Ganz ohne Zweifel

Im Dezember 2018 bin ich umgezogen – darüber wird noch zu berichten sein –, seit 01.01. bin ich arbeitslos – dito – und auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Viele Baustellen sind noch offen, viele Dinge laufen noch nicht rund und manchmal glaubt man, ein Fragezeichen zu sehen. Aber eines ist sicher:

Mein Verlag p.machinery besteht weiter. Und sein wohl wichtigstes Projekt, die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke, wird auf jeden Fall weitergeführt. Ich möchte betonen, dass hieran kein Zweifel bestehen kann und soll.

Durch den Umzug gab es Verzögerungen. Überall. Bei allen Dingen. Und so ist der zwölfte Band der Werkausgabe, »Sirius Transit«, mit erheblicher Verspätung, aber schon im April 2019 erschienen. Was wegen solcher Verzögerungen erst jetzt berichtet werden kann. Das Buch jedenfalls ist in der bekannten Aufmachung als Hardcover und Paperback (mit der thomasfrankeschen Grafikausklappseite nur beim Verlag oder im Buchhandel zu bekommen!) verfügbar, und auch das E-Book ist auf dem Markt (noch von Bookrix, bald von uns via Bookwire).

Details zum Buch finden sich hier.

Beim Cover habe ich lange mit dem Kontrast zwischen Hintergrund und Schriftfarbe gehadert. Wir – Thomas als Titelbilddesigner und ich als Verantwortlicher – nähern uns dem Scheitelpunkt der Werkausgabe, ab der die Umschlaghintergründe wieder heller werden; das dürfte so ab Band 14 oder 15 der Fall sein. Bis dahin … Der Kontrast auf dem Umschlag dieses Buches erschien mir zu schwach. Der Aushänger belehrte mich eines Besseren, wenn man sich sicherlich auch mehr wünschen könnte. Aber nun haben wir dieses Konzept angefangen, und es jetzt abzurechen, das ist sicher nicht der richtige Weg.

Wenn man mal aufräumt …

Ja, wenn. Dann findet man Sachen, über die man schon längst mal ein Wort verlieren wollte. Wie über die Sache hier …

Als unter chronischer Langeweile leidender Mensch mache ich ja unter anderem auch die Perry-Rhodan-FanEdition für die Perry-Rhodan-FanZentrale (PRFZ) e.V. Als Redakteur – jedenfalls nominell (ich bin da nicht alleine, was der Sache letztlich schon rein zeitlich durchaus zugutekommt). Und hauptamtlich als Druckvorlagenmacher (und Vermittler des Drucks der Publikationen).
Die FanEdition war ursprünglich mal als Heftserie gedacht und erschien zunächst auch in Heftchenform, ganz wie der ganz, ganz große Vorlagenbruder aus dem Pabel-Moewig-Verlag. Ich glaube, ich mache die FanEdition seit Nummer 11 (auch wenn ich hier die Nummer 8 auf dem Server liegen habe, die ich aber, glaube ich mich zu entsinnen, nachliefern durfte; irgendwas war da, ist aber auch wurscht).

Schon im September 2018 erschien die Ausgabe 20 der PRFZ-FanEdition. Es handelte sich um den Roman »Die Heilerin von Hangay« von Michael Tinnefeld und Gerhard Huber. Uli Bendick spendierte das Titelbild:

Zum Inhalt gibt es einen Klappentext (oder jedenfalls etwas Ähnliches):

»1384 NGZ, knapp vier Jahrzehnte nach dem Abzug der Terminalen Kolonne TRAITOR und der Retroversion Hangays herrschen immer noch Chaos und Leid in weiten Teilen der Galaxie. Die politischen Verhältnisse sind weitgehend instabil. Funktionierende Infrastruktur und gesicherten Handel gibt es nur eingeschränkt. Marodeure und Piraten bedrohen zudem die Verkehrswege. Trotz der Wiederherstellung des Psionischen Netzes halten sich vor allem im Zentrum der Sterneninsel noch vereinzelte Vibra-Psi-Enklaven. Eine berühmte Kartanin, die in der gesamten Galaxie als Heilerin von Hangay bekannt ist, und ihr Medo-Team haben es sich zur Aufgabe gemacht, medizinische Hilfe zu leisten, wo es nur geht. Hangays Kernregion ist besonders von Not und Chaos betroffen. Kaum jemand wagt es, dorthin zu reisen. Die Heilerin und ihr Team wagen den Vorstoß.«

Und kaufen kann man das Werk mit seinem nicht mehr heftchenromankonformen 96 Seiten auch: Für EUR 7,10 (EUR 4,20 für PRFZ-Mitglieder) findet man das gute Stück im SpaceShop der PRFZ: hier.

