Für ganz wache Austernfans

Aber nicht nur für die ist die neue Kollektion von Monika Niehaus geeignet, die ich in meiner p.machinery unter dem Titel »Austern im Halbschlaf« präsentieren darf. Die Nachfolgesammlung zu den »Geschichten aus Donnas Kaschemme« weist eine größere thematische Bandbreite auf, da die Handlungsorte weiter über das bekannte (und das unbekannte) Universum verteilt sind, und auch die Protagonisten sind andere. Wer also nicht nur mit den alten Bekannten in Donnas Kaschemme abhängen will, ist hier gut beraten.

Lustig übrigens auch die Einschätzung von Bookwire, meinem Partner, mit dem ich E-Books und Bücher für die PoD-Schiene (Internet und Barsortiment) abdecke. Bookwire hat neuerdings einen etwas merkwürdigen (vor allem auch, weil völlig intransparenten) Algorithmus, der E-Books beim Hochladen analysiert und einem dann mitteilt, dass man – im Falle der »Austern im Halbschlaf« – »97 % mehr Inhalte aus dem Bereich Erotik als der Durchschnitt« vorlegt und man deshalb Abhilfe dadurch schaffen sollte, dass man das Werk als »expliziten Inhalt« (eine recht dämliche Übersetzung des amerikanischen Begriffs aus der Nipplegate-Hysterikerszene) markieren und die Alterseinstufung heraufsetzen sollte. (Beide Schritte führen übrigens nicht dazu, dass die Meldungen verschwinden.) Bookwire hat sich auf Nachfrage dazu noch nicht geäußert (und dass sie es tun werden, ist auch nicht anzunehmen).

Sinnigerweise gab es schon immer E-Book-Shops, die bestimmte Bücher nicht ins Programm aufnahmen. Vorrangig wegen des Genres, wegen der Alterseinstufung – und nun wohl auch wegen solcher algorithmischen Erkenntnisse.

Bernd Schuhs heute Morgen vorgestelltes Buch »IRRE REAL« hat da noch viel mehr abbekommen. Weniger Erotik (nur 58 % mehr als der Durchschnitt), dafür aber zwei (!) Ausdrücke aus dem Bereich »Perversität und Abartigkeit«.

Wie auch immer. Monika Niehaus hat es mit Humor genommen, und auch ich habe letztlich eingesehen, dass es sinnvoller ist, mit dieser »Bewertung« Werbung zu machen, als sich darüber zu ärgern. Gegen die Shops, die das E-Book nicht haben wollen, kann man sowieso nichts unternehmen. Also: Ei drüber. Wer die »Austern im Halbschlaf« haben will, bekommt es so oder so – als E-Book und als Print, im Internet bei den üblichen Verdächtigen, im Buchhandel (sofern der Buchhändler nicht nur Libri kennt, die mit Kleinverlegern ja nichts mehr zu tun haben wollen) und natürlich bei der p.machinery und ihrem Buchladen.

Niehaus, Monika, Austern im Halbschlaf

Schwer verständlich

Nein, das bezieht sich nicht auf das Buch, um das es hier gleich noch geht. Schwer verständlich ist und bleibt es vielmehr, dass Thomas Le Blanc nicht in der Lage ist, seine Publikationen der Phantastischen Bibliothek in einer Form auf den Markt zu bringen, die deutlich erfolgversprechender sein dürfte, als das E-Mail-Bestellformular, in dem man die gewünschten Publikationen nicht mal über eine Dropdown-Auswahl auswählen kann. Nein, man muss alles – wirklich alles – von Hand eintragen, und dann …

Aber im Grunde kann es mir egal sein. Nicht nur das, eigentlich kann es mir sogar recht sein. Denn so kommen die Autoren mit ihren Kürzestgeschichten aus den »Phantastischen Miniaturen« zur mir, um Sammlungen zusammenstellen und mit ISBN und Bestellmöglichkeit im Internet und Buchhandel veröffentlichen zu lassen. Bernd Schuh mit seiner Sammlung »IRRE REAL« ist dabei nicht einmal der Letzte in der Riege, denn die nächsten Sammlungen stehen schon auf dem Plan. Aber zunächst gilt es, sich mit »49 seltsamen Begebenheiten« auseinanderzusetzen, die Bernd Schuh be- und geschrieben hat. Und wahrlich – wer es seltsam mag, ist hier nicht am falschen Platz.

Schuh, Bernd, IRRE REAL

Unverzichtbar

Marianne Labisch ist vielleicht nicht unverzichtbar in der p.machinery. Wer ist schon unverzichtbar auf dieser Welt. Aber sie kann in meinem Verlag nicht wegdiskutiert werden. Sie ist als Autorin aktiv und hat sich auch schon mit ihren ausgefallenen grafischen Werken zugeschlagen – so z. B. in Jörg Weigands »Entwirrungen« (Außer der Reihe 58). Als Herausgeberin hat sie auch schon brilliert. Und nicht vergessen darf man ihr Mitwirken im Team NOVA; dort sorgt sie gemeinsam mit Michael Iwoleit dafür, dass die Kurzgeschichten ordentlich in Form gebracht werden und die bekannte hohe Qualität NOVAs repräsentieren können.

