Wiederholungstäter

Und sie tun es halt immer wieder. Wie erwähnt – hier –, das ist okay:

Bemerkenswert an dem Bild ist etwas ganz anderes. Susi ist ja unser Neuzugang; seit 14. Oktober, also fast zwei Monate ist sie nun bei uns. Und anfangs war erkennbar, dass Naomi nicht wirklich begeistert von ihrer Anwesenheit war. Nicht, dass die kleine Griechin aggressiv gewesen wäre – das liegt nicht in ihrem Wesen –, aber man spürte doch eine gewisse … Distanz.
Es ist schon erkennbar, dass nicht Naomi die Nachfolge von Kim als »Chefin« des Rudels antreten wird, sondern dass Susi das übernehmen wird. Andererseits möchte Susi wohl eine »nette Chefin« sein, denn sie sucht durchaus Naomis Nähe, nicht nur wie auf diesem Foto, sondern auch sonst, vor allem liegen sie gerne gemeinsam in unserem sogenannten Wohnzimmer, auch dann, wenn Frauchen dort nicht zugegen ist.
Die drei Mädels sind keine Schmusehunde – untereinander. Kim sowieso nicht, sie mag es auch nicht sonderlich, von ihren Menschen beschmust zu werden. Da sind Naomi und Susi anders. Aber untereinander … Während andere Hunde gerne aneinander gekuschelt schlafen oder ruhen, teilen vor allem Naomi und Susi zwar gerne ein Bett, ein Sofa oder auch nur einen Raum. Mehr aber auch nicht.
Auch das ist okay. Es ist halt, wie’s ist. (Milch und Zucker nehmt ihr euch selbst, ne?)

Zwei im Ehebett

Letztens waren Naomi und Susi ja nicht artig. Nicht so richtig. Im Gegentum. Ich berichtete: hier.
Nun gibt es natürlich verschiedene Arten der Unartigkeit, sozusagen der Unarten. Was bei meinen Hunden nicht dazugehört, ist das hier:

Die drei Mädels dürfen grundsätzlich überall hin. So hat sich Susi gleich von Anfang an einen Platz unter meinem riesigen Schreibtisch als Unterschlupf auserkoren, direkt hinter drei Rollcontainern, ein etwas finsteres Domizil, das ihr zu gefallen scheint.
Sessel, Sofa und eben auch unser Ehebett – alles keine Verbotszonen. Und sie werden gerne frequentiert – das Ehebett vor allem auch von Susi; Kim lässt sich dort nur blicken, wenn ihre Menschen auch anwesend sind –, obwohl jede Menge hundegerechte Liegeplätze vorhanden sind.
Und wie das so ist, haben auch die Hunde ihre Lieblingsplätze: Kim inzwischen mit Vorliebe auf einem neuen Teppich – dem hier –, Naomi auf dem Sofa im sogenannten Wohnzimmer und Susi hat sich noch nicht endgültig entschieden, aber es sind inzwischen Präferenzen erkennbar. Nicht nur unter meinem Schreibtisch.

Hunde auf Abwegen

Heute morgen. Böse Susi:

Dafür gab’s nur ein halbes Frühstücksleckerli.

Aber ganz, ganz böse Naomi:


Ganz, ganz böse. Dafür gab’s überhaupt kein Frühstücksleckerli. Und Ignoranz von Frauchen (nachdem sie Naomi kalt abgeduscht hatte, denn das, was da aussieht, wie Äcker, sind in der Tat Äcker). Heute Morgen und auch heute Abend. Böse Naomi :)))

Dreigestirn

Auch wenn ich in Düsseldorf geboren bin und deshalb eine besondere Beziehung zur närrischen fünften Jahreszeit haben könnte, ist dem nicht so. Und dennoch: Daheim habe ich ein Dreigestirn:

Von links nach rechts: Kim (Ungarn, Prinzessin, seit gestern 12 Jahre alt), Susi (Rumänien, 5 Jahre), Naomi (Griechenland, Griechin reinsten Wassers, im Januar 9 Jahre alt).

Unsere Prinzessin ist 12

Heute ist sie zwölf Jahre alt geworden: Kim, unsere ungarische Prinzessin. Alt ist sie geworden, ein wenig schwerhörig. Vielleicht sieht sie auch schon nicht mehr so gut, denn des Öfteren muss sie genau hinschauen, um ein Leckerli am Boden zu finden. Alt ist sie nun, und gesundheitlich steht es mit ihr nicht zum Besten. Die Knochen wollen nicht mehr so recht, die Muskeln haben schwer abgebaut und glatter Boden — von dem es bei uns viel zu viel gibt <seufz> — macht ihr immer häufiger zu schaffen. Aber noch giert sie nach Leckerlis, noch läuft sie gerne draußen frei, noch geht es. — Meine süße Maus, mein allerliebster Mausekäfer … ich … nein, WIR wünschen dir noch eine lange, lange Zeit bei uns und mit uns und mit den beiden anderen Mädels an deiner und unserer Seite.

