Wie das Kind zum Bade

Die Idee, bei p.machinery ein Hörbuch – neudeutsch: Audiobook – herauszubringen, war nicht ganz neu. Am Ende blieben die Ideen meist in irgendeiner mentalen Ecke liegen; nicht wirklich unsichtbar, aber auch nicht sonderlich beachtet.
Als es dann endlich so weit war, hatten andere Menschen die ganze Arbeit gemacht:

Das Hörbuch »Feuer am Fuß« ist fast 15 Stunden lang. Dirk C. Fleck hat seinen eigenen Text im Studio von Idealism Prevails in Wien (https://www.idealismprevails.at) eingesprochen. Georg Bermuda Bremges (https://www.facebook.com/georg.bermuda) und Enrico Körbitz (https://www.facebook.com/enrico.korbitz) haben Musik beigesteuert. Und Heimo Rauter (https://www.sender.fm) hat den Schnitt bewerkstelligt.
Und fertig war die Kiste.

Ich kam dann ins Spiel, als es um die Frage ging, wie man das Hörbuch vermarkten könnte. Meine Beteiligung war naheliegend, da auch das Printbuch und das E-Book in meinem Verlag p.machinery erschienen (und nach wie vor lieferbar sind). Verschiedene Ideen wurden aufge- und verworfen. So war klar, dass eine einfache Downloadmöglichkeit allenfalls das Raubkopierertum unterstützt hätte. Und auch das Problem der Verbreitung wäre mit einem solchen Download schwerlich zu beseitigen gewesen.
Am Ende sollte ich mich um einen professionellen Vermarktungsanbieter bemühen. Ich prüfte die Angebote einiger bekannter und weniger bekannter Namen im Internet und legte mich schließlich auf Bookwire fest. Es zeigte sich zunächst, dass sich die Abwicklung eines solchen Projektes bei Bookwire von E-Book-Projekten bei BookRix grundsätzlich unterschied. Bei Bookwire gibt es einen Vertrag, der vorab abgeschlossen wird.
Der Kontakt zu Bookwire war anfänglich ein wenig zäh – was durchaus auch an mir lag. Aber schließlich war der Vertrag unterschrieben und die Zugangsdaten zum MACS genannten Portal von Bookwire lagen vor. Es konnte also losgehen.
Gedacht, ge… – falsch gedacht.

Dirk und Heimo hatten mir ein gigantisches MP3-File (um die 8 GB groß) geliefert. Das ist heutzutage ja kein Problem mehr.
Beim Upload auf Bookwires MACS stellte sich jedoch heraus, dass Bookwire keine MP3-Daten für Audiobooks annahm, sondern nur WAV oder FLAC. Also suche ich nach einer Software, mit der ich MP3 in WAV oder FLAC konvertieren konnte. Was da an Freeware auf dem Markt zu finden ist, ist bestenfalls Schrott. Oder veraltet und nicht Windows-10-kompatibel. Oder beides.
Am Ende fand ich einen Onlinekonvertierer (https://online-audio-converter.com/de): MP3-File hochladen, zwei, drei kleine Einstellungen vornehmen und dann konvertieren. Ging ratzfatz – und die Qualität war nach wie vor einwandfrei.
Aber Bookwire mochte auch dieses fast 15 Stunden lange WAV-File nicht. Begleitet von den sittsam bekannten hochintelligenten Fehlermeldungen ohne Inhalt, Aussage und Rettungsanker scheiterte die Freigabe des Audiobooks ein weiteres Mal.
Ich erfuhr dann, dass ein Audiobook bei Bookwire insgesamt mindestens 20 Minuten lang sein muss. Es muss aus einzelnen Tracks von nicht mehr als einer Stunde Länge bestehen. Und eben WAV oder FLAC sein.

Heimo hatte natürlich noch die WAV-Daten vorliegen, aus denen er das MP3 gebaut hatte. In mehreren Paketen schickte er mir die Daten über WeTransfer. Alles klappte wunderbar.
Der neuerliche Uploadversuch bei Bookwire zeitigte weitere Probleme – die allerdings diesmal zwar ärgerlich, aber leicht behebbar waren. (Es ist überraschend, wie schnell man bei so einem neuen Terrain doch eine gewisse Erfahrung und Routine erwirbt.)
Da befanden sich in den 109 Tracks zwei MP3-Mogler, die ich mit dem vorgenannten Onlinekonvertierer leicht umwandeln konnte. Auch die Songs von Georg und Enrico waren nicht korrekt eingestellt – und auch das konnte ich über den vorgenannten … ihr wisst schon.
Am Ende hat alles gepasst. Die Freigabe konnte fehlerfrei erfolgen. Nun hieß es warten.

Das Audiobook ist bislang nicht einfach zu finden. Natürlich dauert es seine Zeit, bis ein Anbieter wie Bookwire das Hörbuch nach und nach in die diversen Portale und Shops bringt. Aber auch sonst ist die Suche danach nicht ganz einfach.
Sucht man nach Autor, Titel und dem Stichwort »Hörbuch« oder »Audiobook«, bekommt man meist eine Fehlermeldung. Oder Google & Co. zeigen gar nichts an. Mitunter sieht man Shoppingangebote für das Hörbuch.
Als bester Link für die Suche erwies sich https://www.google.de/shopping/product/16423362044044527203. Dort findet man die Shops aufgelistet, die das Hörbuch bereits anbieten. Ich gehe davon aus, dass ich die Liste peu à peu verlängern wird.
Aber auch sonst bleiben Probleme nicht aus. Bei Facebook war einem Anwender offensichtlich nicht klar, dass man unter dem vorgenannten Link nicht bestellen konnte, sondern nur erfuhr, bei welchen Anbieter man bestellen konnte. Der jeweils vorhandene Button »Zur Website« war offensichtlich nicht intuitiv genug, um auf den richtigen Weg zu führen.
Und ganz aktuell zeigt sich, dass die Österreicher (und vielleicht auch die Schweizer) (noch) außen vor sind. Bei denen zeigt der Link zum Google-Shopping nämlich keinen Shop an. Aber das lässt sich klären.

Gehört habe ich das Audiobook selbst noch nicht. Nur einige Ausschnitte. Zur Prüfung der Qualität. Vermutlich werde ich das sowieso meiner Frau überlassen. Die ist in diesem Haushalt der Hörbuchprofi. Und wird ganz sicher wieder irgendetwas zu beanstanden haben. Aber so ist das auch im Hörbuchgeschäft: Einer meckert immer.
Ich meckere nicht. In wünsche mir – und vor allem Dirk und seinen fleißigen Mannen –, dass das Audiobook, Hörbuch oder wie immer man das Ding nennt, ein Erfolg wird. Dirks Werk hat es verdient, das Thema auch. Besonders das Thema, das mir umso mehr in den Hintergrund gedrängt scheint, je mehr Menschen darüber reden, schreiben und filmen. Aber das ist eine andere Geschichte

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