar wieder richtig in die Leine, was sie lange nicht getan hat. Die richtigen Drogen machen es. Prednisolon – das von meiner Frau notorisch als Cortison bezeichnet wird, obwohl das falsch ist, nicht nur, aber auch, weil es Cortison und nicht Prednisolon heißen würde, wenn es Cortison und nicht Prednisolon wäre. Und ein Schmerzmittel. Natürlich – und hoffentlich – nicht für immer.

Jedenfalls gab’s heute mal wieder eine richtige Runde. Eine Stunde lang. Süderweg, De Beck, dann ein Feldweg, ein Stück L38, ein namenloses Verbindungsstück zum Lütt Dörp und dann eben Lütt Dörp. Eine Stunde. Das beste Mittel gegen Diabetes ist nicht Insulin, sondern meine Hunde. Nach der Stunde hatte ich einen Blutzuckerwert von 140. Das ist trotz allem und bei aller Liebe abends ein selten zu messender Wert.

Ich glaube manchmal, dass ich der einzige Depp bin, der für das Überholen eines Radfahrers auf der Landstraße die Spur wechselt. Mit Blinken und Vorausschauen und so. Und Blinken beim Einscheren. Nicht nur wegen dem einen Meter fünfzig, den die Pappnasen im Verkehrsministerium gekippt haben, weil sie in ihrer StVO-Novelle das Grundgesetz nicht ordentlich zitiert haben.

Ich bin vermutlich auch der einzige Idiot, der langsamer fährt, wenn er einem Fußgänger begegnet – nicht nur, aber vor allem dann, wenn der einen Hund mit sich führt. Das mache ich zugegebenermaßen auch, um mir den Hund – oder die Hunde, manchmal sind es ja mehrere – anzuschauen. Aber das Ergebnis zählt. Fußgänger und Hund(e) erschrecken nicht. Alles gut.

Radfahrer haben es nicht so mit dem Abstand. Gut, die StVO-Novelle mit 1,5 Meter Abstand gilt nicht. Aber vorher gab’s ja auch einen Abstand. Radfahrer können den nicht. Die fahren zwanzig, dreißig Zentimeter am Fußgänger mit seinen zwei Hunden vorbei. Und ziehen dabei noch eine Fresse, als hätte man sie irgendwie in ihren Freiheiten beschnitten.

Dass Autofahrer das umso weniger drauf haben, je mehr PS ihr ScheißUV – gibt es überhaupt noch andere Autos? Manchmal glaube ich, ich bin der letzte Honk, der eine Limousine fährt – unter der Haube hat. Bekanntermaßen ist die Zahl dieser PS umgekehrt proportional zur Ziffernfolge des Intelligenzquotienten des Fahrers und seines Reservereifens.

Das Stückchen an der L38 heute sind – wie immer – zweihundertfünfzig Meter. Eine Laufzeit auch dann, wenn ein Hund zwischendurch schnüffeln will, von nicht mehr als fünf Minuten; laut Google Maps ohne Hund drei Minuten. In diesen fünf Minuten gab es heute sechs Radfahrer, von denen fünf es nicht schafften, weiter als dreißig Zentimeter zur Seite zu fahren, fünf Pkw aus Richtung Winnert – darunter vier ScheißUVs – und vier Pkw aus Richtung Schwabstedt – überraschenderweise ohne ScheißUV – und aus Schwabstedt des Weiteren ein Lkw, der einen Radfahrer vorschriftsmäßig (nach der ungültigen StVO-Novelle) überholte und dafür mit etwa einem halben Meter Abstand an mir und den beiden Hunden vorbeidonnerte.

Es ist natürlich schön, Gelegenheiten zu haben, anderen Verkehrsteilnehmern einen schönen Tod zu wünschen. Bedauerlicherweise sind ja die Unfallzahlen in Deutschland – vor allem die mit Verkehrstoten – seit vielen Jahren notorisch rückläufig, sodass die Wahrscheinlichkeit kontinuierlich kleiner wird, dass einem der Wunsch erfüllt wird. Trotzdem sage ich: »Danke für Ihre Teilnahme am Straßenverkehr. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tod. Der nächste Vierzigtonner ist für Sie reserviert.«

