Tiny Stricker in der Hörbahn on stage

Im Literaturradio »Hörbahn on stage« wird man Tiny Stricker am 14.07.2021 ab 18 Uhr hören können – und so die Seuche will, kann man ihn in der Georgenstraße 63 zu München sehen. Es geht vor allem um sein aktuelles Buch »U-Bahn-Reiter« und er wird über die Entstehung des Buches, sich selbst und seine Odyssee sprechen. Weitere Details zur Veranstaltung: hier. Weitere Informationen zum Buch: hier. Und zur Werkausgabe insgesamt: hier.

Vielleicht nicht neu. Vielleicht. Aber jedenfalls gut

Spontan erinnerte mich der Titel an den Film mit David Bowie, »Der Mann, der vom Himmel fiel« (The Man Who Fell to Earth, 1976), aber auch wenn es Ewigkeiten her ist, dass ich den Streifen gesehen habe – mit dem Plot hat der »Zef’ihl« – so der hausinterne Kurzname des Romans von Dieter Bohn – nichts zu tun. Im Gegenteil.
Die bohnsche Geschichte ist nicht neu, denke ich … doch, die Geschichte an sich natürlich schon, aber die Idee dahinter ist es nicht. Wenn mir auch vorrangig Geschichten einfallen, die eher damit zu tun haben, dass die Angehörigen einer entwickelteren Zivilisation vermeiden sollten bzw. zu vermeiden versuchen, dank ihrer technologischen und ideologischen Kenntnisse eine mittelalterliche Zivilisation in ihrer Entwicklung zu beeinflussen. Das sind, so erinnere ich mich, in der »Star Trek Classic«-Serie beliebte Themen gewesen, und auch in anderen SF-Werken – gleich in welchem Medium – sind solche Plots immer wieder vorgekommen.
Bei Dieter Bohn indes geht es eher um die Frage, ob das, was ich als Angehöriger einer »höherstehenden« Zivilisation über die Errungenschaften der eigenen Welt weiß und ob und wie ich diese in einer Umgebung anwenden kann – wenn ich wie hier muss –, die so gar nicht darauf eingerichtet ist, meine Kenntnisse, so ich sie denn in hinreichender Vollständigkeit abrufen und anwenden kann, auch in wirkliche Ergebnisse umzusetzen. Denn das ist in der Tat nicht einfach. Ich wüsste zum Beispiel diverse hübsche Giftstoffe, um jemanden abzumurksen; bei der Auffindung der den Giftstoff liefernden Pflanze wäre ich schon aufgeschmissen. Ich weiß auch, welche Stoffe geeignet sind, um Explosionen hervorzurufen; aber wie ich Kaliumpermanganat zum Beispiel herstelle, entzieht sich im Grunde meinem ansonsten unnützen Wissenspool. Ihr versteht, was ich meine.
Dieter Bohns Protagonist indes ist nicht ganz so unwissend wie ich in mancherlei Beziehung, und so gelingt es ihm mit massiver Unterstützung der Eingeborenen auf dem Planeten, auf dem er gestrandet ist, das zu erreichen, was das Ziel ist: ein Reitervolk zurückzuschlagen. Und auch seine Verfolger entpuppen sich als kleineres Problem als befürchtet …

Bohn, Dieter, Der Zef’ihl, der vom Himmel fiel

Kämpfer an der Front

Auf meiner Verlagsseite habe ich schon Andeutungen gemacht, wie es um die Kurzgeschichte in Deutschland steht. Ob es außerhalb der SF überhaupt relevante Veröffentlichungen gibt, entzieht sich meiner Kenntnis; ich kann auch nicht alles wissen. Aber eigentlich bin ich sicher, dass dem so ist – und Klaus Hübner hat in seiner Tetralogie auch von solchen nicht fantastischen Geschichten geschrieben, ich erinnere mich.
Warum die Kurzgeschichte vor allem auch auf dem SF-Sektor so einen schweren Stand hat, ist mir nicht klar. Die Kurzgeschichte ist ein Werk, das besondere Anforderungen an einen Autor stellt, um in der Kürze die Würze für ein besonderes Qualitätsprodukt zu liefern. Ich mag nicht behaupten, dass das Schreiben eines Romans einfacher ist – das ist sicher nicht der Fall, und die Anforderungen an ein Romanwerk sind auch ganz andere –, aber eine Kurzgeschichte zu schreiben, die in Erinnerung bleibt, die begeistert und erfreut, das ist mindestens ebenso schwierig.
Aber in unserer »Geiz ist geil«-Zeit stellt der Leser auf »mehr Papier für weniger Geld« ab. Multilogien – mit drei, vier, fünf Titeln, ganze Serien – gehen ebenso gut wie dicke Schwarten mit achthundert, neunhundert, tausend Seiten. Autoren solcher Textfluten kassieren Preise und die Absatz- und Umsatzzahlen rechtfertigen offensichtlich die Fortsetzung solcher Programme.

