Geschichten für Fantasia

»Fantasia« ist ein Name, der in der deutschen Fantastikszene einen Namen hat. Früher war es ein Printwerk vielfältigen Inhalts, herausgegeben von Gustav Gaisbauer und Franz Schröpf, der nach und nach auch einen immer größeren Anteil an der Herstellung übernahm, verlegt vom Ersten Deutschen Fantasy Club e.V., dem EDFC. Das war so bis Band 221.
Seit Band 222 erscheint »Fantasia« als PDF-Werk mit einem Seitenformat, das sich auch für E-Book-Reader eignet, sofern sie PDF darstellen können. Zuerst musste man sich ein Abonnement gönnen, heute ist »Fantasia« kostenlos. Anfangs erschien das neue »Fantasia« praktisch wöchentlich, inzwischen ist der Rhythmus ein wenig gemächlicher geworden, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass wir alle nicht jünger werden – auch Franz Schröpf nicht, der sowieso einmal gesagt hatte, er wolle »Fantasia« nicht bis zum Ende machen.

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Das Stethoskop am Herzen der SF

Im August dieses Jahres – genauer am Wochenende vom 12. bis 14. August – findet in Oldenburg ein nicht ganz gewöhnlicher Con statt. Eigentlich sogar ein Kon. Der MediKonOne 2016 ist nicht nur der SFCD-Jahrescon 2016, sondern wohl auch der erste Kon, der auf dem Gelände und in Zusammenarbeit mit einer Klinik – dem Klinikum Oldenburg,das gleichzeitig auch medizinische Fakultät der Universität Oldenburg ist – stattfindet. Abgesehen von eher allgemein SF-orientierten Programmschienen wird es auch Veranstaltungselemente geben, die sich auf Medizin beziehen – und dabei sicherlich auf die Medizin der Zukunft. Und vielleicht auch auf die Frage nach der Zukunft der Medizin.

Ralf Boldt, Frontmann der Con… pardon, Konorganisation, kam auf die naheliegende Idee, eine Anthologie auszuschreiben, in der SF-Geschichten mit diesem Thema – der Medizin der Zukunft, aber auch der Zukunft der Medizin – versammelt würden. Aus beinahe naheliegenden Gründen war klar, dass ich das Buch verlegen würde. Et voilà, das ist es geworden:

Details zum Buch finden sich hier. Dort kann man auch das Inhaltsverzeichnis nachlesen.

Der Grund, warum ich auch dieses Buch verlegen darf, ist recht einfach erklärt. Ich bin seit 2006 wieder SFCD-Mitglied (in der Zeit seit Mitte der 90er habe ich pausiert, war quasi gafia) und seit Längerem nicht nur für die ANDROMEDA NACHRICHTEN des Vereines, sondern auch für das Magazin ANDROMEDA SF MAGAZIN zuständig. Und ich kümmere mich auch um andere Angelegenheiten, die für den Verein zu layouten und zu publizieren sind.
Wichtiger jedoch ist noch, dass ich mit meinem Verlag p.machinery www.pmachinery.de seit Juli 2009 die Reihe »AndroSF« herausbringe – »für den Science Fiction Club Deutschland e.V.«, eine Geschichte, die ich sicherlich schon öfter erzählte: Ende 2006, damals neu in den Verein zurückgekehrt und gleich in den Vorstand aufgestiegen, brachte ich die Idee einer Buchreihe des SFCD auf – was seinerzeit als zu teuer und überflüssig abgelehnt wurde. Aber für mich blieb klar, dass ich dem Verein eine Buchreihe quasi gönnen wollte – und wenn nicht gleich unter dem Vereinsnamen, dann halt nur für diesen Verein, ihm quasi gewidmet.
Nun, inzwischen sind mehr als fünfzig (50!) Bände in dieser Reihe erschienen. Und der aktuelle Band 57 – »Hauptsache gesund!« gehört mit dazu.

