Scheinbar fast an mir vorbei

Scheinbar ist es fast an mir vorbeigegangen. Das Jubiläum der 250sten Ausgabe der ANDROMEDA NACHRICHTEN des SFCD e.V. Es ist eine schöne runde Zahl. Mehr aber auch nicht. Oder doch: Die ANDROMEDA NACHRICHTEN 250 erscheinen einigermaßen pünktlich zum 60jährigen Jubiläum des SFCD e.V., das an diesem Wochenende in Wetzlar auf dem WetzKon II gefeiert werden wird. Aber das ist auch alles. Immerhin sind die ANDROMEDA NACHRICHTEN erstmals 1970 erschienen – da war der SFCD schon lockere 15 Jahre alt.

Trotzdem ist eine recht hübsche Nummer daraus geworden, wenn auch nicht mit durchgängig fröhlichem Inhalt, denn unter anderem geht es auf einer breiten Textstrecke um den Tod von Wolfgang Jeschke.

Und dennoch … Wenn ich richtig gerechnet habe, ist die Ausgabe 250 die 34ste Ausgabe der ANDROMEDA NACHRICHTEN, die ich in meiner zweiten Amtszeit als ANDROMEDA-NACHRICHTEN-Chefmaxe gemacht habe, seit ich 2006 wieder in den Laden SFCD eingestiegen bin.

ANDROMEDA NACHRICHTEN 250
SFCD e.V., Murnau, Juli 2015, 100 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
Ian Watson: Gigamesh. Die größte Buchhandlung in Europa
Gerd Maximovic: Statt eines Vorworts
Nachrufe: Crossvalley Smith, Wolfgang Jeschke
Interview: Michael Schmidt interviewt Ulrich Blode
Conventions: PentaCon 2015, Kamuran Sezer: DortCon 2015, EuroCon 2017 in Dortmund!, Jürgen Lautner: Close Encounters of the Strange Kind – My SFCD 60
Preise: CSP 2015, DSFP 2015, KLP 2015
Karl E. Aulbachs »Fantasy«
Hermann Urbaneks letzte »LiteraTour«
Jörg Krömers »Cinema«
Gerd Freys »eGames«
Robert Hectors »Science«
Klaus Marions »Asimov-Kellerbar«
Armin Möhles »FanzineKurier«
Michael Baumgartners »Reissswolf«
StoryFiles: Bernd Schulze-Bauer: Der fremde Planet

Das Titelbild stammt von Andreas Schwietzke.

Was lange währt

Anfang November 2012 bekam ich von Stefan Cernohuby die Mail übermittelt, in der der Wortkuss-Verlag seinerzeit den Autoren einen – im Übrigen recht zweifelhaften »Autorenvertrag« – zusandte. Gleichzeitig gab es eine Mail von Simone Edelberg und Inga Westermann mit Details zu der unter dem Titel »Fundstücke des Grauens« geplanten Anthologie, die in der geplanten Form nie erscheinen sollte – schon im Wortkuss-Verlag nicht mehr. Weshalb ich die Gelegenheit bekam und ergriff, diese Anthologie zu übernehmen.
Klar war, dass die Edelberg als Herausgeberin nicht zur Verfügung stehen würde. Auch die Westermann entschwand bald darauf – aufgrund einer möglicherweise überflüssigen Entscheidung, einen E-Mail-Autoresponder zu persönlich zu nehmen. Nun gut.
Die Anthologie war als Geschichtenweber-Projekt angelegt, und insofern standen die Chancen gut, trotz weggefallener Grundlage, trotz entfallender Beiträge (neben der Westermann stiegen noch einige andere Autoren aus) und trotz einiger offener Fragen, die Anthologie doch noch herauszubringen.

Aber es dauerte. Umfangreich wurde vor allem über den Titel diskutiert, denn das ursprüngliche Konzept – Storys nach Bildern von »Fundstücken« zu verfassen – gefiel nicht mehr, und der Titel sollte sowieso nicht übernommen werden. Auch ein neuer Herausgeber musste gefunden werden – der mit Stefan Cernohuby allerdings schnell an Land angekommen war.
Am Ende entschied sich der Titel im Rahmen einiger E-Mails zwischen Stefan und mir. Wobei der Untertitel »Kann Spuren von Grauen enthalten« schon länger feststand, nur das »Fundbüro« musste noch ein anderes Attribut erhalten (das ursprüngliche »Fundbüro der Dunkelheit« war Stefan – und mir – nicht »finster« genug).

