Kollegenwerbung ist Gold im Geschäft

So sehe ich das. Und so sieht das auch René Moreau mit seiner Mannschaft. Aus Düren kam heute ein aktueller Newsletter, den ich hier einfach mal abbilde. Wer gleich auf die Webversion mit allen anklickbaren Links gehen möchte, sollte hier klicken.

Wider die deutsche Spracheinheit: Der VDS-Infobrief vom 02.10.2022

Wie immer in voller Länge auf der Seite des VDS, genauer hier.

1. Presseschau
• Ausgewanderte Wörter
• Holladihiti!
• Elsässisch stärker als erwartet
• Medialer Sexismus gegen Männer
2. Gendersprache
• Offensives Gendern an Schulen
• Frauen im „Männerverein“
• Frankreich: Autorinnen bleiben Autoren
• Roland Kaiser befürwortet Gendern
3. Sprachspiele: Unser Deutsch
• Nur mitgemeint
4. Kultur
• „Woche für Deutsch“ in Belgien
• Promi- und Filmwelt beeinflusst Kindernamen
5. Berichte
• Elbschwanenorden für Bastian Sick
6. Denglisch
• Sprachwandel hautnah
7. Kommentar
• Linientreu
8. Termine

Manchmal glaubt man es nicht mehr

Aber wir haben es doch geschafft. – Die Idee, Arno Schmidts »Gelehrtenrepublik« in einer besonderen Form neu aufzulegen, stammt von Thomas Franke. Ich bin zu jeder Schweinerei bereit, und was Thomas mir erzählte, machte mir schnell klar, dass ich mit von der Partie sein würde. Aber ganz so einfach war die Sache nicht. (Erste Details siehe hier.)

Wir hatten ein Buch vom S.-Fischer-Verlag vorliegen, und als wir später den Vertrag mit der Arno Schmidt Stiftung schlossen, bekamen wir von denen eine Textdatei zur Verfügung – die durchkorrigiert und für den Buchsatz vorbereitet werden musste. Das war mein Job.

Thomas Franke kümmerte sich um seine Bilder und entwarf den Satzspiegel, das Seitenlayout. Bei der späteren Erstellung des Buchsatzes gab es ein Missverständnis meinerseits, sodass ich später noch einmal ran musste, um den Buchsatz komplett zu überarbeiten. Thomas gönnte sich dann eine ausführliche Sitzung, um das Schriftbild anzupassen, vorrangig bei Ligaturen. Handarbeit. Und wir mussten sicherstellen, dass das, was bei mir als Publisher-Datei ankam, dem entsprach, was Thomas bearbeitet hatte. Eine Frage des Druckertreibers, die sich mit dem Adobe Distiller beantworten ließ.

Am Ende produzierte ich den ersten Satz Druckdaten, fügte die Grafiken in die PDF-Druckdatei ein – der Publisher hätte das Dateivolumen nicht verkraftet, obwohl der in Winnert genutzte Rechner über 512 GB RAM verfügt; da gibt es einfach ein Limit, zumal ich nicht den neuesten Publisher verwende …

Der Schaltungsdienst Lange bekam die Druckdaten und den Druckauftrag. Der Andruck ging an Thomas und mich – und führte zu einer Überarbeitung hinsichtlich der Schriftfarbe, da sich 100 % Schwarz auf dem gewählten Papier als zu heftig, zu kontrastreich erwiesen. Es wurde ein Grauton gewählt – wie von Thomas vorgesehen.

Am Ende hieß es warten …

Ende September waren die Exemplare der Normalausgabe fertig. Sie sind nun verfügbar und der Versand wird in der ersten Oktoberwoche beginnen. Langsam, aber sicher.