Zwei Besonderheiten sind noch zu erwähnen: Das Paperback wird den SFCD-Mitgliedern als Vereinsleistung im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrags zur Verfügung gestellt. Und es gibt ein Hardcover in einer streng limitierten Auflage von 55 Exemplaren, das zunächst nur Auserwählten (z. B. Kon-VIPs) zur Verfügung gestellt wird, und erst nach dem Kon – konkret ab 01.09.2016 – wird auch das Hardcover verkauft werden, sofern noch Exemplare übrig geblieben sind :)

So wenig Zeit für so viel Werk

Im November 2014 erschien der erste Band der SF-Werkausgabe Herbert W. Franke, »Der Grüne Komet« (AndroSF 46). Und etwas mehr als ein Jahr dauerte es, bis die nächsten drei Bände gleich auf einen Satz erscheinen konnten: »Das Gedankennetz« als AndroSF 51, »Der Orchideenkäfig« als AndroSF 52 und ­– mit einem kleinen Sprung in der Nummerierung, der keinen besonderen Grund hat – »Die Glasfalle« als AndroSF 58.

Herbert W. Frankes Werk ist bekannt, und wer sich näher informieren möchte, was in der SF-Werkausgabe vor sich geht, kann dies hier tun. Details zu den drei neuen Büchern kann man sich anzeigen lassen, wenn man die nachfolgenden Titelbildabbildungen anklickt.

Besonderes Lob bekommt bisher Thomas Franke für seine Titelbilder; auch die Titelbildgestaltung geht letztlich im Wesentlichen auf seine Ideen zurück. Die ersten vier Bände unterscheiden sich farblich nur marginal in der Farbgebung der Titelei an sich; ab dem nächsten Band 5 – das wird »Die Stahlwüste« sein – werden sich die Umschläge nach und nach »verdunkeln«, bis sie bei »Dea Alba« einen »Höhepunkt« erreichen werden, um dann wieder »umzukippen«. Diese Idee wiederum ist seinerzeit auf meinem Mist gewachsen.

Die Bücher der SF-Werkausgabe Herbert W. Franke sind etwas größer (höher) als die üblichen p.machinery-Paperbacks, um sich ein wenig von anderen Büchern – vor allem Taschenbüchern – abzuheben. Sie wirken dadurch schlank und mit den druck- und bindetechnischen Höchstleistungen des Schaltungsdienst Lange aus Berlin ausgesprochen edel. Es gibt sie als Paperback und als Hardcover; die E-Books der Romane erscheinen ja noch beim Heyne-Verlag (die Kurzgeschichtensammlungen werden dort offensichtlich nicht berücksichtigt, stehen aber auch bei p.machinery frühestens dann auf der Agenda, wenn die Rechte Heynes ausgelaufen sind und nicht mehr verlängert werden).

Was, Mann?!

Arndt Waßmann hat sich schon des Öfteren mit Kurzgeschichten an Anthologien meines Verlages beteiligt. Insofern war ich nicht wirklich überrascht, als er mit der Idee einer Kurzgeschichtensammlung an mich herantrat. (Wenn mich die Zeitangaben meines Servers nicht täuschen, war das schon 2013 – kann das wirklich ein, Arndt?)
Es zeigte sich, dass die Genres der Kurzgeschichten gemischt waren: eindeutige Fantasy auf der einen, eher Mysterygeschichten auf der anderen Seite. Die kurzen und wenig anstrengenden Diskussionen führten letztlich zu der Entscheidung, aus den Kurzgeschichten zwei Bücher zu machen.

ist dabei der Fantasyband geworden. Die Titelgrafik stammt von Lothar Bauer, wie auch im Falle von

dem zweiten Band, der in der Reihe »Action, Thriller, Mystery« erschienen ist.
Weitere Details zu den beiden Büchern finden sich hier – »In des Greifen Schatten« – und hier – »Schnee, der auf Tränen fällt«.

