Nasenoriginale im Angebot

Gabriele Behrend, heißgeliebte Autorin meines Verlages, hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: Zusätzlich zu jedem gekauften Exemplar ihres Kompendiums »Na|sen|gno|mo|no|mie [sing., fem.] 1.0« (vulgo: »Die Nasengnomonie 1.0«) vergibt sie – natürlich nur, solange der Vorrat reicht – die Originalzeichnungen (handcoloriert und signiert) aus dem Buch. Diese Zeichnungen sind natürlich Unikate und man bekommt sie, wenn man das Buch direkt – und nur direkt – bei Gabriele bestellt. Details zum Vorgehen und Abbildungen der Originale finden sich hier.

Das Angebot sollte man sich nicht entgehen lassen. Nicht nur, dass das Buch ausgesprochen knuffig ist – und förmlich danach schreit, verschenkt zu werden –, auch die Grafiken von Gabriele Behrend sind als Unikate eines Tages vielleicht sehr wertvoll.
(Ich selbst habe eine entsprechende Erfahrung gemacht, als ich aus Platzgründen [an der Wand] Originalgrafiken, die ich von Grafikern in den 1980ern kaufte, weiterverkauft habe. Reich wird man nicht, aber es finden auch bei Fangrafikern erkennbare und mitunter deutliche Wertsteigerungen statt.)

Behrend, Gabriele, Na|sen|gno|mo|no|mie [sing., fem.] 1.0

NOVA 30 + Uwe Post: Der automatische Depp

»Har, har!«, dröhnt da eine Stimme mit übertriebener Lautstärke aus verborgenen Lautsprechern. Ich zucke zusammen.

»Mist«, sagt Anna verdrossen. »Winnfried.«

»Ihr Deppen!«, ruft der böse Onkel. »Ihr seid mir alle in die Falle getappt, die ich mir letzten Sonntag beim Frühschoppen ausgedacht habe. Har, har!« Die Tür knallt zu. Aus kleinen Öffnungen in den Wänden ergießt sich Zitronensprudel in die Zelle.

»Wir sind verloren«, sagt C-3PO.

NOVA 30 – das Jubiläum

Ein neues Baby ist im Haus

Eigentlich daneben

Ja, eigentlich. Eigentlich sollte dieses Buch viel früher erscheinen. Aber einmal mehr hat mir alles Mögliche einen Strich durch die Rechnung gemacht. Hier eine Verzögerung, da ein Schnellschuss, zwischendurch irgendwas anderes. Manchmal ist es zum Heulen. Aber nicht immer. Denn durch die entstandene Verzögerung kam das Buch nun halt pünktlich zum 70. Geburtstag von Thomas Le Blanc heraus, um dessen Phantastische Bibliothek sich dieses Buch direkt und indirekt dreht. Direkt jedenfalls, weil die Erlöse des Buches der Phantastischen Bibliothek zugutekommen sollen und werden.

Frambach, Sabine & Focke, Kai (Hrsg.), STAUBKORNFEE TRIFFT ICH-MASCHINE

Nun ist sie weg, die 6 vornweg – oder: Wenn man 70 wird

Ja, so ist das. So geht das vielen Menschen – und allen, denen es so geht, ist es nicht nur grundsätzlich zu wünschen, sondern auch immer in Verbindung mit Gesundheit, geistiger und körperlicher Fitness und der Aussicht auf noch zahlreiche fantastische Jahre. Heute hat es Thomas Le Blanc erwischt, den Mann, der nicht nur die Phantastische Bibliothek zu Wetzlar gegründet und aufgebaut hat, sondern der auch mit der Erfindung der »Phantastischen Miniaturen« für alle Kurzgeschichtenfans – zu denen ich mich auch zähle – eine Pioniertat begangen hat. Nachdem Herbert W. Franke in den 1960ern die ersten Kürzestgeschichten im »Grünen Kometen« präsentierte, hat Thomas Le Blanc diese winzigsten aller Literaturwerke – sieht man von Gedichten ab – gemeinsam mit zahlreichen Autoren kultiviert. Und nicht nur die gratulieren mit diesem Buch, sondern vor allem auch ich. Denn bislang haben Thomas Le Blanc und ich wenig miteinander zu schaffen gehabt – aber es zeigen sich Tendenzen, dass sich das ändern könnte.

Niehaus, Monika, Weigand, Jörg & Karla (Hrsg.), PHANTASTISCH! PHANTASTISCH!

