Wochenenddepression

Wenn am Samstagmorgen, ganz früh, wenn dann die Sesamstraße … nein, die Sendung mit der Maus vorbei ist … die Sesamstraße kommt ja noch früher … ja, wenn die Maus also weg ist, dann beginnt die wochenendliche TV-Depression.

Auf »ONE« kommen Familien- und Beziehungsproblemfilme, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass die Reaktionen speziell der Protagonisten häufig an Dummheit nicht zu überbieten sind; vor allem redet man nicht miteinander, vermutlich, weil die Drehbuchautoren selbst Drehbuchautoren geworden sind, weil sie für alle anderen Jobs zu kommunikationsunfähig waren und sind.

Auf »arte« gibt es Dokumentationen, seltsame Filmchen, die oft wirken, als wären sie für Menschen mit unbekannten Geisteskrankheiten, für Einsiedler und von der Außenwelt abgeschnittene Dörfer gemacht worden; sie werden bei »arte« gesendet, weil die eigentlichen Zielgruppen nicht über TV-Empfang verfügen.
ARD und ZDF kümmern sich morgens um kindliche und jugendliche Zielgruppen. Bei den »Pfefferkörnern« und »Bibi und Tina« muss man sich den gewünschten Thrill selbst kaufen. Manchmal hat man Glück und Lidl hat ein Sonderangebot. Biothrill aus regionaler Sucht … äh, Zucht.

»3sat« ist nur an den Kabaretttagen zu ertragen. Eigentlich verwundert es mich immer wieder, wie ein grundsätzlich kulturfaschistisch eingestellter Sender es schafft, Kabarettisten auf die Bühne und vor die Kamera zu lassen. Möglicherweise liegt es an jeweils wechselnden Mehrheiten der drei beteiligten Länder.

»zdfneo«, ein Sender, der mitunter unter der Woche mit Serien gefallen kann, verödet am Wochenende zur Dokumentationswüste: Schaut man drei Monate lang jedes Wochenende »zdfneo«, hat man sämtliche Folgen von »Terra X« vermutlich mindestens zwei Mal gesehen. Wenn man Pech hat, dann werden die Folgen vom Samstag am Sonntag gleich drauf wiederholt.

Die Dritten – von denen ich eigentlich nur den NDR goutiere – glänzen morgens an allen Tagen mit den Wiederholungen der abendlichen Nachrichtenformate. Das kann man nicht immer aushalten – man hat sich möglicherweise auch schon einmal zu Tode informiert. Speziell in Zeiten wie diesen, in denen es nur um Corona und Trump geht und die Hoffnung, Trump möge an Corona verrecken, enttäuscht wurde.

Auch »NITRO« ist ein von mir gern goutierter Sender – vor allem in den Morgenstunden der Wochentage. Serien wie »JAG«, »Leverage«, »White Collar« uvamehr muss man am Wochenende vermissen, wenn der Sender zur Richard-Dean-Anderson-Party mutiert, und nebst »MacGyver« und »Stargate Kommando SG-1« allenfalls noch Colt Sievers mit dem seine Kräfte aus seltsamen Geräuschen generierenden »Sechs-Millionen-Dollar-Mann« – nur wie in der IMDb als »Der sechs Millionen Dollar Mann« richtig falsch geschrieben – anbieten kann. Oder gar den gruseligen »Captain Future«, der für Menschen gemacht wurde, die den Einsatz von Technik für die Gestaltung von Trickfilmen für überflüssig halten.

Und der Rest? »Eurosport« muss man mögen; manchmal ist es als Gedudel nebenher in Ordnung – aber nur manchmal. Und am Wochenende eher nicht. »SIXX« ist im Grunde nichts für Männer – obwohl die heimwerkerorientierten Reality Shows am Wochenende dominieren; was waren das noch für Zeiten, als sich Cesar Millan noch um Hunde kümmern durfte und einige nicht minder interessante Kollegen hatte (und keinen Martin Rütter!) – leider vorbei, wie es aussieht … Naja, und »Servus TV« – zu alpenländisch – oder »Zee One« – die den halben Tag einen englischen Spot von SES – das ist der Betreiber der Astra-Satelliten – in Endlosschleife bringen?

