Erkenntnis

Petrus ist ja bekanntlich fürs Wetter verantwortlich. Und Petrus muss ein Exkrementalausgang sein:

Ganz Schlesiwg-Holstein, nein, ganz Norddeutschland ist wolkenfrei. Glasklarer Himmel, vielleicht ein wenig Dunst. Und diese verfickte Dreckswolke, die genau über unseren Gassigang hinweggezogen ist. Und nicht nur mit Regen, neio — es durfte auch Graupel an der Grenze zum Hagel sein. Hunde stehen auf so was …

Freilauf gestrichen

Susi, die Neue, macht alle Anstalten, Kims Rolle als Chefin im Rudel zu übernehmen. Was einige Unartigkeiten angeht, ist es wohl schon so weit. Allein ist Naomi nicht zu solchem Unfug aufgelegt, wie er stattfindet, seitdem Susi da ist.
Und gestern wieder …

Laut Frauchen ging es lange gut, sehr gut sogar. Sie hatte die Hunde unter Kontrolle – Kim sowieso, die läuft in ihrem Alter wohl nicht mehr weg, jedenfalls nicht sehr weit. Aber dann gab es doch eine Situation, wo sie ausbüxten – Susi und Naomi. Und diese Runde war noch größer als die letzte …

Auf dem großen Bogen im Norden der Runde lief Naomis Tracker im Normalbetrieb; der rot markierte Teil war dann »live« – da kann man dann die Bewegungen des Hundes quasi 1:1 verfolgen. Am südlichen Ende der roten Linie hatten wir die beiden Hunde dann eingefangen.

Susis Tracker wollte nicht so richtig; es ist nicht auszuschließen, dass er einen Defekt hat, denn seine Ausfälle treten häufiger auf. Nichtsdestoweniger war bei Susi vor allem von Vorteil, dass sie und Naomi in aller Regel gemeinsam laufen und nicht getrennter Wege gehen. Abweichungen gibt es natürlich, aber sie sind nie wirklich groß. Und auch hier markiert der rote Fleck im Süden von Susis Runde den Punkt, wo wir sie aufgabelten.

Schmutzig waren die zwei, wia d’Sau. Und daheim gab es natürlich kein Leckerli. Und die letzte Gassirunde für heute ist auch gestrichen. Natürlich. Demnächst steht ein Termin in der Hundeschule an. Denn bevor das Thema nicht eindeutig geregelt ist – sprich: Susi und Naomi lassen sich zuverlässig abrufen –, ist der Freilauf auch gestrichen.

P.S.: Problematisch an der Tour waren die vier Überquerungen von Fahrstraßen. Moorsiekweg, Ramhau und Moorchaussee waren so tragisch noch nicht, aber die Ostenfelder Straße, die sie zuerst überquerten, ist recht stark befahren, vor allem auch von großen Lkws.
Und dank der Verfolgung der beiden Racker mit dem Auto vor allem über Feldwege weiß ich jetzt wenigstens, warum mein eigentlich weißer VW Passat so dreckig ist.

Hilfe für Galgos in Not

Das Foto stammt von der VETO-Website (veto-tierschutz.de).

Jedes Jahr Anfang Februar werden sie weggeworfen, aussortiert, entsorgt: Galgos. Jagdhunde, die auf der iberischen Halbinsel nur so lange als nützlich betrachtet werden, so lange sie Leistungen erbringen. Ihr Leben ist auch während der Zeit vor ihrer Entsorgung nicht schön – aber danach sind sie Müll, Abfall.
VETO versucht zu helfen. Schaut euch das Video an. Schaut in diese Augen.

