Geplant war das nicht

Jedenfalls nicht von Anfang an.

Im Februar 2018 erschien mit »99NOTES« die erste Sammlung verstreut veröffentlichter Texte des Autors Dirk C. Fleck, wobei schon damals in erster Linie Texte aus dem Internet zwischen die Buchdeckel gesteckt wurden. Damals war zwar klar, dass der preisgekrönte Schreiber nicht aufhören würde, zu schreiben — aber über eine weitere Sammlung solcher Texte haben wir damals noch nicht nachgedacht.

Die neue Sammlung »THE NOTES 66« kam ein wenig chaotisch zustande. Dirk Fleck hat mehrfach Texte ausgetauscht, Reihenfolgen neu festgelegt, auch mal einen Text komplett verworfen. Ein ganz normaler Ablauf, wenn man es genau nimmt — aber für jemanden wie mich, der das Buch dann zusammenbauen darf, schon spannend. Kann man sagen. — Und eigentlich hatte ich ein ganz anderes Titelbild im Auge. Ich hatte überlegt, das Logo der US-amerikanischen »Route 66« herzunehmen und abzuwandeln, aber das scheiterte letztlich schon daran, dass sich in den einschlägigen Fotopools im Internet kein vernünftiges Ausgangsmotiv fand. — Und Dirk Fleck hatte sich für den Nachfolger ein Bild gewünscht, wo das Meer nicht wie auf dem Titel von »99NOTES« hübsch ruhig und flach aussieht, sondern wild und aufgewühlt. Et voilà:

Fleck, Dirk C., THE NOTES 66

Und wächst und wächst

So muss das sein. Die »Werkausgabe Tiny Stricker« wächst und wächst. Ganz alte Titel fehlen noch – die Genehmigung des Maro Verlags zur Neuausgabe durch meine p.machinery liegt vor, allein: Es fehlt wieder an der Zeit. Aber aufgehoben ist nicht aufgeschoben – oder war das umgekehrt?

Das aktuelle Werk, Band 12 der Werkausgabe, führt den Leser nach London und in eine Zeit, in der Angehörige meines Jahrgangs – 1959 – und drumherum schlicht zu jung waren, um noch ein sogenannter Achtundsechziger zu werden und zu sein. Und dennoch hat man ja auch als Kind und Jugendlicher etwas mitbekommen von der damaligen Zeit, und wenn es nur die Musik war, die dank der Mama gehört werden konnte, wenn sie Zeit und Gelegenheit hatte, sich dem Musikgenuss zu widmen. Ich erinnere mich jedenfalls, dass sie auf die Band mit dem Bandwurmnamen »Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich« stand und deren Titel »Bend It!« als gern gehörter Ohrwurm fungieren durfte.

Geprägt haben mich dann eigentlich die Siebziger, aber heute aus der großen zeitlichen Entfernung über die Jahre davor zu lesen und etwas von den damaligen Stimmungen und Strömungen zu erfahren, das hat schon etwas … hm, Beeindruckendes.

Stricker, Tiny, LONDON, POP UND FRÜHE LIEBE

Der fünfte Stuhl

Will man vier Abstände »zwischen den Stühlen« haben, braucht man fünf Stühle. Und mit dem fünften Stuhl ist das vierte Buch des Imprints »Zwischen den Stühlen« meiner p.machinery erschienen, des Imprints, das ich gemeinsam mit Kai Beisswenger verlege. Diesmal handelt es sich um einen satirischen Krimi, und die Autorin Katja Kleiber schrieb in ihrem Newsletter dazu:

Einige Jahre meines Lebens war ich gezwungen, in einem Unternehmen zu arbeiten, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei habe ich allerhand seltsame menschliche Verhaltensweisen kennengelernt, die ich in einem satirischen Krimi beschrieben habe. Das Ergebnis siehst Du oben: „Ein Controller weniger“, frisch erschienen im Verlag „Zwischen den Stühlen“. Der Verlag publiziert Bücher, die keinem Genre so richtig zuzuordnen sind, hier also einen Roman, der zwar ein Krimi ist, aber auch Satire.
Wenn Du jemand in dem Buch wiedererkennst: Nein, ich war nicht bei Deinem Arbeitgeber tätig, aber Bürojobs ähneln sich in mancher Hinsicht nun mal.
Psst! Nicht verraten! Ich habe das Manuskript zu großen Teilen während meiner Bürotätigkeit verfasst. Immer in Häppchen. Wenn mir eine Szene einfiel, habe ich sie in das Mailprogramm geschrieben und an meine private Mailadresse versandt. Ich wirkte immer eifrig beschäftigt. Nach und nach ist so das ganze Manuskript entstanden, Dir kann ich es ja sagen, zumal die Tat verjährt ist.
Der Text lagerte in einer Schublade, wurde entstaubt und frisch überarbeitet. Wenn Dich Dein Bürojob mal wieder frustriert, ist der richtige Zeitpunkt für diese Lektüre gekommen.

