Der VDS-Infobrief vom 16.10.2022

In voller Pracht nachzulesen: hier.

1. Presseschau
• Eigene Rechtschreibregeln für Berlin
• Musterfall der Diskriminierung
• Bedrohte Dialekte
• Selbst die Guten nicht gut genug
2. Gendersprache
• Jargon der Eigentlichkeit
• DAX-Konzerne ignorieren Proteste
• Hassrede auf Twitter
3. Sprachspiele: Unser Deutsch
• Mitarbeitende
4. Kultur
• Kulturpreis Deutsche Sprache an Max Goldt
• Die Spuren alter Weltreiche im Bairischen
5. Berichte
• Über Unstatistik
6. Kommentar
• Das Genderwashing der 40 Größten
7. Termine

Und wächst und wächst

So muss das sein. Die »Werkausgabe Tiny Stricker« wächst und wächst. Ganz alte Titel fehlen noch – die Genehmigung des Maro Verlags zur Neuausgabe durch meine p.machinery liegt vor, allein: Es fehlt wieder an der Zeit. Aber aufgehoben ist nicht aufgeschoben – oder war das umgekehrt?

Das aktuelle Werk, Band 12 der Werkausgabe, führt den Leser nach London und in eine Zeit, in der Angehörige meines Jahrgangs – 1959 – und drumherum schlicht zu jung waren, um noch ein sogenannter Achtundsechziger zu werden und zu sein. Und dennoch hat man ja auch als Kind und Jugendlicher etwas mitbekommen von der damaligen Zeit, und wenn es nur die Musik war, die dank der Mama gehört werden konnte, wenn sie Zeit und Gelegenheit hatte, sich dem Musikgenuss zu widmen. Ich erinnere mich jedenfalls, dass sie auf die Band mit dem Bandwurmnamen »Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich« stand und deren Titel »Bend It!« als gern gehörter Ohrwurm fungieren durfte.

Geprägt haben mich dann eigentlich die Siebziger, aber heute aus der großen zeitlichen Entfernung über die Jahre davor zu lesen und etwas von den damaligen Stimmungen und Strömungen zu erfahren, das hat schon etwas … hm, Beeindruckendes.

Stricker, Tiny, LONDON, POP UND FRÜHE LIEBE

Der fünfte Stuhl

Will man vier Abstände »zwischen den Stühlen« haben, braucht man fünf Stühle. Und mit dem fünften Stuhl ist das vierte Buch des Imprints »Zwischen den Stühlen« meiner p.machinery erschienen, des Imprints, das ich gemeinsam mit Kai Beisswenger verlege. Diesmal handelt es sich um einen satirischen Krimi, und die Autorin Katja Kleiber schrieb in ihrem Newsletter dazu:

Einige Jahre meines Lebens war ich gezwungen, in einem Unternehmen zu arbeiten, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei habe ich allerhand seltsame menschliche Verhaltensweisen kennengelernt, die ich in einem satirischen Krimi beschrieben habe. Das Ergebnis siehst Du oben: „Ein Controller weniger“, frisch erschienen im Verlag „Zwischen den Stühlen“. Der Verlag publiziert Bücher, die keinem Genre so richtig zuzuordnen sind, hier also einen Roman, der zwar ein Krimi ist, aber auch Satire.
Wenn Du jemand in dem Buch wiedererkennst: Nein, ich war nicht bei Deinem Arbeitgeber tätig, aber Bürojobs ähneln sich in mancher Hinsicht nun mal.
Psst! Nicht verraten! Ich habe das Manuskript zu großen Teilen während meiner Bürotätigkeit verfasst. Immer in Häppchen. Wenn mir eine Szene einfiel, habe ich sie in das Mailprogramm geschrieben und an meine private Mailadresse versandt. Ich wirkte immer eifrig beschäftigt. Nach und nach ist so das ganze Manuskript entstanden, Dir kann ich es ja sagen, zumal die Tat verjährt ist.
Der Text lagerte in einer Schublade, wurde entstaubt und frisch überarbeitet. Wenn Dich Dein Bürojob mal wieder frustriert, ist der richtige Zeitpunkt für diese Lektüre gekommen.

Kleiber, Katja, Ein Controller weniger

Eins

Heute vor einem Jahr kam Susi zu uns. Eigentlich hieß sie »Sue«, aber sie wie ihr Pflegeherrchen zuvor immer »Sue! Sue! Sue!« zu rufen, erschien uns … hm, unpraktisch. Also Susi. Ein Jahr ist sie nun bei uns, und es hat nicht mal eine Woche gedauert, bis klar war, dass sie bleiben würde. Und bleiben wird. Und bleibt.