Bericht vom Tage

  • Famila, Einkauf. Nichts Besonderes. Auf einmal sind wieder Krombacher-Bestände (Weizen, bleifrei) da. Musste ich gleich dezimieren. Und Ablagekörbe gab’s auch. Wenn auch nur in Quietschfarben. Ich habe vier Stück in Hellblau genommen. Irgendwie musste ich ja versuchen, dem Stapel auf meinem Schreibtisch Struktur zu verleihen.
  • Ostenfeld. Die Hauptstraße ist endlich asphaltiert. Angeblich hat das anderthalb Wochen gedauert. Wahnsinn. Leider hat man vergessen, die 30er-Schilder wegzunehmen. Und einen Lehrer, der mit 28 km/h vor dir herzockelt, gibt’s ja immer. Heute im ScheißUV mit Anhänger, also nur mit 26 km/h.
  • Beim Arzt rein, Insulinrezept geholt, und raus. Zwei Minuten. So mag ich das. Der Alte mit seinem ScheißUV war immer noch beim Einparken, als ich wieder rauskam.
  • Offensichtlich war von der Hauptstraße noch Asphalt übrig, weshalb man begonnen hat, in Ostenfeld auch die Parkplätze zu asphaltieren. Vor der Apotheke zum Beispiel. Dass da vielleicht jemand rein muss, um sich sein Insulin zu holen … wozu so weit im Voraus denken, wenn die Dummheit liegt so nah.
  • Und dann überfährt so eine ScheißUV-Fahrersau ein Eichhörnchen. Das Tier war deutlich erkennbar. Es hätte gereicht, einmal vom ScheißUV-Gas zu gehen. Aber nein: Dafür hat man sich so eine Scheißkarre ja nicht angeschafft. Ganz im Gegenteil. – Das Tier war Matsch, da hätte kein Tierarzt mehr geholfen. – Und eine Anzeige bringt’s auch nicht. So eine Art von Tiermord fällt unter »Wildschaden«. – Ich wünsche einen schönen Tod. So einen Vierzigtonner, der nicht bremst.
  • Im SF-Netzwerk wird NOVA 29 demontiert. Keine weiblichen Schriftsteller, sexistisches Titelbild, Arsch auf dem Buchrücken. Leute, die keine Probleme haben, kaufen sich welche. NOVA 29 zum Beispiel.
  • Der QUARBER MERKUR 121 ist noch nicht fertig. Fast. Aber noch nicht ganz. – Heute habe ich eine Reihe von Korrekturen durchgearbeitet. Die unvermeidlichen kyrillischen Originaltitel in Literaturhinweisen und Fußnoten wollten ordentliche Trennungen. Thomas Franke hat geholfen, aber nur stückchenweise. Von Franz Rottensteiner kam auch etwas, er hatte jemanden mit Russischkenntnissen um Unterstützung gebeten (ich weiß auch, wer es war; ich erkenne es, wenn sich jemand nicht auf sein eigenes Können konzentriert, sondern mir ständig Vorschriften machen will, wie mein Layout auszusehen hat [und dann stinkig ist, wenn ich Widerworte habe]). – Darüber hinaus war im Artikel von Michael Weisser einiges im Argen. Franz hatte eine Liste geschickt, die scheint mir jedoch nicht vollständig (gewesen zu sein). Jedenfalls werde ich mir morgen das weissersche Elaborat greifen und auf Konformität mit den QUARBER-MERKUR-Standards überprüfen. Und korrigieren.

It’s a Scan Day

DSF³A könnte ich auch als DSFFFA schreiben, aber DSF³A sieht cooler aus. Es ist die Abkürzung für ein Projekt namens »Deutsches Science-Fiction-&-Fantasy-Fanzine-Archiv«. Ein Scanprojekt. Irgendwann habe ich angefangen, Fanzines zu scannen und auf meinem Server abzulegen. Ich glaube mich zu erinnern, dass es Druckvorlagen meiner eigenen Fanzines aus lange zurückliegender Vergangenheit waren. Genau weiß ich es nicht mehr. Von irgendwoher kamen dann andere Fanzines dazu, und die Produkte, die ich irgendwann begann, am Computer zu produzieren, fanden sich auch in der Sammlung ein.

Was aus diesem Projekt werden wird, weiß ich nicht. Ob ich jemals die Ergebnisse meiner Arbeiten veröffentlichen werde? Ob sie auf meinem Server verstauben werden – was natürlich gar nicht möglich ist? Wie gesagt, ich weiß es nicht. Gegen eine Veröffentlichung sprechen die vielfältigen Problem- und Fragestellungen des Urheberrechts. Sicherlich wird es möglich sein, SFCD-Publikationen – wie die ANDROMEDA NACHRICHTEN und das ANDROMEDA SF MAGAZIN – innerhalb des SFCD verfügbar zu machen, aber so sicher ist auch das nicht.