Ich hatte meinen Spaß mit dem Text. Er war gut geschrieben, von Christina Hacker sauber lektoriert und auch für mich als de facto Nicht-Perry-Rhodan-Leser verständlich. Da die FanEdition-Romane gerne auch in älteren Zyklenzeiten spielen, tauchen da gerne Figuren auf, die ich sogar noch kenne. Und meine PR-Lektüre ist – sieht man von einem Neustart in den 2930ern ab – wirklich lange her.

Unter Zeitmangel denkt man auch mal darüber nach, bestimmte Aktivitäten einzustellen. Ein Pro-bono-Projekt wie die FanEdition kommt da gerne mal mit auf die Liste. Am Ende sind es jedoch immer wieder genau diese Romane, die mich bei der Stange halten. Es sind zwei Projekte im Jahr – sieht man von den Conbüchern ab, aber die sind ein anderes Thema –, jeweils mit überschaubarem Umfang und damit ebenso überschaubarem Arbeitsaufwand. Und so bleibe ich dabei, wie es aussieht. Und wie man an der FanEdition 21 sehen kann, die hier auch noch erwähnt werden wird

Wie das Kind zum Bade

Die Idee, bei p.machinery ein Hörbuch – neudeutsch: Audiobook – herauszubringen, war nicht ganz neu. Am Ende blieben die Ideen meist in irgendeiner mentalen Ecke liegen; nicht wirklich unsichtbar, aber auch nicht sonderlich beachtet.
Als es dann endlich so weit war, hatten andere Menschen die ganze Arbeit gemacht:

Das Hörbuch »Feuer am Fuß« ist fast 15 Stunden lang. Dirk C. Fleck hat seinen eigenen Text im Studio von Idealism Prevails in Wien (https://www.idealismprevails.at) eingesprochen. Georg Bermuda Bremges (https://www.facebook.com/georg.bermuda) und Enrico Körbitz (https://www.facebook.com/enrico.korbitz) haben Musik beigesteuert. Und Heimo Rauter (https://www.sender.fm) hat den Schnitt bewerkstelligt.
Und fertig war die Kiste.

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Das Schöne am Verlegerleben

Das ist die Arbeit mit einem tollen Team, das sich mit zahlreichen E-Mails über zahlreiche Themen austauscht, die im direkten oder auch nur indirekten Zusammenhang mit einem Projekt stehen. Bei NOVA, dem jüngsten Imprint meines Verlages, ist das so. Da wird nicht nur die kommende Ausgabe diskutiert und nach und nach zusammengestellt, bis ich sie dann layouten darf, nein, da werden auch schon Pläne für die übernächste Nummer (die 28) und die Jubelnummer 30 gemacht.

NOVA 27 ist ein ziemlicher Brummer geworden: 290 Seiten (davon 18 Farbillustrationen) hatte NOVA, glaube ich, noch nicht auf den Rippen, nicht zuletzt, weil es früher einen Standardpreis gab, nach dem sich der Umfang zu richten hatte. Bei p.machinery ist das anders, und so kostet die Ausgabe 27 auch ein wenig mehr, als man das von NOVA bislang gewohnt war. Aber der Inhalt lohnt sich – mir selbst haben die Vorbereitungsarbeiten (Korrektorat), die Layouterei und die Fahnenkorrektur großen Spaß gemacht, obwohl – oder gerade weil – ich die Texte am Ende (bei der Fahnenkorrektor) schon recht gut kannte.

Ausführliche Details zur aktuellen Ausgabe 27 finden sich hier.

Rückkehr eines Fremdgängers

Es waren nicht wenige Titel, die ich von Axel Kruse in meinem Verlag p.machinery veröffentlichen durfte. Eine ganze Zeit sah es so aus, als hätten wir damals unseren ersten Stammautoren an Land gezogen. Und dann ging er fremd.

