Der FANDOM OBSERVER 300 ist erschienen, und damit die letzte Ausgabe dieser 25 Jahre lang regelmäßig erschienenen Institution des deutschen SF-Fandoms. Hätte ich gewusst, dass die letzte Nummer von Manfred Müller, dieser kleinen, revanchistischen Ratte, gemacht wird, hätte ich mir meinen Beitrag gespart. Dass der nicht veröffentlicht werden würde, wäre mir klar gewesen. Naja, Ei drüber.
Dass der FANDOM OBSERVER nicht mehr erscheint, ist schade. Andererseits wird die Welt trotzdem nicht besser, Putin fällt nicht tot um, Nazis werden nicht vernünftig, Obama wird nicht weiser, Merkel nicht klüger, und mein Morgenschiss wird nicht weniger stinken. Was soll’s also?
Archiv der Kategorie: Neuigkeiten
Siel, Siel, Schülpersiel, 11.06.
Heute war ein fauler Tag. Ich habe vormittags an einem Text herumkorrigiert und herumlektoriert, der in der Reihe »ErlebnisWelten« meines Verlages erscheinen wird. Es geht um Portugal, nein, eigentlich nur um die Algarve. (Wen juckt schon der Rest von Pleitogal?) Derweil hat mich meine Gattin mit ständigen Fragen, ob wir wann was noch machen wollen und wenn ja, warum doch nicht, und dürfen Hunde mit rein, nein, natürlich nicht.
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Gauck darf Spinner benennen, NDR-Info, 10.06.
Es ist einer der wenigen Momente, in denen ich dieses Land mag, wenn das Bundesverfassungsgericht sagt, dass unser Bundespräsident Rechtsradikale – bzw. eigentlich Ausländerfeindliche, die auf die Straße gehen – als »Spinner« bezeichnen darf. Es ist einer der wenigen Momente, in denen ich dieses Land mag, wenn die NPD sich nicht entblödet, sich diesen Schuh anzuziehen und damit gerade zu beweisen, dass sie genau das sind: Spinner. Und nicht nur das.
Herr Gauck, das haben Sie gut gemacht.
Herr Vosskuhle, Sie und Ihre Kollegen auch.
Chapeau!
Unfreundliche Patronen, Friedrichskoog-Spitze, 10.06.
Die Gattin fand noch Grund zur Klage. Während des letzten Ganges mit den Hunden, bevor wir Friedrichskoog-Spitze verlassen wollten, wurde sie von Anwesenden – es war nicht klar, ob es sich um Einheimische oder touristische Elemente handelte – bezüglich des Weges, den sie mit den Hunden zu nehmen gedachte angegangen. Zunächst war es nicht recht, eine Treppe zu benutzen, weshalb man sie aufforderte, einen anderen Weg zu nehmen. Dann war es nicht recht, einen direkten Weg zum Hundestrand zu nehmen – der auch hier nur die Anwesenheit von Hunden erlaubt, nicht jedoch deren Freilauf (sprich: Leinenzwang am Hundestrand – wie dumm die deutsche Menschheit doch im Großen und Ganzen ist!) -, und dann galt es zu kritisieren, dass eine unserer Hündinnen – diejenige, die auf den Namen Naomi hört (wenn sie hört) – auf einer Wiese Wasser zu lassen gedachte.
Abgehängt, Friedrichskoog-Spitze, 10.06.
Friedrichskoog-Spitze ist kleiner als Friedrichskoog und deutlich lebhafter. Ein großer Parkplatz, ein großes Restaurant, ein paar kleinere Lokalitäten rundherum, eine Touristeninformation – eigentlich war richtig was los.
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Das Ende eines Hafens, Friedrichskoog, 10.06.
Nach dem langen Tag in Eckernförde zuvor war heute Entspannung für die Hunde angesagt. Dachten wir. Also keine große Strecke, keine große Aufregung, keine langen Märsche. Zumal es zwar morgens auf wetter.de so aussah, als käme eine fette Gewitterfront aus Westen herangerauscht – aber die suchte sich einen anderen Weg, vielleicht sogar ins Nirgendwo.
Wir entschieden uns für Friedrichskoog, einen kleinen Ort südlich von Büsum, auf der Südseite der Meldorfer Bucht. Nichts Aufregendes erwarteten wir, und so war es auch. Der Ort war nicht hässlich, aber auch nicht ausnehmend hübsch. Einfach nichts Aufregendes. Am Ende des sehr lang gestreckt wirkenden Ortes lag der Hafen, die Seehundstation und der Wal.
Tote Hunde, Schülp, 10.06.