Scheitern

  • 09:30 Uhr: Frau fährt zur Arbeit. Vorher hat sie Susi das Geschirr abgenommen.
  • 11:15 Uhr: Erste Versuchsreihe, Susi ihr Geschirr anzulegen. Mit Käseunterstützung. Sie verweigert sich.
  • 11:30 Uhr: Zweite Versuchsreihe. Kein Erfolg.
  • 11:40 Uhr: Auch das Halsband möchte sie sich nicht anlegen lassen. Inzwischen verkriecht sie sich zu Naomi in die Hundehütte in der Diele, die von allen drei Hunden als einer der bedeutendsten Rückzugspunkte genutzt wird.
  • 11:50 Uhr: Gassigang mit Kim allein, damit Susi nicht allein daheim bleiben muss (wie sie das packt, wissen wir noch nicht). Freilauf auf dem Norderweg. Kim hat keine Lust, trottet hinter mir her und beschleunigt ihren Schritt auch nicht, wenn ich zur Leckerlitasche greife. Stattdessen stolpert sie des Öfteren.
  • 12:30 Uhr: Heimkehr mit Kim, die gleich ein Leckerli haben möchte. Kann sie sich abschminken. Neuer Versuch, bei Susi einen Erfolg zu verbuchen. Gestrichen.
  • 12:35 Uhr: Gassigang mit Naomi allein. Während sie sonst immer zögerlich mitgeht, wenn sie allein ist, ständig zurückschaut, ist sie heute eine tolle Begleitung, erfreut, mit Herrchen allein Gassi gehen zu dürfen. „Herrchen hat Zeit für mich“, scheint sie zu denken und sich zu freuen.
  • 13:15 Uhr: Heimkehr mit Naomi. Das war ein schöner Gassigang, der mich ein wenig trösten konnte. Leckerlis für alle; Susi würde es nicht verstehen, warum sie keines bekommt. Und eigentlich hat sie ja auch nichts verbrochen.
  • 13:30 Uhr: Mittagessen fällt aus. Keine Zeit.
  • 15:05 Uhr: Neue Versuchsreihe … ihr wisst schon. Das Ergebnis ist bekannt. Inzwischen weicht Susi mir aus, versteckt sich, sobald ich das Geschirr oder das Halsband in der Hand halte.
  • 15:20 Uhr: Kim macht keine Anstalten, Gassi gehen zu wollen. Sie lässt sich aber zu einer kleinen Runde überreden.
  • 15:45 Uhr: Ich mache noch eine Runde mit Naomi.

Insgesamt erfreute mich die Gelegenheit, zu scheitern. Es gibt so wenige Dinge, die das Leben bereichern. Und freilich liegt die Priorität, Susi nach dem Morgangassi das Geschirr abzunehmen und mich dann bei dem Versuch, es ihr wieder anzulegen, scheitern zu lassen, deutlich höher als die Priorität eines Gassigangs für Susi, mit Schnüffeln, Pieseln und anderen Unwichtigkeiten.

Kein Skat II: Gassi mit drei

Sonntag. Immer noch schönstes Wetter. Wieder Freilauf auf dem Norderweg. Es ist durchaus angenehm, dass wenigstens den Hunden immer die gleiche Strecke nicht langweilig wird. Für mich ist es schon eine Herausforderung. Aber da muss man durch.

Auf dem Hinweg kommen uns zwei Motorroller entgegen. Ich nehme Kim und Naomi zu mir, Susi an die Seite. Alles gut. Die Motorroller wechseln auf die andere Spur und fahren hintereinander an uns vorbei. Langsam und gesittet. Leider stinken die Dinger wie die Seuche. Finden auch die Hunde, die alle niesen müssen, um den Gestank wieder loszuwerden.

Auf dem Rückweg zwei Radler. Die schaffen es weder, hintereinander auf einer Spur zu fahren noch die Geschwindigkeit zu senken. Sind ja cool, solche Mountainbikerennräder für eierlose Yuppies. Und dann die Klamotten – die sehen so scheiße aus, dass man schnell an jemandem vorbeifahren muss, der sie scheiße finden könnte.

Kein Skat I: Gassi mit drei

Samstag. Bildschönes Wetter. Strahlender Sonnenschein, kühl. Kühl genug für eine ordentliche Jacke. (Hinterher schwitze ich doch, aber egal.) Freilauf im Norderweg. Kim und Naomi laufen frei, mit Tracker. Susi an der langen Leine. Keine Schleppleine, aber schon drei Meter.
Kim ist wie immer scharf auf Leckerlis, aber sie fängt wieder an, sich an die Punkte zu erinnern, an denen es etwas gibt. Zwischendurch hat sie versucht, sie neu zu setzen. Jetzt läuft sie wieder voraus, bis zum nächsten Punkt, bleibt stehen und spaziert uns langsam entgegen. Und muss trotzdem warten, bis wir am nächsten Punkt sind.
Naomi ist wie immer schnüffelfreudig. Susi auch. Bei mir dürfen sie das auch. Ich hasse es, die Hunde wie Säcke Kaffee oder Blumenerde hinter mir her zu schleifen. Sie sollen schnüffeln können. Nicht uferlos. Nach einer guten Minute spreche ich dann schon mal eine Fortsetzung des Gassis an. Nach spätestens zwei Minuten ziehe ich dann auch. Aber Schnüffeln ist erlaubt.
Susi macht sich nicht schlecht. Sie läuft ordentlich an der Leine, hat aber einen Linksdrall, heißt: Sie will immer links von mir gehen. Selten lässt sie sich längere Zeit auf die rechte Seite holen. Auf der Fortsetzung vom Norderweg ist das okay.

Auf dem Rückweg kommt uns ein Auto entgegen. Pkw mit Hänger. Lada, denke ich. Am Steuer ein Arschloch. Zwanzig Meter vor uns hupt er uns an. Völlig sinnlos. Susi ist eh bei mir, Kim und Naomi längst zu mir gekommen. Sie hören ja auf ihren Namen. Arschloch fährt an uns vorbei, pöbelt irgendwas durchs offene Autofenster und fährt weiter. Ohne auch nur für einen Augenblick vom Gas gegangen zu sein. Nun gut: Ich habe mir dein Kennzeichen gemerkt, du dumme Sau.