Der Tag 15/3

  • Mir ist aufgefallen, dass ich seltener über meine Tage schreibe. Manchmal ist es die Zeit, die fehlt. Wie so oft. Aber oft auch nicht.
  • Heute habe ich für einen Naturführer Texte korrigiert, durchgesehen und Zuordnungen zu einer geplanten Buchstruktur vorgenommen. In dem Projekt steckt noch einiges an Arbeit – und leider muss ich noch auf Daten warten, die ich brauchen werde. Und es sieht so aus, als würde das mein erstes vollständig mit InDesign produziertes Projekt.
  • Ich habe den Andruck eines Buches geprüft und Druckfreigabe erteilt. Über das Buch darf ich an dieser Stelle – und anderswo – noch nichts vermelden.
  • Für »Diagnose|F«, herausgegeben von Michael Tinnefeld und Uli Bendick, Bilder und Storys, in denen Science-Fiction auf Psyche trifft, habe ich das E-Book erstellt und veröffentlicht.
  • Für »NOVA 30« habe ich ebenfalls den Andruck geprüft und freigegeben.
  • Für eine Kundin habe ich zwei E-Books geprüft und festgestellt, dass es nichts zu prüfen gibt.
  • Und schließlich habe ich eine Storysammlung von Gabriele Behrend in Angriff genommen. Die Storys sind zwar lektoriert, wie es ihrerseits hieß, aber korrigiert sind sie nicht – ganz im Gegenteil. Aber ich mag es, wenn ich etwas zu tun habe – am Sonntag hatte ich ein Korrekturobjekt, das erschreckend fehlerfrei war. Das ist schlimm, weil man irgendwann das Gefühl hat, zu schlampig, zu unaufmerksam zu arbeiten, halb blind für die nicht vorhandenen Fehler.

Genuine dämglisch

Auch das noch aus dem VDS-Infobrief vom 07.03.2021:

Click & Meet

Die Läden sind geschlossen, verkauft werden soll trotzdem. Damit auch in Zeiten der Pandemie eingekauft werden kann, hat man sich neue Konzepte überlegt – natürlich mit englischem Titel. Es begann mit Click & Collect, was offenbar nur unter Mühen mit „Klicken & Abholen“ übersetzbar ist. Der Kunde verpflichtet sich mit seiner Bestellung zum Kauf und holt den Artikel dann beim Laden ab. Nachdem nun die ersten Lockerungen angekündigt wurden, folgt Click & Meet, welches mit etwas Übung in „Klicken & Treffen“ übersetzbar ist – im Grunde nichts weiter als eine Weiterentwicklung des Click & Collect-Prinzips: Der Kunde vereinbart einen Termin mit dem Geschäft und kann zur vereinbarten Zeit zum Einkaufen vorbeikommen. Während das Konzept Click & Collect noch einen Zusammenhang zur Wortbedeutung aufweist, klingt Click & Meet eher nach Partnerbörse als nach Einkaufen. Absicht? (noz.de, rnd.de)

Bemerkenswert dabei ist auch das: Das sowieso schwer anglizismusverseuchte Internetkaufhaus »Seats & Sofas« hat immer damit geworben, dass man »heute bestellen, abends sitzen« kann – was man als Versprechen einer schnellen Lieferung interpretieren darf. Nun beteiligt man sich – immer noch mit dem gleichen Werbespruch und natürlich auf Dämglisch – am Klicken-&-Aufsammeln-Verfahren und verschiebt damit schlicht die Erfüllung des Lieferzeitversprechens in den Verantwortungsbereich des Kunden – von der Notwendigkeit der Beschaffung einer Transportmöglichkeit für eine zwölfsitzige Sofagarnitur ganz zu schweigen.

P.S.: Im Internet präsentiert sich »Seats & Sofas« mit dem Partnerbörsekonzept.

Klingonisch im Bundestag?

Ja, man fragt sich unwillkürlich, wann Klingonisch als Schriftsprache für Anträge und mehr im Bundestag zugelassen wird. Das dauert aber noch ein Weilchen, denn derzeit bereitet man eher die Unleserlichkeit … nein, die Unvorlesbarkeit von Anträgen und so weiter im Bundestag vor.

