NOVA 30 + Markus Müller: Regenmädchen

Ein Geräusch hinter ihr ließ sie herumfahren. Ein verhuschtes, hohlwangiges Männlein mit schwarzen Ringen unter den Augen sprang erschrocken zurück und starrte auf das Blitzen des halb gezogenen Saari-Messers, das ebenso zur Standardausrüstung gehörte wie ihr Deck. Es gab jede Menge Freaks und Möchtegern-Hacker mit großen Träumen und leeren Bankkonten, die kein Problem damit gehabt hätten, eine Saari-Priesterin in der Mitte durchzusägen, nur um an ihre Hardware zu kommen. Deshalb hatten die Instruktorinnen dafür gesorgt, dass sie notfalls sogar mit bloßen Händen ein paar Dinge anstellen konnte, die selbst die Fans von Kettensägenfilmen hätten zusammenzucken lassen.

»Vorsicht, Freund«, sagte sie beschwichtigend. »Hat man dir nie gesagt, dass man sich an eine Saari-Priesterin besser nicht anschleicht?«

NOVA 30 – das Jubiläum

Ein neues Baby ist im Haus

Vorletzte Runde

Das Layout ist auf Seite 165 vollständig. Es fehlt noch Thomas Harbachs »Nostalgia«, die Infos zum diesjährigen Kurd-Laßwitz-Preis und die Story »Hotel« von Peter Kiefer. Dann sind die ANDROMEDA NACHRICHTEN 274 komplett, fertig, vollendet. Naja, ein bisschen Kleinkram folgt noch. Inhaltsverzeichnis. Die Vierfarbdaten für den späteren Download. Die Schwarz-Weiß-Version für die Druckerei. Und zwei, drei Rubriken als Einzel-PDF. Morgen ist E-Mail-Tag, am Sonntag bekommt meine letzte ANDROMEDA NACHRICHTEN-Ausgabe den Rest. Und das war’s dann.

Am Dienstag gibt es vielleicht ein Skypofonat. Nachdem ich den Termin bestätigte, gab es keine Reaktion mehr. Es ist ziemlich eindeutig erkennbar, dass die SFCD-Verantwortlichen nicht mehr mit mir reden wollen. Oder so wenig wie möglich. Zugegeben, bei mindestens einem dieser Verantwortlichen kann ich diesem das auch nur raten …

Glasgow 2024: Ein WorldCon für Europa

Eine Bewerbung um die Ausrichtung des 82. Worldcon in Glasgow, 8. bis 12. August 2024

Glasgow ist eine pulsierende Stadt voller Science-Fiction, Fantasy und Erfindungsreichtum, und unser Team hat sich zum Ziel gesetzt, die Liebe zu diesen Themen in unsere Bewerbung um die Ausrichtung des 82. Worldcon einzubringen. Glasgow hat bereits zwei Worldcons ausgerichtet:
Intersection im Jahr 1995 und Interaction im Jahr 2005. Wir freuen uns, den SEC-Campus wieder besuchen zu können, der in den letzten Jahren ein beträchtliches Wachstum erlebt hat, einschließlich neuer Hotels und Restaurants vor Ort und der Entwicklung innerhalb des Kongresszentrums selbst, das ein fantastischer Mittelpunkt für einen Worldcon sein wird.

Unser Team ist eine engagierte Gruppe von Fans, sowohl lokal als auch international, erfahren und neu, alt und jung. Unterstützt werden wir unter anderem von ehemaligen Worldcon-Vorsitzenden (Chairs) und Bewerbungsvorsitzenden (Bid Chairs), die sich ehrenamtlich neben Neulingen engagieren, um den Worldcon zurück nach Schottland zu bringen.
Wir schöpfen unsere Erfahrungen aus den vielen Veranstaltungen, die in ganz Großbritannien, Irland und darüber hinaus stattfinden. Nach den Erfolgen des Loncon 3 (2014) und der anhaltenden Leidenschaft für Dublin 2019 – An Irish Worldcon (2019), ist der Enthusiasmus groß, wieder einen Worldcon auszurichten. Unser Bid Chair ist Esther MacCallum-Stewart.
Außer dem Know-how zur Bewerbung bringen wir auch viel Spaß mit. Wir haben einige aufregende Events veranstaltet, darunter Autoreninterviews und die Vorstellung von Original-Bid-Kunst von unseren fantastischen Bid-Künstlern Sara Felix und Iain Clark. All das könnt Ihr auf unserem YouTube-Kanal mitverfolgen. Sucht einfach nach »Glasgow In 2024«.
Wir haben nicht nur über die Hugo-Finalisten, sondern auch über einen Glasgower Vampir und vieles mehr gebloggt: glasgow2024.org/blog.
Wir haben auch einige tolle Wettbewerbe veranstaltet, darunter Malwettbewerbe für die Kleinen, einen Bid-Garn-Namenswettbewerb für die Großen und einen ABC-Gürteltier-Kreativ-Wettbewerb: glasgow2024.org/fun-stuff.