El Galgo Español - Ein Leben nach der Jagd / Dokumentarfilm

  • P.S.: In einer der letzten WDR-Sendungen der Reihe »Tiere suchen ein Zuhause« wurden mehrere Galga (d.s. weibliche Galgos) aus einem deutschen Tierheim vorgestellt. Ihre Augen zeigten einen ganz anderen Blick.
  • P.P.S.: Und vielleicht sollte man sich manche Dinge – nicht nur die Seuche – durch den Kopf gehen lassen, wenn man sein Urlaubsziel auswählt …

Böse Mäuse

Die Tracker waren vertauscht, deshalb sind auch die Fotos vertauscht. Susis Ausflug heute morgen (die lange rote Strecke mit dem rechten Winkel war der Rückweg):

Und Naomi gönnte sich auch eine Runde (bei ihr ist der Rückweg die grüne Strecke mit dem rechten Winkel; da hatte ich sie im Auto):

Von unserem Haus — dort, wo jetzt die Fotos abgebildet sind — bis zum westlichsten Punkt der Runden sind es rund drei Kilometer … Luftlinie! Die beiden können sich über mangelnden Auslauf jedenfalls nicht beschweren. Und Leckerlis sind für heute gestrichen. Sagt Frauchen.

Kim hat es übrigens gar nicht erst versucht. Ich denke, sie wird sich an ihre jugendlichen Runden in Bayern erinnern und ansonsten denken: „Ich bin zu alt für den Scheiß.“

Number Nine

Am 20. Januar des Jahres 2013 erblickte sie das Licht der Welt, irgendwo in Griechenland, unter Umständen, die wir nicht wissen und vielleicht auch nicht mehr herausfinden können. Früh landete sie bei Eleni Papatanassiou, die ihr ein Heim gab, in dem sie nicht nur Artgenossen kennenlernte, sondern auch mit Liebe und Zuwendung aufwuchs, jedenfalls wohl keine schlimmen Erlebnisse hatte, die sie geprägt hätten. Ende April 2014 holten wir sie in Frankfurt am Flughafen ab und gaben ihr in Murnau am Staffelsee ein neues Zuhause, als Gefährtin für unsere Kim, die so gar nichts mit anderen Hunden anzufangen wusste. Es wurde eine unproblematische Aufnahme im neuen Heim, die beiden Hundemädchen verstanden sich, gingen friedlich miteinander um und sind heute längst Freundinnen, die sehr aneinander hängen, auch wenn man es nicht immer gleich bemerken kann.

Naomi. Meine kleine Griechenmaus. Mein Hundemädchen. Meine kleine Naomi, mein Schatz, mein Engel – sie wird heute neun Jahre alt, und da ich weiß, in welcher Umgebung sie lebt, von welchen Menschen und Hundekumpels sie geliebt wird, wünsche ich ihr vor allem Gesundheit, viel Gesundheit und lange Zeit, die sie uns auf unserem Weg begleiten wird.

Vertrauen gut, Misstrauen besser?

Ich weiß sogar aus eigener Erfahrung, dass man nicht einfach jedem Hundetrainer vertrauen sollte. Als Kim damals zu uns kam, hatten wir wegen ihres uns gegenüber ablehnenden Verhaltens eine Trainerin beauftragt, die meinte, Kim sei nur zickig, würde einen auf Mädchen machen. Das Wenige, das wir über ihre Historie wussten, hat sie nicht interessiert. — Die Trainerin, die wir danach hatten, war deutlich besser. Ihr haben wir viel zu verdanken — und Kim auch.

Wie leicht es passiert, dass einem ein Trainer den eigenen Hund versaut, wenn man nicht misstrauisch ist und alles hinterfragt, was da vor sich geht, zeigt die Geschichte von Olaf. Lest sie hier in aller Ausführlichkeit. Ich will das hier nicht diskutieren, akzeptiere aber Kommentare, die das tun. Für mich ist klar, dass diese Trainerin aus dem Verkehr gezogen gehört. Leider ist es viel zu einfach, die Prüfung abzulegen, und so ist missbräuchlichem Verhalten gegenüber einem von Grund auf dem Menschen zunächst vertrauenden Tier Tür und Tor geöffnet. Menschen, die auch noch Geld dafür verlangen und dabei eindeutig gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, dürfen nicht geduldet werden.

Ich hoffe für Olaf, dass es den Menschen, die den Schaden nun wieder reparieren dürfen, gelingt, dass er wieder zu dem Hund werden kann, der er im Grunde war und im Grunde auch immer noch ist. Er hat es mehr als verdient. Er hat noch ein langes Leben vor sich — und das soll nicht nur für ihn, sondern auch für seine Menschen ein schönes Leben sein.

[Die Fotos stammen von einer Fotografin namens Carina; ihre Website: https://facebook.com/cbfotografie.bs.]