Bei Begedia hat er veröffentlicht, ebenso bei Atlantis. Beides Verlage, deren Eigentümer ich kenne – und mag. Und so ergab sich gar nicht die Frage, ob ich Axel wegen seiner Seitensprünge böse sein sollte. Wenn es dann überhaupt auch »nur« Seitensprünge waren …

Aber er kam jüngst dann doch wieder. Mit einem kleinen, aber feinen Büchlein, das einen »Remix« zu einer in einem älteren Titel (»Geschichten aus Joaquins Bar«) erschienenen Kurzgeschichte (»Rothenburg«) ebenso enthält, wie das Original, das die Grundlage der neuen Geschichte ist.

Und ich hatte die große Ehre, von diesem Werk auch ein Hardcover in einer ungewohnt hohen Auflage auflegen zu dürfen. Das Geheimnis: Axel Kruse ist Steuerberater und benutzt solche Bücher als Kundengeschenke. (Und von diesem Hardcover sind mir noch einige wenige Exemplare zum Verkauf geblieben.)

Details zum Buch: hier.

Wer später stirbt, ist länger da

Das kann man ganz sicher auch von zahlreichen Büchern sagen – sogar in meinem Kleinverlag. Einer dieser Titel ist Dirk C. Flecks »GO! – Die Ökodiktatur«, mit dem der Autor 1994 den SFCD-Literaturpreis (heute Deutscher Science-Fiction-Preis, DSFP) gewann. Im Rahmen der immer noch geplanten Neuveröffentlichung der DSFP-Sieger-Romane peu à peu erschien die p.machinery-Version 2013, also vor mehr als fünf Jahren. Und das Buch geht immer noch: als Paperback sowieso, als Hardcover – es sind noch wenige Restexemplare vorhanden – ein wenig »langsamer«, und nun auch als E-Book.

Und auch mehr als 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung hat das Buch nichts an Aktualität eingebüßt – eher noch im Gegenteil, denn das Szenario, das Dirk Fleck in seinem Werk unterstellt und beschreibt, hat sich uns eher noch angenähert. Nicht im Detail, aber die Richtung, in die wir uns bewegen, ist die, die uns das Buch vorgegeben zu haben scheint. Die Lektüre bleibt jedenfalls spannend – und sicherlich sinnvoll. Nach dem Motto: »Das sollte man gelesen haben …«

Mehr Details dazu finden sich auf der Buchseite.

Wie man’s macht …

… ist es meistens falsch. So scheint es. Bei der Veröffentlichung von »DAEDALOS 1994–2002« (Details zum Buch siehe: hier) war klar, dass es nicht nur ein Paperback, sondern auch ein Hardcover in limitierter Auflage geben würde. 22 Exemplare, mehr nicht. Abgesehen von Beleg- und Pflichtstücken ist die Verkaufsauflage dieser Version regelrecht verdampft. Und da denkt man sich schon mal, dass man mit einer höheren Auflage vielleicht schöne Umsätze hätte machen können – oder auch nicht, denn bei dieser Frage bin ich durchaus ein nicht ganz ungebranntes Kind. Da gibt es ein Buch, von dem die attraktiven und wirklich schönen Hardcover wie Blei im Regal liegen.

Aber gut. Das Hardcover ist weg, das Paperback problemlos lieferbar – und nun gibt es auch ein E-Book. Man kann es auf so ziemlich jedem deutschsprachigen E-Book-Portal beziehen, vorrangig natürlich bei den bekanntesten Anbietern wie Thalia, Hugendubel und natürlich auch Amazon (Link hierzu auf der Buchseite).

F-Diagnosen – eine Ausschreibung

F-DIAGNOSEN
(International Classification of Diseases der WHO, wobei die F-Diagnosen für die psychischen Störungen stehen)

Laut einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland geht jede achte Krankschreibung auf eine psychische Diagnose zurück. Das Fachmagazin »European Neuropsychopharmacology« berichtet, dass in den Staaten der EU jährlich fast 164 Millionen Menschen psychisch erkranken.
Parallel hierzu befindet sich unsere Gesellschaft im Umbruch. Immer bessere Roboter übernehmen die Arbeit in den Fabriken, künstliche Intelligenz hält Einzug in Bereiche wie Verkehrsführung und Medizin. Die Forschung beschäftigt sich mit technisch erweiterten oder genetisch verbesserten Menschen.
Zu welchen – neuen – psychischen Problemen wird dies in Zukunft führen?