In Bezug auf den Titel des Fantasybandes »In des Greifen Schatten« gab es die umfangreichsten Diskussionen, denn der ursprüngliche Titel »Im Schatten des Greifen«, den Arndt Waßmann sich vorgestellt hatte, gefiel mir nicht. Nach dem aktuellen Duden – nach dem ich mich bei meiner Verlagsarbeit richte – wird der Greif stark flektiert, so dass der Titel richtig »Im Schatten des Greifs« oder »Im Schatten des Greifes« hätte heißen müssen. Was wiederum Arndt nicht mundete. Die vielleicht etwas gestelzt wirkende Variante »In des Greifen Schatten« hat letztlich uns beiden gepasst – und das Gestelzte passt auch ein wenig zur Fantasy in der waßmannschen Auslegung in diesem Buch.

Klassiker mit leichter Verspätung

Der Quarber Merkur darf in den Kreisen der Interessenten an den Spielarten der fantastischen Literatur als bekannt gelten. 1963 von Franz Rottensteiner gegründet, erscheint das literaturkritische Werk inzwischen im Verlag Lindenstruth. Ich wiederum durfte Ende 2015 zum dritten Mal das Layout der 116. Ausgabe realisieren. Und auf den allerletzten Drücker ist die Ausgabe noch im Dezember 2015 erschienen:

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Die Intellektualität unfarbigen Staubes

Olaf G. Hilscher & Michael K. Iwoleit (Hrsg.)
NOVA SCIENCE FICTION, Ausgabe 23
Amrûn Verlag, Traunstein, 2015, E-Book, ISSN 1864-2829, ISBN 978 3 958690 31 8

VORBEMERKUNGEN
Ich glaube, das ist die erste NOVA-Ausgabe, die ich überhaupt in einem Stück gelesen habe. Ich erinnere mich dumpf, einmal zwei oder drei Printausgaben besessen zu haben, aber nicht daran, dass ich sie gelesen hätte. Tsts.
Inzwischen ist klar, dass Jürgen Eglseers Amrûn Verlag das neue Zuhause für NOVA darstellt. Auch wenn ich zu NOVA bislang keine besondere Beziehung habe – siehe vorher; ich verspreche, daran zu arbeiten –, kann ich die Erhaltung von Veröffentlichungsmöglichkeiten für SF-Kurzgeschichten nur begrüßen. Lauthals.
Das vermutlich erste NOVA, welches ich gelesen habe, lag mir also als E-Book vor. Meine Lektüre liegt eine Weile zurück, so dass ich parallel zum Schreiben dieser Rezension in diesem E-Book blättern werde. Notebook und Calibre sei Dank.
Achja. Gelesen habe ich das E-Book für den Deutschen Science-Fiction-Preis 2106 (vulgo: DSFP 2016).

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Zahlenspiel in vielen Sprachen

Erik Schreibers Verlag »Saphir im Stahl« hat eine Anthologie in Vorbereitung, die eine alte Idee aufgreift: »In 80 Tagen um die Welt« – und abwandelt. Hier wollte Erik 80 SF-Storys aus 80 Ländern präsentieren.

Ganz gelungen ist es ihm offensichtlich nicht: Es sind zwar mehr als 80 Storys geworden, aber es gab nur 40 Länder, die sich beteiligt haben. Und dennoch ist das ein beeindruckendes Ergebnis. Und Erik lässt sich dazu noch mehr einfallen:
Während das gedruckte Buch unter dem Titel »Around the World in more than 80 SF-stories« (oder mit einem eingedeutschten Titel?) mit ins Deutsche übersetzten Geschichten erscheinen wird, gibt es das E-Book »für lau« mit den Geschichten in den jeweiligen Originalsprachen. Und nicht nur das: Erik verteilt dieses E-Book, damit es im Netz zum Download zur Verfügung gestellt wird.

