Gebührenfinanzierte Herabwürdigung

Wer sich einmal öffentlich-rechtlich fundiert herabwürdigen – und je nach persönlichem Geschmack gar beleidigen – lassen möchte, der versuche einfach, Gunther Grabowski (»Ach du liebes Deutsch!«, IFB, 2013) nachzueifern und sich bei ARD (und vielleicht testweise auch ZDF?) über genderischen Unfug in Hörfunk und Fernsehen zu beschweren. Grabowski hat das getan und Michael Hanfeld hat das kommentiert (hier).
Die ARD reagierte zunächst pampig, hatte mit Grabowski allerdings den Falschen erwischt und musste letztlich zurückrudern. Michael Hanfeld dazu:

Bezüglich „gendergerechter“ Sprache gebe es „keinen ARD-Standard“. Im ARD-Gemeinschaftsprogramm kämen „in verschiedenen Sendungen unterschiedliche Regeln zum Einsatz“, alle Häuser befassten sich „intensiv mit diesem Thema“. Beim „Thema ,Gendergerechte Sprache‘“ sei es dem Senderverbund „wichtig, niemanden aus unserer Kommunikation auszuschließen“. In dem „Bewusstsein, dass unsere Sprache einerseits lebendig und in stetigem Wandel begriffen und andererseits in ihrer Beständigkeit zu schützen ist“, wird dem Zuschauer versichert, „dass wir einen Weg suchen, hier den Bedürfnissen aller gerecht zu werden.“
Aller? Wie schwierig das ist, zeigt sich in einem vorhergehenden Satz: „Da die ARD ihre Angebote für die Gesamtheit aller BeitragszahlerInnen bereitstellt, sollten sich auch möglichst alle BürgerInnen von uns angesprochen fühlen.“ Zweimal Binnen-I. Im Umgang mit seinem Publikum, den „BeitragszahlerInnen“ und „BürgerInnen“, kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht sensibel genug sein. Denn sonst setzt sich der Eindruck fest: Die sprechen nicht unsere Sprache und bilden sich noch etwas darauf ein.

Und nicht nur das – wenn man es schon richtig machen möchte, sollte man auch Sensibilität gegenüber den mit dem Binnen-I ignorierten LGBTQIA+ entwickeln. Oder die deutsche Sprache mit ihrem Angebot einfach so nutzen, wie sie schon immer war – und funktioniert hat.

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