Kommt und habt Anteil an der Begeisterung für Glasgow 2024 und helft uns, einen Worldcon für unsere Zukunft zu schaffen: glasgow2024.org.
Bleibt auf dem Laufenden über uns auf Facebook, Twitter und Instagram, indem Ihr @Glasgowin2024 oder den Hashtags #Glasgowin2024 und #GIn2024 folgt.

Aus dem Englischen von Dirk M. Weger

Fortschritt im Abschied

Die Vorbereitungsarbeiten für das Layout der ANDROMEDA NACHRICHTEN 274 sind beendet.

Auf der »Schlachtplatte« finden sich einmal mehr zahlreiche Rezensionen zu Büchern meines Verlages. Fast könnte man annehmen, es gäbe nichts anderes mehr zu lesen. Vielleicht verschickt auch außer mir niemand mehr Rezensionsexemplare. Keine Ahnung. Die SFCD-Mitglieder werden ab der Ausgabe 275 sicherlich wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass die Zahl der p.machinery-Rezensionen angenehm gegen Null tendieren wird. Nehme ich jedenfalls an. Beides.

Ich erwähnte bereits die »Story:Files«. Es sind insgesamt sieben Geschichten, die in den ANDROMEDA NACHRICHTEN 274 zu finden sein werden. Nebst Kurzgeschichten von Michael Baumgartner, Clemens Nissen, Gard Spirlin, Peter Kiefer, Marianne Labisch und Ellen Norten – alles keine unbekannten Namen, denke ich – findet sich vor allem ein monumentales Epos von Jürgen Lautner, das mit großer Aufmerksamkeit und höchstmöglicher Sensibilität bezüglich der zahlreichen, fast zahllosen Anspielungen gelesen werden kann und sollte. Ein echtes Vergnügen. Vor allem für den, der erkennt, wer hier auf Korn und Schippe genommen wurde und wird.

Und ein Titelbild gibt es auch schon. Von Steve Mayer. Ein Pseudonym. Ich sag aber nicht, von wem.

Unwiderruflich

Gestern habe ich mit den Arbeiten an meiner unwiderruflich letzten – und gleichzeitig meiner hundertsten – Ausgabe der ANDROMEDA NACHRICHTEN des SFCD, des »Science Fiction Club Deutschland« e.V. begonnen. Es ist nicht anzunehmen, dass der Verein bereit ist, mich für meine Dienstleistung zu bezahlen, sodass es keine Ausgabe 275 aus Winnert geben wird. Die 274, die wohl Anfang August an die Vereinsmitglieder verschickt wird, wird meine letzte Ausgabe gewesen sein.
Die Arbeiten beginnen mit Standardaufgaben. Texte sichten, zusammenstellen, einzelne Dateien (eine pro Themensparte) bauen, Korrekturlesungen, ein wenig Lektorat geht auch immer – und vor allem wird entgendert, denn einiges Material – allem voran: Pressetexte – ist heutzutage schlicht und ergreifend nicht mehr lesbar, sofern man einem Text nicht hilft, zur offiziellen deutschen Rechtschreibung zurückzukehren.

Gekommen bin ich gestern bis zum »Reissswolf«, Michael Baumgartners Rezensionssparte. Bei den Texten war auch eine Asimov-Kellerbar-Story von Klaus Marion, ein allerliebster Text, mit dem er sich bei Ralf Boldt und mir für unsere Dienste im SFCD bedankt.
Heute folgt noch die »Schlachtplatte« mit den Rezensionen, die nicht über Michael Baumgartners Tisch gelaufen sind, sowie die »Story:Files«, die in dieser Ausgabe sehr umfang- und zahlreich ausfallen werden.