Et voilà! Wer das E-Book haben möchte, der hole es sich hier. Es liegt im epub-Format vor.
Und wer mehr über das Projekt wissen möchte – insbesondere über die Autoren, die vertretenen Länder und ihre Verteilung auf einer Weltkarte –, der gönne sich die entsprechende Website: hier.

P.S.: Erik hat die Verwendung des E-Books völlig frei gestaltet. Nur eines ist nicht erlaubt: Es zum Verkauf in einem E-Book-Shop einzustellen – weil sonst jemand anders es eben nicht mehr tun könnte.

Zum ersten Mal in fast zehn Jahren

In einem Vorwort der ANDROMEDA NACHRICHTEN 252 habe ich ein Geständnis ablegen müssen:

Ich glaube, es ist das erste Mal, seit ich Ende 2006 die ANDROMEDA NACHRICHTEN (zum zweiten Mal in der SFCD-Geschichte) als Chefredakteur übernommen habe, dass ich mit Verspätung liefere. Aber diesmal war wirklich der Wurm drin:
Ein einwöchiger, krankheitsbedingter Ausfall Anfang Dezember. Der übliche Jahresendterror auf hauptberuflicher Ebene: »Es ist noch Geld da, das investiert werden muss, hopphopp!« Die Vorbereitungen für die Jahresanfangshektik auf hauptberuflicher Ebene: »Dieses Jahr wollen wir Projekte, Projekte, Projekte …« Und mein Verlag: Eine meiner aktuellen Titel ist dank ausgeklügelten Marketings vor allem im Internet voll durch die (Umsatz-) Decke gegangen. Zwar mache ich den Versand nicht mehr selbst – zum Glück! –, aber irgendjemand muss ja die Rechnungen schreiben. Und die Buchhaltung machen. Und so weiter –
Am Ende haben mir nicht mal die Feiertage Gelegenheit geboten, mich um etwas anderes zu kümmern, als um Verlag und Hauptberuf. Naja, gelogen – meine Hunde bekamen auch ihre Ansprüche erfüllt.
Am Ende beginne ich nun mit den Arbeiten an den ANDROMEDA NACHRICHTEN mit etwas mehr als einem Monat Verspätung. Und mit entsprechender Verzögerung erhaltet ihr, liebe Mitglieder, die erste Ausgabe des Jahres 2016.
Ich bitte dafür um Verzeihung. Zu versprechen, das käme nicht wieder vor, würde bedeuten, dass ich lügen müsste. Aber im Augenblick sieht es nicht nach einer Wiederholung aus.

Das war am 16.01.2016. Heute nun sind die ANDROMEDA NACHRICHTEN 252 endlich fertig geworden, der Drucker, die Vorstandskollegen und die Welt im Web wurde informiert. Ich bin erleichtert.

ANDROMEDA NACHRICHTEN 252
SFCD e.V., Murnau, Januar 2016, 80 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
[[conventions]] Jürgen Lautner: Im Elfenbeinturm (PentaCon 2015); Jürgen Lautner: Alles Braunbärsoße? (RPC 2015); Jürgen Lautner: SchwitzKon in Wetzlar (WetzKon II). [[fantasy]] Karl Aulbachs Überblick. [[cinema]] Filmbesprechungen von Jörg Krömer. [[e:games]] Spielerezensionen von Gerd Frey. [[science]] Aus den Wissenschaften von Robert Hector. [[zerrspiegel]] Klaus Marions Geschichten aus der Asimov-Kellerbar: Das Buch. [[fanzinekurier]] Rezis, zusammengestellt von Armin Möhle. [[reissswolf]] Rezis, zusammengestellt von Michael Baumgartner. [[story:files]] Uwe Lammers: Die Kristalltränen, Teil 1.

Das Titelbild stammt von Lothar Bauer.

Diese Ausgabe gibt es auch zum Download. Downloadlink und Kennwort finden sich in der Printausgabe.