[VDS] Infobrief vom Sonntag, 9. Juni 2024

Leicht verspätet diesmal, aber nichtsdestoweniger aktuell.
Zu den Texten geht es hier entlang.

1. Presseschau
• Deutsche Sprachtage 2024: Blick nach vorne
• Sprachenvielfalt in Indien
• Plattdeutsches Wort dieses Jahres
• Türkisch an Hessens Schulen
• Das Kommunikationsproblem der EU
• Französisch weniger gefragt
• Jugendwort: Vorschläge willkommen
2. Gendersprache
• Gendersprache und das Patriarchat
• Kinder gendern nicht gerne
• Horrordeutsch
3. Sprachspiele: Phrasen der Neuzeit
• Wortverbesserungen. Wie kommen die Korrekten zu ihrem Vokabular?
4. Kultur
• Kulturpreis Deutsche Sprache 2024
• Kästner-Festival in der Schweiz
• Niedersorbische Sprachwissenschaftlerin wird geehrt
5. Berichte
• Erfolgreich verhandeln
6. Denglisch
• Die Sprache der (Nicht-)Liebe
• Gen-Z-Sprache
7. Soziale Medien
• Unaussprechliche englische Ortsnamen
• Demokratiemeile Lüneburg: Forderung nach Erklärung
8. Termine

Thomas Franke zu Scheerbart und Taut [18.06.2024]

Thomas Franke lädt zu einer seiner legendären Lesungen nach Bonn ein: „Aufmerksam maken!“ Ganz im Stil von Paul Scheerbart („Wir maken allens dot!“) tritt er auf am 18. Juni 2024, 20 Uhr, in der Buchhandlung Böttger (Maximilianstraße 44, 53111 Bonn) und trägt daselbst aus dem Buch Glasarchitektur seines Wahlverwandten, des Schriftstellers Scheerbart, vor, samt einigen Erzählchen, in welche Scheerbart seine utopischen Architekturphantasien integrierte.

Mehr dazu: hier.

Tiny Stricker auf der Hörbahn

Tiny Stricker war mal wieder im Literaturradio Hörbahn und hat nicht nur aus seinem aktuellen »Hotel Amir Kabir« gelesen, sondern sich auch ausführlich mit Uwe Kullnick unterhalten. Ab etwa Minute 30 beginnt das eigentliche Gespräch, in dem es um Glücksvorstellungen, den Hippie-Trail, die Boomer-Generation, das »offene Erzählen« und mehr geht.

“Hotel Amir Kabir oder die Wege der Hippies” – Tiny Stricker spricht mit Uwe Kullnick – Hörbahn on Stage

 

Die Franke-Werkausgabe: Countdown

Ende 2024 geht das Licht aus – oder auch nicht. Aber bis dahin muss die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke fertiggestellt sein. Und wir geben Gas. So erscheinen dieser Tage gleich zwei Bände: »DEA ALBA« zum einen. »HIOBS STERN« zum anderen, die Bände 21 und 22 der Werkausgabe. Die Softcover-Ausgaben von »HIOBS STERN« sind ab sofort verfügbar, die Hardcover desselben Buches erscheinen erst in der Kalenderwoche 28, das ist die zweite Juliwoche.

Edit 13.07.2024: Es steht inzwischen fest, dass das Buch »Dea Alba« nicht vermarktet werden darf.

Franke, Herbert W., HIOBS STERN

Wenn das Leben traurige Geschichten schreibt

Friedhelm Schneidewind, Kurzgeschichtenautor in der p.machinery, hat gestern Nacht geschrieben:

Lieber Michael,
am Sonntag, 9. Juni, ist meine gute Freundin, Illustratorin und Exfrau Ulrike Grimm unerwartet mit 57 Jahren gestorben.
Vielleicht kannst du irgendwie darauf eingehen, sie ist ja als Illustratorin in meinem Sammelband »Brennende Labyrinthe« in deinem Verlag vertreten.
Bilder der großartigen Künstlerin sind noch bis Ende des Monats in der Galerie P3,6 (Fressgasse) in Mannheim zu sehen, im Rahmen der Kunstausstellung »IMAGINARE LUX!«.
Ich werde bei einer Lesung morgen, am 13.6., in der Galerie viel aus dem Sammelband »Brennende Labyrinthe« lesen und so eine Art literarischen Nachruf gestalten.
Mit traurigen Grüßen
Friedhelm

Ich kenne Friedhelm nur aus unserem E-Mail-Kontakt, und zu Ulrike Grimm hatte ich überhaupt keinen Kontakt, das lief über Friedhelm. Und trotzdem geht das nahe. Sehr nahe.
Ich werde mir das E-Book der »Brennenden Labyrinthe« heute auf meinen E-Book-Reader laden und heute Abend daraus lesen. Als meinen eigenen literarischen Nachruf.