Kleiber, Katja, Ein Controller weniger

Ganz besondere Bücher

Unter Punkt 5 wird auf ohfamoos, einer Website für Umdenker, der »U-Bahn-Reiter« von Tiny Stricker erwähnt. Leider ohne direkten Hinweis auf das Buch, seine Daten, die p.machinery als Verlag. Das kommt vor. Aber immerhin — das Buch wird erwähnt. Und das aus gutem Grund. Wie man dort auch nachlesen kann. — An der Stelle findet man auch einen Audiolink zu einer Lesung aus dem Buch.

Stricker, Tiny, U-BAHN-REITER

Kollegenwerbung ist Gold im Geschäft

So sehe ich das. Und so sieht das auch René Moreau mit seiner Mannschaft. Aus Düren kam heute ein aktueller Newsletter, den ich hier einfach mal abbilde. Wer gleich auf die Webversion mit allen anklickbaren Links gehen möchte, sollte hier klicken.

Manchmal glaubt man es nicht mehr

Aber wir haben es doch geschafft. – Die Idee, Arno Schmidts »Gelehrtenrepublik« in einer besonderen Form neu aufzulegen, stammt von Thomas Franke. Ich bin zu jeder Schweinerei bereit, und was Thomas mir erzählte, machte mir schnell klar, dass ich mit von der Partie sein würde. Aber ganz so einfach war die Sache nicht. (Erste Details siehe hier.)

Wir hatten ein Buch vom S.-Fischer-Verlag vorliegen, und als wir später den Vertrag mit der Arno Schmidt Stiftung schlossen, bekamen wir von denen eine Textdatei zur Verfügung – die durchkorrigiert und für den Buchsatz vorbereitet werden musste. Das war mein Job.

Thomas Franke kümmerte sich um seine Bilder und entwarf den Satzspiegel, das Seitenlayout. Bei der späteren Erstellung des Buchsatzes gab es ein Missverständnis meinerseits, sodass ich später noch einmal ran musste, um den Buchsatz komplett zu überarbeiten. Thomas gönnte sich dann eine ausführliche Sitzung, um das Schriftbild anzupassen, vorrangig bei Ligaturen. Handarbeit. Und wir mussten sicherstellen, dass das, was bei mir als Publisher-Datei ankam, dem entsprach, was Thomas bearbeitet hatte. Eine Frage des Druckertreibers, die sich mit dem Adobe Distiller beantworten ließ.

Am Ende produzierte ich den ersten Satz Druckdaten, fügte die Grafiken in die PDF-Druckdatei ein – der Publisher hätte das Dateivolumen nicht verkraftet, obwohl der in Winnert genutzte Rechner über 512 GB RAM verfügt; da gibt es einfach ein Limit, zumal ich nicht den neuesten Publisher verwende …

Der Schaltungsdienst Lange bekam die Druckdaten und den Druckauftrag. Der Andruck ging an Thomas und mich – und führte zu einer Überarbeitung hinsichtlich der Schriftfarbe, da sich 100 % Schwarz auf dem gewählten Papier als zu heftig, zu kontrastreich erwiesen. Es wurde ein Grauton gewählt – wie von Thomas vorgesehen.

Am Ende hieß es warten …

Ende September waren die Exemplare der Normalausgabe fertig. Sie sind nun verfügbar und der Versand wird in der ersten Oktoberwoche beginnen. Langsam, aber sicher.

Was noch fehlt, das ist die Luxusausgabe (Details siehe hier und hier). Und hier steckte noch viel Arbeit drin, denn es galt, einen Betrieb zu finden, der den Schuber herstellen konnte. Da musste Thomas einige nicht so schöne Erfahrungen machen, aber davon will ich hier nicht palavern. Auch die Luxusausgabe wird fertig werden. Den Druck und die Bindung wird auch hier der Schaltungsdienst Lange ausführen, den Schuber und die Mappe für die Digigrafik erstellt voraussichtlich eine Berliner Buchbinderei. Wir hoffen, das Ergebnis noch im Oktober in Händen zu halten.