Aber eigentlich mache ich mir darüber keine Gedanken. Muss ich auch nicht. Ich konnte schon mit einigen Scans aushelfen. Zuletzt war Michael Marrak auf der Suche nach Rezensionen zu einer DENEBOLA-Ausgabe, die er mal gemacht hat. Und sicherlich ergeben sich da auch noch andere Möglichkeiten. Vielleicht wäre es schon eine Hilfe, würde ich das Projekt bekannter machen. Andererseits …

Heute war »Scan Day«. So nenne ich die Tage, an denen ich mit zwei Rechnern arbeite, an denen ich zwei oder gleich drei Scanner beschäftige. Ich bin gut ausgerüstet: zwei Konica, ein Sharp, ganz neu eine Optoma-Dokumentenkamera, die ich aber noch nicht richtig ausgetestet habe. Heute waren es vor allem Fanzines aus dem EDFC, aus dem Fantasy Club und FOLLOW. Und Vorbereitungen für den nächsten geplanten Scan Day am kommenden Donnerstag.

Am Ende des Tages bin ich immer ein wenig befriedigt. Ich habe was geschafft. Obwohl die Kartons, die da noch rumstehen, scheinbar nicht weniger werden …

Zeit für die Zukunft

Zeit für die Zukunft ist immer. Mit schönen Fotos und im wahrsten Sinn des Wortes fantastischen Geschichten. Mehr über das Buch erfährt man hier – und vor allem hier. Und erwähnt wurde das Buch schon im Zusammenhang mit den Buchmördern: hier. Ich kann mich also kurz fassen:

Ebay ist doof

Was man beim Aufräumen auf dem Server nicht alles findet. Der folgende Beitrag stammt aus dem November 2017 und wurde in diesem Blog nie veröffentlicht. Warum auch immer. An Gültigkeit dürfte er nichts verloren haben, eher noch im Gegenteil. Bei Ebay habe ich aus Mangel an Gelegenheiten lange nichts gemacht, aber die Erfahrungen mit amerikanischen Häusern und deren Dependenzen in Deutschland dürften sich nach wie vor ähneln. Und über meine Erfahrungen mit CreateSpace, KDP und Amazon (»Was wir falsch machen, ist richtig!«) werde ich noch ein Buch schreiben, bevor ich in die Grube fahre.

Genug. Der Beitrag:


Als guter Ebay-Verkäufer mit der Neigung, positive Bewertungen zu sammeln (und ansonsten möglichst nicht betrogen zu werden), macht man routinemäßig eine bestimmte Reihe von Dingen. Dazu gehört es, dass man die von Ebay angebotenen Systeme nutzt, um den Käufer über bestimmte, für ihn potenziell interessante Dinge auf dem Laufenden zu halten. Dazu gehört die Sendungsnummer. Ich schrieb also (als Antwort auf eine Käufermail, die via Ebay kam; die eigentliche E-Mail-Adresse erfährt man ja nicht):

Moin, xxx,
danke für die Nachricht und danke für die Überweisung, die gestern eingetroffen ist. Leider zu spät für die hiesige Poststelle (die gerne spät auf, dafür umso früher wieder zu macht). Und wir haben heute und morgen hier in Bayern Feiertag, sodass ich die Sendung erst am Donnerstag, 02.11., losschicken kann. Die Sendungsnummer findet sich auf dem PDF in der Anlage.
LG My.

Und das sagte Ebay dazu:

Zum Schutz seiner Mitglieder schließt eBay bestimmte Inhalte in E-Mails zwischen Mitgliedern aus. Aufgrund von Sicherheitsbedenken bezüglich des Inhalts Ihrer letzten E-Mail an xxx haben wir Ihre letzte Nachricht nicht gesendet.

Bitte bearbeiten Sie Ihre E-Mail und stellen Sie sicher, dass sie:
– die E-Mail-Grundsätze von eBay nicht verletzt: pages.ebay.de/help/account/unwanted-email.html#violations
– keine Webadressen, URLs oder Links zu aktiven Inhalten (wie JavaScript oder Videostreams) enthält
– sowohl im Betreff als auch im Nachrichtenbereich Text enthält (leere Nachrichten sind nicht erlaubt)

Mehr zu den eBay-Grundsätzen für E-Mails finden Sie hier: pages.ebay.de/help/account/unwanted-email.html

Diverse Anbieter im Dunstkreis von Amazon – KDP, CreateSpace etc. – schreiben gleich dazu, dass man auf die Mail, die man erhalten hat, nicht antworten kann. Ebay hat es lieber umständlich – warum einfach, wenn es auch umständlich geht. Und ich mag es auch einfach, deshalb denke ich einfach (sic!): Ebay ist doof.