Mit dieser Ausschreibung möchten wir Autoren ansprechen, die bereit sind, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Das Resultat sollte eine auf den F-Diagnosen basierende SF-Kurzgeschichte sein.
Zum Thema der F-Diagnosen kann man – nebst Google – die Wikipedia konsultieren.

Man stelle sich vor, zukünftige Patienten sind: Roboter, Androiden, künstliche Intelligenzen und natürlich Menschen, die über technische Erweiterungen des Gehirns oder des Körpers verfügen oder die genetisch verändert wurden.
Vielleicht erkranken aber auch Aliens oder Menschen, die von Aliens entführt, besetzt, manipuliert oder gar missbraucht wurden. Die Story könnte auch von Menschen handeln, die telepathisch mit Außerirdischen kommunizieren oder Zeitreisende sind.
Und stelle man sich weiterhin vor, die Protagonisten sind Borderliner, Narzissten, Psychopathen, Suizidgefährdete oder Süchtige. Sie sind Menschen, Roboter, KIs oder Aliens, die an Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Phobien, Zwangserkrankungen, Burnout oder unter Mobbing leiden.
Wie wird in Zukunft diagnostiziert, therapiert, medikamentös behandelt und wieder in die Gesellschaft, das Berufs- und Alltagsleben integriert?

Geplant ist eine Anthologie, die sich mit den psychischen Problemen o. g. Protagonisten und deren Behandlung auseinandersetzt.

Wir werden alle veröffentlichten Geschichten illustrieren lassen und stellen danach jedem Autor »seine« Illustration als JPG-Datei zur privaten Nutzung zur Verfügung.
Zudem redigieren wir eure Storys nicht nur, sondern prüfen sie auch auf medizinisch-psychologische Fachlichkeit und Eignung.
Storys, die ebenso spannend wie sensibel mit diesem brisanten Thema umgehen, bevorzugen wir vor reißerischen Texten.

Für die Einsendung gelten die unter https://www.pmachinery.de/unsere-projekte/manuskripte genannten Bedingungen.

Die Manuskripte gehen bis zum 30.11.2019 an: Ulrich Bendick (Ulisionen@web.de). Die Korrespondenz wird ausschließlich mit Ulrich Bendick geführt.

Legendenbildung

Legenden bilden sich nicht von allein. Da hilft immer jemand mit. im Falle der zwischen 1994 und 2002 erschienenen Magazinreihe »Daedalos« waren das zum einen Hubert Katzmarz († 2003) und Michael Siefener, das waren zum anderen die zahlreichen Autoren – und nicht zuletzt die Leser der Magazine.

Ellen Norten ist inzwischen in der deutschen SF-Szene bestens bekannt. Sie schreibt selbst, sie gibt heraus. Und sie verwaltet das literarische und publizistische Erbe des Hubert Katzmarz. Neben den längst nicht mehr lieferbaren Storysammlungen »Schattenspiel« (AndroSF 23) und »Alptraumhaft« (AndroSF 24) war es wohl irgendwann naheliegend, aus den alten »Daedalos«-Materialien etwas Neues zu stricken.
Und so kam der Band »DAEDALOS 1994–2002« zustande, der wiederum mit Unterstützung – vulgo: Erlaubnis – zahlreicher Autoren zustande kam und eine erkleckliche Anzahl seinerzeit erstmals und nun wiederholt publizierter Geschichten präsentiert.

»DAEDALOS 1994–2002« präsentiert sich in ausgefallenem Format, größer als die normalen Paperbacks meines Verlages, aber hoffentlich immer noch handlich und handhabbar. Das Layout sollte dem Original nachempfunden sein. Die Bildauswahl ebenso – und in der steckte noch ein wenig Arbeit, weil es galt, zu den Abbildungen auch die Quellen ordentlich zu recherchieren, was im Vorfeld nicht in allen Fällen gelungen war.

Am Ende hatte ich Druckdaten für ein durchaus opulentes Buch auf der Festplatte, das es als Paperback gibt – und als Hardcover gab, sieht man davon ab, dass noch genau ein (1!) Exemplar als Hardcover verfügbar ist – und das mich – durchaus gemeinsam mit Ellen Norten und mit bereits vorliegender Zustimmung einiger seinerzeit beteiligter Autoren – auf einige lustige Ideen brachte. Aber das ist Thema für einen weiteren Beitrag.

Weitere Informationen zum Buch finden sich hier und hier.