Gut. Auch Kurzgeschichtenautoren gewinnen Preise. Aber während die klassischen deutschen SF-Preise – gemeint sind DSFP und KLP – nur deutsche, jedoch keine übersetzten Kurzgeschichten prämiieren, wird die Lage für rege Kurzgeschichtenschreiber schwieriger und schwieriger. Denn wenn der Markt keine Kurzgeschichten verlangt, nimmt die Zahl der Verlage ab, die Kurzgeschichten überhaupt noch veröffentlichen. Und damit auch die Chancen, mit einer wirklich guten Kurzgeschichte einen Preis zu ergattern.

Wie auch immer. Ich liebe Kurzgeschichten. Sie entsprechen nicht nur meiner Art, zu lesen, ich mag es auch, innerhalb kürzester Zeit auf nur wenigen Seiten gefesselt und auf spannendem Wege zu einem überraschenden Ende geführt zu werden. Und Gerd Frey, ein Autor kurzer Storys, der in meinen Augen sogar ein wenig unbeachtet zu sein scheint – ich kann mich natürlich täuschen, das wird sich an Verkaufszahlen zeigen –, war für mich ein klarer Veröffentlichungsbedarfsfall. Da war eine Sammlung – zuerst hatte ich »Dunkle Sonne« vorliegen, 2002 bei Shayol erschienen und längst nicht mehr lieferbar – und dann noch eine – eben »OUTPOST« –, und dann war da ja noch der Roman, den es bis dato nur als E-Book gab – »Der Übergang« –, und inzwischen liegt ein weiterer Roman auf der Festplatte …
Gerd Freys Kurzgeschichten haben mir gefallen. Sie sind genau das, was ich mag, und wenn sich zeigen sollte, dass der Markt es mit seiner Ablehnung von Kurzgeschichtensammlungen ernst meint, dann habe ich eben ein Buch für mich gemacht – und für Gerd, zugegeben –, das ist auf jeden Fall besser, als es nicht getan zu haben.

Frey, Gerd, OUTPOST, Dunkle Sonne 2

Es weihnachtet. Schon jetzt.

Bekanntermaßen beginnen Anfang Juli die Weihnachtsvorbereitungen des Jahres. In den Supermärkten stehen zwar noch keine Weihnachtsmänner und Nikoläuse, aber das dauert nicht mehr lange. Umso wichtiger ist es, sich vorzubereiten – und so sind die Autoren, alt eingesessene wie auch neue, die für die Literaturzeitschrift HALLER schreiben wollen, aufgerufen, etwas zum Thema Weihnachten zu liefern. Die Ausschreibung zum HALLER 18 ist veröffentlicht. Hier.

Abverkauf eines Buches

Jörg Huggers Buch »Tod oder Metall-Leben«, seit 2014 im Programm, ist nun auf Wunsch der Autoren aus dem Programm genommen. Es sind sowieso mehr als 5 Jahre – die normale Vertragslaufzeit – vergangen.
Es sind nun jedoch noch einige Restexemplare vorhanden, die ich zum Abverkaufspreis von EUR 8,90 (incl. MwSt. und Versand) abgebe. Wer noch ein Exemplar für seine Sammlung haben möchte, sende eine Mail an michael@haitel.de.

Hugger, Jörg, Tod oder Metall-Leben

NOVA 30 + Horst Pukallus: Das lange Jahr der kurzen Tage

Konteradmiral-Imam Theophorus Asadullah L’Edefere, Nachfolger des glücklosen Admirals Chrestotes Rustam-Ali de la Forge (der noch heute den Spottnamen »Allahs Amboss« trug, weil die Intersolaren Guerillos des Autonomen Regionalsektors Pherhad und die Fedajin der Souveränen Enklave Al Tais ihn so oft geschlagen hatten), zählte für Götzengläubige zu den bekanntesten Theogonie-Heroen der Retheologisierung, für Liberalisten dagegen zu den berüchtigtsten Okkultkriminellen des Kosmos. Als Günstling des auch als »Lügenpapst« geschmähten »Reformtheologen« Primas-Kalif Kuschajim-Schelumiel II. stieg er schon in jungen Jahren vom schlichten Oblatenpater des Oblatorianer-Ordens zum Liturgikus und während langen Fronens auf zum Rhetor, Doktrinarius, Suggestor, Mystiker, Indoktrinator – extern bezeichnete man die Denkweise dieser Ränge als Stereoptype Normopathie – und zu guter Letzt zum Legaten. Dank der Protektion durch den Geheimdienstleiter des Empireums, des sogenannten Heiligen Schattens, von dem man nur hörte, dass er »Prophet« sein sollte, hatte er, als seinen Vorgänger Admiral de la Forge die Degradierung stürzte, von der Diplomatie nur einen kleinen Schritt zur militärischen Karriere vollziehen müssen. Seither war das Universum merklich gealtert …

 

NOVA 30 – das Jubiläum

Ein neues Baby ist im Haus

Klaus Hübner liest: Von Menschen, Büchern und Bildern

Das IKGS, das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München lädt herzlich zur Online-Buchvorstellung und -Lesung »Von Menschen, Büchern und Bildern« mit Dr. Klaus Hübner am 1. Juli 2021, 18 Uhr ein.

