Schlag die Vier

Vier auf einmal sind es natürlich nicht, denn klarerweise sind die Bücher nacheinander entstanden und fertiggestellt worden. Aber diese vier Bücher sind in diesen Tagen in kurzer Abfolge in meinem Verlag p.machinery erschienen:

Und das Ganze war ein … hm, anstrengender? interessanter? witziger Mix aus verschiedenen Büchern, die unterschiedlich lange schon auf meinem Server lagerten (der Beisswenger hat, glaube ich, das größte Opfer gebracht), aus sehr unterschiedlichen Büchern, die auch bei mir als Korrektor, Lektor, Druckvorlagenmacher und Verleger sehr unterschiedliche Aspekte meiner Leseleidenschaften angesprochen haben.
Auf der Verlagsseite erscheinen in den folgenden vier Tagen die offiziellen Infos zu den Büchern; wer sich hier für die Bücher direkt und ohne Geschwafel interessiert, der klicke einfach auf die Cover oben und landet direkt auf den Buchseiten auf der Verlagswebsite – incl. Amazon-Bestelllink. Wer noch ein wenig zusätzliche Informationen zu den Büchern lesen möchte – aus meiner Feder, die ich mir als Verleger nur privat erlauben kann, der schaue in den nächsten vier Tagen immer wieder mal hier vorbei.

Himmel und Hölle

Phil Rickman
DER HIMMEL ÜBER DEM BÖSEN
(The Lamp of the Wicked, 2003)
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2011, Übers. a. d. Engl.: Karolina Fell, Nicole Seifert, Taschenbuch, 687 Seiten, ISBN 978 3 499 25334 8

VORBEMERKUNG
Ich habe lange keinen Rickman gelesen, und als ich letztens die Wahl zwischen einem der genialen Werke aus dem Ancient Mail Verlag, Groß-Gerau, und einer schon ein wenig angejahrten Rickman-Schwarte, fiel die Entscheidung dann doch nicht schwer.

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Intelligenz. Titelwahl. Nähe. Nicht in diesem Buch

Anonymus
PSYCHOKILLER
(The Red Mohawk, 2013)
Lübbe Paperback, Bastei Lübbe, Köln, 2015, Übers. a. d. Engl.: Thomas Schichtel, Paperback mit Klappenbroschur, 335 Seiten, ISBN 978 3 7857 6106 9

VORBEMERKUNG
Der Titel, den ich oben angebe, mithin »PSYCHOKILLER«, ist nicht der Titel des Buches. Glaubt man dem Buch, lautet der Titel »PSYCHO Killer« oder »PSYCHO KILLER«, jedenfalls in zwei Worten, wahlweise ein- oder zweizeilig gesetzt. Es gehört zu den heute üblichen Dummheiten vor allem auch großer, angeblich renommierter Verlage – wo haben die heute noch ihr Renommee her? –, bei der Titelwahl von Büchern oft genug die blödmöglichste Auswahl zu treffen. Psychokiller ist für mich ein Begriff, der mich an Hitchcock, »Psycho«, an hintertückische, gemeine, fiese Mörder erinnert, die auf perfide Art und Weise töten. »Psychokiller« ist für mich auch ein Wort, das man in einem Stück schreibt, ohne Versalien, ohne Mehrzeilenquatsch, ohne Gedöns und Brimborium. Aber das können heutzutage keine renommierten Verlage – ohne erkennbares Renommee – mehr. Vermutlich, weil da die zuständigen Leute auch nur noch nicht-bezahlte Praktikanten sind.
Pack!

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Und aller guten Dinge sind drei

Bei diesem Buch habe ich mich schwer zusammen gerissen, mich in den Hintern getreten, damit ich eingegangene Versprechen auch wirklich einhalte(n kann). Einfach war das nicht, einfach ist das nie. Zu viele Bücher locken mich, mich mit ihnen zu beschäftigen. Aber am Ende gibt es immer einen guten Grund, Prioritäten zu ändern, Prioritäten zu setzen. Und »Was geschah im Hotel California?« sollte auf jeden Fall so rechtzeitig fertiggestellt werden, dass es auf dem 2014 BuchmesseCon verfügbar sein würde.

Das Buch präsentiert Texte, die entstehen, wenn man sich als Autor durch den Klassiker »Hotel California« der Eagles inspirieren lässt. Ich mag den Song nicht – er ist mir zu abgenudelt. Glaubt man den öffentlich-rechtlichen und privaten Radiosendern weltweit, gibt es von den Eagles nur diesen Song – und das ist einfach nicht richtig. Und immer nur diesen Song abzunudeln, das wird den Eagles als Band nicht gerecht.
Aber immerhin haben sich die Autoren zu Texten inspirieren lassen, die alles andere als abgenudelt sind – und die einen ganz neuen Blick auf den Text, den sogar ich nach all den Abnudeljahren nahezu auswendig kann, erlauben. Das, was da unter der Ägide von Marianne Labisch und Gerd Scherm zusammen gekommen ist, hat dann auch mir gefallen. Auch wenn ich manchmal die Stirn runzeln musste, weil mir beim Lesen der Song ins Gedächtnis kam. Nudel, nudel, nudel …

Eigentlich wollten wir den Songtext vollständig zitieren. Wir machten vermutlich einen Fehler, die Rechteinhaber – irgendeine Musikagentur, oder war es sogar eine Plattenfirma? Egal! – zu fragen, und der Preis, der uns genannt wurde, ließ uns die Idee vergessen.
Es gab auch die Idee, einen Remake des Songs zu produzieren. Eine Band hätte es gegeben, das wäre nicht das Problem gewesen. Dass auch hier die falschen Leute gefragt wurden, muss ich, glaube ich, nicht erwähnen.
Marianne schreibt in ihrem Nachwort: »Eines Tages, wenn dieser Trend sich fortsetzt, werden Musiker keine Musik mehr machen, weil es zu einfach zu gefährlich ist.« Wie traurig, weil: wie wahr.