Schneidewind, Friedhelm, BRENNENDE LABYRINTHE

Nostalgische Vielfalt

Ich bin längst raus aus dem Thema Musik. Bei mir läuft den ganzen Tag über das Fernsehprogramm; und wenn das nichts taugt, dann Filme oder Serien vom Server. Musik höre ich selten – und wenn dann ein ziemliches Durcheinander von Stilen und Genres, allen voran aber elektronische Musik, vulgo: Techno, Trance und Konsorten.
Und doch bin ich Rockmusik nicht abgeneigt. Natürlich nicht. Immerhin war meine erste eigene Schallplatte – weiland auf Vinyl, natürlich – das berühmte Doppelalbum »Made in Japan« der ebenso berühmten Deep Purple. Und die höre ich ab und zu immer noch. Gerne und laut. Und Sachen von Extreme II, von Metallica, von bayerischen Bands wie Edelschwarz …
Marianne Labischs Anthologie »ROCK PLANET« hat durchaus Erinnerungen geweckt und mich in meine Jugend zurück versetzt, als ich auf unseren Partys während der Gymnasiumszeit viel Rockmusik und ganz wenig Pop gehört habe. Legendär die Luftgitarrensessions zu Nazareth, Black Sabbath und Led Zeppelin …
Zugegebenermaßen zeigt sich an den Storys, die von Ausführungen der Autoren begleitet werden, wie diese zur Rockmusik gekommen sind, dass Rockmusikfans von heute alt geworden sind, älter. Das hat sicher auch etwas mit Zeitgeist zu tun; ein Jahrgang aus den Neunzigern, Zweitausendern hat halt einen ganz anderen Hintergrund als wir Babyboomer. Und das ist auch okay so.
Dennoch ist das Buch eine lohnenswerte Lektüre für jedermann (und nein, ich gendere das nicht, zefix), denn dank des Internets kann auch ein Zwanzigjähriger, der sich dafür interessiert, leicht überprüfen, welche Musik den Geschichten jeweils zugrunde lag und liegt. Und das sollte man sich gönnen. Ich hab’s getan, während der Arbeit am Buch. Und nicht nur mit »Made in Japan« …

Labisch, Marianne (Hrsg.), ROCK PLANET

Der Neue: Die Erfüllung eines Traums in Gelb

Ja, ob man es glaubt oder nicht – dieses eher messingfarbene Fahrzeug ist laut Papieren gelb. Genauer: »gelb/gelb«.

Der Neue ist ein Rumäne, wenn man es genau nimmt (und so steht es auch in den Papieren): ein Dacia Dokker Stepway.

Die hinteren Schiebetüren sind eine feine Einrichtung, haben aber ein Problem: Gehen sie auf, verringert sich auf einem Supermarktparkplatz der Abstand zum nebenstehenden Fahrzeug so sehr, dass es für einen Einkaufswagen gerne mal zu eng wird …

Dass der Dokker eine geteilte Hecktür hat, war eines meiner Argumente für diese Wahl. Solche Hecktüren sind selten – meist findet man Heckklappen, die beim Parken in der Reihe großen Spaß machen können.

Besonders mit Hunden, wenn man beim Parken an einer seiner Lieblingsstrecke bei der Rückkehr feststellen muss, dass ein anderer Parker ganz offensichtlich die Bedeutung einer sichtbaren Hundebox nicht erkannt hat.
Die hier sichtbare Box befand sich nach der Anschaffung in einem – leider von einem rasenden Motorradfahrer zerstörten – Dacia Logan und fristete danach sein Dasein in unserem Skoda Roomster, in dem dann die Rückbank nicht zur Verfügung stand. Das Problem ist nun gelöst; der Roomster hat nun die alte Box aus dem Passat und seine Rückbank ist wieder nutzbar.

Wenn man sich an die neue Optik gewöhnt hat, fängt der Dokker schnell an, zu gefallen. Er ist sehr groß – steht er neben unserem Roomster, sieht der wie ein Kleinwagen aus. Das Fahrgefühl ist einwandfrei und interessanterweise verleitet sein großes Volumen – nicht nur außen, sondern vor allem innen – eher zum gemächlichen Fahren.

Das ist er jedenfalls, der Neue. Ein Dacia Dokker Stepway, 5 Jahre alt, 90.000 Kilometer auf dem Tacho, mit einem 1,5-Liter-Diesel und 95 Pferdestärken. Ein schönes Auto.
Und die Hunde mögen ihn auch. Nicht nur, weil sie die Box ja kennen – die Ladekante des Dokker ist sogar noch niedriger als beim Roomster, wodurch das Ein- und Aussteigen für die Hunde deutlich angenehmer und einfacher wird.

NOVA 34

NOVA 34
Magazin für spekulative Literatur
p.machinery, Winnert, Mai 2024, 212 Seiten, Paperback
ISSN 1864 2829
ISBN 978 3 95765 396 3 – EUR 17,90 (DE)
E-Book: ISBN 978 3 95765 723 7 – EUR 5,99 (DE)

Der Inhalt:

Dominik Irtenkauf: Editorial

NOVAstorys
Lisa Jenny Krieg: Stoff der Erinnerung
Norbert Stöbe: Im Vault
Nicole Hobusch: Iva
Ulf Fildebrandt: Die Tür in den Sommer
Horst-Dieter Radke: Engelsrache
V. A. Kramer: Population: One
Janika Rehak: Iggy B. Wellington
J. A. Hagen: Angriff auf Grünland
Frank Lauenroth: Kadaver
Carsten Schmitt: Das Lethe-Quantum
Moritz Boltz: Die Vermessung des Raums
Rajiv Moté: Die Luft fängt uns auf

NOVAsekundär
Christian J. Meier: Tanz mit dem Oktopus im Reich der Intelligenz
Sarah Lutter: Im Interview mit Thorsten Küper
Dominik Irtenkauf: Schrott – Motiv und Motivation in der SF-Literatur
Dominik Irtenkauf: Hans Frey (1949–2024). Ein Nachruf
Michael K. Iwoleit: Christopher Priest (1943–2024). Ein Nachruf

Die Autoren | Die Grafiker

Das Titelbild stammt von Victoria Sack.
Weitere Illustrationen von Detlef Klewer, Michael Wittmann, Frank G. Gerigk, Mario Franke, Ralf Schoofs, Uli Bendick, Gerd Frey und Chris Schlicht.