Die Luxusausgabe ist übrigens streng auf 111 Exemplare limitiert. Davon werden 11 Exemplare gar nicht erst in den Verkauf gelangen. Die ursprünglich geplante Nummerierung der Bücher haben wir aus technischen Gründen gestrichen; die zugehörige Digigrafik indes wird nummeriert sein.

Ich denke, ich spreche auch für Thomas Franke, wenn ich sage, dass wir stolz auf unser Werk sind. Ich habe das Buch noch nicht in Händen, aber ich bin sicher, dass das Ergebnis hinter anderen Produkten des Schaltungsdienst Lange nicht zurückstehen wird – und Thomas Frankes geniale Schöpfungskraft wird hier einen weiteren Tempel errichtet haben.

Ich empfehle die Lektüre der Texte auf meiner Verlagsseite: hier und hier.

Schmidt, Arno, DIE GELEHRTENREPUBLIK

Die Reise geht weiter

Vor zweieinhalb Monaten hat Herbert W. Franke unsere Welt verlassen. Die Vollendung seiner Werkausgabe in meiner p.machinery hat er nun nicht mehr erlebt. Und unsere Ambitionen, als wir 2014 mit dem ersten Buch der Werkausgabe, mit »Der grüne Komet« begannen, waren schlicht illusorisch: Damals dachten wir, wir könnten die Werkausgabe bis 2017, bis zu seinem 90. Geburtstag vollenden. Aber so schnell wollten die Preußen einfach nicht schießen …

Aber auch wenn er gegangen ist – sein Werk hat er uns hinterlassen, und unsere Werkausgabe wird ohne Zweifel fortgesetzt. Aktuell erscheinen zwei Titel – und die Reise geht weiter …

Franke, Herbert W., TRANSPLUTO

Franke, Herbert W., KEINE SPUR VON LEBEN …

 

Krisenopfer

Eigentlich trifft es das nicht. Das wilde Treiben von (hier Papier-) Spekulanten (und Rohstoffspekulanten allgemein) und das daraus resultierende Marktgeschehen als Krise zu bezeichnen, halte ich für eine absolut unpassende Vereinfachung, geradezu eine Verharmlosung. Nicht nur auf diesem Sektor ist das Verhalten von Spekulanten schlicht verantwortungslos. Es ist in Ordnung, wenn Anbieter von Produkten und Dienstleistungen Gewinne erwirtschaften wollen. Ein Missbrauch einer Machtstellung oder einer Engpasssituation – wie sie angeblich auf dem Papiermarkt vorliegt – ist jedoch nicht nur zu kritisieren, sondern abzulehnen und letztlich zu bestrafen.

Tatsächlich sieht es nicht danach aus, als gäbe es auf dem Papiermarkt die behaupteten Verknappungen, mit denen Preiserhöhungen argumentiert werden. Und auch die gleichermaßen spekulativem Vorgehen unterworfenen Preisveränderungen auf dem Energiesektor – Gas, Strom – taugen letztlich nicht als Argument für Preiserhöhungen, wie sie derzeit – und inzwischen seit einiger Zeit – stattfinden. Das alles erinnert mich zu sehr an Ereignisse Anfang der Neunzigerjahre, als behauptet wurde, in Taiwan sei die einzige Chipfabrik in die Luft geflogen (oder jedenfalls so schwer beschädigt worden, dass sie nicht mehr produzieren konnte), woraufhin die Preise für Arbeitsspeicher in PCs explodierten – wahrlich: explodierten. Tatsache war damals, dass eine (!) Produktionsanlage betroffen war – und die übrige Pseudoverknappung von Spekulanten erzeugt wurde.

Wie auch immer – auch die Bücher meiner p.machinery sind inzwischen von Preiserhöhungen betroffen, die ich teilweise weitergeben muss. Mehrere ältere Titel aus der »SF-Werkausgabe Herbert W. Franke« waren schon betroffen, aber auch jüngere Titel trifft es inzwischen, so in diesen Tagen diesen hier:

Dabei ist hier die Preiserhöhung noch moderat ausgefallen: von EUR 15,90 auf EUR 16,90; die Preiserhöhungen bei den Franke-Titeln schlugen stärker zu Buche, weil die Bücher aus den Jahren 2014 bis 2016 stammen.

Kurth, Heribert, UNTER DEN STERNEN VON THA