Büchermörder unter uns

Sie sind überall. Hinter jeder Ecke. Vor jedem Bücherregal. In Buchläden, bei Amazon und auf Flohmärkten.
Büchermörder.
Brutale, hinterfotzige, gemeine, rücksichtslose, blutgierige Büchermörder.

»DIE ZUKUNFT und andere verlassene Orte« ist der erste Band eines Duos mit Geschichten deutlich erkennbar fantastischen Einschlags und Fotos von Sebastian Schwarz, einem Fotografen, der sich auf sogenannte »Lost Places« spezialisiert hat. Das Buch ist frisch erschienen, die Beleg- und Autorenexemplare sind verschickt.
Einer der Empfänger schreibt:
»[…] sehr gelungen, Fotos ausgezeichnet, ein gutes Buch, leider brach bei zwei Büchern beim Blättern das Cover …«
Sein Beweis:


Während ich noch versuche, den Schock zu verdauen, informiere ich die Druckerei. Die meint dazu:
»Ich bin schockiert, aber das kann nie und nimmer beim Umblättern passiert sein. Der Kunde hat die Seite festgehalten und dann versucht das Buch von A nach B zu tragen. Dabei ist die Seite rausgerissen, weil das Gewicht zu groß war.«

Und dann beteiligt sich auch noch die Herausgeberin am Büchermord:
»Ich hab ein Exemplar geopfert und unter folgenden Bedingungen dasselbe Ergebnis erzielt: Vorderes Cover aufschlagen, mit links halten, mit rechts das gesamte Buch zur anderen Seite reißen. Mit SEHR viel Kraft ging es kaputt. Wie gesagt: durch unsanftes Umklappen, was ich bei Hardcover nicht tun würde, ist nichts passiert.«

Drei unschuldige Bücher wurden Opfer brutaler Büchermörder. Und niemand nimmt sich ihrer Hinterbliebenen an, niemand führt die Täter zum Schafott.

Das Universum ist ein Loch. In dem schwimmt viel Scheiße, und obenauf nebst anderem Gesocks: Büchermörder. Reicht es denn nicht, Bücher in der Kritik zu VERreißen – muss man sie auch noch ZERreißen? Schluchz!

Nerverl

Einmal am Tag dürfen die beiden Mädels frei laufen, das heißt: ohne Leine. Sie tragen dann GPS-Tracker am Körper, obwohl der letzte wirkliche Bedarf noch in Bayern auftrat; hier in Nordfriesland ist es offensichtlich zu ungünstig, stundenlang in irgendeinem Wald … ähm, ja, es liegt daran, dass die Wälder ein wenig rarer gesät sind.
Normalerweise macht den Freilauf Frauchen während des morgendlichen Gassigangs. Es geht Richtung Norden aus Winnert raus, gleich zwei, drei Häuser weiter geht es in die Felder. Dort dürfen sie laufen.
Wenn ich den Freilauf zu bewältigen habe, geschieht dies meist mittags. Gewohnheit. Oder so.

Hinten: Kim, das Nerverl; vorne: Naomi, damals noch mit Punkfrisur <3

Naomi läuft meist hinter mir. Schnüffelt viel, was sie sowieso tut. Nutzt die Gelegenheit, nicht ständig weitergezogen zu werden, weil sie zu lange schnüffelt und Kim sich langweilt, während sie warten muss. Ab und zu läuft sie auch vornweg, dann sprintet sie kurz, bleibt schlagartig stehen – Vollbremsung – und schnüffelt.
Und Kim?

Früher sie vorneweg gelaufen und hat erst an einem der Punkte angehalten, an denen es normalerweise ein Leckerli gibt. Sie hat nicht nur ein ausgezeichnetes Gedächtnis dafür; auf neuen Strecken – auch ohne Freilauf – interpretiert sie Einmündungen und Kreuzungen durchaus korrekt als denkbaren Leckerlipunkt. Wie auch immer –
Gestern hat sie Nerverl gespielt. Sie ist drei, vier Meter vorausgelaufen, stehen geblieben, hat gewartet, bis ich bei ihr war, ist dann seitwärts vor mir her gehüpft, während sie mich ununterbrochen anblickte, bis ich mit den Händen winkte oder »Geh!« sagte oder »Es gibt nichts!« oder etwas in der Art. Das hat dann allerdings wieder nur für drei, vier Meter gereicht – und das Spielchen ging von vorne los.
Am Ende hat’s mir dann gereicht. Und den Rückweg hat sie zurückgelegt wie immer: vorausgelaufen, bis zum Leckerlipunkt – einen hat sie sogar ausgelassen, ui! – und fertig.

