Ganz so einfach ist das nicht

Wahrlich nicht. Ein gutes Buch zu machen, ist eine Arbeit mit Anspruch. Nicht nur, aber auch, wenn das Material von Menschen zusammengestellt wird, die nicht ohne Erfahrung sind und die wissen, was sie wollen. Andreas Fieberg und seine Kollegen Michael Awe und Joachim Pack gehören dazu. Ihre E-Book-Reihe »GEGEN UNENDLICH« dürfte inzwischen in der Szene bekannt sein.

Als das zehnte E-Book zur Rede stand, trat Andreas auf mich zu und präsentierte die Idee, eine Art »Best of« aus den bisher erschienen E-Books zu machen – als gedrucktes Buch. Ich war natürlich mit von der Partie.
Und dann begann die Arbeit. Diskussionen, Klärungen, Feinheiten, was immer abzusprechen war. Es war eine erkleckliche Reihe E-Mails, die zwischen den Fronten … äh, Partnern hin und her gingen, und nicht alles ging ohne Widersprüche und gegenteilige Meinungen vonstatten. Da gab es zwei Autoren, bei denen unbedingt eine alte Rechtschreibung berücksichtigt werden musste; der eine hatte es vor seinem Tode verfügt, der andere wäre wohl für alle Zeiten eingeschnappt gewesen (was ich den GU-Machern natürlich nicht antun wollte). Auch das Titelbild bzw. dessen abschließendes Layout war Gegenstand von diversen Diskussionen, und es gab einige Entwurfsideen, die zur Begutachtung kamen.

Am Ende aber war alles gut, und das Buch ist nun verfügbar. Daten und Informationen zum Inhalt findet man hier, und das Titelbild von Stefan Böttcher sieht so aus:

Einmal mehr

Man sagt: »Was lange währt, wird doch noch gut«, oder – wie die Verbalkannibalen sagen würden: – »Was lange gärt, wird endlich Wut«. Letzteres trifft zum Glück nicht zu, aber lange genug hat es gedauert, bis die Anthologie »Schrecken der Vergangenheit« erschienen ist – in diesen Tagen –, die Patrick Schön für das und mit den Autoren des Anthologieforums zusammengestellt hat.

Das Anthologieforum – früher unter www.anthologieforum.de zu finden, derzeit nur bei Facebook und auch nur als geschlossene Gruppe – wurde von Patrick Schön ins Leben gerufen und lange Zeit am Leben erhalten. Wie das Leben so spielt … Er musste das Projekt aufgeben, gab es aber ab – und eine Neueröffnung des Forums steht noch aus. Aber darum geht es gar nicht –

Die Zeichen der Zeit bescheren uns allen heute viel zu wenig Zeit für all die Dinge, die wir gerne tun – und so blieb auch die Anthologie »Schrecken der Vergangenheit« viel zu lange liegen. Glaube ich den Datumsangaben der Dateien auf meinem Server, dann stammen die ersten Texte aus der Mitte des Jahres 2013; andere Daten sprechen vom vierten Quartal 2014. Wie auch immer – es war dann doch genug Zeit.
Und nun erscheinen die Geschichten, die klassischen Horror präsentieren, in Buchform (und natürlich auch als E-Book). Die Geschichten spielen allesamt im 18. Jahrhundert und gönnen dem Leser wahrlich klassischen Grusel. Aber davon sollte sich jeder selbst überzeugen.

Daten zum Buch gibt es hier.
Das sensationelle Cover stammt von Andreas Schwietzke:

Und die Komplettansicht:

Ungeklärt

Daniel Illy
ELYA-49
Books on Demand, Norderstedt, 2016, Taschenbuch, 397 Seiten, ISBN 978 3 7412 2355 6

VORBEMERKUNG
BoD ist ja inzwischen einigermaßen bekannt für Selfpublisherschrott. Leider. Dummerweise. Und die Bücher, die das Gegenteil beweisen, gehen vermutlich im Schrotthaufen schlicht unter. Aber nicht immer. Und es gibt sie wirklich. Die Edelsteinchen im Schrott.