Am Ende wurde dann doch alles gut J Stefan fragte, wie schon bei der »Windjäger«-Anthologie erwähnt, im Frühjahr 2015 nach dem Stand der Veröffentlichungen noch offener Geschichtenweber-Anthologien, und die terminliche Lage war günstig.

Mit dem Titelbild habe ich für den Verlag p.machinery einen neuen Grafiker an Land gezogen: Andreas Schwietzke. Der kommt aus der SF-Ecke, denke ich – aber seine Themen sind durchaus umfangreicher, wie man auch an dem Titelbild zu »Fundbüro der Finsternis« erkennen kann.

Details zum Buch: hier.

Kein Schnellschuss

Auf der Verlagsseite habe ich die Geschichte schon angedeutet: Eigentlich wollte Julia Beylouny das Buch »Lisanne« erst mal nur als E-Book veröffentlichen. Sie fragte nur an, ob ich dann irgendwann – und die Betonung lag auf »irgendwann« – eine Printveröffentlichung in Erwägung ziehen würde, und nachdem ich schon die Trilogie »Durch die Flut« von ihr veröffentlicht hatte, sah ich auch ohne Detailkenntnis des Manuskripts keinen Grund, nein zu sagen.
Die Geschichte wird möglicherweise vor allem Mädchen ansprechen, aber das dürfte man dann gerne als Fehler verbuchen. Das Buch wirkt vordergründig zunächst wie eine Liebesgeschichte –, die allerdings, wir mir aufgefallen ist, Situationen vermeidet, in denen man sich als Leser fragen muss, wie bescheuert jemand ist, der dies und jenes nicht in den Griff bekommt –, besitzt aber ein fantastisches Element, das wohldosiert und zunächst unauffällig daherkommt, um dann – vor allem natürlich zum Ende hin – seine Wirkung fast genüsslich voll zu entfalten.

P.S.: Die Pferde, die auch in diesem Buch auftauchen, spielen allerdings nur eine Nebenrolle. J

Details zum Buch: hier.

Keine Indianergeschichten

Beim Titel »Windjäger« könnte man zunächst vermuten, dass es in dieser Anthologie um Indianergeschichten geht – aber abgesehen davon, dass sich in der Rahmenhandlung ein indianisches Element findet, ist es auch durchaus naheliegend, Fantasygeschichten, in denen es um Pferde und ihre Verwandten (wie Einhörner, Zentauren, Kelpies u. a.) geht, in der Nähe eines solchen indianischen Elementes anzusiedeln, denn von allen Kulturen, die es in der Welt gab, haben Indianer (und das nicht nur auf der Nordhalbkugel) wohl die intensivste Beziehung nicht nur zu Pferden, sondern zu allen Tieren der Welt entwickelt. Anders ausgedrückt: Wer könnte besser ein Ambiente schaffen, in dem Pferdefantasy erzählt und erlebt wird, als ein Indianer? Sic!

Es muss auf dem BuchmesseCon 2011 gewesen sein, dass Hannah Steenbock mich inmitten anderer Geschichtenweber ansprach und fragte, ob ich solche Pferdefantasygeschichten für die Geschichtenweber veröffentlichen wollen würde. Ich erinnere mich dumpf, spontan Ja gesagt zu haben. Verhandlungen waren nicht nötig, das Projekt war klar.
Dass es dann wieder – wie in meinem Verlag beinahe üblich – eine kleine Ewigkeit dauerte, bis das Buch erscheinen konnte, hatte keinen besonderen Grund. Dass es dann jetzt der Fall war, ist eigentlich Stefan Cernohuby zu verdanken, der im Frühjahr 2015 wissen wollte, wann denn die offenen Anthologien der Geschichtenweber erscheinen würden. Und da gab es dann gerade eine Terminlücke …

Die Geschichten eignen sich nicht nur für junge Mädchen, sondern für Jugendliche grundsätzlich. Das fantastische Element in den Geschichten ist in jedem Falle so deutlich zu identifizieren, dass man von fantastischen Geschichten und nicht »nur« von Pferdestorys sprechen darf.