Nerverl.
So ein Gassigang ist anstrengend.
Sowieso, weil ich ganz anders laufe als mit den Hunden an den Leinen.
Und dann dieses ständige »Geh! Geh! Geh!«
Aber was will ich machen? Wie sie vor mir herhüpft, das sieht schon lustig aus.
Und lieb habe ich sie ja sowieso –

P.S.: »Nerverl« kommt aus dem bayerischen Lautuniversum und ist eine Verniedlichung von »Nervensäge«, ohne diesen Begriff wirklich repräsentieren zu wollen. Ein Nerverl ist etwas oder jemand, der einen vielleicht mal nervt, den man aber inniglich lieb hat. Oder so ähnlich.

Sprachpanscher 2020

Seit Kurzem bin ich Mitglied im Verein Deutsche Sprache. Der vergibt den »Sprachpanscher« und 2020 hat es des Deutschen beliebteste Nachrichtensendungen erwischt. Im heutigen Infobrief kann ich lesen:

Sprachpanscher 2020: Tagesschau und heute-Nachrichten

Die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache haben gewählt: Die Nachrichtenflaggschiffe der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender – Tagesschau und heute-Nachrichten – sind die Sprachpanscher 2020. Den VDS-Mitgliedern missfiel vor allem die Übernahme zahlreicher Corona-Anglizismen wie „Lockdown“ und „Homeschooling“, ohne diese zu hinterfragen und Wörter zu finden, die von allen Zuschauern verstanden werden. Darüber hinaus fielen die Sendungen durch den penetranten Einsatz der Gender-Pause auf. Damit soll das weibliche Geschlecht hervorgehoben werden, indem man bei geschriebenen Wörtern wie „Reporter*innen“ das Sternchen durch eine kurze Pause andeutet.

Auch das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet: hier.

Andeutungsweise

2018 habe ich in meinem Verlag Reihen eingestellt. »Action, Thriller, Mystery«, »ErlebnisWelten« – niemand wollte Erlebnisse von den Reisen anderer lesen –, »Fantasy« – vor allem, weil man nur Multilogien mit Plots immer wiederkehrenden Musters angeboten bekommt –, »Horror« – weil mein Verlag da eindeutig nur ein kleines Licht bleiben konnte.
2020 folgte »ErlebnisHund«. Wie bei den »ErlebnisWelten« interessieren Bücher über das Leben mit Hunden niemanden. Nicht nur bei den Lesern, sondern schon bei der Journaille.

Science-Fiction bleibt der Schwerpunkt. Mit der Hauptserie »AndroSF«, mit den »Welten der SF« – der zweite Band mit Werken von Jörg Weigand nähert sich der Fertigstellung, das dauert aber noch –, »ProtoSF« ist auch noch in der Planung. Die Werkausgaben zu Herbert W. Franke und Tiny Stricker entwickeln sich. »ErlebnisMalta« hat endlich seine erste Autorin gefunden und den Start hingelegt. Und von den sogenannten Imprints muss ich gar nichts schreiben.

Aber das hauptsächliche Genre, die SF, bekommt ein neues Kind. Ein Kindlein. Etwas Kleines. Auch vom Buchformat her. »Fantastica minimalis« wird das Baby heißen. Und es wird Monografien veröffentlichen. Ein erster Band liegt schon auf dem Server. Und eigentlich fehlt nur noch die Antwort auf die Frage des genauen Formates. Wir tendieren in Richtung Reclam-Hefte. Aber das letzte Wort hat da der Digitaldrucker. Der muss das ja können.
Die Idee stammt übrigens von Jörg Weigand, den ich hier auch als Herausgeber der Reihe zu führen gedenke. Denn: Ehre, wem Ehre gebührt.

Drei Verrückte und ein Bild

Ich bin ja nicht zimperlich. Ich habe 2020 meinen ersten Kurd-Laßwitz-Preis ganz für mich allein bekommen. Und mich gefreut. So sehr, dass ich es immer noch nicht wirklich glauben kann. Und immer noch nicht mit meinem Video zurande gekommen bin, das ich Udo Klotz schicken will, weil ich nicht auf dem ElsterCon sein werde.

Und da kommen diese drei Verrückten – Uli Bendick, Michael Tinnefeld und Mario Franke – und schicken mir ein Bild.

Einfach so. Und damit haben sie mir ein paar echte Freudentränchen beschert. Ich bin ganz weg.

Danke, Jungs.

P.S.: Die drei sind die Hauptverantwortlichen für die Anthologie »Diagnose F«, die ich alsbald bei p.machinery zu verlegen hoffe.
P.P.S.: Das Bild ist übrigens etwa DIN A4 groß und kam in einem rahmenlosen Bilderrahmen.