Der VDS-Infobrief vom 07.03.2021 vermeldet dazu:

Bundestag erlaubt Gendersprache

Der Tagesspiegel berichtet, dass die Verwaltung des Bundestags gegendert vorgelegte Anträge, Entschließungsanträge und so weiter nicht mehr korrigiert, Gendersternchen, Gender_Gap und andere Zeichen werden nicht mehr angepasst, sondern dem Plenum in der eingereichten Form vorgelegt. Der VDS hat bei der Pressestelle des Bundestags nachgefragt, sie hat diese Vorgehensweise bestätigt. Lediglich die Titel der Vorlagen blieben weiter „vorlesbar“, so ein Bundestagssprecher. Darüber hinaus seien die Fraktionen für die Schriftstücke zuständig, trügen daher auch das Risiko, „dass die Intentionen ihrer politischen Initiativen bei den übrigen Mitgliedern des Bundestages unter Umständen nicht oder falsch verstanden und deshalb abgelehnt werden“. Der VDS hat sich in einem offenen Brief an den Bundestagspräsidenten Dr. Wolfgang Schäuble und den Direktor beim Bundestag, Dr. Lorenz Müller gewandt und diesen Brief auch zur Kenntnisnahme an die Fraktionsvorsitzenden weitergeleitet. Darin macht der VDS deutlich, dass auch Volksvertreter sich an die Regeln der amtlichen Rechtschreibung halten sollten, da allein diese verbindliche Strukturen vorweisen. Die Abgeordneten vertreten die Sprachgemeinschaft , diese lehnt das Gendern aber mehrheitlich ab, daran sollten sich auch die Volksvertreter orientieren. Geschlechtergerechtigkeit werde vom VDS umfänglich unterstützt, das Gendern der Sprache diene der Gerechtigkeit jedoch nicht – vielmehr käme das Kulturgut zu Schaden, das uns allen eine Kommunikation auf Augenhöhe überhaupt erst ermöglicht.

Der offene Brief des VDS an diverse Angehörige des Bundestages ist hier nachzulesen; der vollständige Text ist dort auch als PDF abrufbar.
Die Erwähnung des Themas im Tagesspiegel findet man hier.

»Deutschland kann nicht Pandemie«

Was in der NDR-Talkshow vom 12.03. zum Thema der Seuche über die Fähigkeiten Deutschlands, damit umzugehen, gesagt wurde, ist Wasser auf meine Mühlen. Vor allem die Aussage, dass Deutschland nicht in der Lage ist, von anderen (Ländern) zu lernen, ist genau einer der wesentlichen Punkte. Und auch die Forderung, die Floskel »Deutschland macht es nicht schlecht« zu streichen, weil es sinnlos ist, das eigene Versagen mit dem noch größeren Versagen anderer Länder, Regierungen, Gesellschaften, Menschen zu vergleichen und sich dann auf die Brust zu klopfen: »Wir machen es ja doch nicht schlecht …«

Rubbish! Und nicht mal ambitious.


Edit 15.03.2022: Der hier ursprünglich verlinkte Beitrag zur NRD-Talkshow wurde in der ARD-Mediathek leider gelöscht. (So viel auch zum Thema »Das Internet vergisst nichts«.) Und bei Youtube gibts den Schnipsel auch nicht :(

Hanna

An diesem besonderen Tag möchte ich sie euch vorstellen: Hanna. Traurig sind ihre Augen. Ich habe keine Vorstellung von ihrem Schicksal, aber allein das Wissen, dass man sie trächtig kastrieren wollte – und damit neun Hundebabys zum Tode verurteilt hätte –, erfüllt mich mit Grauen. Würde man eine schwangere Frau im achten Monat sterilisieren, gälte das als eine ganze Reihe von Straftaten, schwere Körperverletzung und Mord (am Baby) inklusive. Eine Hündin indes darf ihre Babys nicht zur Welt bringen, jedenfalls nach der Meinung von gefühllosen Schreibtischtätern, die willkürlich und ohne jede wirklich hieb- und stichfeste Begründung festgelegt haben, dass eine trächtige American-Staffordshire-Mix-Hündin in Bayern, Baden-Württemberg und anderen Bundesländern eine Bestie sein soll. Und keiner dieser unheiligen (und nicht nur potenziellen) Mordbuben kann erklären, warum Hanna in Schleswig-Holstein und Niedersachsen harmlos ist.

Hanna. Ein Schicksal, von dem man nicht mehr wissen möchte, weil man die eigene Wut nicht aushalten kann. Ein Schicksal, das man in ihren Augen sieht.

Hanna ist in der Obhut der Listenhunde-Nothilfe e.V., schon längere Zeit, und ich denke, sie wünscht sich nichts mehr, als ein Heim bei ihren Menschen. Auf ihrer Pflegestelle ich sie gut untergebracht, das ist sicher; aber so eine Pflegestelle ist eben kein Heim, nur eine Zwischenstation.

Hanna

Hier kommt Matz!