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Die Literaten unter den Buchhändlern

scheinen bisweilen eher selten zu sein. Gerne lästere ich bisweilen über Buchhändler, denen offensichtlich die Fähigkeit des Lesens zu fehlen scheint. Und wirklich schlimm sind die Buchhändler, die mit den unterschiedlichsten – und erkennbar dämlichen – Ausreden ein Buch eben nicht verkaufen, weil es ihnen einfach zu viel Mühe ist.
Aber es gibt auch schöne Erfahrungen, überraschende, ansprechende, Mut machende. So bekam ich letztens eine Mail folgenden Inhalts:

[…] von einem Kunden habe ich soeben einen Flyer der Herbert W. Franke Werksausgabe in die Hand gedrückt bekommen. Sehr schön. Ob er denn die Bücher bei uns bestellen kann, da ich sie ja offensichtlich nicht in unserer Buchhandlung führe. Amazon mag er nicht. Ich auch nicht, deswegen ist die Triebfeder dieses Unterfangens nicht allzu sehr der schnelle Kommerz, sondern vielmehr der Stolz, die offensichtliche Scharte im Ansehen wieder auszuwetzen.
Wir sind seit 1981 eine Spezialbuchhandlung für SF und Fantasy und ich bin über diese Ausgabe selbst noch nicht gestolpert. Zumindest ein klein bisschen peinlich.
Also dem Kunden ein selbstverständlich – wir kümmern uns! – entgegengeschmettert und ihn dann seiner Wege ziehen lassen.
Bei unserem Barsortiment Libri mit mehr als einer Million ständig lieferbarer Bücher bin ich dann leider nicht fündig geworden, im Gegensatz zu Amazon. Da jetzt aber auf dem Flyer der freundliche Satz »Im Buchhandel, im Internet und direkt beim Verlag« prangt, hier meine Frage, ob und zu welchen Konditionen denn eine Belieferung des niedergelassenen Buchhandels vorgesehen ist. […]

Und auf die Frage, ob ich diese Zeilen veröffentlichen dürfe, erhielt ich die Antwort:

Auch wenn das gar nicht beabsichtigt war und eher der Gaul mit mir durchgegangen ist. Ja, das geschieht manchmal einfach so, ohne, dass man sich dagegen zur Wehr setzen könnte.
Freut mich, wenn die Formulierung zur Erheiterung und Freude beigetragen hat. Zitate sind immer okay. Da hab ich weder Angst, noch Scham.

In der Tat las sich das höchst ansprechend. Nicht nur, aber auch, weil Buchhändler selten sind, die überhaupt mehr Zeilen zusammenbringen, als die zum Zustandekommen eines Buchkaufes essenziell notwendigen.

Aber vielleicht hat das Wunder eine einfache Erklärung. Denn der betreffende Buchhändler ist Gerd Eibach von Hermkes Romanboutique, eben einer Spezialbuchhandlung für SF und Fantasy, wie man unschwer auf der Website www.comicdealer.de erkennen kann. Dass mein Verlag und sein Programm – nicht nur die SF-Werkausgabe Herbert W. Franke – gefunden wurde, erfreut natürlich mein Verlegerherz. Da steckt Potenzial drin. Nicht nur literarisches.

Auf den letzten Drücker …

… ist Silvester 2016 noch die 256. Ausgabe der ANDROMEDA NACHRICHTEN des Science Fiction Club Deutschland e.V. (SFCD) fertiggestellt worden. Am gestrigen Neujahrstag hat die Druckerei die Druckdaten und den Druckauftrag erhalten. Nach dem »Brocken« 255 zum BuCon 2016 ist die Ausgabe 256 mit »nur« 100 Seiten erwartungsgemäß schmal(er) ausgefallen.

ANDROMEDA NACHRICHTEN 256
SFCD e.V., Murnau, Januar 2017, 100 Seiten A4, EUR 8,00. Bezug: SFCD-Archiv, archiv[at]sfcd.eu