Details zum Buch: hier.

Unfeindliche Übernahme

Susanne Haberland vermittelte den Kontakt. Und Peter Hiess, der Verleger des Evolver-Verlags, unterstützte die Idee. So kam mein Verlag p.machinery an die Mumien-Anthologie »Harte Bandagen«, mit einer umfangreichen Liste bester Geschichten, ausgewählt von einem illustren Kreis Juroren, und erweitert dank der Bemühungen von Corinna Griesbach. Was mir von Anfang an – noch vor der Lektüre der Texte – am besten gefallen hat, war das auffällige Titelbild von Jörg Vogeltanz; und ich bin glücklich, dass er es mir für dieses Buch überlassen hat.

Die Texte selbst bieten eine überraschend große Bandbreite an Mumiengeschichten in allen denkbaren Varianten – Hauptsache mumifiziert.

Weitere Details zum Buch: hier.

Ein Magazin zum Jubeljahr

Der SFCD feiert in diesem Jahr nicht nur seinen 60sten Gründungstag, sondern auch das 30jährige Jubiläum des Deutschen Science-Fiction-Preises (DSFP), der 1985 erstmals unter damaligen Namen »SFCD-Literaturpreis« vergeben wurde. Zu diesem Anlass gibt es ein ANDROMEDA SF MAGAZIN mit der Nummer 153, das ich erstellen durfte:

ANDROMEDA SF MAGAZIN 153
SFCD e.V., Murnau, Juni 2015, 44 Seiten A4, EUR 5,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
Thomas Recktenwald zu 60 Jahren SFCD
Ralf Boldt zu 30 Jahren DSFP
Reprint von ANDROmeda 1 (September 1955)
Reprint von »Die Zukunft im Buch. Liste der deutschen Zukunftsromane« (und Nachtrag, 1955)

Das Titelbild stammt von Alexander Preuss.

Der Fünfte vom Kruse

Axel hat mich mit seinem »Glühsterne« ziemlich genervt. Nicht absichtlich, natürlich nicht. Als einer meiner p.machinery-Stammautoren – der treueste von allen, denke ich – hatte er natürlich gute Gründe, immer wieder nachzufragen, was nun gehen würde.
Dann packte ich das Buch an. Das Problem ist meine Arbeitsweise: Ich beschäftige mich mit einzelnen Büchern eigentlich erst dann wirklich, wenn ich beginne, das Korrektorat und Lektorat zu machen. Ich überfliege Manuskripte zuvor, ich lese sie an, ich bilde mir eine Meinung und treffe eine Entscheidung, aber mehr, als dass ich eine Meinung gebildet und eine Entscheidung getroffen habe, sagt das nicht.
Axels »Glühsterne« gefiel mir nicht. Sein Stil war grottig, unter aller Sau, Endzeit, ich dachte, so schlecht hat er noch nie geschrieben. Ich korrigierte – und lektorierte vor allem – eine ganze Reihe von Seiten (ich weiß nicht mehr, ob es 20 oder 40 waren, ist auch egal), schickte ihm das Ergebnis und versuchte, ihm klarzumachen, was mir nicht gefiel.
Er reagierte als Autor. Er hing an dem Buch, wie es war, er hatte auch keine Zeit, es neu zu schreiben, sähe auch nicht ein, warum er das tun solle, auf gut deutsch: »Fick dich ins Knie, ich such mir halt einen anderen Verlag.«
Das ging natürlich gar nicht. Und so traf ich eine Entscheidung, mir das Buch noch einmal vorzuknöpfen und meine eigenen Ansprüche völlig außen vor zu lassen. Ich nahm mir vor, ausschließlich zu korrigieren: Rechtschreibung, Tippfehler, evtl. noch den einen oder anderen Satzstellungslapsus. Und siehe da –
Es ging. Und lustigerweise stelle ich heute, da ich das Buch insgesamt drei Mal gelesen habe (Korrektor & Lektorat, Layout, Korrekturfahne auf Papier), fest, dass es mir gefällt. Wie es ist. Ohne Rechtschreibfehler, ohne Tippfehler. Aber auch ohne das, was ich mir ursprünglich vorgestellt hatte, beim Autor als die »Glühsterne« durchzusetzen, die ich in meinem Verlag veröffentlichen wollte.
Am Ende bin ich mir unsicher, wer nun recht hatte: der Autor oder ich. Ich weiß auch nicht, wer am Ende wirklich nachgegeben hat. Und schon gar nicht weiß ich, ob die Leser das Buch mögen werden. Ich habe meine eigenen Ansprüche in diesem Fall erfolgreich in den Arsch getreten und meinen Frieden mit diesem Buch geschlossen. Ich bin nicht sicher, wie ich es rezensieren würde, käme es aus einem anderen Verlag als Rezensionsexemplar zu mir, aber jetzt, in diesem Augenblick, da bin ich von diesem Buch so überzeugt, dass ich sogar erwarten würde, dass es eine Nominierung beim DSFP 2016 bekommen könnte – wenn die übrige Szene weiter so schwächelt, wie sie dies in den letzten Jahren des öfteren getan hat <g>.

