Mechanische Bildnisse ohne Grenzen

  • Das Bildnis des Dorian Gray: Ich hasse diese Story. Nicht nur, weil ich sie bis zum Gähnen kenne, ich finde sie auch grottenlangweilig. Das hat auch etwas mit dem viktorianischen Flair solcher Filme zu tun; den mag ich auch nicht. (Der einzige Film vor solchem Hintergrund, den ich wirklich toll fand und finde, ist der »Sherlock Holmes« mit Robert Downey jr. und Jude Law.) Beim 2009er »Bildnis« hegte ich die Hoffnung, wenigstens etwas Neues zu sehen zu bekommen, aber nichts dergleichen. Auch dieser Film hält sie sich so nah am Roman und an seinen Konkurrenten aus allen Zeiten, dass es schmerzhaft ist. Schmerzhaft langweilig.
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Neun Leben im außergewöhnlichen Ballsaal

  • Der Adler der neunten Legion: Channing Tatum hat mir in diesem Film sehr gefallen. Als römischer Zenturio begibt er sich in Begleitung eines britischen Sklaven in die Lande nördlich des Hadrianswalls, um den Pikten das Legionssymbol der neunten Legion, den Adler, abzujagen und damit den Ruf seines Vaters wiederherzustellen. Abgesehen von Abenteuern warten auch Überraschungen auf ihn. Ein schöner, stimmiger, spannender Streifen, mit der nötigen Prise Vorhersehbarkeit.
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Kein Beileid, schnell und wütend

  • Beilight – Biss zum Abendbrot: Nun habe ich ihn doch endlich gesehen. Und war enttäuscht. Eine ganze Reihe Gags ist nett, eine andere ganze Reihe nicht. Und insgesamt hat mir der Streifen einfach nicht gefallen. Vielleicht wirkt er nur dann richtig, wenn man auch das Original mag – keine Ahnung. Ich werde mir die »ernsten« »Biss«-Filme ganz sicher nicht noch mal antun, nur um das zu überprüfen.
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Romantische Schmuckstücke mit Mauerzweifeln

  • Das Schmuckstück: Die Deneuve und der Depardieu, ich glaube, die haben länger nicht zusammen gespielt. Depardieu wird als Firmenchef von seinen Mitarbeitern als Geisel genommen, und die Deneuve übernimmt die Geschäfte der Familie, um zu retten, was zu retten ist. Netter französischer Film mit einer anerkannt genialen Catherine Deneuve (die ich normalerweise nicht so mag, weil mir ihre Filme vom Stil und allem her nicht so gefallen, die hier aber wirklich gut ankommt). Amüsant.
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Karma wird in der Regel überschätzt

  • Sweet Karma: Den Film habe ich abgebrochen. Es geht um irgendwelchen Mädchenhandel. Die Machart ist grottig, selbst in den 70ern waren die Bayern-Pornos besser. Dumme Dialoge, beschissene Schauspieler, Mädels, die nicht mal annähernd gut aussahen – was vielleicht der Wirklichkeit entspricht, was aber niemand in einem Film sehen möchte –, und eine Handlung, die sich nicht wirklich bewegt. Nach zwanzig Minuten war es genug. Gesehen, gelöscht, is‘ scho acht?
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Zweiundsiebzig Pariser Lichtaugen

  • Die Kinder von Paris: Eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg, als die Vichy-Regierung versuchte, Hitler den Arsch zu küssen und Pariser Juden – darunter viertausend Kinder – einsammelte, in Frankreich hin und her verschob und letztlich auf Nimmerwiedersehen nach Polen verschob. Anfangs wirkte der Film auf mich langweilig, überflüssig, weil emotional viel zu überzogen, aber am Ende gibt es an einem Punkt einen kippenden Moment, und danach kommt man nicht mehr aus. Nicht schön, nicht herausragend, nicht sensationell, nicht wirklich sehenswert. Ein Stück verschwendeter Ehrlichkeit. Nicht, weil die Ehrlichkeit zu unglücklich präsentiert würde. Sondern vielmehr, weil vermutlich niemand den Film wirklich wahrgenommen hat.
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Hexe Lillis transsibirischer Flaschentanz

  • True Grit: Ich mag Western nicht. Wirklich nicht. Ausgenommen vielleicht »Der Schuh des Manitu«. Aber sonst … Ausgesucht hatte ich diesen Film einfach nach Schauspielernamen, hier Jeff Bridges. Und ich wurde allerpositivst überrascht. Die 14jährige Mattie Ross, gespielt von einer sensationell guten Hailee Steinfeld, sucht nach den Mördern ihres Vaters und engagiert dazu unter anderem Rooster Cogburn, gespielt von Jeff Bridges. Fünfzig Jahre früher hätten das mit leicht geänderter Rollenbeschreibung Spencer Tracy und Katherine Hepburn gespielt – so bravourös, wie sie immer waren. Und die Steinfeld hat mir wirklich supergut gefallen, so gut, dass ich darüber ganz vergaß, dass ich Western eigentlich nicht mag.
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Pariser Linien im Terminal

  • Micmacs – Uns gehört Paris! Ein Film, den ich mir noch mal anschauen muss. Hauptfigur Bazil (Dany Boon) hat seine Familie durch Waffen verloren, verliert seinen Job und gerät in eine Clique seltsamer Gestalten, die gemeinsam mit ihm den Kampf gegen die Hersteller der Waffen aufnehmen, die ihm seine Familie raubten. Ein Film von Jean-Pierre Jeunet, in der Machart der »Amélie«, und deshalb nicht nur leicht mehr als einmal ansehbar, sondern auch notwendigerweise mehrfach zu goutieren, damit man all die Facetten und Feinheiten auch wirklich goutieren kann.
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