Weitere Details zum Buch hier.

Krampfhaft

Markus Heitz
TOTENBLICK
Knaur, München, 2013, Taschenbuch mit Klappumschlag, 521 Seiten, ISBN 978 3 426 50591 5

VORBEMERKUNG

Als Allesleser und Allesrezensent kann ich meinem Blog vertrauen. Und danach habe ich bislang nur eine Kurzgeschichte von Markus Heitz gelesen (hier). »Totenblick« war also der erste Heitz-Roman, den ich las. Und ehrlich gesagt: Wäre es um Orks, Zwerge und anderes Tolkien-Gesocks gegangen, hätte ich das Buch gar nicht in die Hand genommen. (Das liegt allerdings nicht am Autor.)

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Und denk ich an Nina Hagen –

dann denk ich auch an Frank Sinatra. Ninas Interpretationen einiger Songs, die eigentlich vor allem von Frank S. bekannt sind, haben mich schon vor vielen Jahren erfreut und begeistert. Doch das ist hier gar nicht das Thema. Denn hier geht es nur um ein in diesen Tagen neu erscheinendes Buch mit dem Titel »THE END«, herausgegeben von Felix Woitkowski, veröffentlicht als Band 9 der Reihe »Außer der Reihe«. Details zum Buch an sich finden sich auf der Buchseite, ein paar weitere Worte auf der Startseite des Verlagswebauftritts. Und neben der Ankündigung hier, gibt es morgen noch eine Geschichte zur Entstehung des Buches.

Felix Woitkowski et al.
THE END
Elf Schlusskapitel ungeschriebener Romane
Außer der Reihe 9
p.machinery, Murnau, September 2013, 196 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978 3 942533 74 4 – EUR 8,90 (DE)

Die Rettung eines Lesers vor der endgültigen Abstinenz

Chuck Wendig
BLACKBIRDS
(Blackbirds, 2012)
Bastei Lübbe, Köln, April 2013, a. d. Amerik.: Axel Franken, Klappbroschur, 303 Seiten, ISBN 978 3 404 20710 7

VORBEMERKUNG

Nach der (vorzeitigen) Beendigung der Lektüre des letzten hier rezensierten Buches war ich einen Augenblick gewillt, das Lesen endgültig und vollständig aufzugeben. Nur einen Augenblick. Und selbst, wenn der länger gedauert hätte – dieses Buch hier hätte mich gerettet.

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Immer wieder fantastisch

Corinna Griesbach (Hrsg.)
HALLER 8 – Ins Auge blicken
Literaturzeitschrift Haller, Monschau, Juni 2013, Taschenbuch, 196 Seiten, ISSN 1869-4624, www.literaturzeitschrift-haller.de

VORBEMERKUNG

Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich erinnere mich dumpf, über eine meiner eigenen Anthologien mit Corinna Griesbach in Kontakt gekommen zu sein. Als ich den HALLER damals kennenlernte, war das ein kleines Literaturstückchen mit Texten und Bildern und einem Umfang von gerade mal so um die 60 Seiten. Das Layout gefiel mir – und hatte schon mit der zweiten Ausgabe, die ich bekam, seinen Reiz verloren.
Seit der Ausgabe 4 habe ich das Layout übernommen, und mit jeder Ausgabe begann der HALLER erkennbar zu wachsen – nicht nur vom Umfang her. Aber die Nummer 7 war schon ein solcher Erfolg für Corinna Griesbach, das sie nicht nur die eigentliche Literaturzeitschrift mit einigermaßen »normalem« Umfang veröffentlichte, sondern wir gemeinsam in meinem Verlag auch ein Taschenbuch unter dem (gleichen) Titel »Verlassene Orte« https://www.pmachinery.de/unsere-bucher/auser-der-reihe/griesbach-corinna-hrsg-verlassene-orte-ein-haller-taschenbuch (wie das zugrunde liegende Projekt) herausbrachten: mit immerhin 212 Seiten Umfang.

Inzwischen ist die Ausgabe 8 erschienen – und die ehemals schmale Literaturzeitschrift HALLER liegt nun mit 196 Seiten Umfang vor. Noch immer mache ich das Layout, und diesmal habe ich mich entschieden, den HALLER auch einmal zu rezensieren, obwohl ich das mit Büchern, an denen ich beteiligt bin, sonst eigentlich nicht tue.

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Saugut

Veronika A. Grager
SAUPECH
Der erste Fall für Wiltzing und Schatz
Hermann-Josef Emons Verlag, Köln, 2013, Taschenbuch, 208 Seiten, ISBN 978 3 95451 073 3

VORBEMERKUNG
Ich kann niemandem empfehlen, diese Rezi zu berücksichtigen. Veronika Grager ist Autorin in meinem Verlag, ich liebe Krimis – mehr als SF, Fantasy, Horror und so ein Zeug –, ich mochte immer Krimis aus Österreich, die in Österreich spielen, selbst so profanes Zeug wie »SOKO Kitzbühel«, also … Ich bin bis zum Geht-nicht-mehr parteiisch, und dabei kann keine wirkliche Kritik herauskommen.

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