Nicht mal mehr 100 Tage, …

… um das ARCHIV DER JUGENDKULTUREN zu erhalten!

Liebe jugendkulturell Interessierte,

nun wird es ernst: Die Stiftungskampagne ist gestartet. Bereits in der ersten Woche sind mehr als 4.000 Euro bei uns eingegangen – auch auf diesem Wege vielen Dank schon jetzt an alle, die geholfen haben! Das Ziel – 100.000 Euro bis zum 31. Oktober – ist noch weit entfernt, doch ein Anfang ist gemacht!
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Das ARCHIV DER JUGENDKULTUREN geht stiften!

… und Sie können ein Teil davon sein.

Das Berliner ARCHIV DER JUGENDKULTUREN e.V. existiert seit 1998 und hat sich zur Aufgabe gemacht, den Klischees und Vorurteilen über »die Jugend« und ihre Lebens- und Freizeitwelten differenzierte Informationen entgegenzusetzen. Zu diesem Zweck betreibt es eine eigene umfangreiche Jugendforschung, publiziert deren Ergebnisse, aber auch autobiografische Texte und vieles mehr in seiner archiveigenen Verlagsreihe. Das ARCHIV DER JUGENDKULTUREN sammelt zudem Zeugnisse aus und über Jugendkulturen (Bücher, Diplomarbeiten, Medienberichte, Fanzines, Flyer, Musik etc.) und stellt dieser in seiner Präsenzbibliothek der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung. Science Fiction, Fantasy, Punk, Techno, HipHop, Gothic, Skinhead, Emo … von der BRAVO über Punk-Fanzines, den ersten Techno-Flyern bis hin zu Schülerzeitungen – hier ist alles zu finden.
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Eine Schande für die Zunft

oder
Ali Schanda und die Pfirsichschreiba

Erich Schanda (Hrsg.)
NACHTFAHRT
40 Geschichten von 40 Autoren, Anthologie, Lerato Verlag, Mai 2006, Umschlag: Hartmut H. W. Köhler, 236 Seiten, Paperback, ISBN 3 938882 09 3 bzw. 978 3 938882 09 2

Der Lerato Verlag existiert nicht mehr. Er ist nicht mehr aktiv, nicht mehr aufzufinden – und die Domain www.lerato-verlag.de ist geparkt. Ich hatte vom Lerato Verlag noch kein Buch in der Hand, auch wenn mich der Verlag – und die Versuche, Kontakt herzustellen – im Zusammenhang mit dem von Alisha Bionda weiland herausgegebenen Kurzgeschichtenband »Die Himmelspfeifer« schon beschäftigte. Doch nun, nachdem ich dieses Buch in Händen halten durfte – musste? – und gelesen habe, bin ich davon überzeugt, dass es gute Gründe hatte, warum sich die Leratos fast schon klammheimlich aus dem Staub machten.

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Zerknirschter Magnetismus

Phil Rickman
DIE FÜNFTE KIRCHE
A Crown of Lights, 2001
Merrily-Watkins-Krimi 3, Übersetzung: Nicole Seifert, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, Mai 2010, Taschenbuch, 559 Seiten, ISBN 978 3 499 24907 5

Ich bestelle nicht oft Bücher bei Amazon vor; in der Regel kaufe ich, was lieferbar ist, vom Rest setze ich manchmal noch einen Titel auf die Wunschliste, man kann ja nicht wissen. Als ich Ende April eine Sendung von Amazon erhielt, mit der ich nicht rechnete, weil ich nichts bestellt hatte, war ich verwirrt. Als ich die Sendung öffnete und Rickmans dritter Watkins-Krimi – laut Titelbild inzwischen ein »Merrily-Watkins-Mystery« – herausglitt, bildete sich in meinem rechten Mundwinkel ein Faden.

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Routinierter Sexcontainer

Maren Frank
KRONOS-DIVISION: GELIEBTE VERDÄCHTIGE
dead soft verlag/Edition Banzini, Februar 2010, Edition-Banzini-Hefte 7, Heftroman/Romanheft, 72 Seiten, ISBN 978 3 934442 86 3

Die Erscheinungsform des Werkes ist ein wenig … naja, unerwartet. Das Stück hat eine reguläre ISBN, kommt jedoch beinahe wie ein Fanzine daher. Zwar ordentlich gemacht, im Großen und Ganzen, doch im Grunde ein Fanzine. Der Rückenstich sitzt nicht ganz korrekt, der Gesamtumfang ist an der für Rückenstichheftung geeigneten Grenze, der Coverdruck weist die typischen, nicht bedruckbaren Bereiche von Digitalkopierern auf, der Druck selbst ist satt und sauber, das Layout simpelste Strickweise, mit einer der Arial ähnlichen serifenlosen Schrift – oder ist es gar die Arial selbst? –, und der Fließtext ohne Absatzeinrückungen und ohne Silbentrennungen.