Was noch fehlt, das ist die Luxusausgabe (Details siehe hier und hier). Und hier steckte noch viel Arbeit drin, denn es galt, einen Betrieb zu finden, der den Schuber herstellen konnte. Da musste Thomas einige nicht so schöne Erfahrungen machen, aber davon will ich hier nicht palavern. Auch die Luxusausgabe wird fertig werden. Den Druck und die Bindung wird auch hier der Schaltungsdienst Lange ausführen, den Schuber und die Mappe für die Digigrafik erstellt voraussichtlich eine Berliner Buchbinderei. Wir hoffen, das Ergebnis noch im Oktober in Händen zu halten.

Die Luxusausgabe ist übrigens streng auf 111 Exemplare limitiert. Davon werden 11 Exemplare gar nicht erst in den Verkauf gelangen. Die ursprünglich geplante Nummerierung der Bücher haben wir aus technischen Gründen gestrichen; die zugehörige Digigrafik indes wird nummeriert sein.

Ich denke, ich spreche auch für Thomas Franke, wenn ich sage, dass wir stolz auf unser Werk sind. Ich habe das Buch noch nicht in Händen, aber ich bin sicher, dass das Ergebnis hinter anderen Produkten des Schaltungsdienst Lange nicht zurückstehen wird – und Thomas Frankes geniale Schöpfungskraft wird hier einen weiteren Tempel errichtet haben.

Ich empfehle die Lektüre der Texte auf meiner Verlagsseite: hier und hier.

Schmidt, Arno, DIE GELEHRTENREPUBLIK

Die Reise geht weiter

Vor zweieinhalb Monaten hat Herbert W. Franke unsere Welt verlassen. Die Vollendung seiner Werkausgabe in meiner p.machinery hat er nun nicht mehr erlebt. Und unsere Ambitionen, als wir 2014 mit dem ersten Buch der Werkausgabe, mit »Der grüne Komet« begannen, waren schlicht illusorisch: Damals dachten wir, wir könnten die Werkausgabe bis 2017, bis zu seinem 90. Geburtstag vollenden. Aber so schnell wollten die Preußen einfach nicht schießen …

Aber auch wenn er gegangen ist – sein Werk hat er uns hinterlassen, und unsere Werkausgabe wird ohne Zweifel fortgesetzt. Aktuell erscheinen zwei Titel – und die Reise geht weiter …

Franke, Herbert W., TRANSPLUTO

Franke, Herbert W., KEINE SPUR VON LEBEN …

 

Sechs

Herzlichen Glückwunsch, Mausemädchen!

Heute feiert unsere Susi ihren sechsten Geburtstag. — Das Foto stammt vom 14.10.2021, dem Tag, an dem sie zu uns gekommen ist. Seitdem hat sie sich optisch nicht, aber in ihrem Verhältnis zu uns sehr verändert. Sie ist immer noch schreckhaft — vor allem bei lauten Geräuschen und unerwarteten Bewegungen (z. B. der Hände) –, aber sie ist zugänglich, zutraulich, sie zeigt mit ihrem ganzen Verhalten, dass sie hierher, dass sie zu uns gehört. Sie hört auf ihren Namen — sogar ganz ausgezeichnet –, auch wenn sie nicht immer gleich so reagiert, wie man das erwartet — das sitzt in ihrem hübschen Köpfchen doch ein eigener Geist. — Es war eine gute Entscheidung, Susi zu uns zu holen. Nicht nur für den Tag, an dem Kim uns verlassen möchte — ich denke, wir haben da dann nicht nur einen, sondern zwei trauernde Hunde; aber gemeinsames Trauern macht es vielleicht leichter. Nein, Susi gehört einfach hierher. Es ist absehbar, dass sie nach Kim die Nummer eins im Hundeteam sein wird — und es ist erkennbar, dass das für Naomi glasklar ist. Susi passt zu Kim und Naomi, sie passt zu uns allen.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Susi. Bleib gesund und munter, bleib, wie du bist.