Axel Kruse
GLÜHSTERNE
AndroSF 48
p.machinery, Murnau, Mai 2015, 216 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978 3 95765 032 0 – EUR 8,90 (DE)

Das Kopfecho vom K. K.

Was ich mit K. K. als Autor anfangen soll, weiß ich nicht wirklich. Der Mann lebt in der Schweiz und ist offensichtlich ein Multitalent. Aber er ist – komisch? geheimnisvoll? seltsam? Keine Ahnung. Er ist vor allem überraschend unkompliziert. Obwohl er während der Produktion des Buches immer wieder – und nicht wenige – eigene Ideen einbrachte, hat er sich nie wirklich darüber beschwert, dass ich sehr viele seiner Ideen nicht realisieren wollte, weil sie der »Corporate Identity« der Bücher von p.machinery widersprachen, weil sie mir subjektiv nicht gefielen, warum auch immer. Er war bei diesem ersten Buch – ich fürchte (und hoffe!), es folgen weitere – immer konstruktiv, innovativ, er war durchaus fleißig, was die Beteiligung an der Fertigstellung des Buches anging, er war –
Keine Ahnung. Ich kenne den Namen hinter »K. K.« – und werde ihn natürlich nicht verraten, das ist so in meinem Verlag. Er ist auch nach dem Kontakt im Rahmen der Produktion dieses Buches immer noch geheimnisvoll. Ich finde das okay. Ich kann als Korrektor, Lektor, Druckvorlagenmacker und Verlegerlein auch mal meinen kleinen Thrill gebrauchen. Der steht mir zu.
Das Buch selbst ist vorrangig ein Thriller. Ein Krimi. Und es gibt ein kleines fantastisches Element, das aber für eine Berücksichtigung im Bereich der klassischen fantastischen Literatur kaum ausreichen wird. Mir war das egal. Nachdem ich das Schweizerdeutsch des Autors korrigiert hatte – wir 0815-Deutschen wissen vermutlich meist gar nicht wirklich, wie anders die Schweizer das Deutsche verwenden –, hatte ich ein Buch, das mir gefiel. Und deshalb:

K. K.
WIE EIN ECHO IN MEINEM KOPF
Action, Thriller, Mystery 6
p.machinery, Murnau, Mai 2015, 124 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978 3 95765 031 3 – EUR 6,90 (DE)