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»Englisch« geht auch anders

Eine Sache muss ich zu »Maltamaniac« noch loswerden, die ich in der eigentlichen Rezension fast vergessen habe. Das Englische.
Im Klappentext wird ja speziell herausgestellt, wie simpel das Englische in diesem Buch sei, wie gut es sich eigne, ein authentisches Gefühl zu entwickeln, Ausländer in einem fremden Land zu sein, und wie gut man es auch nur mit Grundkenntnissen der englischen Sprache verstehen würde.
Fein.

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»Maniac« geht anders

Anja C. Josten
MALTAMANIAC
Books on Demand, Norderstedt, 2008, Paperback, 272 Seiten,
ISBN 978 3 8370 7546 5

Auf dieses Buch kam ich durch Sigrid, eine fleißige Mitstreiterin im Malta-Forum. Sie fragte, ob ich das Buch kenne, sie überlege noch, weil es doch recht teuer sei. Und in der Tat – der Preis von EUR 18,90 ist nicht unhappig; im Nachhinein eigentlich sogar unverschämt (aber dazu später mehr). Da ich Komplettsammler bin, was Literatur zu Malta und das Drumherum angeht, bot ich an, das Ding zu beschaffen und mal reinzuschauen.
Habe ich auch gemacht. Man hat ja einen Ruf zu verlieren.

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Die Watkins im kalten Wasser

Phil Rickman
MITTWINTERNACHT
Midwinter of the Spirit, 1999
Merrily-Watkins-Krimi 2, Übersetzung: Karolina Fell, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, Dezember 2009, Taschenbuch, 605 Seiten, ISBN 978 3 499 24906 8

Nachdem mir der erste Roman »Frucht der Sünde« – siehe auch hier – eigentlich gut gefallen hat, mich jedoch überraschte, weil in ihm nichts von dem enthalten war, was man zu der Serie an sich lesen konnte – sprich: die Watkins war noch nicht »Beraterin für spirituelle Grenzfragen«, und auch sonst fehlten ihr alle Elemente, die man für eine angehende solche erwartet hätte –, war ich auf den zweiten Band doppelt gespannt. Nicht nur, weil der Klappentext mit »Und dann war der Teufel los« betitelt war. Nach der gelinden, wenn auch nicht wirklich prägenden Enttäuschung nach dem ersten Band hätte ich das leicht als Übertreibung abtun können. Aber das wäre ein Fehler gewesen. Ein großer Fehler. Ein unverzeihlicher gar.

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Nachtragszitat

Zum ersten Rickman-Roman möchte ich noch ein winziges Zitat nachreichen, als Schmankerl:

Merrily steckte sich eine Zigarette an. «In Momenten wie diesen schlage ich eigentlich vor, sich gemeinsam hinzuknien und um Beistand zu beten.»
«Das ist nicht Ihr Ernst», sagte Lol.
«Das ist mein Beruf», sagte Merrily.
«Das hatte ich ganz vergessen.»
Draußen auf dem Marktplatz begann eine Blaskapelle zu spielen.

Ich glaube, ich habe in meiner Rezension nicht deutlich genug hervorgehoben, dass das Buch insgesamt sehr dialoglastig ist – was ich sehr schön finde, ich bevorzuge Dialoge eigentlich –, und dass diese durchgängig sehr spritzig und schön ausgefallen sind.

(Und wenn der Mistscanner, dieser elektronische, japanische Sch***glump, japanische Mists** gescanned hätte, was ich gescanned haben wollte, dann wäre das obige Zitat auch länger ausgefallen. Aber nein, das muss ja nicht sein, dass man als Dr***shaufenm***elektronik noch das tut, was einem aufgetragen wird.)

Kopf-an-Wand-Einsatz

Ein Nachtrag zum ersten Band der Merrily-Watkins-Krimis von Phil Rickman ist mir noch eingefallen: An einer Stelle – ich habe das Buch gestern verschenkt, kann also die Seitenzahl nicht mehr nennen – ist entweder der Übersetzerin oder dem Lektor oder beiden ein ganz übler Schnitzer unterlaufen, den ich so nicht stehen lassen kann. Da wird in einem klar erkennbaren und für »Mundpropaganda« sprechenden (sic!) Zusammenhang doch glatt das Dummwort

Mund-zu-Mund-Propaganda

wortwörtlich und genau so hingestellt, als gehörte es da hin. Ein Ei über das geistige Niveau deutschen Sprachgebrauchs!