Heute morgen ist er zum ersten Mal da, bei der Listenhunde-Nothilfe: Matz. Ein Welpe, ein ganz junger Hund, noch in einem Alter, in dem ein toller Hund aus ihm werden kann (und wird), wenn seine Leute Zeit für ihn haben – und den Willen, dass er zu dem Familienhund wird, den American Staffordshires normalerweise darstellen. Matz

Fimmel: Leadershit

Wenn ich so was schon lese …

Ich bin irgendwann an kununu geraten, weil ich meinen letzten Arbeitgeber bewerten wollte. Seitdem bekomme ich deren Newsletter, der nicht wirklich uninteressant ist, weshalb ich ihn noch nicht abgewählt habe. Aber manchmal …

Da wird ein Interview mit einer Katja Kraus mit dem Thema »Frauenquote & Female Leadership« angekündigt, wobei ich mich schon frage, warum da wieder so ein nichtssagender Anglizismus platziert werden muss.

Aber in der Tat ist das hier schon ein guter Hinweis auf das Zeug, dass die gute Frau so von sich gibt. So sieht sie zum Beispiel »einen großen Gewinn in Unterschiedlichkeit und in verschiedenen Betrachtungsweisen«. In einer homogenen Gesellschaft »läuft man Gefahr«, wie sie meint, »dass aus Homogenität ein ungutes Überlegenheitsgefühl entsteht«.

Das Gegenteil indes ist der Fall, denn je mehr man die Gesellschaft(en) in kleine Gruppen und noch kleinere Grüppchen argumentativ und verbal zersplittert, umso mehr geht nicht nur die Homogenität, sondern auch die Solidarität verloren. Am Ende der Entwicklung stehen lauter Ein-Personen-Gruppen, die sich nach dem Motto »Jeder gegen jeden« gegenseitig unterdrücken können – und klar, Leute mit der Denke einer Katja Kraus finden darin dann ihre »neue Homogenität«.

Und über den Rest mag sich jeder selbst ein Bild machen. Ich finde es sehr traurig, wundere mich aber nicht, wenn in der abschließenden Vita herausgestellt wird, dass die Frau aus dem Marketing kommt … Ja, nee, klar, oder?

Neues Gewand

Ich hatte bisweilen den Eindruck, das vorhergehende Layout – namens Bappi – sei nicht ganz einfach zu lesen. Und es gab auch Problemchen »unter der Haube«. So hatte das Textfeld im Editor einen knallroten Hintergrund, der sich farblich nicht ändern ließ. Links ließen sich nicht farblich hervorheben (mit dem berühmt-berüchtigten Mouseover-Effekt, aber auch grundsätzlich nicht), sodass ich mir mit Fettschrift behelfen musste. Und einige Kleinigkeiten mehr.

Heute jedenfalls habe ich mich für ein neues Layout entschieden, das den schönen Namen »Catch Evolution« trägt. Ich hoffe, es gefällt.

Der Hund des Tages

Gina ist – wie man auf den Fotos sehen kann – eine »bildschöne Hündin«, »ein kleiner Sonnenschein«. Die Beschreibung auf der Vereinsseite ist ein wenig älter und man darf davon ausgehen, dass sie sich längst in positiver Richtung – das ist so üblich auf den Pflegestellen, die die Hunde des Vereins übernommen haben – weiterentwickelt hat.

Der Listenhunde-Nothilfe e.V. ist »mein Verein«, ich bin Mitglied und möchte mich (nach dem Ende meiner Facebook-Mitgliedschaft) wenigstens auf diesem Wege bemühen, etwas (mehr) für den Verein zu tun (als nur meinen Beitrag zu zahlen). Die Hunde, um die es hier geht, sind in der Regel ganz normale Hunde mit oft von Menschen verursachten Baustellen, wozu auch gehört, dass diese eigentlich liebenswerten und friedlichen Tiere in den meisten Bundesländern dieses Staates als gefährlich gelten, weil sie von Schreibtischtätern auf eine Liste gesetzt wurden.

Problematisch (für mich und meine Frau) ist, dass zahlreiche dieser Hunde Tiere sind, die einen Einzelplatz möchten – was bei uns schon von Haus aus nicht drin ist –, und Hündinnen (die ich einem Rüden vorziehe) gegenüber anderen Hündinnen meist »nach Sympathie« entscheiden, was auch immer das heißt. (Als wir seinerzeit Naomi zu uns holten, war das im Grunde auch die Frage: Macht Kim das mit? Hat sie – und möglicherweise ist die entsprechende Anmerkung in der Vereinsbeschreibung nicht vorsichtig gedacht, allzu vorsichtig möglicherweise … Aber in der Tat weiß man nie.

Gina indes ist kein Einzelplatzhund, im Gegenteil. In der Beschreibung wird eine sportliche Familie – oha! – mit Kindern und anderen Hunden gesucht, weshalb davon ausgegangen werden darf, dass Gina jedenfalls nicht soziophob oder gegenüber Artgenossen aggressiv ist. Sie ist ein hübscher Hund und vor allem die Fellfarbe wäre genau unser Ding. Und noch dazu lebe ich in einem Bundesland, das keine sogenannte »Rasseliste« hat …

Nur … wir sind keine »sportliche Familie«. Seufz.