Als Marianne mit der Idee vorstellig wurde, ob ich ihre Autobiografie veröffentlichen würde, gab es keine Frage zu beantworten. Auch die Tatsache, dass ein nicht unwichtiges Element ihrer Lebensgeschichte mit (Kindes-) Missbrauch zu tun haben hatte, hat mich nicht davon abgehalten, eine solche Veröffentlichung zu realisieren. Immerhin habe ich mit »Außer der Reihe« eine Reihe, in der ich grundsätzlich alle Themen jenseits von SF und Fantastik – dem eigentlichen Schwerpunkt der p.machinery – veröffentlichen kann, und kein ernsthafter Verleger sollte sich weigern, auch solch kontroverse Themen zu veröffentlichen.

Die Autobiografie ist kein lustiges Buch geworden, aber wenn man streckenweise ein wenig lustiges Leben führt, dann fällt auch die Autobiografie entsprechend aus. Letztlich hat Marianne die schlimmen Tage in ihrem Leben überstanden. Überlebt. Irgendwie, meint sie im Titel ihres Buches. Ich kann das nicht beurteilen, aber das, was ich von ihr weiß, lässt das Bild einer tollen Frau vor meinem inneren Auge entstehen, das Bild einer guten Autorin, einer einfallsreichen und kreativen Grafikerin und einer Herausgeberin mit wundervollen Ideen und einer bemerkenswerten Konsequenz. Am Ende ist sie dann doch ein bisschen unverzichtbar. Irgendwie.

Labisch, Marianne, ÜBERLEBEN, IRGENDWIE. Autobiografie

Der VDS-Infobrief vom 31.07.2022

In vollem Umfang nachzulesen hier.

1. Presseschau
• Audi-Klage abgewiesen
• Namensänderung wegen Sprachassistenten
• Das neue Modewort „tatsächlich“
• Aus für „Die Mannschaft“
• Politik im Eisregal
2. Gendersprache
• Die Tests führen in die Irre
• der oder die die der oder dem
• Schüler lehnen das Gendern ab
• Petition der Frauen gegen das Gendern
3. Sprachspiele: Unser Deutsch
• übertragen
4. Kultur
• Der plattdeutsche Patient
• „Buch“ über „Anführungszeichen“
5. Berichte
• Übersetzerpreis für Klaus-Jürgen Liedtke
• Hanne Kulessa gestorben
• Endspurt: Sprachpanscher-Wahl
6. Denglisch
• Arkaden werden zum „Playce“
7. Soziale Medien
• Ertrinkende Schwimmende
8. Kommentar
• Schummeln schadet der Sache
9. Termine

Das Kalenderblatt für August

Gerd Frey hat für 2022 einen Kalender geschaffen, mit einer Auswahl der in den letzten zwanzig (!) Jahren entstandenen Illustrationen und Titelbildern verschiedener Publikationen, darunter EXODUS und NOVA. Der Kalender für 2022 wird in DIN A3 (EUR 25,- incl. Versand) und DIN A4 (EUR 15,- incl. Versand) geliefert – solange der Vorrat reicht; die Preise sind Selbstkostenpreise. Bestellen kann man den Kalender bei G.R.I.M.M. ScanPlot & DigiDruck, am besten per E-Mail an gf@grimm-repro.de.

Ich habe vom Künstler die Erlaubnis, das Kalenderblatt für den nächsten Monat zum Download anzubieten. Einfach auf das Kalenderblatt klicken und die angezeigte Grafik im A3-Format abspeichern.

https://www.pmachinery.de/?s=Frey%2C+Gerd

Schon wieder: Der VDS-Infobrief vom 23.07.2022

Die vier unten rot markierten Beiträge zeigen diesmal den besonderen Schwachsinn auf, von dem Genderbefürworter beseelt zu sein scheinen. Aber auch die Entscheidung, das Café Mohrenkopf auf der Münchner Wiesn umzubenennen, weil der Name »nicht mehr zeitgemäß sei« und Traditionen sterben würden, »wenn man sich nicht weiterentwickelt«, zeigt deutlich, wie wenig Ahnung Cancel-Culture-Terroristen von der Bedeutung von simplen Begriffen der deutschen Sprache haben. Zugegeben: »Tradition« hat keinen rein deutschen Ursprung, aber müssen jetzt auf der Wiesn auch Dirndl und Lederhose T-Shirts, Jeans und Miniröcken weichen?

Ach ja, den ganzen Infobrief kann man hier nachlesen.

1. Presseschau
• Ausdrucksstarke Symbole
• Ukrainisch als Amtssprache
• Café Mohrenkopf wird umbenannt
• Verein lässt friesisches Sylt aufleben
2. Gendersprache
• Argentinien verbannt Gendersprache aus öffentlichen Schulen
• Biobäcker eröffnet Genderfiliale
• Sinnloser Genderstreit
3. Sprachspiele: Unser Deutsch
• schickimicki
4. Kultur
• Latein lebt
5. Denglisch
• Forscher bevorzugen Englisch
6. Soziale Medien
• Kiels peinliches Gedenken
7. Termine

Für den letzten Deppen, der es immer noch nicht kapiert hat

Nicht nur kleine Kinder, auch Tiere – und nicht nur Hunde – gehören nicht in ein Auto eingesperrt. Und ein kleiner geöffneter Fensterschlitz hilft überhaupt nicht. Nur ein Anruf bei der Polizei und eine eingeschlagene Scheibe. Für den Anfang — vor der eigentlichen Rettung.

Hitzefalle Auto -Selbstversuch bei 18 Grad Außentemperatur