Erledigt waren sie, die beiden. Kim noch nicht mal so sehr – sie ist die Stämmigere von beiden, hat ein bisschen mehr auf den Rippen, genug, dass wir immer darauf achten müssen, dass sie nicht noch zulegt. Aber Naomi, unser Magermäuschen, hat noch nicht viel zuzusetzen. Wir arbeiten daran, dass sie ihre knapp siebzehn Kilo, die sie derzeit hat – vielleicht im Augenblick auch etwas weniger -, langsam aber sicher an die Zwanzig-Kilo-Grenze bringt. Sie wird dann immer noch die Schlankere von beiden sein, aber das gibt ihr vielleicht ein paar Reserven.
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Ausgesponnen, B 203, irgendwo auf dem Rückweg von Eckernförde, 09.06.
Und auf einmal spinnt der Navi nicht mehr. Es war nichts Besonderes. Es gab keinen Grund. Irgendwo auf der Rückfahrt hatte ich den Eindruck, als hätte mich der Garmin-Navi meiner Gattin, der ja nicht mit meiner Streckenführung einverstanden war, in die Irre geführt. Hamdorf war der Ort, von dem ich glaubte, ihn schon einmal vor mir gehabt zu haben. Waren wir umgekehrt?
Ich bat meine Gattin, die Karte zu konsultieren. Und aus irgendeinem Grund fiel mir auf, dass die Richtungsanzeige im Display hinter dem Lenkrad auf einmal die richtige Himmelsrichtung anzeigte (während in den vorherigen Wochen immer rund 180 Grad fehlten). Ich schaltete die Karte des RNS 510 meines VW Passat ein, jenes Navisystems, das in den letzten Wochen – seit dem Abend, als wir Naomi in Frankfurt vom Flughafen abholten – herumgesponnen hatte (ich schrieb davon). Und was war das?
Die Position meines Autos befand sich nicht mehr mitten im Mittelmeer, nicht mehr zwischen Genua und Bastia. Nein – Hamdorf wurde angezeigt, die B 203, die richtige Himmelsrichtung, und der Pfeil, der die Position meines Fahrzeugs anzeigte, befand sich beständig richtig und korrekt auf einer wirklich befahrbaren Straße.
Ähm.
P.S.: Da ich nicht zu hoffen wage, dass mir das jemand erklären kann, und da ich nicht davon ausgehe, dass ich meinen Navi noch als zuverlässig betrachten kann, werde ich mir wohl noch so einen »Kleinen« wie den Garmin meiner Gattin für’s Handschuhfach zulegen. Für alle Fälle. Denn ohne Navi auf einmal mitten in der Pampa rumzugurken, das ist kein Spaß.
Und dann der Spaß
Ja, und dann gibt es auch Bücher, die richtig Spaß machen. Einfach so. Ohne besonderen Grund. Weder, weil sie besser, toller, erfolgreicher wären als andere, weder, weil der Autor ein besserer Mensch wäre, sondern einfach vom Gefühl her. Ganz spontan. Ohne besonderen Grund. Wenn auch im Hintergrund immer die Freude darüber lauert, dass Torsten Scheib sein Werk, sofern es nicht »nur« eine Kurzgeschichte ist – sprich also: Kollektionen, Novellen, Romane – in meinem Verlag veröffentlichen wird, wie es derzeit aussieht.
Zum Start habe ich mich an der Arbeit seines Werkes »Toxic Lullaby« erfreut, das er auf Basis des gleichnamigen Films von Ralf Kemper geschrieben hat, der aufgrund seines nicht unerheblichen Anteils an diesem Werk auch als Autor genannt ist und wird.
Details zum Buch finden sich hier. Und hier. Und das Titelbild (Abbildung: Ralf Kemper, Layout: meine Wenigkeit) kann man gleich zwei Mal abbilden:
Netter schwarz-gelber Gag nebenbei, Eckernförde, 09.06.
Im Rathauskeller, beim Mittagessen, erfuhren wir auch von der 444jährigen Geschichte der »Gilde der gelben Westen«, einer Schützengilde, die in diesen Tagen ihr Jubiläum feiert. Während wir speisten, kündeten Trommler vor dem Restaurant jeweils am Eintreffen eines weiteren Gildenbruders, gekleidet in schwarzen Anzug, darunter eine gelbe Weste, weiße Krawatte, dazu ein Zylinder. Die Vorstandsmitglieder trugen noch entsprechende Abzeichen und einen Stock. Die Offiziere, in Grün gekleidet, waren gleichermaßen zugegen.
Nette Sache, denke ich. Wenn wir wirklich in Eckernförde landen sollten, denke ich über eine Mitgliedschaft nach. Nachdem meine Mitgliedschaft im EinhornClan FOLLOWs Ende 2014 enden wird, kann ich meine schwarz-gelben »Leidenschaften« vielleicht auf diesem anderen Terrain fortsetzen. (Wenn es auch dabei bleibt, dass die alten schwarz-gelben T-Shirts mit den Einhornwappen und -sprüchen Ende 2014 nach Ungarn gehen.)