Der Autor, Germanist und Spiegelungen-Redakteur Dr. Klaus Hübner präsentiert im Rahmen einer Online-Lesung Auszüge seinen kürzlich erschienenen Band »Dermaleinst, anderswo und überhaupt«, dem vierten Teil seiner Tetralogie »Kein Twitter, kein Facebook – von Menschen, Büchern und Bildern«. Die Veranstaltung wird von Christina Meinusch, M. A., der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, in Kooperation mit dem IKGS durchgeführt.

Der in München lebende Klaus Hübner ist den Leserinnen und Lesern der IKGS-Zeitschrift Spiegelungen seit vielen Jahren als Autor und Redakteur bekannt. Der promovierte Germanist, der lange auch Lehrbeauftragter für Neuere Deutsche Literatur und Deutsch als Fremdsprache an der LMU war und zwischen 2003 und 2017 als Sekretär des Adelbert-von-Chamisso-Literaturpreises gewirkt hat, ist als Kritiker, Moderator und Feuilletonist für zahlreiche Publikationsorgane tätig.

Klaus Hübner präsentiert die Konzeption seiner vierbändigen Textsammlung und liest Auszüge aus deren viertem Band, der zahlreiche Bezüge zu den böhmischen Ländern und zu Südosteuropa aufweist. Es besteht die Gelegenheit, in einer offenen Dialogrunde mit dem Autor ins Gespräch zu kommen.

Die Anmeldung erfolgt über: schmitzer@sudeten.de. Man erhält dann einen Link zugesandt. Die Veranstaltung findet ausschließlich online statt.

Lassen Sie sich überraschen von west-östlichen Begegnungen in Literatur und Kunst.

Ihr Tobias Weger
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas
an der Ludwig-Maximilians-Universität München (IKGS)
Halskestraße 15 | 81379 München
ikgs@ikgs.de | www.ikgs.de

Hübner, Klaus, DERMALEINST, ANDERSWO UND ÜBERHAUPT

Einen Flyer zur gesamten Tetralogie kann man hier herunterladen.

Endlich gelungen: Vom Streunen und Spüren

Nach mehreren seuchenbedingten Verschiebungen ist es dann doch noch gelungen: Mein Werkausgaben-Autor Tiny Stricker hat am 18.06.2021 im Münchner Literaturbüro (MLb) lesen dürfen – vor Publikum. »Der Andrang hätte eine Idee besser sein können«, hat er geschrieben, aber angesichts der großen Hitze an dem Abend, des Fußballs und des inzwischen bekannten »Cave-Syndroms« (die Leute sitzen lieber zu Hause und zoomen oder streamen), »war es schon befriedigend«, findet er. Ich habe mich sehr gefreut, dass Tiny Stricker endlich lesen konnte – und endlich wieder vor Publikum. Und ein Video wäre hübsch gewesen – oder ein Zoom oder Stream :) Immerhin hat Wolfram Hirche, Vorstand des MLb, einen kleinen Bericht veröffentlicht: hier.

Tetralogie vollendet!

Im Sumpf meiner täglichen Herausforderungen ist es beinahe untergegangen, aber mit Erscheinen des vierten Bandes »DERMALEINST, ANDERSWO UND ÜBERHAUPT« ist Klaus Hübners Tetralogie »Kein Twitter, kein Facebook • Von Menschen, Büchern und Bildern« vollendet. Wer alle vier Bücher auf einen Blick in kurzen Augenschein nehmen möchte, kann hier einen Flyer herunterladen, der gerne auch weiterverteilt werden darf. Ansonsten empfehle ich bei Entscheidungsnöten die Hardcover, auch wenn sie einen größeren Kostenfaktor darstellen. Aber die Produkte des Schaltungsdienst Lange sind über jeglichen Zweifel erhaben und liegen als Hardcover bestens in der Hand.

Hübner, Klaus, DERMALEINST, ANDERSWO UND ÜBERHAUPT

 

NOVA 30 + Karsten Kruschel: Dreckdrohnen und die Mathematik Mozarts

Bewegung kam in die Wolke schwebender Maschinen. Wellen gingen durch den Schwarm, die Drohnen näherten sich einander an und schwangen wieder voneinander weg, und das alles im Rhythmus der Windstöße, die von draußen kamen.

»Nun haben wir eine kleine Zeitverzögerung ins Programm der Drohnen geschrieben«, sagte Lundberg.

Fessenheim starrte fasziniert nach oben; es war, als schaue man dem Wind zu, wie er durch ein Feld voller reifer Weizenähren streift und sie in wellenförmige Bewegung versetzt. Der Wolf geht durchs Korn, nur eben dreidimensional …

NOVA 30 – das Jubiläum

Ein neues Baby ist im Haus