Schön, dass du da bist, Susimaus.

Der VDS-Infobrief vom 09.10.2022

Eigentlich wollte ich ausführlicher darauf eingehen, dass derzeit wieder einige pseudolinke, tatsächlich aber selbst eher rechte Gedankengängler unterwegs sind, die den VDS e.V. als »rechtspopulistischen« Verein bezeichnen und mich aufgrund meiner Mitgliedschaft in die gleiche Ecke rücken wollen. Manche Leute erwecken bisweilen den Eindruck, regelrecht um eine Strafanzeige zu betteln.
Aber just in diesem VDS-Infobrief wird ein Interview mit Walter Krämer angemerkt:

Dem VDS, mitunter auch seinem Vorsitzenden Walter Krämer, wird immer wieder einmal vorgeworfen, politisch irgendwo „rechts“ zu stehen, meist in der Bedeutung „extrem weit rechts“. Den neuen Leiter der VDS-Region Ostwestfalen-Lippe Peter Bender störte das. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des VDS hat er den VDS-Vorsitzenden direkt befragt. „Offenbar haben manche ein Problem damit, dass jemand die eigene Sprache und Kultur schätzt“, konstatiert Krämer in dem Interview. Aber auch: „Wir sind jederzeit zu Gesprächen mit allen bereit, denen es um die deutsche Kultur und Sprache geht.“ Das gesamte Interview gibt es zum Nachlesen auf der VDS-Netzseite.

Unten findet ihr wie immer den Inhalt des aktuellen Infobriefes, den ihr in Gänze hier nachlesen könnt.

1. Presseschau
• Beinahe gelungene Dokumentation
• Jugendwort des Jahres
• „Mahlzeit“ und seine Bedeutung
2. Gendersprache
• „Elterinnen“ im SRF
• Neopronomen bei der Telekom
3. Kultur
• Vortragsreihe „Neusprech“
• Plattdeutsch-Festival im Dreiländereck
• Deutscher Schulbuchpreis wird verliehen
4. Berichte
• Interview mit Walter Krämer
• Festspiel der deutschen Sprache in Bad Lauchstädt
5. Denglisch
• Gefühlt englisch
6. Soziale Medien
• Schwarze Wolle
7. Kommentar
• Ganz nett, aber lebensfern
8. Termine

Ein Himmel für Verschwörungstheoretiker

Das Bild heute morgen, als ich mit Naomi und Susi unterwegs war, war zu schön, um nicht fotografiert zu werden:

Und ich konnte mir nicht verkneifen, an die Verschwörungstheoretiker zu denken, die bei diesem Anblick das Weite und Deckung gesucht hätten, um von Regierung und Geheimdiensten nicht mit bewusstseinsverändernden und sogar tödlichen Substanzen besprüht zu werden.
Und ich dachte auch an ein Buch aus meinem Verlag:

Knall, Kristjan, PLATON SIEHT CHEMTRAILS

Im Mittelalter waren sie knapp

Die Bindestriche. Immerhin ist es dadurch den Veranstaltern nicht gelungen, einen Mittelalter-Markt – oder gar einen Mittelaltermarkt – zu veranstalten, sondern nur einen mittelalten Markt. Was immer man darunter zu verstehen hat.

Aber selbst wenn man das völlige Fehlen von Bindestrichen als technischen Rechtschreibdefekt erkennen möchte, stellt sich die Frage, was Events, Shows, Live Musik (ähm, Livemusik?) im Mittelalter dargestellt haben könnten. Und was zum Henker waren »Walking Acts«? Darunter kann ich mir sogar heute nichts vorstellen.

Ich denke, wenn die noch mal so einen Markt veranstalten wollen, werde ich mich als Korrektor anbieten.

Ganz besondere Bücher

Unter Punkt 5 wird auf ohfamoos, einer Website für Umdenker, der »U-Bahn-Reiter« von Tiny Stricker erwähnt. Leider ohne direkten Hinweis auf das Buch, seine Daten, die p.machinery als Verlag. Das kommt vor. Aber immerhin — das Buch wird erwähnt. Und das aus gutem Grund. Wie man dort auch nachlesen kann. — An der Stelle findet man auch einen Audiolink zu einer Lesung aus dem Buch.

Stricker, Tiny, U-BAHN-REITER