Gebührenfinanzierte Herabwürdigung

Wer sich einmal öffentlich-rechtlich fundiert herabwürdigen – und je nach persönlichem Geschmack gar beleidigen – lassen möchte, der versuche einfach, Gunther Grabowski (»Ach du liebes Deutsch!«, IFB, 2013) nachzueifern und sich bei ARD (und vielleicht testweise auch ZDF?) über genderischen Unfug in Hörfunk und Fernsehen zu beschweren. Grabowski hat das getan und Michael Hanfeld hat das kommentiert (hier).
Die ARD reagierte zunächst pampig, hatte mit Grabowski allerdings den Falschen erwischt und musste letztlich zurückrudern. Michael Hanfeld dazu:

Bezüglich „gendergerechter“ Sprache gebe es „keinen ARD-Standard“. Im ARD-Gemeinschaftsprogramm kämen „in verschiedenen Sendungen unterschiedliche Regeln zum Einsatz“, alle Häuser befassten sich „intensiv mit diesem Thema“. Beim „Thema ,Gendergerechte Sprache‘“ sei es dem Senderverbund „wichtig, niemanden aus unserer Kommunikation auszuschließen“. In dem „Bewusstsein, dass unsere Sprache einerseits lebendig und in stetigem Wandel begriffen und andererseits in ihrer Beständigkeit zu schützen ist“, wird dem Zuschauer versichert, „dass wir einen Weg suchen, hier den Bedürfnissen aller gerecht zu werden.“
Aller? Wie schwierig das ist, zeigt sich in einem vorhergehenden Satz: „Da die ARD ihre Angebote für die Gesamtheit aller BeitragszahlerInnen bereitstellt, sollten sich auch möglichst alle BürgerInnen von uns angesprochen fühlen.“ Zweimal Binnen-I. Im Umgang mit seinem Publikum, den „BeitragszahlerInnen“ und „BürgerInnen“, kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht sensibel genug sein. Denn sonst setzt sich der Eindruck fest: Die sprechen nicht unsere Sprache und bilden sich noch etwas darauf ein.

Und nicht nur das – wenn man es schon richtig machen möchte, sollte man auch Sensibilität gegenüber den mit dem Binnen-I ignorierten LGBTQIA+ entwickeln. Oder die deutsche Sprache mit ihrem Angebot einfach so nutzen, wie sie schon immer war – und funktioniert hat.

NOVA 30 + Michael Schmidt: Faith Healer

Borison hatte eine lange Reise hinter sich. Quer durch die Galaxie, immer auf der Suche nach dem letzten der Teenage Idols. Als würde dieser Borison absichtlich ausweichen, kam er immer erst zu einem beliebigen Ort, wenn der Idol schon wieder weg war, und oft genug glaubte er, einem Phantom aufgesessen zu sein, dass es weder den Planeten Idols gab, von dem niemand wusste, wo er sich befinden sollte, noch dass einer der sagenumwobenen Faith Healer wahrhaft existierte. Bisher waren die Faith Healer wie Rauch gewesen: aus der Entfernung schienen sie Substanz aufzuweisen, doch je näher man ihnen kam, desto mehr lösten sie sich in Wohlgefallen auf. Aber hier, im Galactic Pot Healer, der Raumstation der Abartigkeit, war er fündig geworden …

NOVA 30 – das Jubiläum

Ein neues Baby ist im Haus

Einzelnd in der Apotheke

Seit Beginn der Seuche sieht man das ja überall. Die Böden von Supermärkten, Läden und auch Apotheken sind vollgeklebt mit Absperrfolien, Verkehrszeichen mit Richtungspfeilen und Verhaltenshinweisen.
In einer Apotheke in Husum entdeckte ich gestern einen etwa DIN A4 großen Aufkleber an mehreren Stellen, laut dessen Text der potenzielle Kunde aufgefordert wurde, an diesen Stellen »einzelnd« zu warten – »bis der nächste frei ist«.
Man kann nun überlegen, wer mit dem »nächsten«, der eigentlich groß geschrieben werden müsste, gemeint sein könnte. Faszinierender ist die offensichtliche Unfähigkeit von Menschen offensichtlich deutscher Mundart – ein Türke oder Grieche würde niemals »einzelnd« sagen –, einen Text, den man drucktechnisch vervielfältigen möchte, Korrektur zu lesen. Noch faszinierender finde ich die Unfähigkeit von Menschen, die solche Texte drucktechnisch vervielfältigen, einen Blick darauf zu werfen und dem Auftraggeber einen Tipp zu geben. Ich hege bisweilen die Vermutung, es könnte sich bei Menschen, die solche Fehler entdecken und vor dem Unfall beheben, um »Einzelndfälle« handeln.

P.S.: Ich habe absichtlich kein Foto gemacht.