Der Bruder vom Beisswenger

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich an Kai Beisswenger und seinen Roman geraten bin. Man bekommt so viele E-Mails, hat so viele Facebook-Kontakte … irgendwann spielt es einfach keine Rolle mehr.
Kai hat mir seinen Roman angeboten, aus irgendeinem Grund habe ich ihn abgespeichert und gesagt: »Schaue ich mir an«. Das ist so eine Aussage, in der auch ein »…, dauert aber« enthalten ist. Und so war es auch.
Als ich das Buch dann las, war ich in mehrerlei Hinsicht überrascht. Das Ganze ist durchaus eine SF-lastige Geschichte, es geht um Paralleluniversen, um das Leben von Menschen des einen Universums in einem anderen, eigentlich also eine uralte Kamelle, die so oder so oder anders von vielen SF-Autoren schon beschrieben wurde.
Kais Werk fällt insofern ein wenig anders aus, als dass sich viel Lokalkolorit findet. Sehr unterschiedlicher Lokalkolorit. Menschen, die in Frankfurt geboren sind, dort leben, sich dort wohlfühlen, kommen ebenso auf ihre Kosten, wie ich als gebürtiger Düsseldorfer (Kai lebt in der Nähe von Düsseldorf und arbeitet in dieser mondänsten Stadt Deutschlands). Fußballfans kann dieses Buch wärmstens empfohlen werden, vor allem solchen, die sich historisch bewandert fühlen, was deutschen Fußball angeht – obwohl das Buch alles ist, nur kein Fußballbuch.
Die Geschichte selbst ist sehr schräg. Sie würde sich für eine Verfilmung eignen. Irgendwann fielen mir Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu – die ja schon das eine oder andere Mal zusammen gefilmt haben – als mögliche Topbesetzung für eine Verfilmung ein, und bis zuletzt ist mir der Gedanke nicht aus dem Kopf gegangen (sic!).
»Der verlorene Bruder« heißt als E-Book »Nichts ist besser als das Leben«, ein Titel, der mir nicht passend schien. Kai war mit einer Änderung einverstanden, und auf der Verlagsbuchseite wird auf das E-Book und dessen Titel hingewiesen.

Kai Beisswenger
DER VERLORENE BRUDER
Action, Thriller, Mystery 5
p.machinery, Murnau, Mai 2015, 140 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978 3 95765 030 6 – EUR 7,90 (DE)

Das Kino vom Kiefer

Peter Kiefer gehört seit »Treibgut« zu meinem Verlag, ein Buch aus der Reihe »ErlebnisWelten«, eine Mischung aus Reiseerinnerungen zahlreicher Reisen quer durch die Welt, zahlreichen Bildern, das erste Buch, das ich nach dem Weggang von Books on Demand in dem opulenten 210×210-Format (Softcover; die Hardcover haben 216×216 mm) beim Schaltungsdienst Lange produziert habe. Das Layout des Covers war indirekt auch die Vorlage für die Bücher von Die|QR|Edition – weil es mir gefällt. (Und es ist eben mein Verlag, weshalb dort gemacht wird, was mir gefällt.)
Dass Doktor Kiefer – ich weiß lustigerweise gar nicht, was für einen Doktortitel er trägt – auch literarisch aktiv ist, hat mich ein wenig überrascht, gleichzeitig aber auch erfreut. Sein »Treibgut« war schon gut geschrieben, und sein »Kleines Kino« hat mir sehr gefallen. Literarische Juwelen zu benennen steht mir als Klein(st)verleger nicht zu, aber ich hatte mehr als einmal ein Blinken im Auge, als ich das Manuskript las (was für mich als Korrektor, Lektor und Druckvorlagenproduzent in Personalunion ja mehr als einmal vorkommt).
Peter Kiefer hat den Roman als »Slapstick« eingestuft, was für meine Verlagsveröffentlichung insofern problematisch war, als dass dieser Begriff der »situativen Komik« heutzutage durch dumm-amerikanische Soaps und Under-Gürtellinien-Filme längst zu einer genretechnischen Beleidigung verkommen ist und von niemandem, den man vielleicht ernsthaft ansprechen möchte, noch als das wahrgenommen und erkannt wird, was es ist: »situative Komik«. Kiefers Buch ist nicht albern, sondern durchaus ernsthaft, aber wir wissen nicht erst seit Buster Keaton und Woody Allen, dass Komik nicht albern ist, sondern durchaus einer gewissen Ernsthaftigkeit auf beiden Seiten – dem Präsentator und dem Betrachter – bedarf. Wie auch immer …
Der Markt wird entscheiden, wie gut dieses Buch läuft. Ich bin mir bewusst, dass ich einen winzigen Verlag habe, der vor allem mit seinen Nicht-SF-Reihen noch winziger ist, als ich mir das wünschen sollte. Aber ich bin notfalls auch mein eigener Fan, wenn sonst keiner mitziehen mag.

Peter Kiefer
KLEINES KINO
Action, Thriller, Mystery 4
p.machinery, Murnau, Mai 2015, 120 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978 3 95765 029 0 – EUR 6,90 (DE)