Der Inhalt:
[[Redaxionelles]] Michael Haitel im Interview mit dem Bücherstadt Kurier — Stöbe im Spektrum — Neustart: SF-Personality — Frank Böhmert in Interview mit Michael Schmidt — Angelika Herzog: Pennemünde 2016 [[Conventions]] Uwe Lammers: Abenteuer Buchmesse-Con. Ein Besuch in Dreieich bei Frankfurt am 22. Oktober 2016 — Jürgen Lautner: Olé – wir fahr’n zum Con nach Barcelona. BCon 2016, Barcelona, 3.–6.11.2016 — Jürgen Lautner: Stairway to Heaven. MediKonOne 12.–14.8.2016 — Jürgen Lautner: Aus und vorbei? Die 10. SpaceDays 15.–16.10.2016 [[Fantasy]] mit Beiträgen von Karl Aulbach und Buchbesprechungen von Angelika Herzog, Manuel Bianchi, Jürgen Schnaus, Uwe Lammers und Martina Schiller-Rall [[Zwielicht]] Der Horror in den ANDROMEDA NACHRICHTEN, von Michael Schmidt [[Cinema]] mit Filmbesprechungen von Jörg Krömer [[e:Games]] mit Spielerezensionen von Gerd Frey [[Perry Rhodan]] Robert Hector: Ein kritischer Rückblick auf den Atopen-Zyklus [[Science]] mit Beiträgen von Robert Hector [[Fanzine Kurier]] mit Rezensionen von Holger Marks, Armin Möhle und Irene Salzmann [[Reissswolf]] zusammengestellt von Michael Baumgartner — Deutschsprachige Originalausgaben – mit Besprechungen von Ekkehardt Brux, Andreas Nordiek, Ralf Boldt, Kai Beisswenger, Michael Haitel — Marko Ferst: Abschied von der Welt des Überflusses — Übersetzungen in die deutsche Sprache – mit Besprechungen von Andreas Nordiek, Angelika Herzog und Jürgen Schnaus — Angelika Herzog: Tad Williams’ Otherland [[StoryFiles]] Uwe Lammers: Der Platz der Steine, Teil 2

Das Titelbild stammt von Frank G. Gerigk.

Diese Ausgabe gibt es auch zum Download: https://www.sfcd.eu/download/pubs/an201-300/an256open.zip.

Immer noch hinterher

Die Zeit rast wie bekloppt. An manchen Tagen weiß ich nicht mehr, wie ich in den wenigen Stunden, die bleiben, ich das Pensum bewältigen soll, das ich gerne bewältigen würde. Ist das Stress? Nein. Stress ist es erst, wenn man daran zerbricht. Und dennoch. Die kleinen Aufgaben, die man tagtäglich erfüllen muss, sind so zahlreich —

Dieses Buch jedenfalls ist auch schon wieder einige Wochen auf dem Markt, ohne dass ich bislang die Gelegenheit hatte, es hier zu erwähnen. »Planet der Verlorenen« ist der Band 6 der »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« in meinem Verlag, und auch wenn der Text gerne einige Kritiken einfängt, ist es eine wunderbare Erweiterung meiner »Werkausgabe«.

Details zum Buch gibt es hier.

Mehrfach fantastisch

Andreas Eschbach
TEUFELSGOLD
Bastei Lübbe, Köln, 2016, Hardcover mit Schutzumschlag, 511 Seiten, ISBN 978 3 7857 2568 9

VORBEMERKUNG

Gemeinhin bezeichnet man den Text auf der Rückseite eines Buches, der Auskunft über Inhalt, Pressestimmen und manchmal auch puren Unsinn geben soll, als »Klappentext«, obwohl es sich eher um einen »(Buch-) Rückseitentext« handelt. Einen echten »Klappentext« findet man in der Regel heutzutage in Hardcovers mit Schutzumschlag – so auch in diesem Fall.

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Überleben, auch ohne Training

Alexandra Oliva
SURVIVE. Du bist allein
(One Last, 2016)
Fischer Scherz @ S. Fischer, Frankfurt, 2016, aus dem Amerikanischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann, Klappenbroschur, 412 Seiten, ISBN 978 3 651 02473 1

VORBEMERKUNG
Eigentlich wissen die einschlägigen Verlage, die mir Rezensionsexemplare schicken, dass ich SF haben möchte, und ich erhalte aus den guten alten MAGIRA-Zeiten auch immer noch Fantasyliteratur. Bei diesem Buch von Alexandra Oliva ist nicht auszuschließen, dass ich es ausdrücklich angefordert habe, weil mich die Beschreibung lockte. Es ist laut Auszeichnung ein Thriller – mit einem winzigen SF-Element, zugegebenermaßen, das aber das Buch nicht wirklich zu einem SF-Buch macht, denn das SF-Element ist nur Mittel zum Zweck.

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Berichtspunk, Punkberichte

Klaus N. Frick
FÜR IMMER PUNK?
Eine Kurzgeschichten-Sammlung
Hirnkost, Berlin, 2016, Hardcover, 318 Seiten, ISBN 978 3 945398 44 9

VORBEMERKUNG
Klaus Frick kenne ich lange. Ich denke, wir kommen locker auf dreißig Jahre. Andererseits: Kennt man jemanden wirklich, nur weil man ihn vor dreißig Jahren kennengelernt hat? Ich glaube nicht, und bei der Lektüre dieser Kurzgeschichtensammlung (ich schreibe sie in einem Wort) habe ich mich mehr als einmal gefragt, ob Klaus und ich, ob wir uns wirklich kennen.

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