Hexe Lillis transsibirischer Flaschentanz

  • True Grit: Ich mag Western nicht. Wirklich nicht. Ausgenommen vielleicht »Der Schuh des Manitu«. Aber sonst … Ausgesucht hatte ich diesen Film einfach nach Schauspielernamen, hier Jeff Bridges. Und ich wurde allerpositivst überrascht. Die 14jährige Mattie Ross, gespielt von einer sensationell guten Hailee Steinfeld, sucht nach den Mördern ihres Vaters und engagiert dazu unter anderem Rooster Cogburn, gespielt von Jeff Bridges. Fünfzig Jahre früher hätten das mit leicht geänderter Rollenbeschreibung Spencer Tracy und Katherine Hepburn gespielt – so bravourös, wie sie immer waren. Und die Steinfeld hat mir wirklich supergut gefallen, so gut, dass ich darüber ganz vergaß, dass ich Western eigentlich nicht mag.
  • Flashdance: Ich wollte einfach mal wieder die Musik hören. Ja, und die Bilder sehen. Und es hat sich gelohnt. Ein Kultfilm ist es immer noch nur für die Leute, die schon immer drauf standen. Aber die Musik hat was. Das Gehampel der Jennifer Beals auch (angeblich wurde sie ja in den wichtigen Tanzszenen von einem Typen gedoubelt, was man angeblich auch erkennen können soll …ach, fickt doch alle irgendeine Ziege, ihr gehässigen Miesepeter!), vor allem, wenn man die Persiflagen darauf kennt. Insgesamt ist mir vor allem aufgefallen, dass die »jungen Dinger« in den Achtzigern deutlich bessere Frisuren hatten, als das Matten tragende Selbstfrisiergesocks, das heute in dem Alter so herumläuft.
  • Hexe Lilli – Die Reise nach Mandolan: Richtig niedlicher, netter, selbst mich als autoverfolgungsjagdverliebten Actionfilmgucker beeindruckender Film für Kinder und Jugendliche, in dem alles richtig sitzt: die Figuren und ihre Darsteller, der Plot, die Spannungskurve, und auch wenn das Ganze insgesamt nicht der oscarreife Kultkracher ist und wird, das war ein Film, von dem ich – durchaus sehr überraschend – höchst positiv angetan war. Deutsches Walt-Disney-Kino. Das ist, glaube ich, die passendste Umschreibung.
  • Transsiberian: Woody Harrelson auf der Seite der Unschuldigen, der Opfer, der Guten. Ben Kingsley auf der Seite der Bösen. Thomas Kretschmann und noch ein paar Namen. Von der Beschreibung bei Videobuster erwartete ich eigentlich einen Roadmovie à la »Darjeeling Express«, doch weit gefehlt: Die Story um eines von diesen amerikanischen Touristenpärchen, die ohne Zutun und vor allem ohne Hirn in eine Drogenschmugglergeschichte geraten, ist ein Thriller allerfeinster Sorte. Das Trickreiche an dem Film ist, dass er sich als dieser Thriller langsam ins Bewusstsein des Zusehers arbeitet; am Anfang wirkt der Film wie die Beschreibung: Roadmovie. Aber leider … verarscht!