Am Ende rettet nur eines das Wochenende: Videobuster und die Film- und Seriensammlung auf dem Server.

Klassikgendern

Ich bin Fan der NDR-Talkshow. Die kommt am Freitagabend, mal aus Hamburg, mal aus Hannover. Letztens stellte ich fest, dass es die Sendung vom 04.09. nicht »am Stück« gab, sondern nur als Schnipsel. In der NDR-Mediathek. Denn ich komme immer erst am Samstag oder Sonntag dazu, die Sendungen anzuschauen. Und blind bin ich auch nicht.
Also schrieb ich dem NDR eine Mail. Und fragte, warum das so sein könne, dass die Talkshows aus Hannover nicht mehr »am Stück« zu finden seien.

Der NDR ist kommunikativ und antwortete: »Liebe Frau Haitel, …« – der Genderklassiker.

Zufallsfund

Bevor ich die Serie erstmals auf RTLnitro zu sehen bekam – und zwar von Folge 1 an –, hatte ich noch nie von »Burn Notice« gehört. Die Story um einen Ex-Spion, der von seinen Arbeitgebern geschasst wird und in Miami hängen bleibt, wo er versucht, sich unter Nutzung seiner Kenntnisse und Fähigkeiten den Lebensunterhalt zu verdienen, am Leben zu bleiben und herauszufinden, wem er seinen unerwarteten Karriereknick zu verdanken habe, ist … gut.

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Schweigsame Mimik

Wenn jemand den Namen Chuck Norris hört, denkt er an die klassischen Witze, die seit Jahren kursieren. Solche Dinger wie: »Wie viele Liegestützen schafft Chuck Norris? – Alle!« Ich bin sicher, irgendwo im Netz gibt es eine Seite, wo sie alle versammelt sind.
Falsch ist indes, dass Chuck Norris all seine Filme und Serien mit nur einem Gesichtsausdruck bewältigt hat – ich habe inzwischen mindestens zwei identifiziert, denn in einigen Fällen schafft er es durchaus, zu lächeln oder gar zu grinsen.


Die Serie in der IMDb. Norris in der Wikipedia.

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Das Beste am Norden

Eine weitere und vielleicht bekanntere Trailer-Reihe des NDR ist »Das Beste am Norden«, durchgehend höchst amüsante Kurzfilmchen, die den Norden, seine Menschen, ihre Marotten, Gewohnheiten, Ansichten, Freuden und Humorigkeiten präsentieren. Zwei meiner Topfavoriten sind:

Das Beste am Norden … ist oben!

Das Beste am Norden … ist unsere Bodenständigkeit.

Aber auch die zahlreichen anderen Filmchen sind sehenswert – immer. Man findet sie bei Youtube am einfachsten, wenn man nach »Das Beste am Norden« sucht. Es lohnt sich – nicht nur, aber vor allem auch, weil die Ideen um ein Vielfaches witziger sind, als die der »Kopien« des Bayerischen Rundfunks (nach dem Motto »I bin der … und da bin i dahoam«).

Serienfieber IV: Begeisterung statt Verzweiflung

Desperate Housewives
(Marc Cherry, USA, 2004–2012)
www.imdb.com/title/tt0410975

Ich habe es schon mehrfach vermerkt: Ich liebe diese Serie. Seitdem ich vor Jahren ein ganzes Wochenende mit der ersten Staffel zubringen durfte – Premiere sendete sie im Block, bevor die zweite Staffel startete –, bin ich ein Fan.
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Serienfieber II: Die Erdnüsse

The Peanuts
(Charles M. Schulz [Writer], Bill Melendez [Director], USA)
de.wikipedia.org/wiki/Peanuts_%28Comic%29

Die Peanuts sind ein Teil meiner Jugend (und sicherlich nicht nur meiner). Sie gehörte in frühen Jahren zu den Serien, die wir Kinder daheim ohne großartige Diskussionen schauen durften; zumal sie damals – im ZDF, glaube ich – zu einer Zeit kamen, zu der unser Vater keine eigenen Programmansprüche geltend zu machen pflegte.
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