Das Kalenderblatt für Oktober

Gerd Frey hat für 2022 einen Kalender geschaffen, mit einer Auswahl der in den letzten zwanzig (!) Jahren entstandenen Illustrationen und Titelbildern verschiedener Publikationen, darunter EXODUS und NOVA. Der Kalender für 2022 wird in DIN A3 (EUR 25,- incl. Versand) und DIN A4 (EUR 15,- incl. Versand) geliefert – solange der Vorrat reicht; die Preise sind Selbstkostenpreise. Bestellen kann man den Kalender bei G.R.I.M.M. ScanPlot & DigiDruck, am besten per E-Mail an gf@grimm-repro.de.

Ich habe vom Künstler die Erlaubnis, das Kalenderblatt für den nächsten Monat zum Download anzubieten. Einfach auf das Kalenderblatt klicken und die angezeigte Grafik im A3-Format abspeichern.

https://www.pmachinery.de/?s=Frey%2C+Gerd

Krisenopfer

Eigentlich trifft es das nicht. Das wilde Treiben von (hier Papier-) Spekulanten (und Rohstoffspekulanten allgemein) und das daraus resultierende Marktgeschehen als Krise zu bezeichnen, halte ich für eine absolut unpassende Vereinfachung, geradezu eine Verharmlosung. Nicht nur auf diesem Sektor ist das Verhalten von Spekulanten schlicht verantwortungslos. Es ist in Ordnung, wenn Anbieter von Produkten und Dienstleistungen Gewinne erwirtschaften wollen. Ein Missbrauch einer Machtstellung oder einer Engpasssituation – wie sie angeblich auf dem Papiermarkt vorliegt – ist jedoch nicht nur zu kritisieren, sondern abzulehnen und letztlich zu bestrafen.

Tatsächlich sieht es nicht danach aus, als gäbe es auf dem Papiermarkt die behaupteten Verknappungen, mit denen Preiserhöhungen argumentiert werden. Und auch die gleichermaßen spekulativem Vorgehen unterworfenen Preisveränderungen auf dem Energiesektor – Gas, Strom – taugen letztlich nicht als Argument für Preiserhöhungen, wie sie derzeit – und inzwischen seit einiger Zeit – stattfinden. Das alles erinnert mich zu sehr an Ereignisse Anfang der Neunzigerjahre, als behauptet wurde, in Taiwan sei die einzige Chipfabrik in die Luft geflogen (oder jedenfalls so schwer beschädigt worden, dass sie nicht mehr produzieren konnte), woraufhin die Preise für Arbeitsspeicher in PCs explodierten – wahrlich: explodierten. Tatsache war damals, dass eine (!) Produktionsanlage betroffen war – und die übrige Pseudoverknappung von Spekulanten erzeugt wurde.

Wie auch immer – auch die Bücher meiner p.machinery sind inzwischen von Preiserhöhungen betroffen, die ich teilweise weitergeben muss. Mehrere ältere Titel aus der »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« waren schon betroffen, aber auch jüngere Titel trifft es inzwischen, so in diesen Tagen diesen hier:

Dabei ist hier die Preiserhöhung noch moderat ausgefallen: von EUR 15,90 auf EUR 16,90; die Preiserhöhungen bei den Franke-Titeln schlugen stärker zu Buche, weil die Bücher aus den Jahren 2014 bis 2016 stammen.

Kurth, Heribert, UNTER DEN STERNEN VON THA

Ein Abend mit Aiki Mira

So betitelt der Otherland Bookshop (Bergmannstr. 25, 10961 Berlin) die Lesung mit Aiki Mira, die am 30.09. u. a. aus »Titans Kinder« vortragen wird. Auf Otherlands Website kann man lesen:

Aiki Mira hat mit Titans Kinder bei p.machinery ihren ersten SFRoman veröffentlicht, mit dem sie die sogleich die Phantastik Bestenliste erobert hat.
Wir freuen uns uns ihr bei Leseausschnitten aus Titans Kinder und aus ihrem neuen Buch bei Polarise, Neongrau, zu lauschen und mit ihr zu plaudern.
Der Eintritt ist wie immer im Otherland kostenlos, bitte meldet euch kurz per Mail bei uns an service(at)otherland-berlin.de

Los geht es um 19:30!