Die DSFP-2021-Nominierungen sind da

Die Nominierungen zum Deutschen Science-Fiction-Preis 2021 wurden veröffentlicht. Mein Verlag ist auch wieder dabei: T. Ellings Story »Die letzte Jungfrau« aus NOVA 29 wurde als »beste deutschsprachige Kurzgeschichte« ebenso nominiert wie Gabriele Behrends Roman »Salzgras und Lavendel« als »bester deutschsprachiger Roman«. Die Konkurrenz ist groß, jetzt gilt es, Daumen zu drücken. Weitere Details: hier.

Behrend, Gabriele, Salzgras & Lavendel

 

Franke fürs Gehör

Genau, und zwar der Herbert W. Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, wird der Bayerische Rundfunk in seinem 2. Programm (vulgo: Bayern 2) drei Hörspiele des deutschen SF-Altmeisters neu ausstrahlen. Die ersten beiden Termine stehen schon fest (siehe unten); 2022 soll noch ein drittes Hörspiel gesendet werden.
Vor den jeweiligen Sendeterminen werde ich diese Information noch einmal wiederholen.

NOVA 30 + Norbert Stöbe: RITA flies at 5 p.m.

»Einen Panda in freier Wildbahn sehen, das passiert mir vielleicht einmal im Leben«, sagte sie. »Nur fünf Minuten!« Die Angst, die sie während des Anmarsches verspürt hatte, war verflogen. Sie richtete sich auf und schlich hinter Hong her durch den Bambus. Es wurde immer heller, dann auf einmal hatte sie freie Sicht auf den Felsvorsprung. Sie kauerte sich neben Hong hinter einen Farn. Die Abschussvorrichtung mit der NH13 leuchtete in der Morgensonne wie ein Alienartefakt. Sie war ein Fremdkörper inmitten des grünen Bambuswalds. NH13 sei der kleinste Marschflugkörper der chinesischen Marine, hatte Kenshou erklärt, kaum zweieinhalb Meter lang. Die Reichweite betrage lediglich 120 Kilometer, doch für ihre Zwecke sei das mehr als genug …

NOVA 30 – das Jubiläum

Ein neues Baby ist im Haus

Verkrampfte Puritaner

Ich dachte ja zuerst, dass Amazon wieder eine neue Macke entwickelt hat, als ich auf Bookwire ein Ticket vorfand, in dem die Entfernung des Titelbildes und der Innenillustrationen aus Bernhard Kempens E-Book »ARKADIA« verlangt wurde, anderenfalls man das E-Book im Shop nicht freigeben würde.
Wir waren seinerzeit durchaus vorsichtig mit der Werbung für das Buch. Auf meiner eigenen Website und in diversen Foren habe ich mich nicht zurückgehalten; ich denke, das ist in der heutigen Zeit nicht mehr notwendig (und einen Sexismusvorwurf kassiert man schon für einen von unten rot beleuchteten Frauenhintern auf einem Buchrücken, bei dem ansonsten nichts außer der hübschen Rundung zu sehen ist). Bei Facebook haben wir – Bernhard Kempen und ich – eine mit einem Banner entschärfte Version eingestellt, und Bernhard hat eine Variante mit den beiden ZDF-Fingern über Greedys Brüsten aufgenommen und zur Verfügung gestellt.
Nun erscheint Band 2 der Trilogie um die Arkadierin Greedy und den Sensationsreporter Adrian unter dem Titel »DARLING«, wobei das der Name der Computerseele eines eigentlich »Daoling« genannten Raumschiffs ist. Das Cover zeigt Greedy wiederum in traditioneller arkadischer Nichtbekleidung, und inhaltlich geht es nun weniger um die gesellschaftlichen Besonderheiten der arkadischen Zivilisation, als vielmehr um Darling – und natürlich um Greedy, die diesmal von einer nicht sehr angenehmen Erkrankung heimgesucht wird.
Der Roman liest sich gefällig und ausgesprochen unterhaltsam, und wem Band 1 gefallen hat, der muss sich hier nicht zurückhalten.

Ach ja, die Forderung, das E-Book »ARKADIA« zu verstümmeln, kam nicht von Amazon, sondern von den verkrampften Puritanern des E-Book-Shops »Apple Books«. Ich habe das E-Book ausgeblendet und werde »DARLING« von vornherein nicht an Apple Books ausliefern lassen. Ich möchte ja nicht, dass am Ende noch irgendein Ami beim Wichsen in Ohnmacht fällt …

Kempen, Bernhard, DARLING