Wer noch interessierte Berliner kennt: Weitersagen!

Mira, Aiki, TITANS KINDER

Der VDS-Infobrief vom 24.09.2022

In voller Länge und mit allen Wahrheiten: hier.

1. Presseschau
• Kein schönes Wetter mehr
• Bastian Sick mit Elbschwanenorden geehrt
• 25 Jahre Ainu Times
2. Gendersprache
• Sprache bildet keine Gerechtigkeit ab
• Chefredakteur hält Sprache für ein Lebewesen
• Schweizer Hochschule erlaubt Notenabzug
3. Kultur
• Hollywoods Fantasiesprachen
• Ingwer, Qualle und Elch
4. Berichte
• VDS stiftet Novalis-Gedenktafel
• Kabarett und Musik zum Tag der deutschen Sprache
• Süttember
5. Kommentar
• Nur ja nichts Falsches lesen
6. Termine

Böse Zungen

Böse Zungen könnten behaupten, das Buch, das ich unter dem Titel »PrimaBel – Connecting cultures | Kulturen verbinden« als Band 71 meiner Reihe »Außer der Reihe« verlegt habe, wäre ein Abfallprodukt. Grund falsch wäre das nicht – allerdings ungerechtfertigt abwertend. Das Werk – bestehend aus grob gerechnet einem Viertel Gedichten in englischer und deutscher Sprache und drei Vierteln Fotografien, ein Teil davon bearbeitet und verfremdet – erreichte zuerst Kai Beisswenger, meinen Partner im Imprint »Zwischen den Stühlen«. Es passte dort nicht ins Belletristik-Konzept, und Kai fragte nach, ob das etwas für »Außer der Reihe« wäre.

Die Fotos gefielen mir. Mit Gedichten kann ich selbst nicht wirklich viel anfangen, obwohl sie textlich durchaus ihren Reiz haben. Das eigentliche Problem mit Gedichten für einen deutschen Kleinverlag ist die Rezeption durch den potenziellen, im Großen und Ganzen nicht existierenden Leser. Hätte ich eine böse Zunge, würde ich behaupten, dass der Leser deutschsprachiger Werke – über die englischen Gedichtfreunde kann ich mir mangels Erfahrungen wenig Gedanken machen – mit Gedichten aus intellektuellen Gründen nichts anfangen kann; ich könnte das noch böser formulieren, aber das wäre dann vermutlich kontraproduktiv.

Wie auch immer: Das Buch ist an sich schon ein schöner Bildband. Die Gedichte zu den jeweils darauffolgenden drei Fotos kann man gerne als Bilduntertitel lesen, die erläutern, was die Fotografen sich bei den Aufnahmen gedacht haben. Und natürlich zeigen sie auch auf, was die Autoren zu den Gedichten inspiriert hat. Eine Wechselwirkung.

Die eigentliche Absicht hinter dem Buch – Kulturen zu verbinden –, basiert vor allem auch darauf, dass Irmy Algader in Deutschland geboren wurde und heute in Italien lebt, und ihr Co-Künstler Zoran Jovanovic in Belgrad geboren wurde und dort lebt und künstlert. Deutschland, Italien, Serbien – das ist eine Art Kulturendreieck, das hier bildlich und textlich Verbindungen hat.

Langer Rede kurzer Sinn: Das Buch wird sich – wie so manch anderer bildlastiger Band meines Verlages – an ein sehr spezielles Publikum richten, und es wird sich zeigen, wie viele deutsch sprechende und lesende Menschen darunter sind. Mit zwei Leseproben kann man sich einen kleinen Einblick in Inhalt und Machart des Buches verschaffen:
»Being viced | Lasterhaft sein«»Night-fall | Einbruch der Nacht«

Algader, Irmy & Jovanovic, Zoran, PrimaBel